kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

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Wang
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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von Wang » 05.08.2009, 19:00

corneta hat geschrieben:@ wang und sanctus

Ihr lest da ganz schön viel zwischen den Zeilen. Sicher war es merkwürdig formuliert, aber er hat ja gesagt, dass er Chinese ist.
Hier wird jedem Trottel, der ne chinesische Frau sucht (das Vorurteil nett und unterwürfig hält sich hartnäckig) über mehrere Seiten gut zugeredet und geholfen. Dem armen Kerl hier wird gleich ne Breitseite verpasst. Das finde ich ziemlich unfair. Auch für eine Partnerschaft braucht man ein heiratswilligen Kandidaten, der bei vollem Bewusstsein "ja" sagt und der kann dann paralell nicht nochmal heiraten. Keine ahnung, ob es Scheinehe auch bei Schwulen gibt, allerdings nicht, ohne das der Partner das weiß, und schon garnicht, wenn man garnicht schwul ist.
Nene, das hat überhaupt nichts mit Schwulsein oder nicht zu tun. Die alten 55-jährigen Perversen, die sich hier eine junge Chinesin angeln wollen, kriegen die gleichen Antworten. Es ging nur darum, dass ich es komishc finde, von der achso großen Liebe zu sprechen und im gleichen Atemzug von der Hochzeit in China zu sprechen.

yjs531
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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von yjs531 » 05.08.2009, 19:09

corneta hat geschrieben:@ yjs531

Na ob die Sprüche jetzt unbedingt was mit schwul zu tun haben, weiß ich nicht. Ich könnte mir gut vorstellen, das die gleichen Reaktionen gekommen wären, wenn ein chinesischer Mann gepostet hätte: "Was muss ich tun, um eine Deutsche zu heiraten, um eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen?"
Ich weiß auch nicht, warum man bei Frauen immer ein Auge zu drückt, wenn sie sich durch Heirat den Weg in nach Deutschland "erkaufen". Bei Männern wird ein riesen Theater gemacht und für Frauen gibt es ganze Industriezweige, die sich darauf spezialisiert haben.

Noch ein Hinweis, wenn du selber möchtest, dass man dir ohne Vorurteile begegnet, dann solltest du auch auf andere so zugehen. Deine Aussage, dass sanctus dich "attackiert" hat, weil du schwul bist, ist auch nur eine Vermutung, genau wie er vermutet, dass du nur einen deutschen Pass willst.

Ich hoffe, alle an meiner Stelle sich gut vorstellen. Vor allem mein Partner moechtet schnell wie moeglich mit mir heiraten und er hat mir erzaehlt, dass ich einen Pass danach bekommen kann. Ich glaube es nicht, DESWEGEN habe ich mich selbst online informiert.
Zweitens ich moechte wirklich sehr,einen deutschen Pass zu bekommen!Aber warum? Fuer meinen geliebten Partner und die Zweisamkeit!
Denk mal, alle meiner Familie,Verwandte,alte Freunde sind in China. Wenn ich diesen Mann nicht liebe, kann schon nach dem Abschluss in China eine gute Arbeit finden und damit gut verdienen. Woher kommt solche komische Idee und stelle hier solche "peinliche" Fragen --!

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von wuseltiger » 05.08.2009, 19:10

Wang hat geschrieben:
Es ging nur darum, dass ich es komishc finde, von der achso großen Liebe zu sprechen und im gleichen Atemzug von der Hochzeit in China zu sprechen.

Dann fehlt dir das Vorstellungsvermögen dafür, was es heißt als Homosexuelle(r) in China zu leben ;)

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von sanctus » 05.08.2009, 19:10

Wang kam mir zuvor.
Ich bin ebenfalls kein Schwulenhasser. In der Hinsicht bin ich sehr tolerant.

Vielleicht war es hier ausnahmsweise mal der falsche Empfaenger, trotzdem bin ich der Meinung, dass der Eroeffnungsbeitrag eine solche Vermutung zulassen muss. Hab da schon zu viele Geschichten bei dolc gelesen und gehoert.

Fuer den Fall, und nur fuer den Fall, dass ich mich hier geiirt habe, moechte ich mich fuer die faelschliche Verdaechtigung natuerlich entschuldigen.
谁想要大成绩,就要有更大的目标!

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von yjs531 » 05.08.2009, 19:17

sanctus hat geschrieben:Wang kam mir zuvor.
Ich bin ebenfalls kein Schwulenhasser. In der Hinsicht bin ich sehr tolerant.

Vielleicht war es hier ausnahmsweise mal der falsche Empfaenger, trotzdem bin ich der Meinung, dass der Eroeffnungsbeitrag eine solche Vermutung zulassen muss. Hab da schon zu viele Geschichten bei dolc gelesen und gehoert.

Fuer den Fall, und nur fuer den Fall, dass ich mich hier geiirt habe, moechte ich mich fuer die faelschliche Verdaechtigung natuerlich entschuldigen.
Es gibt Meinungsfreiheit, mach doch nix.

