Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

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ingo_001
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von ingo_001 »

Philipp hat geschrieben:Oder es gibt ganz einfach weniger Leute die Alkoholiker sind, weil sie nie die Gelegenheit hatten jahrelang von Sozialhilfe zu leben und ihre Langeweile/Frust mit Alkohol zu vertreiben, bzw. Alkohol körperlich auch nicht so gut vertragen.
Ne provokante These.
Kann aber durchaus was dran sein.
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bossel
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von bossel »

ingo_001 hat geschrieben:Wo sind die obdachlosen Chinesen, die ja in weiten Teilen einen ähnlichen "Werdegang" haben - wie ihre deutschen Leidensgenossen.
Obdachlose gibt's genug. Allerdings bin ich mir mit dem "in weiten Teilen einen ähnlichen "Werdegang"" nicht so sicher. Mit 'ner Schnapsflasche in der Hand habe ich hier jedenfalls noch keinen Penner gesehen (allerdings schonmal einen, der keinen allzu nüchternen Eindruck machte).
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von ingo_001 »

bossel hat geschrieben:Obdachlose gibt's genug. Allerdings bin ich mir mit dem "in weiten Teilen einen ähnlichen "Werdegang"" nicht so sicher.
Damit meinte ich den Werdegang BIS ZUM obdachlosen Alkoholiker. Die Ursachen dürften sich ja nicht wesentlich unterscheiden.
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von bttr »

ingo_001 hat geschrieben:
bossel hat geschrieben:Obdachlose gibt's genug. Allerdings bin ich mir mit dem "in weiten Teilen einen ähnlichen "Werdegang"" nicht so sicher.
Damit meinte ich den Werdegang BIS ZUM obdachlosen Alkoholiker. Die Ursachen dürften sich ja nicht wesentlich unterscheiden.
OT:

Naja also ist schon ein Unterschied, die einen sagen Gānbēi! und die anderen "Hau weg die Scheiße" :lol:
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von ingo_001 »

bttr hat geschrieben: OT:

Naja also ist schon ein Unterschied, die einen sagen Gānbēi! und die anderen "Hau weg die Scheiße" :lol:
Letztere stecken aber dann bis zum Hals drin - oder diese geht ihnen gar bis über beide Ohren und sie haben die A ...-Karte gezogen.
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Linnea »

Aremonus hat geschrieben:Ne, das würd' ich nicht sagen. Alkoholsucht hat ziemlich klare Physiologische Symptome. Wenn ich (als nicht alkoholsüchtiger) mich ins Koma sauffen würde, hätte ich am nächsten Tag vielleicht n schrecklichen Kopf und Nachbrand, aber ich muss nicht weitertrinken. Trinkt ein Süchtiger keinen Alkohol, zittert er, kann sich nimmer konzentrieren, hat eine verminderte koordinationsfähigkeit und kann noch weitaus schlimmere symptome bis herzstillstand entwickeln.
Vondemher kann ich bttr eigentlich schon zustimmen, dass man "saufen" und "sucht" nicht in eine Ecke stellen kann.
Das stimmt nur bedingt. Alkoholsucht ist nicht nur durch physische, sondern auch durch psychische Abhängigkeit definiert. Es gibt also durchaus Süchtige, die dir von dir beschriebenen Entzugserscheinungen (Tremor etc.) nicht haben.

Philipp hat geschrieben:Oder es gibt ganz einfach weniger Leute die Alkoholiker sind, weil sie nie die Gelegenheit hatten jahrelang von Sozialhilfe zu leben und ihre Langeweile/Frust mit Alkohol zu vertreiben, bzw. Alkohol körperlich auch nicht so gut vertragen.
Suchtgefaehrdet sind vor allem die Arbeitslosen, die schon waehrend der Berufstaetigkeit viel Alkohol konsumiert haben. Zu diesem Ergebnis kommt die Forschungsgruppe Langzeitarbeitslosigkeit an der Mercator-Universitaet. Der Artikel ist zwar schon etwas älter, weist aber darauf hin, dass es nicht die Arbeitslosigkeit ist, die in der Regel zum Alkoholmissbrauch führt, sondern dass sie diesen nur verschärft. Darüber hinaus wird Alkoholkonsum als Problemlöser oft erlernt, wurde in der Familie vorgelebt und bei Bedarf dann ausgeübt. Da ist förmlich egal ob die Arbeitslosigkeit oder die Partnerschaft das Problem desjenigen ist, die "Problemlösungsstrategie" heißt Alkohol...
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Topas »

