Monique hat geschrieben:
Hm ja
Aber wie hoch ist das Niveau vom Abi in China im Vergleich zu D/Ch?
zum einen ist das -wie Philipp schon schrieb- sehr stark schulabhängig, zum zweiten aber auch schwer vergleichbar: das Schulsystem in China (wie auch in anderen asiatischen Ländern) betont sehr stark das "Pauken", das Lernen und Auswendiglernen von Faktenwissen, aber kaum das Erlernen von Methoden und das Anwenden von Wissen. Auch die Analyse von Lösungsalternativen wird oft vernachlässigt.
Ein chinesischer "Abiturient" wird also meist mit mehr abprüfbarem Wissen aus der Schule kommen als ein deutscher, aber, sofern in diese Richtung nicht anderweitig (zB. Elternhaus) Anregungen kamen, Schwierigkeiten haben, auf ein neues, bislang unbekanntes Problem eine neue Lösung zu entwickeln.
Disclaimer: diese Schilderung gibt nur Trends wieder, natürlich gibt es auch in China Schulen, die Methodenwissen vermitteln (eben schulabhängig) und natürlich gibt es auch in D Abiturienten, die unfähig sind, das Wissen irgendwie anzuwenden
Monique hat geschrieben:
Und die Mediziner? Ich hatte einmal gehört das die Medizin in China nicht den gleichen Standart wie hier hat.....
nun, da gibt es wieder eine riesige Spannbreite zwischen unfähig und super. Wie auch in D, wo es auch die gibt, deren eigentliche Berufung wohl das Segeln und Golfspielen ist, deren Diagnostik darauf abgestimmt ist, welche Geräte ausgelastet werden sollen, und deren Therapien sich an den Angeboten des wöchentlich reinschauenden Pharmavertreters ausrichten.
In China ist zudem ein Problem, dass eine Generation Akademiker quasi "fehlt", dank der Kulturrevolution keine Chance auf eine gute Ausbildung hatte.
In der Kulturrevolution wurden "Barfussdoktoren" mit minimaler medizinischer Ausbildung über Land geschickt. Zwar war dies für die medizinische Versorgung der Landbevölkerung ein Fortschritt (von Nullversorgung auf Minimalversorgung ist relativ gesehen ein unendlich grosser Fortschritt), aber natürlich unvergleichbar mit "normalem medizinischem Standard". Die akademische Ausbildung von Medizinern in dieser Zeit ging hingegen fast auf Null zurück.
Es hat in China einige Zeit gedauert, bis dieser Einschnitt überwunden wurde.
Es ist jedoch unter Umständen auch gefährlich, den akademischen Ausbildungsstand von Medizinern als allein entscheidend zu betrachten: ich habe während meiner Diplomarbeit (Medizintechnik, Insulinpumpen) einen Diabetesarzt kennengelernt, der seine Patienten sehr erfolgreich behandelte und aufgrund Erfahrung sehr viel wusste, jedoch unfähig war, auch nur die Einheitenbetrachtung einer einfachen Formel korrekt durchzuführen.
Monique hat geschrieben:
Ein Medinziner wäre hier mit seiner Ausbildung was.........?
Auf jeden Fall müsste er hier sämtliche Prüfungen neu ablegen, ansonsten gibt es keine Anerkennung.
wie ingo_001 schrieb, reicht das wohl nicht einmal