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Chinesisch und Journalismus?
Verfasst: 30.11.2005, 06:22
von roshi
Sodale,
mal wieder ein anfängerbeitrag von mir.
Ich hab zwar noch ein paar tage bis ich wieder nach DE gehe, aber trotzdem kann es m.E. nicht schaden sich rechtzeitig nach studienmöglichkeiten umzuschauen.
Ich hab auch schon konkrete vorstellungen von der richtung: Natürlich möchte ich mit chinesisch weitermachen. Da ich mich allerdings nicht nur für China sondern für ganz ostasien interessiere, hab ich vor, sobald mein chinesisch auf einem akzeptablen level ist auch mit japanisch anzufangen.
Und ich möchte auch die chancen nutzen die sich mir im studium bieten, um möglichst viel ins (ostasiatische-)ausland zu gehen.
Mein zweites grosses interesse gilt dem Journalismus. Mir ist klar, dass das kein beruf ist mit dem man reich wird und ich weiss auch wie der arbeitsmark aussieht
Trotzdem solls das werden.
Jetzt meine frage: Wie verbinde ich das am Besten?
Ostasienwissenschaften und dann Journalistenschule?
oder Journalismus studieren und Chinesisch nebenher an der Uni lernen?
Kann ich nach nem Ostasienwissenschaftlichen Bachelor nen Journalismus Master dranhängen?
Und: Was für möglichkeiten hab ich ausserhalb von Deutschland, beispielsweise Taiwan, zu studieren? Wie siehts mit der anerkennung von Studien aus?
Wäre nett wenn ihr ein paar erfahrungen/anregungen schildern könntet, ich bin sicher ich bin nicht der einzige forumsleser der sich dafür interessiert, es gibt wohl noch andere ratlose.
Kontaktaddressen immer willkommen, solang es nicht google, der DAAD oder ne deutsche studienberatung ist, soweit komm ich noch alleine.
schonmal thx im vorraus.
gruss, roshi

Verfasst: 30.11.2005, 12:22
von Sinologiker
machs doch wie ich und studier sinologie und politikwissenschaft in göttingen.
beste studienvorraussetzungen wegen sinkender studentenzahlen, da beide studiengänge todeskandidaten sind bzw. schon halb tot sind in göttingen.....
Ich bin auch noch am überlegen, ob ich mich nicht auch dem journalismus zuwenden will. stand immerhin als berufswunsch in meiner bewerbung beim daad drin. politikwissenschaft passt da schon. journalie studieren ist ja auch nicht so einfach ranzukommen. ich weiss ja nicht, wie gut dein abi war bzw. wie alt du bist, aber der nc bei journalismus ist doch immer recht hoch.
mfg
Verfasst: 30.11.2005, 12:37
von fankeqian
hallo roshi,
in Hamburg kannst all das studieren, was du angegeben hast: sinologie, japanologie (gebe zu bedenken, dass bei den vietnamisten die schönsten studentinnen herumlaufen, die auch häufig sehr nette veranstaltungen anbieten mit anschließender karaoke und essen und trinken

), du kansst publizistik studieren und praktika bei den zahlreichen medien hier machen (ich selber habe volontariat bei dpa gemacht), dann hat Hamburg auch die meisten chinesischen Firmen von allen deutschen städten (360). ich habe eineinhalb jahre in Taiwan studiert - wurde allerdings nicht auf die studiensemester angerechnet. ausserdem sieht das stadtzentrum von Hamburg aus wie das von Hangzhou: hier die Aussenalster, dort
西湖.
also wie auch immer du das drehst und wendest, es läuft auf Hamburg hinaus!
und hier noch ein nützlicher link, dort kannst du deine detailfragen stellen:
http://www.aai.uni-hamburg.de/index.html
schönen gruß an die schönste stadt in der VR China
FKQ
Verfasst: 30.11.2005, 17:19
von mesheel
wie waers mit germanistik im hauptfach, politik/journalismus/medienwissenschaften und sinologie in den nebenfaechern. als journalist musst du gut deutsch kennen und das lernst du hoffentlich beim germanistikstudium. von chinesisch und japanisch gleichzeitig studieren rate ich hab, das habe ich und noch ein paar meiner bekannten gemacht und keiner von uns kann beide sprachen gleich gut. man fokusiert sich zwangsweise auf eine der sprachen und vernachlaessigt die andere. das ist nicht wie gleichzeitig franzoesisch und italiensisch lernen. chinesisch und japanisch erfordern da schon mehr hingabe.
