Sklavenhandel, Ekel-Wok; Deutsche Medien kotzen mich an!
Verfasst: 21.08.2009, 14:46
Meine Eltern betreiben ein sehr kleines Restaurant in Niedersachsen. Dieser Familienbetrieb läuft seit Jahren mehr als schlecht, sodass meine Eltern gar keine Angestellte haben und alles selber bewerkstelligen; mein Vater arbeitet als einziger Koch und Herr des Lieferservices in Personalunion, und meine Mutter arbeitet als Kellnerin und auch an der Bar. Selbst meine, noch zur Schule gehende Schwester ist als feste Arbeitshilfe im Geschäft täglich tätig. Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, da hatten wir noch einen Koch. Er lebte mit uns in der Wohnung und hatte sein eigenes Zimmer, einen Fernseher (und nicht mal ich hatte einen Fernseher) und benutzte dieselben Wohnungseinrichtungen wie wir. Er war ein Teil der Familie und auch Geburtstage wurden gegenseitig gefeiert. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mir einmal erzählt hat, dass der Onkel, so habe ich alle Köche, die wir hatten genannt, demnächst Geburtstag hat. Ich solle doch ein Kuchen backen oder bestellen, damit wir eine kleine Feier haben könnten. An meinem Geburtstag, da waren die Köche auch Teil der Feier. Bei allgemeinen, privaten Tätigkeiten habe ich den Köchen oft geholfen; ein Handyvertrag, Kauf anderer elektronischer Geräte zum Beispiel. Mit dem einem Koch, der bereits wieder zurück in Shanghai ist, hat meine Familie bis heute ein freundschaftliches Verhältnis. Bei einer Shanghaireise in 2007 lud dieser uns zum Essen ein damit wir auch seine Tochter kennenlernen konnten, die wir bis dahin nur aus seinen Erzählungen kannten.
Am Dienstag, dem 18.08.2009, wurde das Restaurant meiner Eltern von mehr als 20 Polizei- und Zivilbeamten durchsucht. Die Männer und Frauen kamen schwer bewaffnet mit kugelsicherer Weste, stürmten das noch ungeöffnete Restaurant und hatten bereits ein Durchsuchungsbefehl. Meine Eltern kooperierten, natürlich, und ließen den Beamten freie Hand. Mein Vater wurde im Restaurant gehalten und es wurde ihm untersagt, jegliche Tätigkeiten auszuführen. Er war sehr nervös, denn er hat nicht wirklich verstanden, worum es geht. In der jüngeren Vergangenheit waren bereits Beamte vom Zoll da gewesen und haben nach Schwarzarbeitern gesucht, und nichts gefunden. Aber noch nie waren so viele auf einmal da und waren derart schwer bewaffnet. Mein Vater wollte frisches Gemüse schneiden und andere vorbereitende Tätigkeiten ausführen, alles wurde ihm untersagt. Ein schwer bewaffneter Beamter folgte ihn auf Schritt und Tritt; selbst in die Toilette. Meine Mutter, indes, wurde in der Wohnung oberhalb des Restaurants festgehalten und musste zusehen, wie über persönliche Gegenstände gegangen wurde. Selbst meine eigenen Sachen wurden von einem Dritten durchwühlt; darunter meine Schulzeugnisse, meine Praktikumsarbeiten, meine Schulaufsätze – ich fühle mich sehr verletzt und dabei war ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal in Deutschland.
Nun werden auch meine Eltern im Sumpf des Menschenhandels beschuldigt. Alle Chinarestaurants werden des kollektiven Menschenhandels beschuldigt. Mir scheint, als praktiziere man die Kollektivschuld, denn differenzierte Analyse und Falluntersuchung – das sind die Chinesen in Deutschland nicht wert. Der Spiegel, den ich lange Zeit gelesen habe, hat schon lange keine differenzierte Berichterstattung über chinarelevante Themen geschrieben. Wieso denn auch, denn die Leserquote lässe sich wahrscheinlich nicht nach oben preschen…Ein schwarzes Schaf oder zwei unter den chinesischen Restaurantbesitzern, dann sind sie alle bestimmt auch so. Das müssen die Ermittler gedacht haben, und das wurde sicherlich auch so an die Medien wiedergegeben. Wieso hat noch niemand darüber berichtet, dass es auch anständige, chinesische Restaurantbetreiber gibt, so wie es auch schwarze Schafe unter den Köchen existieren?
