Buchtipps
Re: Buchtipps
Qiu Xiaolong hat mich am Anfang ziemlich genervt. Als er in einem Krimi plötzlich mit seinen Gedichten angefangen hat (womit der Autor ursprünglich seinen Lebensunterhalt bestritt). Und dann war auch noch Sinn drin versteckt.
D., der ihn inzwischen leichter lesen kann.
D., der ihn inzwischen leichter lesen kann.
Gálvez stößt an Grenzen
Jorge M. Reverte: Gálvez stößt an Grenzen
(Gálvez en la frontera)
GRAFIT, Dortmund, 2002
(Kriminalroman)
In diesem Buch geht es um die sprichwörtlichen Eskimos.
Ein unbedeutender spanischer Wirtschaftsjournalist wird von einem jungen marokkanischen Dieb beklaut. Er weiß noch nicht genau, was gestohlen wurde. Aber irgendwie laufen sie sich wieder über den Weg. Gálvez interessiert sich für die Lebensumstände der Einwanderer und ändert seinen langweiligen Büro-Alltag, um etwas herauszubekommen. Jetzt wird es spannend.
In der Werbung steht, dass das Buch etwas mit der Chinesenmafia zu tun hat. Das Wort steht auch drin. Damit hat sich's schon. Könnten ebenso gut Mexikaner sein. Oder Eskimos. Auftraggeber für die miese Verschwörung, bei der es um viel Geld geht, sind übrigens Japaner.
An unserem Thema vorbei. Trotzdem interessant.





(Gálvez en la frontera)
GRAFIT, Dortmund, 2002
(Kriminalroman)
In diesem Buch geht es um die sprichwörtlichen Eskimos.
Ein unbedeutender spanischer Wirtschaftsjournalist wird von einem jungen marokkanischen Dieb beklaut. Er weiß noch nicht genau, was gestohlen wurde. Aber irgendwie laufen sie sich wieder über den Weg. Gálvez interessiert sich für die Lebensumstände der Einwanderer und ändert seinen langweiligen Büro-Alltag, um etwas herauszubekommen. Jetzt wird es spannend.
In der Werbung steht, dass das Buch etwas mit der Chinesenmafia zu tun hat. Das Wort steht auch drin. Damit hat sich's schon. Könnten ebenso gut Mexikaner sein. Oder Eskimos. Auftraggeber für die miese Verschwörung, bei der es um viel Geld geht, sind übrigens Japaner.
An unserem Thema vorbei. Trotzdem interessant.





Re: Buchtipps
Capitalism with Chinese Characteristics, Yasheng Huang
China's Communist Party: Atrophy and Adaptation, David Shambaugh
Zwei Buchempfehlungen (auf Englisch) im Doppelpack; ich habe die beiden Buecher parallel gelesen, und das war gar nicht schlecht. Zusammen ergibt sich naemlich eine ergaenzende These, einmal aus Sicht der Quellenforschung eines Politkwissenschaftlers und einmal aus Sicht der Quellenforschung eines Oekonoms: In den 90ern unter Jiang sind erhebliche Reformprozesse in China angelaufen, die von der Hu/Wen Regierung mit angepassten taktischen Schwerpunkten, aber mit der selben strategischen Zielsetzung (Machterhalt der KPCh) und den selben zentralistischen Mitteln, weitergefuehrt werden: es handelt sich nicht um "liberale" Reformen (weder im wirtschaftlichen noch im politischen Bereich), sondern letzlich um "restaurative" Reformen (meine Wortwahl).
Nach 1989 gab es nicht nur eine "kurze" 3-jaehrige Reaktion gefolgt von einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Liberalisierung, wie so oft im Westen angenommen, sondern vielmehr ist ein Prozess weiterhin am laufen, der Partei und Staat wieder entscheidend staerken soll, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich, und der in starkem Kontrast steht zu der tendentiellen Liberalisierung der 80er Jahre.