ausserdem, karrieremaessig macht es mehr sinn sich auf eine gegend zu konzentrieren. im nachhinein wuerd ich mich fuer entweder oder entscheiden und nicht mehr beides machen, aber das sind nur meine 2NT$.
Verfasst: 03.12.2005, 08:19
von roshi
Erstmal ein dickes Dankeschön an euch alle,
ist wirklich interessant zu lesen, und hilft mir auch recht gut weiter.
Sino: Ich bin seit dem 1.9.05 19 Jahre alt, mein Abischnitt liegt bei 2,2.
Ich hab die Uni Hamburg mal angeschrieben, mal sehen was dabei rauskommt.
Publizistik hab ich in Hamburg nicht gefunden, ich hab gelesen, dass es wohl früher mal möglich war, Journalistik oder Medienkultur zu studieren, beide Studiengänge wurden aber aus dem Programm genommen.
Ich hab in Hamburg folgende Studiengänge gefunden:
- Deutsche Sprache und Literatur
- Japanologie
- Sinologie
- Medien- und Kommunikationswissenschaften
FKQ: Wie bist du an das Voluntariat rangekommen? Hast du vorher schon was mit medien zu tun gehabt, als Freier, oder Praktikant oder so?
Habt ihr erfahrungen über Studienmöglichkeiten ausserhal Deutschlands?
mesheel, weisst du wie es in der schweiz und in Taiwan mit Studieren aussieht? An wen kann ich mich da wenden?
Ich wüsste auch gern wie es mit Japan aussieht, wie leicht/schwert es ist da an ein grundständiges studium ranzukommen, und vor allem was ihr davon haltet dorthin zu gehen ohne japanisch zu sprechen.
Geht das oder brauch ich dort erst ein jahr intensives Sprachstudium bis ich überhaupt die möglichkeit hab, studientechnisch was anzufangen?
In China Mainland möcht ich nicht studieren.... Ich mag das land zwar aber für ein studium taugts mir irgendwie nicht.
Gruß und THX THX THX,
der 杭州人
Verfasst: 03.12.2005, 10:36
von mesheel
- Deutsche Sprache und Literatur
- Japanologie
- Sinologie
- Medien- und Kommunikationswissenschaften
Gibt's an der Uni Zuerich alles auch. Geh auf
http://www.unizh.ch, such die Fakultaeten, bzw. Seminare und frag im entsprechenden Sektretariat nach.
Aber, Sinologie und Japanologie sind in Zuerich sehr klein. Seit ein paar Jahren erst gibt's fuer Sino eine zweite Professorin, die Japanologen haben immer noch nur einen und der geht bald in Rente. Sein Nachfolger ist noch nicht erkuert, so weit ich weiss.
Sino in Zuerich kann ich empfehlen, ist aber Literatur und Klassisch lastig. Wenn einem das gefaellt, dann ist's super.
Taiwan: In Taipei gibts die verschiedensten Sprachschulen und Universitaeten, 台大 ist die Beste, sowohl fuer Sprachschule als auch fuer ein anderes Studium. Die Aufnahmepruefung ist dementsprechend anspruchsvoll. Ein Jahr Chinesischstudium reicht Dir da nicht. Da musst Du schon eine festere Basis haben. Ausserdem beinhaltet die Aufnahmepruefung alles moegliche, was mit Deinem Wunschstudienfach nichts, aber auch gar nichts zu tun hat. Normalerweise bereitet man sich 1-2 Jahre auf die Aufnahmepruefung vor.
Verfasst: 03.12.2005, 10:55
von roshi
THX A LOT
Damit wäre Taiwan schonmal aus dem rennen, zumal ich hier in hangzhou ja auchnoch simplifyed lerne, womit ich da ja nichts anfangen kann.
