Chinesischunterricht für Kinder

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
Nils罗
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Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Nils罗 »

Hallo zusammen! Ich heiße Nils, bin 18 Jahre alt und habe mich erst kürzlich hier angemeldet.
Ich lerne jetzt seit knapp 1,5 Jahren Chinesisch an meiner Schule und es macht mir wirklich total Spaß! Schreibe dort meine besten Noten, was meiner Meinung nach vor allem daran liegt, dass mir diese Sprache total gefällt, sodass ich dafür viel besser lernen kann!
Hab vor kurzem an einem Taiwan-Austausch teilgenommen, was mir eine ganz neue Richtung für mein Leben gegeben hat.

Jetzt zum Thema, was vielleicht ein bisschen seltsam klingt und hier neu sein dürfte^^:
Die Chefin der Grundschule (offene Ganztagsschule), an der meine Mutter arbeitet, hat mich gefragt, ob ich nachmittags einmal die Woche einen Kurs zum Chinesisch lernen für die Grundschüler machen möchte. Durch ein Praktikum an derselben Schule kenn ich mich dort auch schon ein wenig aus und ich mute mir das auch durchaus zu. Da ich erst 1,5 Jahre Chinesisch lerne sind meine Kenntnisse noch nicht perfekt, dennoch kriege ich oft gesagt, dass meine Aussprache und meine Schriftzeichen schon sehr gut sind.
Als ersten Schritt zur Vorbereitung wollte ich mir erstmal ein Konzept erstellen, an dem ich mich orientieren kann, dann natürlich noch die Vorbereitung auf die einzelnen Stunden. Das ganze wär dann erstmal über ein halbes Jahr (von August an) geplant.
Zuerst frage ich mich jetzt, was ich mit den Grundschülern innerhalb eines halben Jahres schaffen will (realistisch betrachtet) und was für Lernmethoden ich verwenden könnte (der Einstieg ist für Grundschüler ja besonders schwer)?
Das wird auf jeden Fall eine schöne Herrausforderung für mich und vielleicht könnt ihr mich am Anfang ein wenig dabei unterstützen : )
Danke schon im Vorraus für eure Antworten,
Viele Grüße, Nils.
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Hendrik
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Hendrik »

Ich würde meine Kinder ausschließlich von native Speakern unterrichten lassen, von gewissen Ausnahmetalenten (beispielsweise Cecilie) mal abgesehen.
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andy

Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von andy »

Hendrik hat geschrieben:Ich würde meine Kinder ausschließlich von native Speakern unterrichten lassen, von gewissen Ausnahmetalenten (beispielsweise Cecilie) mal abgesehen.
Ist halt nur für Grundschüler, die wahrscheinlich nichtmal vorhaben bewusst später einmal Chinesisch zu sprechen, sondern nur mal reinschnuppern wollen.
Die werden wahrscheinlich froh sein wenn Sie Standard Sachen wie" wie geht es dir" usw. Einsetzen und korrekt schreiben können.
Denke da steht eher der Spaß im Vordergrund und das Interesse wecken der Schüler.
Bin der Meinung das auch ein 18 Jähriger Deutscher diese Sachen korrekt vermitteln kann.
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Hendrik
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Hendrik »

Andy, ich denke Du warst doch schon mal in China, oder? Schau mal an, was bei den Kinder da rauskommt, wenn sie von Chinesen unterrichtet werden, die ein paar Jahre Englisch hatten. In CHina geht das nicht anders, aber in Deutschland wo das Geld da ist einen native Speaker einzustellen finde ich solche Aktionen verantwortungslos.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Laogai »

小罗你好!