Highlights:
"Capitalism with Chinese Characteristics" ist eins der wenigen Buecher die ich kenne, die nicht nur ueber "China" als scheinbar zentraler Staat sprechen, sondern wo ganz klar die Unterschiede zwischen verschiedenen Provinzen dargestellt werden; ueberzeugend war fuer mich insbesondere der Vergleich zwischen Jiangsu und Zhejiang Provinz, und die Kritik am Shanghaier Entwicklungsmodell.
"China's Communist Party" hat mir einen Rahmen gegeben, um Anekdoten einzuordenen, die ich von Familie und Freunden gehoert hatte ueber die Partei-Kampagnen der letzten 10 Jahre, und wie letzlich die Partei mit klassisch leninistischen Mitteln versucht, wieder ueber ihre Mitglieder Herr zu werden.
Schwaechen:
"Capitalism with Chinese Characteristics" hat zwei Schwaechen; die eine ist gleichzeitig eine Staerke - lange Passagen in denen dezidiert die Quellenlage beschrieben wird. Ich habe die Abschnitte einfach ueberblaettert, aber der Autor zeigt wenigstens ganz genau, auf welcher Beweislage er seine Thesen aufstellt. Die zweite Schwaeche ist die "fundamentalistisch" ideologische Grundhaltung des Autors als klassischer Wirtschaftsliberaler, eine Haltung, die manchmal der Objektivitaet im Wege zu stehen scheint; wenigstens weiss man bei ihm, woran man ist.
"China's Communist Party" hat die typische Schwaeche, ueber "China" als Gesamtes zu sprechen, und die regionalen Unterschiede, sowie die Spannungen zwischen lokaler, pronvizieller und Zentral-Ebene zu wenig zu behandeln -- da sich die Abhandlung aber bewusst auf die KPCh als Gesamtinstitution beschraenkt, ist dies wohl verstaendlich.
Als Schlusswort noch Folgendes: was beide Werke nicht behandeln (und nicht versuchen, zu behandeln), sind die tiefgreifenden Veraenderungen in der Gesellschaft, und der Wandel in den Denk- und Verhaltensmuster der "normalen Leute" in China im Verlauf der 90er Jahre; dies sind Veraenderungen, die vielleicht langfristig schwerer wiegen, als alle ordnungs-, wirtschafts- und machtpolitischen "Reformen" der KPCh.
China's Communist Party: Atrophy and Adaptation, David Shambaugh
Zwei Buchempfehlungen (auf Englisch) im Doppelpack; ich habe die beiden Buecher parallel gelesen, und das war gar nicht schlecht. Zusammen ergibt sich naemlich eine ergaenzende These, einmal aus Sicht der Quellenforschung eines Politkwissenschaftlers und einmal aus Sicht der Quellenforschung eines Oekonoms: In den 90ern unter Jiang sind erhebliche Reformprozesse in China angelaufen, die von der Hu/Wen Regierung mit angepassten taktischen Schwerpunkten, aber mit der selben strategischen Zielsetzung (Machterhalt der KPCh) und den selben zentralistischen Mitteln, weitergefuehrt werden: es handelt sich nicht um "liberale" Reformen (weder im wirtschaftlichen noch im politischen Bereich), sondern letzlich um "restaurative" Reformen (meine Wortwahl).
Nach 1989 gab es nicht nur eine "kurze" 3-jaehrige Reaktion gefolgt von einer Fortsetzung der wirtschaftlichen Liberalisierung, wie so oft im Westen angenommen, sondern vielmehr ist ein Prozess weiterhin am laufen, der Partei und Staat wieder entscheidend staerken soll, sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen Bereich, und der in starkem Kontrast steht zu der tendentiellen Liberalisierung der 80er Jahre.
Highlights:
"Capitalism with Chinese Characteristics" ist eins der wenigen Buecher die ich kenne, die nicht nur ueber "China" als scheinbar zentraler Staat sprechen, sondern wo ganz klar die Unterschiede zwischen verschiedenen Provinzen dargestellt werden; ueberzeugend war fuer mich insbesondere der Vergleich zwischen Jiangsu und Zhejiang Provinz, und die Kritik am Shanghaier Entwicklungsmodell.
