ingo_001 hat geschrieben:
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Davon abgesehen, werden ja nach wie vor gerade in den ländlichen Gebieten die Gesetze vorsätzlich gebrochen..
Nicht nur da. Ich weiss, dass Du das auch weisst, daher erspare ich mir Sarkasmen, aber in China werden Gesetze stets erst einmal missachtet, wenn keiner danebensteht, der auf ihrer Einhaltung besteht. Und viele Gesetze werden besonders strikt und abschreckend abgefasst, damit sich am Ende wenigstens ein wenig daran gehalten wird.
Das ist generell ein Problem der Rechtskultur in China, ähnlich wie die nur auf dem Papier stehende Zentralisierung. Da ist zum einen eine striktere Verrechtlichung von oben nötig, dass sich also der Staat und seine Vertreter, auch die Chengguan, als erste und am striktesten an die Gesetze halten (bis dahin ist noch ein weiter Weg), aber auch, dass die Staatsbürger sich weniger aufführen wie Kinder, die sich nur an die Regeln halten, wenn ein Erwachsener, Jingcha, Chengguan oder mindestens Freiwilliger, in der Nähe ist. Das ist nicht anders als mit den verbreiteten Klagen über die Korruption, aber wenige verzichten freiwillig auf die Annehmlichkeiten eines wohlgepflegten Netzes von Guanxi.
Ohne diese Modernisierungsdefizite hätte man die Geburtenkontrollpolitik gewiss mit viel weniger Hässlichkeiten durchführen können. Ganz ohne Härten wäre es aber nicht abgegangen. Und ich bleibe dabei, dass die Schattenseiten Zuständen wie in Indien gegenüber stark in den Hintergrund treten.
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