Zürich guck ich mir aber mal an.
Weisst du zufällig auch wie's in Zürich mit Journalistik/Publizistik aussieht und Welche art von Abschluss man da Kriegt? momentan wird ja überall von den Alten Studiengängen auf Bachelor und Master umgestellt und das Chaos ist dementsprechend gross... ist das in der Schweiz auch so?
Verfasst: 03.12.2005, 17:56
von mesheel
Ja, damit haben wir auch angefangen, weil man sich ja nicht noch weiter von der EU ausgrenzen will.

Verfasst: 08.01.2006, 12:49
von China-Student
Hallo Roshi,
es kommt eigentlich nicht so sehr darauf an, was Du studierst. Es sollte jedoch mit den Themenfeldern des Journalismus vereinbar sein. Viele studieren daher Politik, Geschichte, Germanistik, Wirtschaft...
Wichtig ist, dass Du von Beginn deines Studiums an Praktika in Lokalredaktionen von Tageszeitungen absolvierst. Häufig werden die Praktikanten nach dem Praktikum auch als freie Mitarbeiter eingestellt, das heisst, Du bekommst gelegtlich einen Auftrag einen Artikel über etwas zu schreiben und wirst nach Zeilen bezahlt. Das machen alle werdenden Journalisten so - Durch freie Mitarbeit, am besten über das gesamte Studium hinweg.
Falls Du Dich noch erinnerst, ich studiere Ostasienwissenschaften in Duisburg mit Politik und Chinesisch im Hauptfach und Wirtschaft im Nebenfach. Ich möchte nach meinem Studium als Aulandskorrespondet in Ostasien arbeiten und habe da sicher auch gute Chancen...wenn ich an Praktika und freier Mitarbeit nicht geize.
Also, studier egal was, aber mach nebenbei regelmäßig Praktika und später dann auch freie Mitarbeit.
Es nützt nichts, wenn Du Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften und wie die Fächer noch alle heissen studierst, aber keine praktische Erfahrung(Praktika, etc.) vorweisen kannst. Da kannst Du noch so gut in deiner Diplomsnote sein, ohne Praxiserfahrung kommst Du nicht weit.
Übrigends, mit unserer Studienkombination der Ostasienwissenschaften, sind schon einige Absolventen im Journalismus tätig geworden. Eine Absolventin arbeitet als Auslandskorrespondetn beim Handelsblatt, ein weiterer ist beim dpa. Falls Du Dich für diesen Studiengang interessieren solltest, schau einfach mal unter
http://www.uni-duisburg.de nach.
Ciao, Tim
Verfasst: 08.01.2006, 17:06
von roshi
Thx, Tim!
Klar, ich weiss dass du in duisburg bist.Ich kenn den studiengang auch aus dem netz.
So eine berufslaufbahn schwebt mir auch vor, ich seh zu was ich machen kann von wegen praktischer erfahrung. Ich bin inzwischen auch so weit dass ich mich gegen ein medienorientiertes studium entschieden hab.
Mal sehen.... wo ich am ende lande hängt wohl sowieso davon ab wer mich nach diesem jahr haben will.
Verfasst: 24.01.2006, 22:08
von panti
Noch was zur Vorstellung, dass man so leicht Auslandskorrespondent werden könne: Nur ein kleiner Bruchteil aller Journis arbeiten im Ausland. Die meisten sind Lokaljournalisten. Dazu kommt, dass die wenigen Stellen, die es doch noch gibt, immer weniger werden. Dies aus zwei Gründen: Einerseits weil es immer weniger ZEitungen gibt (Fusionen), und sich nur die grossen Blätter eine eigene Auslandsberichterstattung leisten können und selbst die mittelgrossen angefangen haben, sich die Korrespondenten zu teilen. Zweitens sind Agenturen viel billiger und die nehmen vor allem Einheimische. Das nur, damit du dir nicht so viele Hoffnungen machst und dann enttäuscht bist, wenn du in einem kleinen Dorf über Hasenzüchter berichtest. Auch das kann spannend sein.