"China's Communist Party" hat mir einen Rahmen gegeben, um Anekdoten einzuordenen, die ich von Familie und Freunden gehoert hatte ueber die Partei-Kampagnen der letzten 10 Jahre, und wie letzlich die Partei mit klassisch leninistischen Mitteln versucht, wieder ueber ihre Mitglieder Herr zu werden.
Schwaechen:
"Capitalism with Chinese Characteristics" hat zwei Schwaechen; die eine ist gleichzeitig eine Staerke - lange Passagen in denen dezidiert die Quellenlage beschrieben wird. Ich habe die Abschnitte einfach ueberblaettert, aber der Autor zeigt wenigstens ganz genau, auf welcher Beweislage er seine Thesen aufstellt. Die zweite Schwaeche ist die "fundamentalistisch" ideologische Grundhaltung des Autors als klassischer Wirtschaftsliberaler, eine Haltung, die manchmal der Objektivitaet im Wege zu stehen scheint; wenigstens weiss man bei ihm, woran man ist.
"China's Communist Party" hat die typische Schwaeche, ueber "China" als Gesamtes zu sprechen, und die regionalen Unterschiede, sowie die Spannungen zwischen lokaler, pronvizieller und Zentral-Ebene zu wenig zu behandeln -- da sich die Abhandlung aber bewusst auf die KPCh als Gesamtinstitution beschraenkt, ist dies wohl verstaendlich.
Als Schlusswort noch Folgendes: was beide Werke nicht behandeln (und nicht versuchen, zu behandeln), sind die tiefgreifenden Veraenderungen in der Gesellschaft, und der Wandel in den Denk- und Verhaltensmuster der "normalen Leute" in China im Verlauf der 90er Jahre; dies sind Veraenderungen, die vielleicht langfristig schwerer wiegen, als alle ordnungs-, wirtschafts- und machtpolitischen "Reformen" der KPCh.
1434
Gavin Menzies: 1434 - The year a magnificent chinese fleet sailed to Italy and ignited the Renaissance
(noch keine deutsche Übersetzung)
HarperCollinsPublishers, London, 2008
Es waren nicht die Schweizer. Es waren die Chinesen. Die Chinesen haben's erfunden. Sie sind an allem schuld. Zum Beispiel auch an der Renaissance.
Gavin Menzies versucht zu beweisen, dass Teile von Zheng Hes letzter Schatzflotte um 1434 über das Rote Meer, den Nilkanal und die Adria den Hof des Papstes erreichten. Dass neue Ideen von diesem Besuch ausgingen. Was wir von Kopernikus, Regiomontanus und da Vinci kennen, das könnte auf Anregungen aus China zurückzuführen sein.
Bei Leonardos Zeichnungen scheint das relativ schlüssig. Er soll massenhaft abgeschrieben haben. Seine Quellen waren Zeitgenossen der chinesischen Delegation. Und die hatte Bücher dabei. Leider ist das auf keiner Abbildung direkt nachvollziehbar: Immer sind Zahnräder um 90 Grad gedreht, es werden andere Tiere zum Antrieb eingesetzt oder ein Bild wurde schematisiert oder ausgeschmückt.
Der plötzliche wirtschaftliche Aufschwung (Seidenproduktion und Reisanbau in Norditalien) soll auch erst durch die fremden Ratgeber möglich geworden sein. Damit wurde nach 1434 der Wohlstand der Städte und der Kaufmannsfamilien möglich. Nun wurden finanzielle Mittel für Kunst und Wissenschaft frei. Voraussetzungen für die Renaissance.
Auch in der Mathematik, Astronomie und Navigation gab es in dieser Zeit große Veränderungen. Magellan und Kolumbus wussten, was sie erwartet. Weil sie Karten hatten, die auf chinesische Vorbilder zurückgingen.