Fakt ist, meine Eltern haben zwei chinesische Köche über eine Beratungs- und Vermittlungsfirma namens BeiHai gefunden. Finanziell waren meine Eltern nicht in der Lage nach China zu fliegen und nach einem neuen Koch zu suchen. Die BeiHai Firma ersparte uns somit Zeit und Geld. Geld bekommen, so wie man es uns nachsagt als Teil des Menschenhandels, haben wir keines. Auf einer Zeitungsanzeige hat meine Mutter diese Firma entdeckt und angerufen. Darauf hin hat man un seine DVD geschickt. Darauf zu sehen, viele chinesische Köche, die sich sehr kurz vorstellen und dann Gerichte vor der Kamera kochen. Mein Vater fand die DVD sehr interessant, denn wenn er nach China geht und nach einen Koch gesucht hat, da ist er ähnlich vorgegangen. Mehr oder weniger auf gut Glück suchten meine Eltern einen Koch aus. Es war meiner Mutter eine grosse Erleiterung, dass sie sich nicht mehr um die Visumsmodalitäten kümmern musste. Der Koch war nach wenigen Monaten da und die BeiHai Firma drückte meiner Mutter noch einige Dokumente in die Hand. Darin: Telefonnummer der BeiHai für irgendwelche Notfälle, Informationen über Visum etc. Wir haben den Koch gefragt, wie er denn zu dieser Stelle gekommen ist. Er antwortete, dass er eine Gebühr gezahlt hat für sein Visum und auch den Kochkurs, den er absolvieren musste. Zu unserer, besonders meiner, Enttäuschung, konnte er weder kochen noch Sushi machen, wie man es uns versichert hat. Er konnte nicht mal das Messer richtig halten beim Gemüse schneiden. Wir fragten ihn, was er wirklich sei, denn laut DVD sind es alle Spezialitätenköche. Die Frage beantwortet er nut mit: “Ich habe auch Taxigefahren um Geld zu verdienen.” Der Koch bittet uns, der BeiHai nichts zu sagen, denn die schicken ihn sicherlich zurück und er hatte doch schon so viel Geld investiert. Meine Eltern haben Mitleid und mein Vater musste ihm alles erklären und zeigen für länger als die ersten drei Monate – so haben wir uns das nicht vorgestellt. Auf Lohnabrechnungen wurde immer von ihm unterschrieben, er war stets krankenversichert und er lebte als Teil der Familie. Ich habe ihm, wie den anderen Köchen auch, bei einem Handyvertrag geholfen sodass er mit Freunden und Bekannten in Deutschland in Kontakt bleiben kann. Telefonate nach China hat er von unserem Festnetz aus gefürht. Beim Geldtransfer nach China hat er das Konto meiner Mutter verwendet, da er in Deutschland kein Bankkonto hatte und auch nicht haben wollte.
Die Fragen, die nicht gestellt wurden:
1)
Wenn wir unsere Köche wirklich misshandelt haben, warum sind wir ihnen bei einem Handyvertrag behilflich? Damit er auf seine Situation bemerkbar machen kann? Wir sind kluge Leute, so was Dummes würden wir nicht machen, wenn wir denn wirklich unsere Köche derart schlecht behandeln.
2)
Wenn wir wirklich dem Koch kein Geld gezahlt hätten, wie es uns die Staatsanwaltschaft Hannover vorwirft, warum sollten wir Geld an die Familie des Kochs nach China transferieren? Charity? Don’t think so.
3)
Wenn mir wirklich einen Hungerlohn – oder gar keinen zählen, warum würde dann mein über 50-jähriger Vater alleine den Küchenbetrieb wiederaufnehmen? Es ist wirklich harte Arbeit und im Alter meines Vaters gehen Deutsche bereits in Rente. Mein Vater hätte doch, den Koch einfach weiter erpressen können, oder auch, wie von den Medien beschrieben, den Hungerslohn noch weiter kürzen können. Fakt ist, meine Eltern sind anständige Bürger. Als sie aufgrund wirtschaftlicher Not den Lohn nicht mehr zahlen konnten, haben wir den Koch entlassen. Da der Koch aber ohne Arbeitsstelle sofort ausgewiesen sein würde, haben meine Eltern sogar für ihn noch die nächste Arbeitsstelle gesucht und gefunden – und die haben auch mehr gezahlt als wir.
4)
Wieso werden alle Chinarestaurants kollektiv verdächtigt? Von der Staatsanwaltschaft, von den Medien? Wir arbeiten hier und zahlen unsere Steuern. Wir sind anständige Bürger! Leider fühlen wir uns ausgegrenzt und stigmatisiert. Bis auf Weiteres wurden das Konto meiner Mutter und alle anderen werthaltigen Papiere gesperrt. Wir wissen nicht, wie wir das Geschäft weiter betreiben sollen, die Miete bezahlen oder unsere Lieferanten. Wir sollen dem letzten Koch über 20.000 Euro zahlen wegen Lohnenthaltung. Dabei kamen kaum noch Gäste nach der Razzia. Der finanzielle wie auch der dramatische Imageschän sind enorm.
