Erfahrungsbericht Heirat - taiwanische Frau & deutscher Mann

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travelChina
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Erfahrungsbericht Heirat - taiwanische Frau & deutscher Mann

Beitrag von travelChina »

Dieser Erfahrungsbericht soll für Paare sein, die sich für eine internationale Ehe interessieren oder diese planen. Wir hoffen, dass es einigen helfen kann.

Meine Frau (aus Taiwan) und ich (aus Deutschland) haben in diesem Jahr geheiratet. Meine Frau hat ihr Ehegattennachzugs Visum in weniger als 2 Woche erhalten. Jetzt wohnen wir glücklich zusammen in Deutschland. Ich hatte vorher viele Bedenken und auch Angst, wie schwierig dieser Prozess und die damit einhergehende Bürokratie sein wird. Man hört und liest, auch hier im Forum, ja auch zu Teil einige „Horror Geschichten“. Insgesamt war der Ablauf doch unkomplizierter als ich es mir gedacht hatte. Es war für uns sehr gut schaffbar, obwohl ich Vollzeit berufstätig bin. Rückschläge sind in dem Prozess normal, aber ich kann jeden ermutigen diesen Schritt zugehen, wenn ihr euch entschlossen habt die Ehe zuschließen. Es ist sehr wichtig loszulegen und „einfach zumachen“, anstatt sich ständig auszumalen, wie alles ablaufen könnte. Lasst euch nicht ermutigen! Dazu gilt auch der folgende Bericht, indem ich gerne Teile unserer Erfahrungen weitergebe. Ich werde im Folgenden bewusst nicht detailliert auf den spezifischen bürokratischen Prozess eingehen, weil es nach unserer Erfahrung auch individuell darauf ankommt mit welcher Gemeinde in welchem Land ihr zu tun habt.

Setup
Meine Frau war vor unserer Hochzeit in Taiwan wohnhaft. Sie war vor Visabeantragung mehrmals in Deutschland zu Besuch. Meine Frau und ich hatten vorher viel überlegt, welchen Weg wir gehen sollten (Heirat in Deutschland, Dänemark oder Taiwan). Das Standesamt in Deutschland hat uns sehr klar dazu geraten in Taiwan zuheiraten und dann meine Frau über einen Ehegattennachzug nachzuholen. Dazu haben wir uns dann auch entschieden. Dies war im Nachhinein auch die absolut richtige Entscheidung. Obwohl ich nicht weiss, wie die anderen Wege gewesen wären, kann ich sagen, dass alle bürokratischen Abläufe in Taiwan deutlich einfacher waren als in Deutschland.

Ablauf – die Balance zwischen Planung und Flexibilität
In diesem Prozess habe ich erfahren, dass es wichtig ist eine Balance zwischen akribischer Planung und Flexibilität zu meistern. Auf der einen Seite muss man natürlich in den Zeitlimit bleiben, damit Dokumente nicht verfallen (z.B. Ehefähgkeitszeugnis 6 Monate Gültigkeit). Das benötigt eine genaue Planung bzgl. Heraitstermin, etc. Jedoch hat es nicht funktioniert, dass man alles auf den Tag und Dokument geplant hat (wie z.B. einen Projektplan). Daher ist es wichtig, dass man etwas „Luft“ zwischen den Fristen hat. Bei uns hat die Beantragung des EFZ am längsten gedauert. Insgesamt waren das circa 2 Monate. Vondaher würde ich dafür circa 3 Monate einplanen. Danach ging alles sehr schnell. Nach Beantragung des Visums in Taiwan, kam der positive Bescheid in weniger als einer Woche per Email. Das Visum eingeklebt im Pass kam dann direkt ein paar Tage später an. (Insgesamt weniger als 2 Wochen!). Nach ihrer Ankunft hatte sie ihre Aufenthaltsgenehmigung, zunächst 3 Jahre, in circa einem Monat und konnte dann auch mit dem Deutschkurs anfangen.

Informationsquellen
Obwohl es ein eigentlich ein standardisierter Prozess sein müsste, ist es für mich ein Phänomen das bestimmte Gemeinden dann anscheinend doch spezielle Anforderungen haben. Das liegt auch teilweise daran, dass die Beamten manchmal einfach selber nicht richtig informiert sind. Beispiel: Normalerweise braucht man zur Beantragung des EFZ für die meisten Dokumente aus Taiwan eine Legalisierung der Deutschen Botschaft in Taipei. In unserer Gemeinde wurde uns gesagt und sogar schriftlich gegeben, dass wir es nicht machen müssen. Wir haben dann alle Dokumente wie angefragt vorbereitet und dann ohne Legalisierung eingereicht. Beim „double check“ dann vor Ort ihres erfahreneren Kollegen, wurden unsere Dokumente abgelehnt. Danach mussten wir alles nochmal von neu ausstellen und legalisieren lassen (circa 3 Woche Zeitverlust und 200 Euro weniger). Long story short: das war natürlich ein bitterer Rückschlag. Jedoch würde ich immer empfehlen sich auf die Informationen der jeweilig zuständigen Beamten zuverlassen. Das Standesamt sollte in Deutschland beim EFZ die „Single Source of Truth“ sein. Leider ist man denen ausgeliefert, auch wenn sie manchmal keine Ahnung haben. Ich würde Internetforen, wie dieses hier zum Beispiel, nur als Hilfestellung nehmen, aber nicht als Informationsquelle für eure Dokumente. Es ist manchmal nicht einfach, aber ich empfehle einfach zu machen, was die Behörden euch sagen. Eine weitere Hilfestellung für meine Frau war eine Facebook Gruppe für taiwanesische Frauen mit deutschen Männern (德国人妻交流会). Dort waren viele Frauen, die ihre Erfahrungen zu Ihren Dokumente mit uns geteilt haben.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.
PatrickB
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Re: Erfahrungsbericht Heirat - taiwanische Frau & deutscher

Beitrag von PatrickB »

Vielen Dank für den Bericht.
Es ist schön zu sehen, dass es auch reibungslose Abläufe gibt. Besonders wenn jemand auf der Suche nach Infos ist stolpert man eher über die Horror-Geschichten und weniger über positive Berichte.
Daher danke, dass es nun einen Bericht mehr über einen (fast) reibungslosen Ablauf gibt.

Gruß
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