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von Attila » 05.08.2009, 19:27

Ähhmmm, ja!
Das ist ja mal wieder Einiges schief gelaufen hier.

Eine Frage bliebe noch zu beantworten:
Eingebürgert werden kannst Du in der Regel nach 3 Jahren laut §9 StAG, in dem auch ausdrücklich eingetragene Lebenspartnerschaften (sog. Homo-Ehen) erwähnt sind.

Einen Anspruch auf Einbürgerung hast Du erst nach 8 bzw. 7 Jahren rechtmäßigem Aufenthalt (§10 StAG), wobei sich die Gelehrten streiten ob hier Studienzeiten anzurechnen sind oder nicht. Das hab ich immer mal wieder auf info4alien gesehen.

Ansonsten gilt für die Ehevoraussetzungen fast alles wie für Hetero Ehen. Nur in einem Punkt haben Homo Ehen einen Vorteil: Meines Wissens nach wird kein Ehefähigkeitszeugnis benötigt!
:D
"Hallo Leute da bin ich wieder! War nur mal ein paar tausend Jährchen weg, was habt ihr denn inzwischen so... ACH DU SCHEISSE!!!" - Gott

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von yjs531 » 05.08.2009, 19:41

Attila hat geschrieben:Ähhmmm, ja!
Das ist ja mal wieder Einiges schief gelaufen hier.

Eine Frage bliebe noch zu beantworten:
Eingebürgert werden kannst Du in der Regel nach 3 Jahren laut §9 StAG, in dem auch ausdrücklich eingetragene Lebenspartnerschaften (sog. Homo-Ehen) erwähnt sind.

Einen Anspruch auf Einbürgerung hast Du erst nach 8 bzw. 7 Jahren rechtmäßigem Aufenthalt (§10 StAG), wobei sich die Gelehrten streiten ob hier Studienzeiten anzurechnen sind oder nicht. Das hab ich immer mal wieder auf info4alien gesehen.

Ansonsten gilt für die Ehevoraussetzungen fast alles wie für Hetero Ehen. Nur in einem Punkt haben Homo Ehen einen Vorteil: Meines Wissens nach wird kein Ehefähigkeitszeugnis benötigt!
:D
Danke fuer die Bemuehungen!
werde meinen Schatz hier lesen lassen :)

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von otternase » 05.08.2009, 21:55

Bislang wäre ich auchdavon ausgegangen, dass das Eingehen einer Lebenspartnerschaft in D UND einer Ehe im Ausland ein Fall von Bigamie darstellt, auf der Such nach entsprechenden Belegen fand ich aber dann diesen Absatz:

Auf eingetragene Lebenspartnerschaften (in der Umgangssprache "Homo-Ehe") findet diese Norm keine Anwendung. Das heißt, dass sich derjenige nicht strafbar macht, der trotz einer bestehenden Ehe oder Lebenspartnerschaft eine andere Lebenspartnerschaft eingeht oder trotz bestehender Lebenspartnerschaft eine Ehe eingeht. Grund hierfür ist das im Strafrecht herrschende Analogieverbot: Eine Strafrechtsnorm darf nicht auf ähnliche, vom Wortlaut nicht erfasste Fälle zu Lasten des Täters angewendet werden, und in § 172 StGB ist von eingetragenen Lebenspartnerschaften eben nicht die Rede.


Danach könnte also im Prinzip yjs531 in Deutschland seinen Freund lebenspartnern und in China eine Lesbe heiraten...
Inwieweit diese Lücke allerdings auf ewig Bestand hat und welche Auswirkungen eine Ausnutzung einer solchen Lücke auf die Neigung der ABH, eine Scheinlebenspartnerschaft zu vermuten, bzw. der EBH auf die wohlwollende Bearbeitung eines Einbürgerungseintrages hat, darüber kann wohl spekuliert werden, günstig ist es sicher nicht...

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von aquadraht » 05.08.2009, 22:31

otternase hat geschrieben:Bislang wäre ich auchdavon ausgegangen, dass das Eingehen einer Lebenspartnerschaft in D UND einer Ehe im Ausland ein Fall von Bigamie darstellt, auf der Such nach entsprechenden Belegen fand ich aber dann diesen Absatz:

Auf eingetragene Lebenspartnerschaften (in der Umgangssprache "Homo-Ehe") findet diese Norm keine Anwendung. Das heißt, dass sich derjenige nicht strafbar macht, der trotz einer bestehenden Ehe oder Lebenspartnerschaft eine andere Lebenspartnerschaft eingeht oder trotz bestehender Lebenspartnerschaft eine Ehe eingeht. Grund hierfür ist das im Strafrecht herrschende Analogieverbot: Eine Strafrechtsnorm darf nicht auf ähnliche, vom Wortlaut nicht erfasste Fälle zu Lasten des Täters angewendet werden, und in § 172 StGB ist von eingetragenen Lebenspartnerschaften eben nicht die Rede.


