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John-Rabe-Haus in Nanjing
Verfasst: 13.11.2006, 11:45
von chinavelo
Hallo,
vor einigen Tagen wurde in Nanjing das John-Rabe-Haus eröffnet. John Rabe war während der japanischen Besetzung Kaufmann in der ehemaligen Hauptstadt und hat mehr als eine Viertelmillionen Chinesen das Leben gerettet. Siehe auch den
Artikel der FAZ.
Bernd
Verfasst: 13.11.2006, 13:48
von Grufti
Das ist doch ein guter Beitrag für unseren "Artikel" Ordner...

Verfasst: 13.11.2006, 16:22
von LeChef
alle deutschen in china haben john raabe einiges zu verdanken. unser gutes ansehen hier ist auch zu einem guten teil auf ihn zurückzuführen, vielen chinesen ist er ein begriff, auch wenn ihnen der name nicht unbedingt etwas sagt (oder mir der chinesische name) wissen viele vom deutschen, der so viele chinesen gerettet hat.
Verfasst: 13.11.2006, 17:03
von Koschka
ich hatte auch schon vor einer weile von John Rabe (nicht Raabe) gehört und darüber nachgelesen. momentan habe ich keine zeit für einen längeren kommentar. mir ist aber wieder etwas aufgefallen, was mir immer wieder einen schüttelfrost verpasst. ist ja klar, dass es für viele städtenamen und andere sachen in china verschiedene schreibweisen gab und gibt. aber wenn ich "Schanghai", "Nanking" oder "Kina" lese, kommt mir das K.... (sorry).
Shanghai liest man nun wirklich faßt täglich in der Zeitung und wenn eine Reporterin vor Ort aus Nanjing berichtet, dann sollte sie Nanking nicht mehr Benutzen.
Gruss Koschka
Verfasst: 13.11.2006, 17:43
von fankeqian
jaja, das niveau der deutschen journalisten... ich will da nicht mehr so drüber auslassen. lieber will ich auf die website:
http://www.john-rabe.de/ hinweisen , die vom enkelsohn initiiert wurde.
bei meinem letzten besuch in Nanjing 2005 wurde Rabes haus noch renoviert, konnte es also leider nicht besichtigen. ein freund von mir, der dort lebt, hat mir erzählt, dass das haus als museum hergerichtet wird (unter anderem mit spendengeldern von Siemens). tierisch aufgeregt hat mich die tatsache, dass John Rabe in der Nanjinger massaker-gedenkstätte mit einem winzigen foto "gewürdigt " wird. aber der große vorsitzende Mao wird in derselben gedenkstätte als großer held des antijapanischen krieges gefeiert! nach einer anfänglichen tiefen rührung beim betreten der gedenkstätte habe ich sie mit tonnenschwerer wut verlassen. ich hätte mir von den chinesischen ausstellungsmachern mehr dankbarkeit erwartet.
und hier noch ein artikel der Deutschen Welle zum thema:
http://www.dw-world.de/dw/article/0,214 ... 93,00.html
und das interview mit Erwin Wickert (Vater von Ulrich Wickert) der ende der siebziger Jahre deutscher botschafter in China war (sein buch aus dieser zeit: "China von innen gesehen"):
http://www.dw-world.de/dw/article/0,214 ... 71,00.html
FKQ
Verfasst: 13.11.2006, 17:59
von Dennis (CDS)
Ein Tag ohne was zu meckern ist ein verlorener Tag.....
(Spontangedanke)
Verfasst: 13.11.2006, 18:07
von fankeqian