Mir fehlen die Worte um diese Staatswillkür zu beschreiben. Wir sind entsetzt über die Staatswillkür und auch über die aggressiv China feindliche Medienberichterstattung. Imageschaden wurde von einem Restaurantbesitzer in Lauenburg genannt. Tatsächlich ist es kein gängiger Schaden mehr; es ist Rufmord.
Beispiel 1)
[…] Und auch die Arbeitsbedingungen in den Restaurants sind ekelhaft: Aus dem Gemüse, das Gäste auf Tellern zurückließen, wurde Suppe gekocht, das übrig gebliebene Fleisch wurde gewaschen und am nächsten Tag wieder serviert, so einer der betroffenen Mitarbeiter zum Magazin. (http://www.bild.de/BILD/news/2009/08/18 ... ndler.html" target="_blank)
Kollektive Anprangerung im Bild. Dabei müsste doch Deutschland besonders von der Kollektivschuld verstehen. Aus der Vergangenheit lernt man nichts. Als Journalist schon gar nicht?
Beispiel 2)
Der Polizei ist ein Schlag gegen chinesische Menschenhändler gelungen. Sie beschlagnahmten unter anderem geheime Verträge und Geld. (http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/6613465.htm" target="_blank)
Menschenhandel gelungen? Es ist denn schon bewiesen? Tatsächlich wurde bei meinen Elter nach Geld und Dokumenten in chinesischer Schrift durchsucht. Gefunden wurden 40€ im Portemonnaie meiner Mutter, was als Tageswechselgeld gedacht war. Meine Mutter führte auch Buch über Wasser- und Stromzähler, da die Nebenkostenabrechnung seit langem ein großer Kampf mit dem Hauseigentümer ist. Die Aufzeichnungen enthalten die Zählerinformationen unseren Haushalts, und den zwei Wohnungen im selbigen Stockwerk. Die Beamten haben während der Durchsuchung dieses Notizbuch als Schlüsseldokument identifiziert, denn der Zählerstand ist ein enormer Wert, wenn denn in monetären Einheiten ausgedrückt wird.
Ich selber habe mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit. Ich fühle mich aber immer weniger Deutsch und denke aktiv daran, die deutsche Staatsangehörigkeit abzugeben. In diesem Land fühle ich mich nicht wohl und ich habe mich auch nie wohlgefühlt.
In den Schulen wurde ich gemobbt, denn ich war immer gewollt die beste in der Schule zu sein. Schulische Leistungen sind in Deutschland unter gleichaltrigen ein Skandal. Meine Schwester hat am Gymnasium einen Schnitt von unter 1,5 und ist täglich Zielscheibe von Hänseleien und Beleidigungen. Unsere Familie lebt nach konfuzianischen Wertvorstelllung; meine Eltern haben mir immer eingeprägt, ein anständiger und aufrichtiger Bürger zu sein, und es mir auch so als Vorbild vorgelebt so lange ich denken kann.
Am Dienstag, dem 18.08.2009, wurde das Restaurant meiner Eltern von mehr als 20 Polizei- und Zivilbeamten durchsucht. Die Männer und Frauen kamen schwer bewaffnet mit kugelsicherer Weste, stürmten das noch ungeöffnete Restaurant und hatten bereits ein Durchsuchungsbefehl. Meine Eltern kooperierten, natürlich, und ließen den Beamten freie Hand. Mein Vater wurde im Restaurant gehalten und es wurde ihm untersagt, jegliche Tätigkeiten auszuführen. Er war sehr nervös, denn er hat nicht wirklich verstanden, worum es geht. In der jüngeren Vergangenheit waren bereits Beamte vom Zoll da gewesen und haben nach Schwarzarbeitern gesucht, und nichts gefunden. Aber noch nie waren so viele auf einmal da und waren derart schwer bewaffnet. Mein Vater wollte frisches Gemüse schneiden und andere vorbereitende Tätigkeiten ausführen, alles wurde ihm untersagt. Ein schwer bewaffneter Beamter folgte ihn auf Schritt und Tritt; selbst in die Toilette. Meine Mutter, indes, wurde in der Wohnung oberhalb des Restaurants festgehalten und musste zusehen, wie über persönliche Gegenstände gegangen wurde. Selbst meine eigenen Sachen wurden von einem Dritten durchwühlt; darunter meine Schulzeugnisse, meine Praktikumsarbeiten, meine Schulaufsätze – ich fühle mich sehr verletzt und dabei war ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal in Deutschland.
