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Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 14:49
von The Rob
Hallo an alle!
Ich bin Robin und habe schon öfters mal in diesem Forum gelesen, habe jetzt aber ein Problem, dessen Lösung ich so nicht finden kann.
Unsere Situation ist die folgende:
Meine Freundin ist Chinesin, sie hat ein Studentenvisum und wir wohnen zusammen.
Wir haben beschlossen zu heiraten, weil uns der ganze AT-Kram auf die Nerven geht

Naja, nicht nur deshalb natürlich, aber das sollte ja klar sein.
Das Problem auf das wir dabei gestoßen sind ist, dass sie adoptiert ist.
(Dieses wollte die Familie eigentlich vor ihr geheim halten und in China wäre eine Heirat mit einem Chinesen ja einfach mit dem Hukuo möglich.)
Das ist deshalb ein Problem, weil in ihrem Hukuo keine Geburt vermerkt ist und deshalb kein Auszug des Hukuo zur Erstellung einer notariellen Geburtsurkunde genutzt werden kann.
Jetziger Stand:
Chinesische Behörden weigern sich eine Geburtsurkunde auszustellen, auch unter Erklärung der Problematik
Das Deutsche Standesamt will in jedem Fall eine Geburtsurkunde, "Im Moment kann ich mit den vorliegenden Dokumenten keine Anmeldung zur Eheschließung vornehmen"
Unser Problem ist also nicht das typische "besser Deutschland oder woanders?", sondern die Frage, wo es überhaupt möglich ist.
Da wir beide in Deutschland (NDS) leben bietet sich erstmal Dänemark wegen der Nähe an, wir wollen beide vermeiden nach China oder HK reisen zu müssen.
Die Schengen-Problematik sollte in diesem Fall ja nicht gegeben sein, weil sie ja bereits einen gültigen AT in Deutschland hat.
Ich hoffe, dass ihr mir weiterhelfen könnt und bitte um Verzeihung, falls ich diese Info hätte finden können!
Gruß, Robin
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:02
von Sachse28
Ich würde es in diesem Fall über eine notarielle Urkunde versuchen. Sie soll mit ihrer ID-Karte, sofern sie auf Heimaturlaub ist, zur dortigen Dorfverwaltung bzw. Wohngebietsverwaltung gehen und sich eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass sie so und so heißt, ihre (Adoptiv)Eltern so und so heißen und dass sie am so und so vielten geboren ist. Das Datum muss ja nicht im Hukou stehe, aber irgendwo ist es ja amtlich vermerkt.
Danach lässt sich sich von der zuständigen Polizeimeldestelle eine weitere Bescheinigung ausstellen, dass diese Angaben stimmen. Bei uns war es lediglich etwas Handgeschriebenes mit'nem roten Polizeistempel. Mit dem Wisch geht es dann zum Stadtnotar, der eine entsprechende Urkunde daraus ausstellen kann. In dieser Urkunde kann auch drinstehen, dass sie adoptiert ist usw.
Überglaubigen, legalisieren und evtl. in D nochmals übersetzen nicht vergessen. Damit könnt ihr dann bei Standesamt auch eine Geburtsurkunde in D ausstellen lassen.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:08
von The Rob
Das Problem ist eben, dass das Standesamt eine Geburtsurkunde will.
In einem anderen thread habe ich gelesen, dass diese im Normalfall einfach erstellt werden, genau so wie du es gesagt hast.
So ein Dokument haben wir auch, weil darin aber nichts zur Geburt steht, sagt das Standesamt:
"Diese Adoptionsurkunde ist nicht ausreichend, wir brauchen eine Geburtsurkunde"
Unbeachtet der Tatsache, dass diese Information in China, im Hukou stehend ausreichend ist und die chineischen Behörden deswegen keine darüber hinausgehenden Dinge bescheinigen wollen.
Ihre leiblichen Eltern, Geburtsort, sowie tatsächliches Geburtsdatum sind nicht bekannt.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:15
von Sachse28
Eine chinesische notarielle Urkunde über die Geburt, legalisiert durch ein deutsches Konsulat, ist in D ein rechtsgültiges Dokument und kann gegenüber allen Behörden verwendet werden. Im Einzelfall wird zusätzlich eine Übersetzung durch einen in D vereidigten Übersetzer verlangt. Der Zweck ("Bescheinigung der Geburt") wird als Überschrift in dieser Urkunde klar herausgestellt.
Selbst für den Fall, dass Du in China eine Geburtsurkunde bekommen würdest, müsste diese als notarielle Urkunde legalisiert werden.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:20
von Sachse28
The Rob hat geschrieben:Ihre leiblichen Eltern, Geburtsort, sowie tatsächliches Geburtsdatum sind nicht bekannt.
