Das Problem ist doch historisch bedingt. Man wollte uns nach dem zweiten Weltkrieg keine funktionierenden Streitkräfte mehr lassen. Spiegel hat das doch in den 60ern schon festgestellt: "Nur bedingt abwehrbereit". Die Bundeswehr wurde damals mit dem Gedanken im Hinterkopf gegründet, dass ja der Ami da ist, der uns kräftig hilft, wenn's ernst wird. Hier fand nur leider nie ein Umdenken statt, auch nach dem Abzug der Amis.
Ewiger Frieden und der ignorante Pazifismus, der sich mit den 68ern breit gemacht hat, taten dann ihr übriges. Viele Deutsche sind doch heutzutage sogar der Meinung, dass man gar keine Armee mehr bräuchte, ist doch überall Frieden und Wohlstand. Idiotie pur.
Die aktuelle "Schlagkraft" Deutschlands liegt wohl in den internationalen wirtschaftlichen Beziehungen. Wir sind wichtiger Partner von so vielen Ländern, warum sollten sie uns angreifen?
Tu mir doch mal einen Gefallen, und recherchiere, was mit Venedig, Genua und Co. passiert ist. Die hatten auch starke internationale wirtschaftliche Beziehungen und heute ist trotzdem nichts mehr von diesen einst mächtigen Staaten übrig. Außer Touristenattraktionen vielleicht.
Eine Sache finde ich echt lustig: wir bauen und entwickeln mitunter die modernsten Waffen und Waffensysteme der Welt und verkaufen das Zeug auf mehreren Kontinenten, schaffen es aber nicht den eigenen Fuhrpark richtig zu warten.

Demnächst werden wahrscheinlich die ADAC- und andere Rettungshubschrauber mit Bordkanonen bestückt und in den Irak oder ans Horn von Afrika geschickt. So gut die zivilen Hubschrauberstaffeln hier (Bergwacht, Polizei, Notarztzubringer, ...) in Schuss sind, so schlecht sieht es bei der Bundeswehr aus haha!
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Wir können es ja. Das ist nicht so wie in der Ukraine, wo 1000 neue Gewehre für die Division bestellt werden und nachdem sich jeder Beamte und Offizier sein Stück vom Kuchen genommen hat 500 gebrauchte dort ankommen.
Wir haben die Industrie, die Logistik und das Management. Es ist nur einfach nicht gefragt. Gelder versickern in völlig maroden Strukturen und keiner tut was. Und das ist auch nichts neues. Wenn man mit Leuten aus der Truppe redet kommt das eigentlich immer durch.
Die völlig unzureichende Ausrüstung unserer Truppen in Afghanistan war ja schon mehrmals Thema in diversen Medien und wurde auch so vom Generalinspekteur angeprangert. Passiert ist nichts. Schuld ist die Politik, man stelle sich mal vor die würden noch mehr Geld reinpumpen, Wehretat und Militär sind einfach zu unbeliebt beim Volk. Deswegen finde ich es schön wie die von der Leyen jetzt auf die Schnauze fliegt. Vielleicht tut sich ja nach dieser internationalen Blamage endlich was.
Mein Ratschlag: einige Gelder bereitstellen und in einem halben Jahr ein großangelegtes Manöver ansetzen, an dem die ganze Truppe, inklusive Luftwaffe, Marine und Reserve, beteiligt ist. Die beteiligten Einheiten sind in völlige Gefechtsbereitschaft zu versetzen. Die Führung einer jeden Teileinheit, die es nicht schafft wie gefordert am Manöver teilzunehmen, wird rigoros abgesägt und ersetzt; ggf. auch die ganze Einheit aufgelöst und umstrukturiert.
Wenn man mal die ganzen Altlasten los ist, kann man langsam mit dem Neuaufbau beginnen.
Damals hat's ja auch funktioniert