Die letzten beiden Kapitel sind vom Rest völlig unabhängig. Es geht um mögliche chinesische Schiffswracks an mehreren Pazifikküsten, die auf eine einzelne Flutwelle im behandelten Zeitraum zurückzuführen sein könnten. Und um die Gegend in Spanien, die die meisten Konquistadoren hervorgebracht hat. Sozusagen als ergänzendes Zeitbild.
Die Ideen in diesem Buch haben was. Leider werden chinesische Quellen immer auf Umwegen interpretiert. Der Autor muss vieles glauben. Im Zweifel nimmt er an, dass es ins Konzept passt. Eigene Sprachkenntnisse scheint er nicht zu haben. Er nennt zum Beispiel die drei wichtigsten chinesischen Flüsse: Yangtze, Huang He und Gelber Fluss.
Wenn es spannend wird, dann verweist er auf seine Internetseiten. Dort wären Belege zu finden. Die sind aber umstritten. Weil die Idee so unkonventionell ist? Oder weil er Kritik nicht wahrhaben will? Die Beweise sind DNS-Analysen, Zeichnungen, die "eindeutig" Chinesen (oder Mongolen?) zeigen, (zufällige) Zeitgleichheit. Nach Bedarf. Man muss zugeben, dass diese Theorie im plausiblen Bereich liegen könnte. Oder eine andere. Darauf muss man erst einmal kommen. Respekt!
Schon "1421" war nicht sehr konkret. Im Zweifel war ein Fund an der nordamerikanischen Ostküste eben chinesisch. Und die Zeit war 1421. Was denn sonst? Andere Interpretationen waren nicht denkbar. "1434" ist etwas besser gemacht. Obwohl Menzies ab und zu abschweift. Schwafelt. Von persönlichen Erlebnissen erzählt. Was man etwa beim Besuch eines Restaurants zu erwarten hat. Was er als Kommandant eines U-Boots in den 60ern getan hätte. Usw.





früher mal gelesen: 1421 - The year China discovered America / 1421 - Als China die Welt entdeckte (2003)
Die Webseiten dazu. Mit der Möglichkeit, neueste Erkenntnisse zu lesen. Und zu melden:
http://www.1421.tv/" target="_blank
http://www.1434.tv/" target="_blank
(noch keine deutsche Übersetzung)
HarperCollinsPublishers, London, 2008
Es waren nicht die Schweizer. Es waren die Chinesen. Die Chinesen haben's erfunden. Sie sind an allem schuld. Zum Beispiel auch an der Renaissance.
Gavin Menzies versucht zu beweisen, dass Teile von Zheng Hes letzter Schatzflotte um 1434 über das Rote Meer, den Nilkanal und die Adria den Hof des Papstes erreichten. Dass neue Ideen von diesem Besuch ausgingen. Was wir von Kopernikus, Regiomontanus und da Vinci kennen, das könnte auf Anregungen aus China zurückzuführen sein.
Bei Leonardos Zeichnungen scheint das relativ schlüssig. Er soll massenhaft abgeschrieben haben. Seine Quellen waren Zeitgenossen der chinesischen Delegation. Und die hatte Bücher dabei. Leider ist das auf keiner Abbildung direkt nachvollziehbar: Immer sind Zahnräder um 90 Grad gedreht, es werden andere Tiere zum Antrieb eingesetzt oder ein Bild wurde schematisiert oder ausgeschmückt.
Der plötzliche wirtschaftliche Aufschwung (Seidenproduktion und Reisanbau in Norditalien) soll auch erst durch die fremden Ratgeber möglich geworden sein. Damit wurde nach 1434 der Wohlstand der Städte und der Kaufmannsfamilien möglich. Nun wurden finanzielle Mittel für Kunst und Wissenschaft frei. Voraussetzungen für die Renaissance.
Auch in der Mathematik, Astronomie und Navigation gab es in dieser Zeit große Veränderungen. Magellan und Kolumbus wussten, was sie erwartet. Weil sie Karten hatten, die auf chinesische Vorbilder zurückgingen.
