Nun ja, um dieses Urteil zu bilden, bräuchte man ein wenig nähere Informationen. Nämlich ob der Besitzer einen Hass gegen alle Japaner hat, oder nur gegen die Japaner welche die japanischen Kriegsverbrechen leugnen/relativieren/verteidigen.otternase hat geschrieben: Bei dem "Kauft nicht bei Juden", ebenso wie bei dem "Japanese forbid entering" ist Grundlage eine Feindschaft gegen diese Gruppe, man will diesen etwas Böses. Es richtet sich gegen das Individuum dieser Gruppe, es ist ein Hass auf jedes einzelne Individuum dieser Gruppe, ein Menschenhass.
ich denke nicht, dass man obige Statements miteinander vergleichen kann:
Dazu müsste man mit den Tafelaufsteller oben zuerst reden. Das wird relativ schwer sein, aber auf einen meiner Lieblingsblogs - EastSouthWestNorth - wurde das schon mal abgehandelt.
Dazu hat einer der so ein ähnliches Schild aufgehängt hat, sich folgendermassen geäußert:
"The owner said, "We welcome those Japanese customers who look at their national history correctly, and our restaurant will certainly offer them our excellent services. But we do not welcome those customers who refuse to regard their history properly.""
Meiner Meinung nach, würden solche Schilderaufsteller einen Japaner den Zutritt gewähren, wenn dieser ihnen mitteilt, dass er ihre Meinung bezüglich Kriegsverbrechen teilt (auch wenn dies nicht explizit genannt wird).
Damit unterscheiden sich diese Schilderaufsteller überhaupt nicht mit den "Boykottiert China" Schreiern, die einen Chinesen (z.B. Liu Xiabao) der ihre Meinung bestätigt, loben und alle anderen als "Gehirngewaschen", "Nationalisten" oder "Gefahr für die Welt" einstufen.
Sind sie also alle Rassisten? Nein, aber ethnozentrisch, aggressiv und belehrend. Und beide Extreme schwimmen auf der Meinungswelle in ihrem jeweiligen Land ganz oben.
Der eine kann sich als Patriot feiern lassen, weil er die Japaner nicht in seinen Laden lässt, der andere als Menschenrechtler weil er keine chinesischen Produkte konsumiert.
Das Verhältnis zu den Uyguren ist ziemlich ähnlich dem Verhältnis von Deutschen und Türken. Übrigens genauso wie bei Deutschen und Schwarzen.otternase hat geschrieben: Was jedoch das Verhältnis zwischen den Völkern Chinas untereinander angeht, speziell die Haltung zu und von den Uyguren, so ist dort Rassismus auf beiden Seiten meines Eindrucks nach sehr präsent, Nationalismus spielt dort hingegen keine Rolle. Und auch bei der Haltung Schwarzen gegenüber kann von Nationalismus eher weniger gesprochen werden, aber viel von Rassismus.
Ist jetzt eine Definitonsfrage von Rassismus. Ich hab schon vorhin gesagt, dass Vorurteile z.B. gegen Türken für mich noch nicht "Rassismus" sind. Vorurteile werden für rassistische Ideologien missbraucht bzw. bilden die Basis. Sie sind aber ungleich Rassismus.
Es wäre aber interessant woher diese Vorurteile stammen. Gibt es kulturelle Eigenheiten bei Türken; Uyguren, Afrikanern etc. die mit kulturellen Eigenheiten von Han und Deutschen ein Spannungsfeld erzeugen?
Wurden gewisse Vorurteile über die weltweiten Massenmedien nach China getragen?
Selbstdarstellung/Fremddarstellung von Schwarzen in Kinofilmen, Hip-Hop Videos:
Schwarzer = kriminell, gewalttätig, promiskuitiv, aufbrausend
Werden diese Vorurteile im Sinne einer Ideologie politisch gefördert? Meiner Meinung nach nein. Obwohl die Darstellung der Tibeter, Uiguren etc. als Naturvölker in den chinesischen Massenmedien sehr stark zu einem Überlegenheitsdenken auf ökonomischer Basis beitragen. Interessanterweise unterscheidet sich die Darstellung der chinesischen Massenmedien da nicht sehr von den westlichen. Gut, die Dalai Lama Herrschaft wird hier idealisiert und dort verdammt. Das Bild über die Tibeter - fröhlich, religiös, im Einklang mit der Natur ist aber ziemlich gleich und dient sowohl in Beijing als auch in London für eine Projektionsfläche gestresster Großstadtbewohner.
Was ein Unterschied ist, ist dass es in China noch nicht die neue westliche soziale Norm "Policital Correctness" gibt, und sich daher vieles was sich hier verbissen wird, dort noch frei geäußert wird. Aber dazu vielleicht ein anderes mal mehr.

