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Linnea
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Re: Buchtipps

Beitrag von Linnea »

domasla hat geschrieben:(Taschen 25th anniversary special editions - printed in China - hehe...)
Dafür bedeutend günstiger als die Ausgabe aus dem Jahr 2003... :wink:
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domasla
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Lexikon zur Geschichte Chinas

Beitrag von domasla »

Guter, Josef: Lexikon zur Geschichte Chinas - Sieben Jahrtausende im Überblick
Marix Verlag, Wiesbaden, 2004
(Lexikon)

Also... ein Lexikon ist das nicht! Die Stichwörter sind in ihrer Schreibweise (und wie man sie suchen würde) ziemlich willkürlich gewählt. Es gibt Einträge zu Orten, Provinzen, Personen, Staaten und anderen Themen. Verweise (->) gibt es nicht. Dafür viele "doppelte" Einträge. Manchmal wird ein abweichender Name erwähnt, aber man erkennt selten, dass unter diesem Begriff ein anderer Eintrag existiert. Zum Beispiel "Guangzhou (Kanton)" und "Kanton (siehe Guangzhou)". Im Text wiederholt sich ein Teil der Angaben über die Stadt, nur ist jeder der beiden Einträge unabhängig vom anderen geschrieben. Und in einem anderen Stil. Mindestens fünf Mal wird die Taiping-Rebellion durchexerziert. Komplett. Und nie gibt es an einer Stelle alle Angaben dazu. Diese sind unter mehreren Einträgen verteilt. Suchen würde man dort nicht danach. "Gräber" sind manchmal unter "Grab des Kaiser Hongwu" und "Gräber der Qi-Herrscher" zu finden. Oder unter "Nördliche Song-Gräber" und "Tang-Kaisergräber". Was, jetzt? Lexikon? - Eher nicht. Und das ohne Index und Verweise.

Mit chinesischer Geschichte hat das Buch auch nicht immer zu tun. In einigen Fällen spekuliert es sogar in die Zukunft. Wenn sich eine Stadtverwaltung vom geplanten Industriepark einen Aufschwung erwartet. Das hat in einem Lexikon nichts verloren. Ich habe nicht nachgezählt, aber wahrscheinlich wird jede Provinz und jede offizielle Minderheit erwähnt. Manchmal "mit Gewalt", also auch, wenn kaum historische Angaben genannt werden. Kann es sein, dass der Autor diese Beiträge aus anderen Werken ohne Ergänzung übernommen hat? Ohne Bezug zur Zielstellung ("Geschichte").

Der Schreibstil ist sehr... kompliziert. Ich war beim Lesen oft der Meinung, einen Fehler gefunden zu haben. Bei genauer Betrachtung lag es aber meistens am ungewöhnlichen Satzbau. Es gibt viele Wortwiederholungen. Die Lieblingswörter des Autors sind "dann", "sogar", "(aber) auch" und "jedoch". Sie werden inflationär benutzt. Ebenso überflüssige Füllwörter. Unwissenschaftliche Hervorhebungen und Übertreibungen.

Die Schreibweise chinesischer Begriffe ist mal so und mal so. Selten wird auf die andere Schreibweise in Pinyin oder nach Wade-Giles verwiesen. Oder ob es überhaupt ein chinesisches Wort ist. Mongolische Herrscher werden allerdings mit ihrem chinesischen und ihrem mongolischen Namen genannt. "Xi'an" ist immer "Xian". Und Fehler gibt es auch. Zum Beispiel wird öfters beim "Zh..." das "h" weg gelassen. Weiter unten im gleichen Beitrag erscheint es wieder.

Einige Sachverhalte waren für mich neu. Bei den meisten hätte ich mehr erwartet. Zum Nachschlagen nicht zu gebrauchen. Zum Schmökern zu langweilig. Man dürfte eigentlich nur ein halbes Fleißpünktchen geben. Das ist ein Buch für die "zweite Reihe" im Regal, das man nicht immer sehen muss.

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Laogai
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Re: Buchtipps

Beitrag von Laogai »

Sorry fürs OT, aber...
domasla hat geschrieben:BildBild
:lol: :lol: :lol:
Sehr schöne Idee! Dürfen die Pics hier im Forum auch von anderen verwendet werden? Oder muss sich jeder seine eigenen basteln?
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domasla
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Re: Buchtipps

Beitrag von domasla »

Klauen erlaubt. Solange mir niemand einen Bart malt.