Die letzten beiden Kapitel sind vom Rest völlig unabhängig. Es geht um mögliche chinesische Schiffswracks an mehreren Pazifikküsten, die auf eine einzelne Flutwelle im behandelten Zeitraum zurückzuführen sein könnten. Und um die Gegend in Spanien, die die meisten Konquistadoren hervorgebracht hat. Sozusagen als ergänzendes Zeitbild.
Die Ideen in diesem Buch haben was. Leider werden chinesische Quellen immer auf Umwegen interpretiert. Der Autor muss vieles glauben. Im Zweifel nimmt er an, dass es ins Konzept passt. Eigene Sprachkenntnisse scheint er nicht zu haben. Er nennt zum Beispiel die drei wichtigsten chinesischen Flüsse: Yangtze, Huang He und Gelber Fluss.
Wenn es spannend wird, dann verweist er auf seine Internetseiten. Dort wären Belege zu finden. Die sind aber umstritten. Weil die Idee so unkonventionell ist? Oder weil er Kritik nicht wahrhaben will? Die Beweise sind DNS-Analysen, Zeichnungen, die "eindeutig" Chinesen (oder Mongolen?) zeigen, (zufällige) Zeitgleichheit. Nach Bedarf. Man muss zugeben, dass diese Theorie im plausiblen Bereich liegen könnte. Oder eine andere. Darauf muss man erst einmal kommen. Respekt!
Schon "1421" war nicht sehr konkret. Im Zweifel war ein Fund an der nordamerikanischen Ostküste eben chinesisch. Und die Zeit war 1421. Was denn sonst? Andere Interpretationen waren nicht denkbar. "1434" ist etwas besser gemacht. Obwohl Menzies ab und zu abschweift. Schwafelt. Von persönlichen Erlebnissen erzählt. Was man etwa beim Besuch eines Restaurants zu erwarten hat. Was er als Kommandant eines U-Boots in den 60ern getan hätte. Usw.





früher mal gelesen: 1421 - The year China discovered America / 1421 - Als China die Welt entdeckte (2003)
Die Webseiten dazu. Mit der Möglichkeit, neueste Erkenntnisse zu lesen. Und zu melden:
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Re: Buchtipps
Feder im Sturm – Meine Kindheit in China
von Emily Wu (巫一毛)

Erinnerungen einer Frau, die seit dem verwirrenden hin und her zwischen wirklichen und Zieheltern ihr Leben in China beschreibt. Ihr Vater ein deklarierter Konterrevolutionär und Dozent macht seine Familie zu einer „schwarzen Familie“ und sie muss täglich mit Repressalien kämpfen. Hunger, Leid, Einsamkeit, Demütigungen und das chronische Gefühl der Heimatlosigkeit werden gut, aber nicht allzu emotional beschrieben, da Teil des damaligen Lebens.
Eine Kindheit in der Kulturrevolution, sehr spannend und realistisch erzählt.
Die originalen Fotografien in der Mitte geben dem Buch zusätzlich Leben und ein authentisches Bild.
Eine unverblümte Wahrheit eines Volkes das zeigt, dass das Ableben der Opfer der Kulturrevolution nicht allein Mao zugeschrieben werden kann.
von Emily Wu (巫一毛)

Erinnerungen einer Frau, die seit dem verwirrenden hin und her zwischen wirklichen und Zieheltern ihr Leben in China beschreibt. Ihr Vater ein deklarierter Konterrevolutionär und Dozent macht seine Familie zu einer „schwarzen Familie“ und sie muss täglich mit Repressalien kämpfen. Hunger, Leid, Einsamkeit, Demütigungen und das chronische Gefühl der Heimatlosigkeit werden gut, aber nicht allzu emotional beschrieben, da Teil des damaligen Lebens.
Eine Kindheit in der Kulturrevolution, sehr spannend und realistisch erzählt.