Dann soll genau dieser Sachverhalt in der notariellen Urkunde so mit aufgenommen werden. Also Geburtsort: unbekannt, Geburtstag: unbekannt.
Das Problem ist nur, dass die deutschen Beamten eine rechtsgültige Urkunde benötigen. Woher sollen die sonst wissen, ob das Dokument echt ist oder ob jemand schon mit 500 Männern verheiratet und lediglich ein gefaktes Dokument einreicht. Dafür ist die Legalisierung eines chin. Dokumentes da.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:43
von Israfael
Du schreibst doch selber das du gegen eine Hochzeit in Dänemarkt nichts auszusetzen hast, warum heiratest du dann nicht da? Deine Situation bietet sich doch perfekt für so eine einfache Hochzeit an. Mach dir doch nicht den Stress mit einer Heirat in Deutschland/China/Hong Kong, wenn ihr eh schon beide in Deutschland seit und einfach nach Dänemark fahren könnt.
Soweit ich weiß, gibts da einige Standesämter wo man ohne Geburtsurkunde heiraten kann. Einfach mal danach googlen, da findest du genügend Informationen.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:48
von The Rob
Theoretisch geht das so aus der Adoptionsurkunde auch hervor (Kind wurde gefunden und Geburtsdatum geschätzt)
Ich habe jetzt mal bei der Standesbeamtin angefragt, wie es aussieht, wenn das alles explizit genannt wird, so wie du es sagtest.
Aber zurück zu der anderen Thematik: Dänemark
ich habe darüber auch schon mit der Standesbeamtin gesprochen, sie hält das auch für eine Möglichkeit, die wir in jedem Fall in Betracht ziehen sollten.
"Mir ging auch bereits die Möglichkeit durch den Kopf, das Sie in einem Land heiraten, in dem Sie als deutscher Staatsangehöriger kein Ehefähigkeitszeugnis benötigen und in dem nicht so hohe Anforderungen an die Urkunden bestehen., z. B. Dänemark oder Hong Kong oder die USA. In der Regel wird die Eheschließung auch für den deutschen Rechtsbereich anerkannt.
Problematisch wird es erst dann wieder, wenn ein gemeinsamer Ehename bestimmt werden soll oder ein Kind geboren wird – denn da haben Sie erneut die Problematik mit der Geburtsurkunde."
Die üblichen Probleme mit Dänemark treten ja, soweit ich das bis jetzt verstanden habe, nur dann auf, wenn man das mit einem Schengen-Visum probiert.
Da eben die Frage:
Durch ihren gültigen AT als Studentin sollte doch sowohl die Heirat in Dänemark möglich sein, als auch eine Ausreise zwecks erneuter Einreise zur FZF nicht nötig sein. Richtig?
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:50
von The Rob
Israfael hat geschrieben:Du schreibst doch selber das du gegen eine Hochzeit in Dänemarkt nichts auszusetzen hast, warum heiratest du dann nicht da? Deine Situation bietet sich doch perfekt für so eine einfache Hochzeit an. Mach dir doch nicht den Stress mit einer Heirat in Deutschland/China/Hong Kong, wenn ihr eh schon beide in Deutschland seit und einfach nach Dänemark fahren könnt.
Soweit ich weiß, gibts da einige Standesämter wo man ohne Geburtsurkunde heiraten kann. Einfach mal danach googlen, da findest du genügend Informationen.
Genau so stellt sich uns das dar.
Nur leider waren die meisten Informationen hier eher auf HK fixiert - weil eben meist einer in D und einer in CN war und deswegen eh einer den langen Flug machen musste.
Außerdem hatte ich gehofft, dass vielleicht jemand einen konkreten Anbieter empfehlen kann - die überschlagen sich ja alle mit Selbstlob

Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:57
von Israfael
The Rob hat geschrieben:Nur leider waren die meisten Informationen hier eher auf HK fixiert - weil eben meist einer in D und einer in CN war und deswegen eh einer den langen Flug machen musste.
Das Problem ist hier viel mehr das Visa für den chinesischen Partner. Außerdem wird der Zweck eines Touristenvisum missbraucht. Dann kommt noch hinzu, dass sie nach der Heirat wieder ausreisen muss. Deswegen ist die Option in Dänemark zu heiraten eher schlecht geeignet.
