LianhuaSan hat geschrieben:Hallo Mario,
Möchte da noch einmal mit ein paar infos anschließen. Ich habe Abschluß einer kaufmännischen Schule (kein Hochschulabschluß) und Weiterbildungen im Office Management. Mein zweiter Beruf ist Facharbeiter in der Baubranche. Ich wusste auch schon vorher das es in China genau auf der Facharbeiterebene genug Menschen gibt die selbst Arbeit brauchen. Ich schätze in diesen beiden Bereichen wenig chancen zu haben. Meine Freundin ist Chinesin. Sie ist Friseuse (mit Meisterprüfung und eine zeit lang selbständig), Sie möchte sehr gerne das ich zu Ihr nach China komme. Möchten gerne 1-2 Jahre in China bleiben, heiraten und dann zurück nach Österreich. Aber jetzt weiter zu meinen Möglichkeiten: Das mit dem Lehren der Muttersprachen in Schulen oder Kindergärten würde ich gerne machen. Die Bezahlung würde auch passen. Aber wie sieht das aus, braucht man wahrscheinlich zumindest 2-3 Jahre nachweisliche Erfahrung im Unterrichten?? Wenn nicht,

. Production wäre vielleicht trotz des geringen Einkommens eine Notlösung. Fällt mir noch ein, daß ich nach der Heirat ein Visum für ein Jahr mit Verlängerungsoption bekommen kann. Reicht das für eine Arbeitsaufnahme?? Gibt´s sonst noch Möglichkeiten???
Grundsätzlich stehen Deine Chancen auf ein reguläres Arbeitsvisum in China schlecht. Das schließt leider auch Sprachschulen ein. Du kannst natürlich trotzdem nach China kommen und hier heiraten. Am Wohnort Deiner Frau, also dort wo sie gemäß ihres Hukou gemeldet ist, kannst Du danach in der Tat eine kurzfristige Residence Permit (maximale Dauer ist ein Jahr) beantragen. Diese hat dann jedoch den selben Status wie das Touristenvisum und als Zweck den "Familienbesuch".
Es erlaubt Dir nicht in China einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Es ist eine Tatsache, dass viele Expats die Beschränkungen mit dem Arbeitsvisum ignorieren und Sprachschulen etc. finden, welche sie dennoch "schwarz" arbeiten lassen. Davon kann ich Dir nur abraten, da in der letzten Zeit vermehrt in Sprachschulen und anderen Gewerben welche durch hohe illegale Beschäftigungszahlen aufgefallen sind Razzien durchgeführt und die ausländischen Dozenten/Arbeiter überprüft werden. Im Falle einer illegalen Beschäftigung drohen Dir Geldstrafen, die Ausweisung aus China und Du wirst "geblacklistet", bekommst so schnell also auch kein neuerliches Visum mehr für China.
Was Dir nicht verboten ist, ist Deine Frau in ihrem täglichen Leben zu unterstützen. Natürlich unentgeltlich. Wenn Du also in der Übergangsphase damit leben kannst, dass Deine Frau das Geld verdient und Du dich um den Haushalt kümmerst, ggf. die Bücher in ihrem Unternehmen sortierst usw., dann ist das ein bisher akzeptierter Graubereich. Wohlgemerkt,
solange Du kein Geld verdienst und damit auch kein Job eines Chinesen gefährdet wird! Auch könntest Du versuchen für diese Zeit remote-Tätigeiten in Deiner Heimat zu finden. Sprich Du hast einen Arbeits-/Praktikums- und/oder Entsendevertrag einer ausländischen Firma, welche Dich in China einsetzt (mit Business-Visum) oder bei Selbständigkeit Auftraggeber in Österreich welchen egal ist wo Du arbeitest (und Du hälst Dich dabei eben als Tourist auf Familienbesuch in China auf). Wichtig ist, dass letzteres auch ausdrücklich geschäftliche Aktivitäten in China ausklammert! Also z.B. in China Waren einkaufen, sie nach Österreich verschiffen und dort verkaufen benötigt in China ebenfalls das Business Visum.
Für die Übergangsphase bis Ihr beide ggf. nach Österreich zurück kehren möchtet wird sich IMHO ein eigenes Gewerbe in China für Dich nicht lohnen.
Ich hoffe, Du hast nun einen guten Überblick über Deine Möglichkeiten in China und wünsche Euch beiden viel Glück!