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Dandong
Verfasst: 10.03.2007, 13:16
von roshi
Eine Sache in der heutigen Chinesischen Politik interessiert mich besonders: Die Beziehungen zwischen China und Nordkorea.
Nordkorea ist ja bekanntlich eine ziemliche Black Box in der Politik, schwer einzuschätzen und noch schwerer zu beeinflussen. Am besten "verstehen" sie sich immernoch mit China.
Interessant ist hier vermutlich vor allem Dandong, das an der Nordkoreanischen Grenze liegt, und wo viel austausch zwischen den beiden Ländern betrieben wird.
Jetzt würde ich gerne mal wissen, ob schon mal jemand von euch da war oder anderweitig
Infos darüber hat, wie es in Dandong so aussieht.
Verfasst: 15.03.2007, 12:00
von roshi
Bitte nicht alle auf einmal......

Verfasst: 15.03.2007, 12:27
von chinavelo
Hier sind einige Fotos von Dandong aus dem Internet.
http://images.google.de/images?hl=de&q= ... a=N&tab=wi
Bernd
Verfasst: 15.03.2007, 23:09
von roshi
Danke! die meisten davon kenn ich jedoch leider schon..... gegoogelt hab ich natürlich auch

Verfasst: 16.03.2007, 10:01
von Koschka
ihr wisst ja, dass dandong am grenzfluss zu nordkorea liegt mit der stadt sinuiju auf der anderen seite.
interessant sind die beiden brücken über den fluss. die neue ist voll in funktion und die alte reicht von der chinesischen seite nur bis zur mitte des flusses. vor jahren hatten die koreaner ihre brückenhälfte abgebaut.
wer mal ein paar fotos von der koreanischen seite sehen will
guckst du hier:
http://www.farrail.net/seiten/touren/no ... 07-04.html
(besonders schön finde ich das foto von der tiefstgelegenen u-bahn der welt)
http://www.spiegel.de/fotostrecke/0,5538,16797,00.html
gruss koschka
Verfasst: 16.03.2007, 11:37
von roshi
Das mit den Brücken ist ja interessant. Weißt du zufällig auch, warum Norkorea damals seine alte abgerissen hat?
Verfasst: 16.03.2007, 23:53
von anderer Li
roshi,
es wundert mich nicht, dass dort so viel austausch stattfindet. Dort gehört s.g. Autonomie der Koreanischen Minderheit. Da wohnt praktisch eine gleiche Nation (Chao Xian Zu) auf beiden seiten. Viele Familien haben noch irgendwelche Verwandten irgendwo auf der anderen Seite. Das haben einige meiner Kollegen koreanischer Abstamme an der Uni. in Beijing erzählt...
Zu erwähnen ist noch dass über diesen Weg viele Flüchtlinge aus Nordkorea nach China gelangt und dann in irgendeine Botschaft westlicher Länder gestürmt bzw. geklettert sind...
Lieben Gruss.
Li
Verfasst: 17.03.2007, 00:26
von roshi
Hi anderer Li!
Das wusste ich auch noch nicht! Ist das speziell in Dandong so, oder auch in anderen Grenzstädten?
Eine koreanische Minderheit gibt es an der Grenze zu Nordkorea doch bestimmt in vielen Städten, oder nicht?
Wenn ja, warum ist Dandong dann gerade das Tor zu Nordkorea?
Haha, sorry wenn ich jemandem mit meinem gefrage auf die Nerven gehen sollte...