nochmal ganz kurz, weil das in den beiden dw-beiträgen nicht erwähnt wird, mir aber besonders an John Rabe gefällt: viele chinesen fanden in seinem haus und auf dem gründstück zuflucht. die japaner wollten das haus mehrmals stürmen. aber Rabe hat ihnen jedes mal sein nsdap-parteibuch mit dem hakenkreuz vor die nase gehalten und in barschem ton darauf hingewiesen, dass er mit Adolf Hitler persönlich befreundet ist. das hat ihnen gehörigen respekt eingeflösst. und dann hat er denen auch noch erzählt, dass die deutsche flagge, die auf dem rasen hinter dem haus ausgebreitet war, ständig von deutschen flugzeugen aus der luft observiert wird. und sollte diese flagge eingezogen werden, dann wird sein freund Adolf Hitler in dem selben moment krieg gegen Japan beginnen. und natürlich hat kein japaner das haus und das grundstück betreten. und so sind unzählige chinesen dem grausamen tod entronnen.
FKQ
Verfasst: 13.11.2006, 18:24
von bossel
fankeqian hat geschrieben:die japaner wollten das haus mehrmals stürmen.[...]und natürlich hat kein japaner das haus und das grundstück betreten. und so sind unzählige chinesen dem grausamen tod entronnen.
Habe mich vor längerer Zeit mal mit Rabe befaßt, & wenn ich mich recht entsinne, haben durchaus japanische Soldaten mal das Grundstück bei der Verfolgung von Chinesen betreten & haben auch versucht, diese abzuführen. Bin mir jetzt aber nicht sicher, ob sie es auch geschafft haben (BAP würde sagen "Verdammt lang her..."). Kann auch sein, daß Rabe zu dem Zeitpunkt gar nicht zuhause war.
Wir sollten aber sowieso die Kirche im Dorf lassen. Nicht nur Rabe hat den Chinesen in Nanking (k just for Koschka) geholfen, sondern mehrere Ausländer, die zu der Zeit dort waren, haben eine Art Komitee gegründet. Rabe war vielleicht der einflußreichste, aber nicht der einzige Helfer.
Übrigens war Deutschland zum Zeitpunkt des Nanjing- -ach, nee- Nankingmassakers auch noch mit China "verbündet" (wenn auch die offizielle Kooperation mehr oder weniger beendet war).
Verfasst: 13.11.2006, 23:37
von Grufti
bossel hat geschrieben:fankeqian hat geschrieben:die japaner wollten das haus mehrmals stürmen.[...]und natürlich hat kein japaner das haus und das grundstück betreten. und so sind unzählige chinesen dem grausamen tod entronnen.
Habe mich vor längerer Zeit mal mit Rabe befaßt, & wenn ich mich recht entsinne, haben durchaus japanische Soldaten mal das Grundstück bei der Verfolgung von Chinesen betreten & haben auch versucht, diese abzuführen. Bin mir jetzt aber nicht sicher, ob sie es auch geschafft haben (BAP würde sagen "Verdammt lang her..."). Kann auch sein, daß Rabe zu dem Zeitpunkt gar nicht zuhause war.
Wir sollten aber sowieso die Kirche im Dorf lassen. Nicht nur Rabe hat den Chinesen in Nanking (k just for Koschka) geholfen, sondern mehrere Ausländer, die zu der Zeit dort waren, haben eine Art Komitee gegründet. Rabe war vielleicht der einflußreichste, aber nicht der einzige Helfer.
Übrigens war Deutschland zum Zeitpunkt des Nanjing- -ach, nee- Nankingmassakers auch noch mit China "verbündet" (wenn auch die offizielle Kooperation mehr oder weniger beendet war).
Ich wußte nicht, daß Deutschland damals mit China "verbündet" gewesen sein soll

