Bernhard hat geschrieben: Nein, so kann es m.E. nicht funktionieren. So hat es noch nie funktioniert. Je mehr man ein Land in Bedrängnis bringt, desto mehr scharen sich seine Bewohner hinter ihrem Führer.
Je sicherer sie sich hingegen fühlen, desto weniger können sie ein repressives Regime akzeptieren. Deswegen ist meiner Meinung nach die Regierung Lee gerade auf dem falschen Weg. Abgesehen davon, dass Lee einen Turbokapitalismus und eine weitgehende Amerikanisierung Südkoreas propagiert.
Das Ziel muss meiner Meinung nach sein, militärisch möglichst wenig Druck auszuüben, und das in einer Weise, die die Bevölkerung auch bemerkt. Dann fallen die Gründe für die staatlichen Repressionen weg.
Falls dir das noch nicht aufgefallen ist, war das genau die Politik unter den vergangenen zwei Präsidenten Kim Dae Jung und Roh Moo Hyun, ohne dass sich irgendwas zum Positiven in Nordkorea geändert hätte. Im Gegenteil, das Regime ist stabilisiert worden. Ende der 90er Jahre z.B. war das öffentliche Verteilungssystem das eines der Machtinstrumente des Regimes ist (Grundnahrungsmittel werden an Regimetreue verteilt, bzw. potenziellen Gegnern vorenthalten) weitgehend zusammengebrochen. Seit der Appeasement-Politik unter den vergangenen zwei Präsidenten Südkoreas ist es dann dank massiver ausländischer Hilfsleistungen schrittweise wieder aufgebaut worden.
Bernhard hat geschrieben:Meiner Meinung nach muss letztendlich das Ziel sein, die Lage der Leute zu verbessern, und nicht, Nordkorea bzw. dessen Regime eine "Niederlage" zuzufügen. Natürlich muss das Regime irgendwann entweder untergehen oder sich so ändern, dass es nicht mehr dasselbe ist. Aber das Hauptaugenmerk muss auf der Lage der Leute liegen, nicht auf Sieg oder Niederlage.
Meiner Meinung nach lässt sich die Lage der Bevölkerung nur wesentlich verbessern, wenn das jetzige Regime verschwindet. Solange es das Regime gibt, kann es gar keine wesentliche Öffnung geben, weil zur Aufrechterhaltung des Personenkults etc. ein geschlossenes Land nötig ist.