Herzlich willkommen in diesem Forum!
Nils罗 hat geschrieben:Da ich erst 1,5 Jahre Chinesisch lerne sind meine Kenntnisse noch nicht perfekt, dennoch kriege ich oft gesagt, dass meine Aussprache und meine Schriftzeichen schon sehr gut sind.
Von wem hast du das gesagt bekommen? Von Chinesen? Wenn immer ich in China einen Laden betrete und nur 你好 sage bekomme ich zu hören, dass mein Chinesisch ganz außergewöhnlich gut sei. Das jedoch nur am Rande :wink:
Nils罗 hat geschrieben:Als ersten Schritt zur Vorbereitung wollte ich mir erstmal ein Konzept erstellen, an dem ich mich orientieren kann, dann natürlich noch die Vorbereitung auf die einzelnen Stunden.
Ich halte es ähnlich wie Hendrik. Das Unterrichten einer Fremdsprache gerade in der Grundschule sollte von nativen Sprechern erfolgen, denn in dem Alter lernen Kinder weniger durch Methode, sondern mittels Copy&Paste.

Aber wie wäre es denn damit den Kindern "einfach nur" einen Einblick in die chinesische Schrift zu vermitteln?
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bossel
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von bossel »

laogai hat geschrieben:Das Unterrichten einer Fremdsprache gerade in der Grundschule sollte von nativen Sprechern erfolgen, denn in dem Alter lernen Kinder weniger durch Methode, sondern mittels Copy&Paste.
Nee, gerade in der Grundschule sollten Leute unterrichten, die die Muttersprache der Schüler fließend beherrschen. Das können idF Chinesischmuttersprachler sein, ist aber nicht nötig. Das, was Du als Copy&Paste beschreibst, funktioniert im Umfeld Schule anders als zuhause & von daher ist Methodik durchaus wichtig.

Die Frage ist allerdings, ob jemand, der selber gerade erst seit 1,5 Jahren Chinesisch lernt, die entsprechende Kompetenz aufweist.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von corneta »

Hallo Nils,

ob du ein guter Lehrer bist oder nicht, kann ich nicht beurteilen, da ich dich nicht kenne. Für mich selbst habe ich herrausgefunden, dass man sich erst mal mit der Struktur der Sprache und der Schriftzeichen auseinandersetzen sollte, bevor man anfängt ,Vokabeln zu lernen. Das dürfte bei Kindern nicht anders sein. Hier ist ein Link

http://www.chinabooks.ch/catalog/index. ... q68j3gdkh5" target="_blank

Es gibt eine ganze Reihe von Büchern für Kinder, mit denen man spielerisch lernen kann. Vielleicht findest du ja was, was dir weiterhilft.

Zum Thema Ziel: Es wäre doch toll, wenn die Kinder nach einem halben Jahr Schriftzeichen nicht mehr als fremd ansehen und sich über die Sprache einen kindgerechten Einblick in die chinesische Kultur verschafft haben. Vielleicht bleiben ja ein paar dabei und lernen die Sprache weiter.

Ich wünsch dir viel Spaß,
viele Grüße corneta.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Britt »

Beim Fremdsprachenunterricht in der Grundschule kommt es v.a. auf die Aussprache an. Und die wird bei dir nach 1,5 Jahren wohl kaum besonders gut sein. Und es ist ja nicht so, dass es in Deutschland nicht Chinesen gibt, die das machen könnten. Schließe mich daher der skeptischen Mehrheit an.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Yingxiong »

Es geht in diesem Fall wohl eher um Kulturvermittlung als um das eigentliche Sprache lernen. Dies kann auch von einem Nichtmuttersprachler vermittelt werden - evtl. sogar besser.

Für echten Sprachunterricht kann ein Muttersprachler natürlich von Vorteil sein. Aber auch alle von uns haben gut Englisch gelernt, auch wenn unsere Lehrer keine Muttersprachler waren.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von da hai »

Yingxiong hat geschrieben:
Für echten Sprachunterricht kann ein Muttersprachler natürlich von Vorteil sein. Aber auch alle von uns haben gut Englisch gelernt, auch wenn unsere Lehrer keine Muttersprachler waren.
Der Vergleich hinkt aber, da die Lehrer zumindest Englisch studiert haben und nicht nur auf 1,5 Jahre Schulenglisch zurückgreifen können.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Laogai »

Yingxiong hat geschrieben:Aber auch alle von uns haben gut Englisch gelernt, auch wenn unsere Lehrer keine Muttersprachler waren.
Nö, ich habe "gut Englisch" erst auf meiner ersten Reise durch China gelernt! :wink:
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von NHR »

Also fuer Grundschueler wuerde ich auf jeden Fall einen Muttersprachler vorziehen, wobei da auch nicht jeder Gold ist. Es kann ja auch nicht jeder Deutsche gleich gut Deutsch.