D., der auf seine Leseliste hinweist: http://www.domasla.de/buecher.htm" target="_blank
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Re: Buchtipps

Beitrag von chinavelo »

Wer das Abenteuer sucht, sollte sich das Buch Mountain & Bike von Andreas von Heßberg und Waltraud Schulze nicht entgehen lassen. Ich habe auch schon so einiges mitgemacht, aber was die beiden unternommen hatten, ist extrem pur!

Bernd
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Re: Buchtipps

Beitrag von ijontichy »

@HK_Yan: Meine Buchliste ist unter http://www.domasla.de/bilder/buecher/Buecher-CJK.pdf" target="_blank herunterzuladen. Manche mit Kurzinhalt, aber noch ohne Bewertung.
Wenn die Liste noch stimmt, und ich es richtig sehe, dann gibt es noch ein schoenes Buch von Jonathan Spence, dass in der Sammlung fehlt. Da ich es gerade gelesen habe, hier die Empfehlung fuer:

Spence, Jonathan: The Memory Palace of Matteo Ricci

Dies ist kein Buch ueber China, sonder ein Buch ueber Ricci und seine Welt (also die jesuitische Mission in Asien, die Gegenreformation, das portugiesische und spanische Reich, die europaeische Sicht von China in dieser Epoche, und die chinesische Reaktion auf Ricci und seine Kollegen). Auf typisch eigenwillige und (zumeist) gelungene Art nimmt Spence Bilder und Gedanken aus einem Buch ueber Mnemonik, dass Ricci auf chinesisch geschrieben hat, um Riccis eigenes Leben und Denken zu beleuchten, und mit dem groesseren geschichtlichen Rahmen zu verknuepfen.

Hintergrundwissen ueber geschichtliche Zusammenhaenge (sowohl China als auch Europa) ist hilfreich, um das Buch zu geniessen, insbesondere, da die thematische Gestaltung des Buchs bedeutet, dass Spence immer wieder hin- und her springt zwischen Jahren, Kontinenten und Personen; wem "Gegenreformation" und "Ming Dynastie" Fremdwoerter sind, wird beim Lesen vermutlich wenig gluecklich werden.

Kritik: Manche Zusammenhaenge scheinen etwas zu sehr konstruiert, nur um noch mehr Wissen, Personen, Zitate und Ideen in das Schema des Buches zu pressen -- aber das hat ja mit der mnemonischen Technik, an der sich das Buch orientiert, durchaus einiges gemeinsam.
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domasla
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Re: Buchtipps

Beitrag von domasla »

Natürlich stimmt die Liste nicht mehr. Muss wieder aktualisiert werden.

Es scheint doch tatsächlich Bücher zu geben, die ich noch nicht habe.

D., der fast alle Bücher hat. Schon zwölf Stück!
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Re: Buchtipps

Beitrag von Grufti »

domasla hat geschrieben:Natürlich stimmt die Liste nicht mehr. Muss wieder aktualisiert werden.

Es scheint doch tatsächlich Bücher zu geben, die ich noch nicht habe.

D., der fast alle Bücher hat. Schon zwölf Stück!
Der Trend geht zum "Zweitbuch" :!: :mrgreen:

ich besitze schon x-undzwanzig davon... :oops: 8) :mrgreen:
Früher ging es uns gut. heute geht es uns besser...
Es wäre aber besser , es ginge uns wieder gut !
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Kulturlandschaft China

Beitrag von domasla »

Müller, Johannes: Kulturlandschaft China - Anthropogene Gestaltung der Landschaft durch Landnutzung und Siedlung

Justus Perthes Verlag, Gotha, 1997 (Ein großer Wälzer, in meinem Übergrößen-China-Regal.)

Siedlungsgeschichte, Verkehrswege, Klima und Architektur, traditionelle und aktuelle Bodennutzung. Karten und Statistiken. Viele anschauliche Fotos.