The Rob hat geschrieben:Außerdem hatte ich gehofft, dass vielleicht jemand einen konkreten Anbieter empfehlen kann - die überschlagen sich ja alle mit Selbstlob

Ich glaub es gibt hier einige wenige die in Dänemark geheiratet haben aber leider kann ich dir da auch nicht helfen. Ich selbst werde in Deutschland heiraten und hab nicht dein "Glück". Wenn dir niemand einen Tipp gibt, musst du wohl oder übel selbst entscheiden, welchen Anbieter du für Vertrauenswürdig hältst. Ich glaube manche davon sind doch nicht ganz so seriös.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 15:58
von Sachse28
Schau mal in dieses Forum:
http://www.info4alien.de
Das Dänemark-Thema taucht dort häufig auf.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 17:42
von The Rob
Dort bin ich auch schon am Suchen, meist beschränkt sich das aber auf die Problematik:
"Wie!? Schengenvisum reicht nicht, warum muss denn meine Frau jetzt zurück und dann FZF!?" bla bla
Bis jetzt hab ich weder Informationen dazu gefunden, wie es bei Heirat in Dänemark mit gültigem AT aussieht, noch dazu, welche Unternehmen generell empfohlen werden.
Weiss hier vielleicht jemand, unabhängig von der DK-Frage, wie das nach der Hochzeit abläuft?
Kann sie dann automatisch die neue AE bekommen, ohne eine FZF?
Sie hat einen AT zu Studienzwecken.
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 18:19
von The Rob
Na immerhin ist das ja schonmal ein Lichtblick.
Da die deutsche Standesbeamtin unser Problem nicht so richtig verstehen kann oder will, konzentrieren wir uns erstmal auf Dänemark.
Das löst aber noch nicht das Problem mit der Geburtsurkunde, die wir ja langfristig trotzdem noch brauchen werden. (Kinder)
Und die Standesbeamtin ist bis jetzt nicht in der Lage uns mitzuteilen, ob eine erweiterte Adoptionsurkunde ausreicht, die besagt, dass Eltern, sowie Geburtsort und -datum nicht bekannt sind.
Kopf -> Wand
Sowas sollte eventuell zu beschaffen möglich sein, darum könnte sie sich dann auch selbst kümmern, wenn wir irgendwann mal nach China fliegen.
Wenn das denn den wählerischen deutschen Behörden reicht.
Weiss zufällig jemand, wie in D eine Geburtsurkunde für z.B. die Babyklappen-Kinder ausgestellt wird?
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 21:59
von Squire
Hallo und willkommen,
ich würde an eurer Stelle auch in Dänemark heiraten. Das dürfte definitiv der einfachste Weg für euch sein. Was die Geburtsurkunde angeht - wie schon andere hier geschrieben haben - einfach später bei einem Besuch in China besorgen.
Die Ehe wird auch so ohne Geburtsurkunde eingetragen - erst wenn ihr eine deutsche Eheurkunde wollt muss da eine Geburtsurkunde vorgezeigt werden. Schwachsinnigerweise sind Geburtsurkunden nur 6 Monate gültig (als ob sich der Geburtstermin frei rotierend in der Zeit bewegen würde)
Was mich persönlich interessieren würde ... was macht denn das Standesamt bei der geburt eines Kindes wenn die Geburtsurkunde/n der Eltern oder eines Elternteils nicht vorliegen ... tragen die dann die Geburt nicht ein? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen!
In diesem Sinne .. viel Glück euch beiden
Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 23:34
von The Rob
Squire hat geschrieben:
Was mich persönlich interessieren würde ... was macht denn das Standesamt bei der geburt eines Kindes wenn die Geburtsurkunde/n der Eltern oder eines Elternteils nicht vorliegen ... tragen die dann die Geburt nicht ein? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen!
Genau das haben wir uns auch gedacht. Deshalb können wir das mit der Geburtsurkunde dann auch sehr gelassen angehen.
Etwas anderes ist meiner Freundin jetzt noch aufgefallen:
Im Hukou stehen die ganzen Adoptionsinformationen drin, sind aber nicht als solche markiert (Adoptiveltern, Adoptionsort und festgelegtes Geburtsdatum sind dort einfach als Eltern, Geburtsort und Geburtsdatum eingetragen.) Evtl stellen die Behörden dann, wenn man sich geschickt anstellt auch einfach damit eine Geburtsurkunde aus, ohne es überhaupt zu merken, dass sie adoptiert ist.

Re: Heiraten - natürlich nicht ohne Probleme
Verfasst: 11.10.2013, 23:51
von Linnea
Squire hat geschrieben:Schwachsinnigerweise sind Geburtsurkunden nur 6 Monate gültig (als ob sich der Geburtstermin frei rotierend in der Zeit bewegen würde)
Nein, das stimmt nicht. Nur in bestimmten Fällen muss eine neu ausgestellte Geburtsurkunde vorgelegt werden. Eine Hochzeit ist so ein Fall. Für die meisten anderen Fälle, in denen auch eine verlangt wird (ob sinnvollerweise oder nicht sei mal dahin gestellt) ist es egal, wie alt das Ding ist.