Die originalen Fotografien in der Mitte geben dem Buch zusätzlich Leben und ein authentisches Bild.
Eine unverblümte Wahrheit eines Volkes das zeigt, dass das Ableben der Opfer der Kulturrevolution nicht allein Mao zugeschrieben werden kann.
谁想要大成绩,就要有更大的目标!
„Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben“ Farin Urlaub
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Re: Buchtipps
Der chinesische Sommer
von Hong Ying (虹影)

Der Sommer 1989 war für die Studenten Chinas der Aufbruch in eine neue Kulturrevolution. Das Buch beschreibt das Leben einer Studentin, die sich der Poesie hingegeben hat und am Tag der blutigen Niederschlagung vom Tiananmen-Platz flieht um bei ihrem Freund trost zu finden. Sie findet ihn mit einer Frau im Bett vor. Enttäuscht und Betrogen vom eigenen Land und Freund geht sie einer neuen Selbstfindung entgegen die bei ihren Kommilitonen gut ankommt aber ein bitteres Ende nehmen soll.
Ein toller Einblick in die Welt der damaligen Studenten, beflügelt von einem Geist der sehr unchinesisch wirkt, aber zeigt was im Sommer 1989 Peking veränderte.
Anfangs liest es sich noch relativ flüssig, jedoch sind einige Passagen zeitlich schlecht einzuordnen, da die Vergangenheitssprünge doch recht spontan erfolgen. Auch hat man zeitweise das Gefühl die Geschichte tritt auf der Stelle, erst am Ende jedoch bekommt man Einsicht.
von Hong Ying (虹影)

Der Sommer 1989 war für die Studenten Chinas der Aufbruch in eine neue Kulturrevolution. Das Buch beschreibt das Leben einer Studentin, die sich der Poesie hingegeben hat und am Tag der blutigen Niederschlagung vom Tiananmen-Platz flieht um bei ihrem Freund trost zu finden. Sie findet ihn mit einer Frau im Bett vor. Enttäuscht und Betrogen vom eigenen Land und Freund geht sie einer neuen Selbstfindung entgegen die bei ihren Kommilitonen gut ankommt aber ein bitteres Ende nehmen soll.
Ein toller Einblick in die Welt der damaligen Studenten, beflügelt von einem Geist der sehr unchinesisch wirkt, aber zeigt was im Sommer 1989 Peking veränderte.
Anfangs liest es sich noch relativ flüssig, jedoch sind einige Passagen zeitlich schlecht einzuordnen, da die Vergangenheitssprünge doch recht spontan erfolgen. Auch hat man zeitweise das Gefühl die Geschichte tritt auf der Stelle, erst am Ende jedoch bekommt man Einsicht.
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Geschichten aus den Historischen Aufzeichnungen
Geschichten aus den Historischen Aufzeichnungen
(史记)
Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing, 2008
(Deutsch/Chinesisch)
Das Buch ist ja schon etwas älter. Geradezu antik. Und eigentlich umfangreicher. Hier wurden 20 Artikel endlich mal ins Deutsche übersetzt. Nein, nicht übersetzt - chinesischer (Schriftzeichen) und deutscher Text gegenübergestellt. Einige nicht alltägliche Ausdrücke sind einzeln erläutert. Zwischen den Kapiteln gibt es Illustrationen.
Es ist nicht das Original, das hier übersetzt wurde, sondern eine moderne Bearbeitung. Der Autor konnte nichts davon ahnen, dass man die Zeit, in der er lebte, später einmal die "westliche" Han-Dynastie nenne würde. Und Daten wie "Rund 200 Jahre v. Chr. ..." wären in einer Fußnote authentischer gewesen. Normalerweise zählte man das soundso vielste Regierungsjahr. Andere Werte werden aber übernommen und im Text erklärt ("3 Chi (= 1 Meter)").
Es gibt Übersetzungen, die das anders gelöst haben. Zum Beispiel "Records of the Grand Historian by Sima Quian", Renditions - Columbia University Press, Hong Kong, New York, 1993. Ist aber Englisch. Und vollständig (3 Bände). Hehe...