Exemplarisch werden im umfangreichsten 7. Kapitel 26 Regionen/Dörfer vorgestellt. Mit Ausnahme des extremen Westens und Nordens (Xinjiang , Heilongjiang, Jilin jeweils nur 1 Beispiel) sind typische Landschaften Chinas abgedeckt. Alle mit Landschaftsbeschreibung, Agrar-Ökosystem, evtl. Wasserversorgung, Anbau und Viehhaltung, ländliche Architektur, Dorf- und Siedlungsstruktur.

Titel-Beispiele:
"7.2. Lößplateau II: Trockenfeldbau und Höhlenwohnungen auf der Hochebene (Yima)"
"7.7. Nordchinesische Tiefebene: Trockenfeldbau mit Zusatzbewässerung und Lehmziegelarchitektur I (Qufu)"
"7.16. Gebirge von Westsichuan: Trockenfeldterrassen und Wehrdörfer der Qiang (Kegu)"
"7.24. Xishuangbanna (Südyunnan): tropische Agrar-Ökosysteme und Architekturformen (Damenglong)"

In diesem Buch habe ich gelernt, dass es die Hakka-Rundbauten in Fujian auch in quadratisch gibt. Informativ. Nicht nur für Leute, die an eine Karriere als Landwirt in China denken. Zeigt Parallelen und Unterschiede. Klasse Bilder!

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Re: Kulturlandschaft China

Beitrag von Laogai »

Die Kinesen haben es faustdick hinter den Schlitzaugen:
domasla hat geschrieben:In diesem Buch habe ich gelernt, dass es die Hakka-Rundbauten in Fujian auch in quadratisch gibt.
Die Quadratur des Kreises! :wink:
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Kolonialkrieg in China

Beitrag von domasla »

Leutner, Mechthild und Mühlhahn, Klaus (Hrsg.): Kolonialkrieg in China - Die Niederschlagung der Boxerbewegung 1900 - 1901

Christop Links Verlag, Berlin, 2007

Die Rahmenbedingungen, Umstände, Motivation, Ursprünge. Der Krieg. Die Rezeption in Deutschland. Die Folgen und die Erinnerung daran.

Eine Sammlung von Beiträgen verschiedener Autoren. Teilweise aus anderen Sprachen ins Deutsche übersetzt. Es gibt natürlich umfangreichere und speziellere Behandlungen des Themas. Aber hier wurden verschiedene Aspekte zusammengestellt. Besonders im Hinblick auf die chinesische Einstellung. Dann Feldpostbriefe, Debatten im Parlament, Pressestimmen.

Die Texte sind gut aufeinander abgestimmt. Leider heißt es durchgehend "Peking" statt "Beijing". Bei "Tianjin" ging es doch auch... Insgesamt gut zu lesen.

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Re: Buchtipps

Beitrag von Laogai »

[Leider liegt mir das Schreiben von Rezensionen gar nicht (heck, mir liegt Schreiben im Allgemeinen nicht! :? ), daher fasse ich mich kurz bzw. verweise zum Teil auf Auswärts]

Zwei Bücher mit China-Bezug, die mich in den letzten Jahren begeistert haben:

Fritz Mühlenweg: Fremde auf dem Pfad der Nachdenklichkeit
Libelle Verlag

Mühlenweg dürfte vielen durch sein Kinderbuch Großer-Tiger und Christian bekannt sein.
In seinem Roman Fremde auf dem Pfad der Nachdenklichkeit sind zweifelsohne Erfahrungen seiner Teilnahme an der Expedition mit Sven Hedin und anderen Asienreisen eingeflossen. Aber das Buch ist bei Weitem keine Autobiografie, sondern eine Fiktion, die schon fast an Absurdes Theater heran reicht. Laozi meets Nitzsche. Bolna!
Hier der Kommentar des Verlags.

Peter Hessler: River Town, Two Years on the Yangtze
Harper Perennial, 2001

Peter Hessler kommt 1996 als Peace Corps Volunteer in das geschäftige, aber weltverschlafene Städtchen Fuling, um dort als Englischlehrer zu arbeiten. Zusammen mit einem weiteren Freiwilligen ist er zunächst der einzige Ausländer in dem am Yangzi zwischen Chongqing und den Drei Schluchten gelegenen Ort (berühmt in China für eine bestimmte Art eingelegtes Gemüse. Verdammt, ich komme gerade nicht auf den Namen, ist aber lecker!) und erlebt China hautnah und -was ich sehr erfrischend finde- sehr unvoreingenommen! Kein ständig erhobener Zeigefinger, wie es in vielen Büchern über China inzwischen gang und gebe ist.
Hier die Rezension bei Amazon.