Nun werden auch meine Eltern im Sumpf des Menschenhandels beschuldigt. Alle Chinarestaurants werden des kollektiven Menschenhandels beschuldigt. Mir scheint, als praktiziere man die Kollektivschuld, denn differenzierte Analyse und Falluntersuchung – das sind die Chinesen in Deutschland nicht wert. Der Spiegel, den ich lange Zeit gelesen habe, hat schon lange keine differenzierte Berichterstattung über chinarelevante Themen geschrieben. Wieso denn auch, denn die Leserquote lässe sich wahrscheinlich nicht nach oben preschen…Ein schwarzes Schaf oder zwei unter den chinesischen Restaurantbesitzern, dann sind sie alle bestimmt auch so. Das müssen die Ermittler gedacht haben, und das wurde sicherlich auch so an die Medien wiedergegeben. Wieso hat noch niemand darüber berichtet, dass es auch anständige, chinesische Restaurantbetreiber gibt, so wie es auch schwarze Schafe unter den Köchen existieren?
Fakt ist, meine Eltern haben zwei chinesische Köche über eine Beratungs- und Vermittlungsfirma namens BeiHai gefunden. Finanziell waren meine Eltern nicht in der Lage nach China zu fliegen und nach einem neuen Koch zu suchen. Die BeiHai Firma ersparte uns somit Zeit und Geld. Geld bekommen, so wie man es uns nachsagt als Teil des Menschenhandels, haben wir keines. Auf einer Zeitungsanzeige hat meine Mutter diese Firma entdeckt und angerufen. Darauf hin hat man un seine DVD geschickt. Darauf zu sehen, viele chinesische Köche, die sich sehr kurz vorstellen und dann Gerichte vor der Kamera kochen. Mein Vater fand die DVD sehr interessant, denn wenn er nach China geht und nach einen Koch gesucht hat, da ist er ähnlich vorgegangen. Mehr oder weniger auf gut Glück suchten meine Eltern einen Koch aus. Es war meiner Mutter eine grosse Erleiterung, dass sie sich nicht mehr um die Visumsmodalitäten kümmern musste. Der Koch war nach wenigen Monaten da und die BeiHai Firma drückte meiner Mutter noch einige Dokumente in die Hand. Darin: Telefonnummer der BeiHai für irgendwelche Notfälle, Informationen über Visum etc. Wir haben den Koch gefragt, wie er denn zu dieser Stelle gekommen ist. Er antwortete, dass er eine Gebühr gezahlt hat für sein Visum und auch den Kochkurs, den er absolvieren musste. Zu unserer, besonders meiner, Enttäuschung, konnte er weder kochen noch Sushi machen, wie man es uns versichert hat. Er konnte nicht mal das Messer richtig halten beim Gemüse schneiden. Wir fragten ihn, was er wirklich sei, denn laut DVD sind es alle Spezialitätenköche. Die Frage beantwortet er nut mit: “Ich habe auch Taxigefahren um Geld zu verdienen.” Der Koch bittet uns, der BeiHai nichts zu sagen, denn die schicken ihn sicherlich zurück und er hatte doch schon so viel Geld investiert. Meine Eltern haben Mitleid und mein Vater musste ihm alles erklären und zeigen für länger als die ersten drei Monate – so haben wir uns das nicht vorgestellt. Auf Lohnabrechnungen wurde immer von ihm unterschrieben, er war stets krankenversichert und er lebte als Teil der Familie. Ich habe ihm, wie den anderen Köchen auch, bei einem Handyvertrag geholfen sodass er mit Freunden und Bekannten in Deutschland in Kontakt bleiben kann. Telefonate nach China hat er von unserem Festnetz aus gefürht. Beim Geldtransfer nach China hat er das Konto meiner Mutter verwendet, da er in Deutschland kein Bankkonto hatte und auch nicht haben wollte.
Die Fragen, die nicht gestellt wurden:
1)
Wenn wir unsere Köche wirklich misshandelt haben, warum sind wir ihnen bei einem Handyvertrag behilflich? Damit er auf seine Situation bemerkbar machen kann? Wir sind kluge Leute, so was Dummes würden wir nicht machen, wenn wir denn wirklich unsere Köche derart schlecht behandeln.
2)
Wenn wir wirklich dem Koch kein Geld gezahlt hätten, wie es uns die Staatsanwaltschaft Hannover vorwirft, warum sollten wir Geld an die Familie des Kochs nach China transferieren? Charity? Don’t think so.