Und Englisch an der Schule "gut gelernt" zu haben...ich weiss nicht. Viele deutsche sprechen grottiges Englisch. Und deren geschriebenes Englisch will ich dann gar nicht erst sehen.
Alle Leute, die ich kenne und die gutes Englisch sprechen, haben sich das irgendwann durch Interesse selbst beigebracht, z.B. durch Buecher lesen, Filme schauen, mit Muttersprachlern reden.
Egal aus welchem Land die kommen und wie gut oder schlecht deren Sprachunterricht dort ist.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von hktraveller »

laogai hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Aber auch alle von uns haben gut Englisch gelernt, auch wenn unsere Lehrer keine Muttersprachler waren.
Nö, ich habe "gut Englisch" erst auf meiner ersten Reise durch China gelernt! :wink:
Also ich hab "Gut Englisch" in den 20 Jahren in Hong Kong (da speziell) und China verlernt.
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von Linnea »

Hallo Nils,

ich sehe es ähnlich wie Yingxiong. Bei Kursen im Grundschulbereich, erst recht wenn sie einstündig am Nachmittag gehalten werden, geht es meist weniger um reine Sprachvermittlung, sondern eher um das Eintauchen und Kennenlernen einer fremden Kultur. Das Lernen per "copy-und-paste"-Verfahren wird in diesen Kursen ein Wunschtraum bleiben - unerheblich davon, ob sie von einem Muttersprachler gehalten werden oder nicht. Dafür bräuchte es deutlich mehr Stunden und eine viel intensivere Auseinandersetzung mit der Sprache, so etwas kann solch ein Kurs überhaupt nicht leisten. Deswegen würde ich auch keinen Chinesischkurs, sondern einen China-Kurs anbieten.

Also praktische Tipps:

- Begrenze den Kurs von vornherein auf eine bestimmt Anzahl von Stunden, z.B. zehn oder zwölf Treffen - Fortsetzung nicht ausgeschlossen.

- Schaffe jedem Kind einen Ordner an, mache zu jeder Stunde eine kurze Einführung ins Thema, die du auch schriftlich ausformulierst und austeilst. Denke an ein paar Bilder oder Spielchen. Und vergiss nicht, dass du Materialgeld brauchst...

- Mach kleine Kreuzworträtsel, Ausmalbildchen oder mal einen Stationenlauf mit Multiple-Choice-Fragen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll keine Erstklässler, die noch schriftunkundig sind, im Kurs zu haben, weil man sich viele Möglichkeiten nimmt.

- Begrenze den Sprachteil auf maximal 15 Minuten pro Stunde. Dazu gibt es dann ein Übungblatt, das schon mal angefangen werden darf und zu hause fertig gestellt werden soll. Kästchen, in die man Zeichen schreibt, sollten nicht zu klein sein (vielleicht 2cm x 2cm). Ich würde sagen, wenn die Kinder nach zehn bis zwölf Stunden zwischen zehn und zwanzig Zeichen kennen, dann ist das sehr gut, wenn sie jedoch nur Spaß hatten und hinterher lediglich wissen, dass Chinesisch kein Alphabet hat und man die Mauer nicht mit bloßem Auge vom Mond erkennen kann, dann ist das auch kein Beinbruch.

- Erstelle Vokabelkarten der neu gelernten Zeichen (vielleicht drei bis fünf pro Stunde), die sowohl das Schriftzeichen, die Umschrift, die Übersetzung und ein Bild beinhalten. Eine Reihe von Kästchen, in die das Zeichen dort direkt geschrieben werden kann, ist auch nicht schlecht. Die Kärtchen würde ich nur einseitig machen, so dass die Kinder alles im Blick haben, dann aber entsprechend groß. Oder legt gemeinsam ein deutsch-chinesische Memory an, das man dann auch zuhause spielen kann.