Alkohohlsucht ( und auch die anderen Süchte ) entstehen in der Regel durch die kindliche Prägung. Nicht umsonst reden wir von "Sucht" , also der Suche nach etwas, etwas was einem fehlt. Fehlen können einem Sicherheit, Liebe, Geborgenheit ect, vorallem in der Kindheit sind solche Gefühle wichtig. Wenn sie durch die Eltern - weshalb auch immer - nicht gegeben werden können, muss sich das Kind ebenjene "suchen". Nur die kurzeitige alkoholische "Gefühlsstimmulierung" zerstört zum einen die Leber und weiteres, zum anderen entsteht eine Abhängigkeit, da halt diese Betäubung des fehlenden Gefühls nut zeitlich begrenzt ist.

Alles klar ?
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Linnea »

Topas hat geschrieben:Nicht umsonst reden wir von "Sucht" , also der Suche nach etwas, etwas was einem fehlt.
Etymologisch kommt "Sucht" von "siechen" und nicht von "suchen".
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von bossel »

ingo_001 hat geschrieben:Damit meinte ich den Werdegang BIS ZUM obdachlosen Alkoholiker. Die Ursachen dürften sich ja nicht wesentlich unterscheiden.
Eben das bezweifle ich. Es scheint jedenfalls in China deutlich mehr obdachlose Frauen (mit Kindern) zu geben als in D.Es existiert in China fast kein Auffangnetz des Sozialstaats, das das Durchrutschen in die Obdachlosigkeit verhindern würde. Daher gibt es mit Sicherheit größere Unterschiede in der Struktur der Obdachlosenwelt. Genauso wird das wahrscheinlich mit obdachlosen Alks sein.
Das werden wir hier aber wohl mal wieder nicht klären können. Mir sind in der Hinsicht jedenfalls keine Untersuchungen bekannt.

Topas hat geschrieben:Alkohohlsucht ( und auch die anderen Süchte ) entstehen in der Regel durch die kindliche Prägung.
Gibt es dafür (wissenschaftliche) Quellen?
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Babs »

bossel hat geschrieben:
Topas hat geschrieben:Alkohohlsucht ( und auch die anderen Süchte ) entstehen in der Regel durch die kindliche Prägung.
Gibt es dafür (wissenschaftliche) Quellen?
z.B. hier :wink:
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von bossel »

Babs hat geschrieben:z.B. hier :wink:
Den kannte ich schon. Da hast Du aber was mißverstanden, denke ich. In dem Artikel geht es nicht um Prägung, sondern um Genetik. Ich weiß nicht, ob Topas von Prägung iS der Verhaltensbiologie oder der Sozialisation sprach, aber beides hat nur am Rande mit Genetik zu tun (iSv: die Gene legen fest, daß Prägung möglich ist).
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Babs »

@bossel: bin enttäuscht :D

das sollte doch nur ein kleiner Beitrag gegen die Behauptung von Topas sein, dass "Alkoholsucht ... in der Regel durch die kindliche Prägung" entstehe Bild
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Topas »

Jemand, der - jetzt mal ganz grob gesagt - in der Kindheit oft von den Eltern geschlagen wird, ist doch wesentlich Suchtgefährdeter als etwa Kinder die in "normalen" Verhältnissen ( damit meine ich nciht etwa reiche, oder was sonst noch so gerne unter normal definiert wird) aufwachsen.
Erlebnisse , negative wie positive , und gerade von den Eltern als Hauptbezugpersonen prägen das spätere Verhalten bzw die Psyche und damit das Suchtverhalten.
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Philipp »

Topas hat geschrieben:Jemand, der - jetzt mal ganz grob gesagt - in der Kindheit oft von den Eltern geschlagen wird, ist doch wesentlich Suchtgefährdeter als etwa Kinder die in "normalen" Verhältnissen ( damit meine ich nciht etwa reiche, oder was sonst noch so gerne unter normal definiert wird) aufwachsen.
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Mit derartiger Pop-Psychologie sollte man ein bissel vorsichtig sein.
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Re: Alkoholismus in China: Gesellschafts- od.Randgruppenproblem?

Beitrag von Aremonus »

Schnapsflasche in der Hand habe ich hier jedenfalls noch keinen Penner gesehen
Hast du denn in Europa schonmal einen Solchen gesehn? Sojemanden hab' ich weder hier in China noch in der Schweiz entdeckt bis jetzt...
Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fluss gestaut und der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Biber nicht essen kann!
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