Nils罗 hat geschrieben:Was ich mir aber zutraue, ist kreativ zu versuchen, den Schülern einen ersten Eindruck des Landes, der Kultur und der Sprache zu geben, damit sie das nacher besser einordnen können und vielleicht schon das ein oder andere Wort schreiben können.
Und genau das halte ich für einen guten Ansatz. Über den Qualität diverser Fremdsprachenkurse lässt sich wahrlich streiten, über die Unterrichtsinhalte und die Didaktik vermutlich noch mehr. Wenn ich das richtig sehe, dann bestehen die meisten Kinderkurse aus Spiel und Spaß, allem voran ist das Singen von (in meinen Ohren unerträglichen) Kinderliedern und Abzählreimen zu nennen, die sich in nahezu jeder Kursbeschreibung finden lassen. Einen Muttersprachler findet man, egal welche Sprache man nehmen würde, in der Regel ohnehin kaum - oder unbezahlbar, wenn es dann auch noch jemand ausgebildetes sein soll. (Da schickt man sie besser noch nachmittags zu Bürger mit Migrationshintergrund nebenan).
Niemand, und vor allem nicht die Eltern, werden es erwarten, dass du ihren Kindern perfekt chinesisch beibringst. Neben dem Spaß, den Kinder in solchen Kursen haben (können), ist nämlich auch der Aspekt, dass sie dort für eine gewisse Zeit betreut sind, meist nicht zu vernachlässigen. Vielleicht ist das in einer Ganztagsschule auch anders, bei Halbtagsschulen ist das aber ziemlich sicher so. Bei extrem leistungsstarken, motivierten und vor allem sprachbegabten Kindern mag das vielleicht etwas anders aussehen, aber auch diese nehmen in einem Kurs, der nicht nur auf stures Lernen der Sprache wert legt, sicher keinen Schaden - erst recht nicht dann, wenn man spannende und interessante Inhalte anbietet. (Solche Kinder schleppt man dann am besten in einen Kurs an der Uni, vorrausgesetzt man hat die entsprechenden Beziehungen, oder organisiert Privatunterricht, die öffentlichen Schulen werden ihnen in dieser Beziehung ohnehin kaum gerecht). Denn gerade der kreative Bereich wird in Schulen und auch in Elternhäusern gern mal in den Hintergrund gedrängt (und nein, damit meine ich nicht das Ausmalen von Mandalas). Wobei du dir an dieser Stelle Gedanken zum Arbeitstempo von Grundschülern machen musst, es vergehen schon mal 5 bis 10 Miuten bis alle ihre Schere gefunden haben - sollten sie sie auch dabei haben... das musst du irgendwie einplanen (nimm das Nachbarskind und probier deine Ideen aus, du hast ja noch genügend Zeit).
Wenn du dich jetzt hinsetzt und ein Konzept ausarbeitest, dann wähle Themen, die dich auch persönlich ansprechen - und die du Kindern vermitteln kannst. Wenn du, so wie ich zum Beispiel, einfach nicht der große Barde bist, dann quäl dich bloß nicht mit "liang zhi laohu" und anderen Konsorten. Wenn du kochen hasst, dann lass die chinesische Küche weg. Sei authentisch, dazu gehört auch etwas außen vorzulassen, womit du nichts anfangen kannst (kannst ja einen Buchtipp für die Eltern raussuchen).
Fallst du Lust hast auch die chinesische Geschichte zu behandeln, schau z.B. mal in "Was ist was: Das alte China".
Nochmal zur Sprache:
Vielleicht ist "deine Chinesin" auch bereit ein paar kleine Tonaufnahmen für dich zu machen, die du dann per Mail verschicken kannst.
Und zum Umfang der zu erwarteten Kenntnisse. Ich habe mir gerade den Spaß gemacht nach "Lehrplan Chinesisch" (danke Ingo

) zu suchen. In Bayern wird für die 10. Klasse ein Wortschatz von 150 Schriftzeichen als Ziel angesetzt (keine Ahnung wieviele Stunden die in der Woche haben, sicher mehr als eine). Nachzulesen
hier.
Und stell doch dein Konzept mal hier ein, ich fände es spannend.