- Überleg dir wie du es mit dem Transkriptionssystem halten willst. Pinyin ist zwar sinnvoll, aber die Aussprache ist eben nicht die deutsche. Unter Umständen wäre eine zusätzliche Notation in IPA nicht schlecht (vor allem für die Eltern zu hause). Was auch nicht schlecht wäre, ist den Kindern bzw. ihren Eltern Links zu schicken, wo sie sich die Aussprache der Zeichen anhören können.

- Je nachdem was die Kinder zuvor gemacht haben, kann es mehr als nur sinnvoll sein den Kurs mit einer Runde Spielen auf dem Schulhof zu beginnen. Nach sechs Stunden rumsitzen sind Grundschüler nicht mehr sonderlich konzentriert, nach 15 Minuten rumrennen oder Fußball spielen sieht es wieder anders aus...

- Stelle jede Stunde unter ein bestimmtes Thema und verbinde theoretische und praktische Erfahrungen (wie z.B. bauen, basteln und malen)

Ein paar Themenvorschläge:
- Kleine Einführung in die Geographie Chinas, Vergleiche mit Deutschland, vielleicht gemeinsames Basteln einer Chinakarte (Berge aus Pappmaché, Flüsse aus blauer Wolle, kleine Häuse für die großen Städte, hinterher anmalen...), Basteln eines Chinapuzzles mit Provinzen als Puzzleteilen.
- Einführung in die chinesische Sprache. Gibt es ein Alphabet? Was sind Schriftzeichen, was sind Radikale? Suchspiel für Radikale usw.
- Erfindungen: Kompass, Abakus, Papier, Druck mit beweglichen Lettern (Linolschnitt, Kartoffeldruck, Taschen bedrucken etc.), Schießpulver (hier wäre von praktischen Versuchen eher abzuraten, außer du hast einen Chemielehrer zur Hand :wink: )...
- Die chinesische Mauer. Basteln von Türmen aus Papier (mit Teelicht drin), Steinen und Mörtel, Sand usw., ein riesengroßes Wandbild auf Tapete...
- Pekingoper. Mit schminken, Verkleidung, Masken oder Instrumenten basteln.
- Tee. Anbaugebiete, Varianten, Töpfern von Teeschalen.
- Pfanzen in China. Z.B. Reis und Reisanbau. Wenn du einen botanischen Garten in der Stadt hast, der ein Tropenschauhaus hat, fahr hin.
- Schifffahrt. Zheng He, Kanalbauten, Dschunken aus Holz oder Papier basteln und auf dem Schulteich fahren lassen.
- Tonkrieger. Töpfern von Tonkriegern.
- Chinesische Küche. Vorstellung der verschiedenen Küchen, Gewürze, vielleicht Anpflanzen von Kräutern (z.B. Koriander), gemeinsames Kochen.
- Chinesische Feste.
- Chinesische Spiele, z.B. Schach. Oder basteln eines Monopoly mit chinesischen Sehenswürdigkeiten.
- Chinesische Lieder, Musik, Musikinstrumente, Schattentheater (vielleicht eine kleine Aufführung beim Schulfest etc.?).
- Zahlen und Zählen. Zahlen mit der Hand zeigen. Abakus bauen. Einfache Rechenaufgaben.

Und noch zum Schluss:
Ich würde in die Anmeldung eine Klausel setzen, die es dir erlaubt permantent störende Kinder des Kurses zu verweisen. Diese Kinder sind zwar selten, aber wehe du hast eines im Kurs, das ruiniert dir alles - und Erziehung ist nicht deine Aufgabe, sondern die der Eltern.


Linnea
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corneta
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Re: Chinesischunterricht für Kinder

Beitrag von corneta »

Respekt, besser kann man es, denke ich, nicht auf den Punkt bringen.
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