(史记)
Verlag für fremdsprachige Literatur, Beijing, 2008
(Deutsch/Chinesisch)
Das Buch ist ja schon etwas älter. Geradezu antik. Und eigentlich umfangreicher. Hier wurden 20 Artikel endlich mal ins Deutsche übersetzt. Nein, nicht übersetzt - chinesischer (Schriftzeichen) und deutscher Text gegenübergestellt. Einige nicht alltägliche Ausdrücke sind einzeln erläutert. Zwischen den Kapiteln gibt es Illustrationen.
Es ist nicht das Original, das hier übersetzt wurde, sondern eine moderne Bearbeitung. Der Autor konnte nichts davon ahnen, dass man die Zeit, in der er lebte, später einmal die "westliche" Han-Dynastie nenne würde. Und Daten wie "Rund 200 Jahre v. Chr. ..." wären in einer Fußnote authentischer gewesen. Normalerweise zählte man das soundso vielste Regierungsjahr. Andere Werte werden aber übernommen und im Text erklärt ("3 Chi (= 1 Meter)").
Es gibt Übersetzungen, die das anders gelöst haben. Zum Beispiel "Records of the Grand Historian by Sima Quian", Renditions - Columbia University Press, Hong Kong, New York, 1993. Ist aber Englisch. Und vollständig (3 Bände). Hehe...





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aquadraht
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Re: Geschichten aus den Historischen Aufzeichnungen
Sorry, hast Du mal die ISBN? Ich finde das gerade nicht. Danke.domasla hat geschrieben:Geschichten aus den Historischen Aufzeichnungen
(史记)
Re: Buchtipps
Hey,
Ich interessiere mich sehr für die warlord era und den zweiten japanisch-chinesischen Krieg
Kann mir da jemand ein gutes Buch empfehlen? (oder 2?)
Ich interessiere mich sehr für die warlord era und den zweiten japanisch-chinesischen Krieg
Kann mir da jemand ein gutes Buch empfehlen? (oder 2?)
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Re: Buchtipps
Ich weiss, das reicht bei weitem nicht, aber besser als gar nix.Liberator hat geschrieben:Hey,
Ich interessiere mich sehr für die warlord era und den zweiten japanisch-chinesischen Krieg
Kann mir da jemand ein gutes Buch empfehlen? (oder 2?)
http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Ja ... #Literatur" target="_blank
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Chinas#Deutsch" target="_blank
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„Solange es Leute gibt, die nichts können, nichts wissen und nichts geleistet haben, wird es auch Rassismus geben“ Farin Urlaub
Re: Buchtipps
Ich könnte auch noch zwei Links beisteuern:
Die Republik China von 1912 bis 1937. Entwurf für eine politische Ereignisgeschichte.
The Power of the Gun.The Emergence of Modern Chinese Warlordism.
Die Republik China von 1912 bis 1937. Entwurf für eine politische Ereignisgeschichte.
The Power of the Gun.The Emergence of Modern Chinese Warlordism.
Re: Buchtipps
Hey vielen Dank. Wirklich Spitze-Links.Linnea hat geschrieben:Ich könnte auch noch zwei Links beisteuern:
Die Republik China von 1912 bis 1937. Entwurf für eine politische Ereignisgeschichte.
The Power of the Gun.The Emergence of Modern Chinese Warlordism.
Hast du noch was zum zweiten japanisch-chinesischen Krieg?!
Re: Buchtipps
Nein. Mit westlichsprachigen, und vor allem mit deutschen Büchern, die den kompletten Krieg behandeln, sieht es meines Wissens nach ziemlich schlecht aus. Wahrscheinlich wirst du auf mehrere Bücher zu einzelnen Teilaspekten ausweichen müssen.Liberator hat geschrieben:Hast du noch was zum zweiten japanisch-chinesischen Krieg?!
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