Danach könnte also im Prinzip yjs531 in Deutschland seinen Freund lebenspartnern und in China eine Lesbe heiraten...
Inwieweit diese Lücke allerdings auf ewig Bestand hat und welche Auswirkungen eine Ausnutzung einer solchen Lücke auf die Neigung der ABH, eine Scheinlebenspartnerschaft zu vermuten, bzw. der EBH auf die wohlwollende Bearbeitung eines Einbürgerungseintrages hat, darüber kann wohl spekuliert werden, günstig ist es sicher nicht...
Moment. Das Analogieverbot gilt nur im Strafrecht, nicht im Zivilrecht, und auch nicht im öffentlichen Recht. Das bedeutet, dass er nicht wegen der Straftat der Bigamie verfolgt werden kann. Zivilrechtlich könnte das aber durchaus auf seine Lebenspartnerschaft wirken, indem die Schliessung derselben entweder als nicht wirksam angesehen werden könnte (hinge davon ab, was erst war) oder unbeschadet der Wirksamkeit nicht als einen Aufenthaltsanspruch begründend angesehen werden könnte. Letzteres scheint mir die grösste Gefahr zu sein. Ich kenne mich da aber nicht hinreichend aus. Jedenfalls bleibt mein Rat: Finger von!

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von yjs531 » 09.03.2018, 20:18

otternase hat geschrieben:Bislang wäre ich auchdavon ausgegangen, dass das Eingehen einer Lebenspartnerschaft in D UND einer Ehe im Ausland ein Fall von Bigamie darstellt, auf der Such nach entsprechenden Belegen fand ich aber dann diesen Absatz:

Auf eingetragene Lebenspartnerschaften (in der Umgangssprache "Homo-Ehe") findet diese Norm keine Anwendung. Das heißt, dass sich derjenige nicht strafbar macht, der trotz einer bestehenden Ehe oder Lebenspartnerschaft eine andere Lebenspartnerschaft eingeht oder trotz bestehender Lebenspartnerschaft eine Ehe eingeht. Grund hierfür ist das im Strafrecht herrschende Analogieverbot: Eine Strafrechtsnorm darf nicht auf ähnliche, vom Wortlaut nicht erfasste Fälle zu Lasten des Täters angewendet werden, und in § 172 StGB ist von eingetragenen Lebenspartnerschaften eben nicht die Rede.


Danach könnte also im Prinzip yjs531 in Deutschland seinen Freund lebenspartnern und in China eine Lesbe heiraten...
Inwieweit diese Lücke allerdings auf ewig Bestand hat und welche Auswirkungen eine Ausnutzung einer solchen Lücke auf die Neigung der ABH, eine Scheinlebenspartnerschaft zu vermuten, bzw. der EBH auf die wohlwollende Bearbeitung eines Einbürgerungseintrages hat, darüber kann wohl spekuliert werden, günstig ist es sicher nicht...

Nach 8 Jahren Ehe bin ich zufällig wegen google hier gelandet...OMG, wie doof war ich damals... Danke für Ihre Erklärungen und wir sind seitdem glücklich verheiratet. Mit der Frau in China habe ich nicht getan.

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von otternase » 10.03.2018, 00:17

Nach 8 Jahren Ehe [...] wir sind seitdem glücklich verheiratet
Dazu möchte ich aus ganzem Herzen gratulieren!
Mit der Frau in China habe ich nicht getan.
Und auch zu dieser richtigen und sinnvollen Entscheidung möchte ich gratulieren!

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von cayman » 05.04.2018, 14:43

8 Jahre Ehe? wo habt ihr denn vor 8 Jahren geheiratet?
Anstatt zu klagen was ihr wollt, solltet ihr dankbar sein, dass ihr nicht all das bekommt, was ihr verdient

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von sonero » 05.04.2018, 16:39

cayman hat geschrieben:8 Jahre Ehe? wo habt ihr denn vor 8 Jahren geheiratet?
Moin,

In D sicher nicht aber er nennt es vielleicht nur so. Die Verpartnerung war und ist ausländerrechtlich der Ehe praktisch gleichgestellt.

Gruß,
Norbert

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von Exokiel » 05.04.2018, 17:02

Aber ist das nicht relativ häufig in China, das homosexuelle Paare oft noch eine heterosexuelle Ehe führen? Erst letztens was darüber gelesen, hat mit der Steuer, Altervorsorge oder sozialen Aspekten zu tun.

Ansonsten natürlich Glückwunsch!

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Re: kompliezierte Fragen zur Homo-Ehe ?

Beitrag von U_Lee » 24.04.2018, 16:30

Hallo,

auch hier nochmal gefragt: gibt es inzwischen Erfahrungswerte mit der deutsch-chinesischen Homo-Ehe? Insbesondere, wie die chinesischen Ämter resp. die dt. Botschaft mit der Beauftragung eines Marriage-Visums umgehen?

Sind Probleme vorprogrammiert? Oder sollte besser der Umweg über ein Besuchsvisum gegangen werden, heiraten und dann vor vollendete Tatsachen stellen?

Gruß, U Lee
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