Verfasst: 17.03.2007, 18:47
von anderer Li
Hallo, roshi,
natürlich gibt es noch andere Städte wo koreanische Minderheit wohnt. Aber Dadong ist eine der grössten, wo auch die einzige direkte Verbindung durch die Brücke über Ya Lu Fluss nach Nordkorea besteht.
Zu der Brücke: es gibt eigentlich zwei Brücken über Ya Lu, die ca. 100 m voneinander entfernt sind. Die eine die "abgerissen" sei, war während des Korea-Kriegs anfang 50 Jahre durch US-Air Force unzählige male bombadiert und letztendlich zerstört worden, um den Nachschub der Chinesischen "Freiwilligen" Armee aus der Manchurei abzuscheiden (man nannt es "Erwürgenskrieg"). Da damals General McArthur nur die Erlaubnis bekommen hat, nur den auf der Norkoreanischen Seite stehenden Teil der Brücke anzugreifen, war die Brücke auf der chinesischen Seite trotz viele "Versehen" stehen geblieben.
Heutzuge ist diese Brücke eine touristische Attraktion.
Gruss.
Li
Verfasst: 18.03.2007, 01:02
von roshi
Hmm.... das würde ich gern mal alles selbst sehen.....
Viele Familien haben noch irgendwelche Verwandten irgendwo auf der anderen Seite. Das haben einige meiner Kollegen koreanischer Abstamme an der Uni. in Beijing erzählt...
gab es da auch einmal ein Wiedersehen? Es gibt ja tourismusprogramme nach Nordkore von China aus - ich frage mich allerdings ob im Zuge dessen auch Verwandtschaftsbesuche gestattet sind.... vermutlich nicht.
Oder gab es solche Treffen, organisiert wie die Familienbesuche in den Letzten Jahren zwischen Nord- und Südkorea?
Verfasst: 19.03.2007, 08:58
von Koschka
organisierte Familienbesuche gibt es nicht. tourismus geht nur von china nach korea aber nicht umgedreht. reiseverkehr von korea nach china ist nur kadern und funktionären erlaubt.
aber so dicht ist die grenze auch nicht. es gibt einen regen kleinen grenzverkehr hauptsächlich von kindern, die dort "schwarze schwalben" genannt werden. die kaufen und verkaufen auf beiden seiten und bestechen die grenzer.
flüchtlinge gibt es natürlich auch ständig. auch auf dem gelände der deutschen botschaftsschule hatte sich mal eine gruppe geflüchtet. die chinesen gehen sehr brutal mit diesen leuten um und übergeben diese meistens wieder an die koreaner. was dann mit denen passiert kann man sich vorstellen (die palette reicht vom erschiessen bis zum arbeitslager und sippenhaft).
im nordosten chinas besteht frauenmangel und so mancher chinese oder auch angehöriger der koreanischen minderheit kann keine frau finden.
in der koreanischen grenzregion ist das bekannt und so manche koreanerin zieht es vor in china zu heiraten als in korea zu hungern.
gruss koschka
Verfasst: 19.03.2007, 11:47
von roshi
im nordosten chinas besteht frauenmangel und so mancher chinese oder auch angeh顤iger der koreanischen minderheit kann keine frau finden.
in der koreanischen grenzregion ist das bekannt und so manche koreanerin zieht es vor in china zu heiraten als in korea zu hungern.
das heisst flüchtlinge gehen nach China um zu heiraten? Mir war bekannt, dass die normalerweise wieder nach Nordkoreaverfrachtet werden. Fällt das nicht auf, wenn eine Nordkoreanerin einen Nordchinesen heiratet, und wenn ja, dann wird sie doch sicher auch wieder abgeschoben, oder?
@Koschka: in wieweit beschäftigst du dich mit dem Thema? Du scheinst dich sehr gut auszukennen....
Verfasst: 20.03.2007, 11:53
von Koschka
guangxi (beziehungen) gibt es überall in china. wenn in einem dorf plötzlich ein paar frauen mehr auftauchen, dann wird das lokal geregelt.
die übergeordneten behörden bekommen das meist gar nicht mit oder drücken beide augen zu.
ja roshi ich glaube ich kenne mich ganz gut dort aus. war von 1987 bis 2001 stationär in china und war auch sehr oft in korea (beide) und in der mongolei. fühle mich mit diesem teil asiens nach wie vor eng verbunden und habe es auch sehr eilig wieder dort hin zu kommen.
gruss koschka
Verfasst: 20.03.2007, 15:30
von LanZhouHan
Koschka hat geschrieben:guangxi (beziehungen) gibt es überall in china. wenn in einem dorf plötzlich ein paar frauen mehr auftauchen, dann wird das lokal geregelt.
Kleiner Tipp: Du meinst 关系 guanxi...
Verfasst: 22.03.2007, 08:38
von Koschka
LanZhouHan hat geschrieben:Koschka hat geschrieben:guangxi (beziehungen) gibt es überall in china. wenn in einem dorf plötzlich ein paar frauen mehr auftauchen, dann wird das lokal geregelt.
Kleiner Tipp: Du meinst 关系 guanxi...
recht hast du. danke