. Lt Wiki gab es bereits 1936 den "Antikomintern"-pakt mit Japan, dem später u. a. Mandschukuo und Wang Jing Wei-China beigetreten sind.
.
.....Als Vorsitzender wurde der deutsche Geschäftsmann John Rabe gewählt. Seine Wahl wurde wohl deswegen begünstigt, weil man sich ausrechnete, dass ein Deutscher und ein NSDAP-Mitglied mehr Einfluss auf die Japaner nehmen konnte, da Japan und Deutschland und Japan 1936 den Antikomintern unterzeichnet hatten..
http://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Nanking
http://de.wikipedia.org/wiki/Antikominternpakt
Jiang Jie Shi-China war doch kein Verbündeter Deutschlands... oder hast Du da etwa einen Link ???

Verfasst: 14.11.2006, 07:33
von bossel
Grufti hat geschrieben:Ich wußte nicht, daß Deutschland damals mit China "verbündet" gewesen sein soll

.
Tja, ist aber so. Deutschland hatte bis 1936/37 sehr gute Beziehungen zu KMT-China. Militärberater & militärische Ausrüstung (auch Panzer wurden geliefert) gingen nach China. Das ganze wurde zurückgeschraubt, als der Gröfaz sich mehr auf Japan als Alliierten gegen die SU festlegte (& besonders nach einem Nichtangriffspakt zw. KMT & SU), aber die Zusammenarbeit ging weiter, mind. bis 1938, unter der Hand vielleicht sogar länger.
Lt Wiki gab es bereits 1936 den "Antikomintern"-pakt mit Japan, dem später u. a. Mandschukuo und Wang Jing Wei-China beigetreten sind.
Der Antikomintern war gegen die Kommis gerichtet, nicht gegen die "Kuomins". Allerdings hat die Anerkennung Mandschukuos durch Deutschland 1938 den dt.-chin. Beziehungen einen weiteren gewaltigen Dämpfer versetzt.
Jiang Jie Shi-China war doch kein Verbündeter Deutschlands... oder hast Du da etwa einen Link ???

Link habe ich derzeit nicht, habe aber mal ein Seminar zum Thema Falkenhausen besucht (& mich auch anderweitig mit chin. Geschichte beschäftigt). Von daher kann ich mich noch an einiges erinnern. Google mal nach Falkenhausen & China (oder vielleicht Geschichte & deutsch-chinesische Beziehungen).
Verfasst: 15.11.2006, 06:41
von LeChef
falkenhausen, dass war doch der adelige militär der die kmt beim kampf gegen die kp geführt hat, der im gegensatz zu seinem kommunistischen gegenstück otto sonstwie (auch deutscher) auch richtig erfolgreich war. war es nicht falkenhausen, der die kp aus ihrem ersten staat im staate bei jinggangshan (name nur noch waage in erinerung) vertrieben hat und zum langen marsch gezwungen hat?
dieser otto, der die kommunistischen streitkräfte geführt hatte, wurde dann von mao, ich glaube auf der ersten erweiterten zk-sitzung bei zunyi, als führer der streitkräfte abgesetzt.
wer sorgt für klarheit?
Verfasst: 15.11.2006, 10:15
von domasla
Braun. Otto Braun. 28.09.1900 - 15.08.1974
http://litten.de/abstrtoc/brauntoc.htm
http://litten.de/abstrtoc/abstr1.htm#Braun
http://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Braun ... steller%29
http://www.linksnet.de/rezension.php?id=2149
Bei einem Vergleich seiner Aufzeichnungen mit der letzten Mao-Biografie wird bemerkt, dass er wohl der einzige von Stalins Komintern-Agenten in China war, der im hohen Alter eines natürlichen Todes starb.
D.
Verfasst: 15.11.2006, 14:11
von LeChef
hah, es ist immer wieder schön recht zu haben

wenn man sich aber mal die biographie von alexander von falkenhausen bei wikipedia ansieht, dann stellt man fest, dass da irgendwas nicht stimmt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Falkenhausen
redaktionelle schwäche des wikiautoren?
http://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Falkenhausen
lässt auch noch einiges offen.
eine sehr erlebnisreiche lebensgeschichte, liest sich wie ein guter roman.
wer kann denn mehr über den mann erzählen?
Verfasst: 15.11.2006, 14:21
von domasla
Wie ein guter Roman? Selbstverständlich ist unser Chef wieder mal ein alter Rechthaber:
A Chinese Woman at Gestapo Gunpoint, von Zhang Yawen, englische Übersetzung von Chen Haiyan
http://www.cbt-chinabook.de/assets/s2dm ... dex_5.html
http://www.cctv.com/english/TouchChina/ ... 00058.html
Eine chinesische Studentin trifft im besetzten Belgien einen guten Bekannten ihrer Familie aus ihrer Kindheit in China wieder. Der ist für die Verwaltung des Gebiets zuständig und deckt ihre Aktivitäten im Widerstand.
Die Geschichte für das Buch und den Film ist authentisch. Die Namen leicht verfremdet.
D.