3)
Wenn mir wirklich einen Hungerlohn – oder gar keinen zählen, warum würde dann mein über 50-jähriger Vater alleine den Küchenbetrieb wiederaufnehmen? Es ist wirklich harte Arbeit und im Alter meines Vaters gehen Deutsche bereits in Rente. Mein Vater hätte doch, den Koch einfach weiter erpressen können, oder auch, wie von den Medien beschrieben, den Hungerslohn noch weiter kürzen können. Fakt ist, meine Eltern sind anständige Bürger. Als sie aufgrund wirtschaftlicher Not den Lohn nicht mehr zahlen konnten, haben wir den Koch entlassen. Da der Koch aber ohne Arbeitsstelle sofort ausgewiesen sein würde, haben meine Eltern sogar für ihn noch die nächste Arbeitsstelle gesucht und gefunden – und die haben auch mehr gezahlt als wir.
4)
Wieso werden alle Chinarestaurants kollektiv verdächtigt? Von der Staatsanwaltschaft, von den Medien? Wir arbeiten hier und zahlen unsere Steuern. Wir sind anständige Bürger! Leider fühlen wir uns ausgegrenzt und stigmatisiert. Bis auf Weiteres wurden das Konto meiner Mutter und alle anderen werthaltigen Papiere gesperrt. Wir wissen nicht, wie wir das Geschäft weiter betreiben sollen, die Miete bezahlen oder unsere Lieferanten. Wir sollen dem letzten Koch über 20.000 Euro zahlen wegen Lohnenthaltung. Dabei kamen kaum noch Gäste nach der Razzia. Der finanzielle wie auch der dramatische Imageschän sind enorm.
Mir fehlen die Worte um diese Staatswillkür zu beschreiben. Wir sind entsetzt über die Staatswillkür und auch über die aggressiv China feindliche Medienberichterstattung. Imageschaden wurde von einem Restaurantbesitzer in Lauenburg genannt. Tatsächlich ist es kein gängiger Schaden mehr; es ist Rufmord.
Beispiel 1)
[…] Und auch die Arbeitsbedingungen in den Restaurants sind ekelhaft: Aus dem Gemüse, das Gäste auf Tellern zurückließen, wurde Suppe gekocht, das übrig gebliebene Fleisch wurde gewaschen und am nächsten Tag wieder serviert, so einer der betroffenen Mitarbeiter zum Magazin. (http://www.bild.de/BILD/news/2009/08/18 ... ndler.html" target="_blank)
Kollektive Anprangerung im Bild. Dabei müsste doch Deutschland besonders von der Kollektivschuld verstehen. Aus der Vergangenheit lernt man nichts. Als Journalist schon gar nicht?
Beispiel 2)
Der Polizei ist ein Schlag gegen chinesische Menschenhändler gelungen. Sie beschlagnahmten unter anderem geheime Verträge und Geld. (http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/6613465.htm" target="_blank)
Menschenhandel gelungen? Es ist denn schon bewiesen? Tatsächlich wurde bei meinen Elter nach Geld und Dokumenten in chinesischer Schrift durchsucht. Gefunden wurden 40€ im Portemonnaie meiner Mutter, was als Tageswechselgeld gedacht war. Meine Mutter führte auch Buch über Wasser- und Stromzähler, da die Nebenkostenabrechnung seit langem ein großer Kampf mit dem Hauseigentümer ist. Die Aufzeichnungen enthalten die Zählerinformationen unseren Haushalts, und den zwei Wohnungen im selbigen Stockwerk. Die Beamten haben während der Durchsuchung dieses Notizbuch als Schlüsseldokument identifiziert, denn der Zählerstand ist ein enormer Wert, wenn denn in monetären Einheiten ausgedrückt wird.
Ich selber habe mittlerweile die deutsche Staatsangehörigkeit. Ich fühle mich aber immer weniger Deutsch und denke aktiv daran, die deutsche Staatsangehörigkeit abzugeben. In diesem Land fühle ich mich nicht wohl und ich habe mich auch nie wohlgefühlt.
In den Schulen wurde ich gemobbt, denn ich war immer gewollt die beste in der Schule zu sein. Schulische Leistungen sind in Deutschland unter gleichaltrigen ein Skandal. Meine Schwester hat am Gymnasium einen Schnitt von unter 1,5 und ist täglich Zielscheibe von Hänseleien und Beleidigungen. Unsere Familie lebt nach konfuzianischen Wertvorstelllung; meine Eltern haben mir immer eingeprägt, ein anständiger und aufrichtiger Bürger zu sein, und es mir auch so als Vorbild vorgelebt so lange ich denken kann.