Für beide Bücher: BildBildBildBildBild
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Re: Buchtipps

Beitrag von ijontichy »

Peter Hessler: River Town, Two Years on the Yangtze
Der Empfehlung kann ich mich anschliessen. Dieses Buch ragt wirklich weit hinaus ueber die vielen, vielen "Ich war auch mal in China" Buecher.
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The Great Wall revisited

Beitrag von domasla »

Nach einem Beitrag von Laogai habe ich dieses Buch aus dem Regal geholt:
http://forum.chinaseite.de/viewtopic.ph ... 33#p102233

Lindesay, William: The Great Wall revisited - from the Jade Gate to the Old Dragon Head

China Intercontinental Press, Beijing, 2007
(this edition for sale and distribution only in China)
(Das Buch gibt es aber auch hier bei uns zu kaufen, zum Beispiel in zwei Ausgaben von 2008 bei amazon.de)

Schon mal was von "Rephotography" gehört? Nein? - Das ist, wenn man zu Orten geht, an denen schon mal jemand war. Und eine Kamera aufgebaut hat. Der Versuch, ein Motiv aus der gleichen Einstellung erneut abzulichten. Möglichst deckungsgleich. Das ist nicht immer möglich. Weil sich die Optik und das Bildformat geändert haben. Weil man gerade nicht den gleichen Eselskarren unter sich hat und das Höhenverhältnis zum Original nicht mehr stimmt. Oder weil es das Motiv nicht mehr gibt.

William Lindesay zeigt am Beispiel seines Lieblingsbauwerks, der Langen Mauer, was sich geändert hat. Im Vergleich zu alten Stichen und Zeichnungen. Zu den Werken der ersten mobilen Fotografen. Schwerpunktmäßig Postkartenfotografen und Forscher zwischen 1905 und 1925, die Mauer im Krieg, ab 1937.

Die Unterschiede sind teilweise erschreckend. Schnell und deutlich. Erosion, Erdbeben, Ziegelklau, Zerstörung. Aber es gibt ebenfalls Mauerstellen, die sich kaum verändert haben. Beschrieben wird auch die Recherche. Die Suche nach dem richtigen Mauerabschnitt. Der ist nämlich nur manchmal richtig dokumentiert. Wo es gelungen ist, dort erkennt man die Integration in die Landschaft, die Beziehungen zur örtlichen Bevölkerung und den Umbau für den Tourismus. Wenn plötzlich mehr zu sehen ist als vorher da war.

Das Buch ist in eine Einführung zur Mauer, Informationen zur Technik, Beiträgen zu den einzelnen Mauerabschnitten und in einen Ausblick gegliedert.

Ein Bildband? Ein Krimi? - Nein, ganz anders.

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D., dessen öffentliche Mauerbilder zu finden sind auf:
http://www.domasla.de/china.htm" target="_blank (2007)
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Das Glück wartet draußen vor der Stadt

Beitrag von domasla »

Spengler, Tilman: Das Glück wartet draußen vor der Stadt - Reportagen und Erzählungen aus China

Berliner Taschenbuch Verlag, Berlin, 2002
(ein Teil der Beiträge erschien 1989 unter dem Titel "Geistermauern")

24 Geschichten aus der Zeit zwischen 1981 und 2002 (und einige ohne Angabe des Entstehungsdatums).

Einblicke in den Familienalltag, in Schicksale, Lebenswege und Träume. Auch etwas über Chinesen mit Auslandskontakten. Der Autor hat das Land im Umbruch erlebt. An den unterschiedlichsten Orten und im Kontakt mit verschiedenen Menschen. Mir persönlich gefällt zu diesem Thema das Buch "Pekingmenschen" ja besser.

Der Stil und der Ausdruck schwanken natürlich über diesen langen Zeitraum. Bleiben aber zwischen lesbar und lesenswert. Drei Punkte.

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