Eine Geschichte ohne Happy-End :(
Verfasst: 03.05.2012, 11:30
Anderthalbe Jahre exakt auf den Tag habe ich gekämpft und schließlich doch verloren, da mich meine Kraft verlassen hat. Anderthalb Jahre war ich mit der Frau zusammen, mit der ich hätte liebend gern alt werden hätte können. Und doch sollte es nicht so sein.
Alles begann Ende Oktober 2010. Wir lernten uns auf einer Sprachplattform zum Finden von Tandempartnern kennen. Da sie nicht weit von mir weg wohnte wollten wir den persönlichen Sprachaustausch wahrnehmen. Vorher trafen wir uns jedoch, einfach um uns ein bisschen kennenzulernen. Ich zeigte ihr in diesem Zusammenhang dann auch gleich die Stadt in der sie eine Wohnung gemietet hatte. Als ich sie das erste mal sah und mit einem "ni hao" begrüßte (weil sie mich sonst fast in der Menschenmenge übersehen hätte), war es um mich geschehen. Ihre Ausstrahlung hatte mich einfach umgehauen. Sie, eine bildhübsche Chinesin, damals 25 Jahre alt, aus gut situierten Familie aus einer größeren Stadt in Hunan und studierte Juristin.
Von unseren ausgiebigeren Gesprächen in QQ wusste ich bereits, dass sie anders ist als all die anderen Chinesinnen, die mal eben nur schnell englisch lernen wollen und vielleicht nebenbei noch unverzüglich nach Einkommen, Wohnung und/oder Haus fragen. (Anmerkung: Dies bestätigte sich auch weiterhin die folgenden anderthalb Jahre, ich wurde also dahergehend nicht von ihr enttäuscht oder getäuscht).
Naja, nach einigen Treffen passierte es dann, es knisterte zwischen uns. Und war bewusst, dass es nicht einfach werden würde, da unterschiedliche Sprache, nur englisch als Austauschsprache, unterschiedliche Kulturen, Denkweisen, Auffassungen... Aber wir beschlossen, diese Herausforderung anzunehmen.
Zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten war sie nur noch für ca. eine Woche in Deutschland, weil sie zwischenzeitig noch was in China zu erledigen hatte, das Rückflugticket für Deutschland war aber schon gebucht für Anfang Dezember. Wir waren also direkt auf die Probe gestellt, für ca. einen Monat getrennt zu sein.
Wir entschlossen uns, einen Blog zu schreiben, damit wir aufgrund des Zeitunterschieds trotzdem in Kontakt stehen konnten, außerdem installierte ich QQ auf meinen Firmen-PC, damit wir tagsüber schreiben konnten.
Die Zeit verging nur sehr langsam, doch irgendwann waren die 28 Tage Trennung dann vorbei und wir konnten wieder zusammen sein. Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie in dem Moment, als ich sie vom Flughafen abholen konnte und wir zu mir fuhren, wo ich alles superschön für sie mit Kerzen, Rosen usw. vorbereitet hatte.
Wir waren wirklich so glücklich in dieser Zeit. Ganz zu Beginn als wir zusammenkamen hatte sie mich gebeten, nichts über meine Vergangenheit zu erzählen, weil sie es nicht wissen mochte, sie möchte einfach nur mich ab dem Zeitpunkt unseres ersten Treffens kennen. Hier machte ich meinen ersten Fehler. Da ich ihr während ihrer Zeit in China klarmachen wollte, dass ich ein "guter" bin, sagte ich, dass ich vor ihr nur eine einzige Beziehung hatte und diese 7 Jahre lang hielt (was wirklich so ist).
Dass mir die Aussage später noch viele Nerven kosten würde wusste ich nicht, zu dem damaligen Zeitpunkt schien sie aber etwas beruhigt, wenn auch traurig, dass ich ihr es gesagt hatte, obwohl sie es nicht wissen wollte.
Die Zeit verging wie im Flug bis sie plötzlich eines Tages eine Entdeckung machte, die bei mir völlig in Vergessenheit geraten war: Mein altes Whiteboard, welches komplett mit Papieren und Rechnungen der letzten Jahre zugehangen war. Sie wollte ein bisschen saubermachen und fand dann plötzlich ein paar Buchstaben. Aus Neugier entfernte sie dann alle Blätter und was sah dort den Namen von mir und meiner Ex, in einem Herzen stehen, zusammen mit ein paar anderen süßen Worten. Sie war in dem Moment so außer sich, dass sie schon halb auf dem Weg zurück nach China war, ich sie aber noch halbwegs beruhigen konnte.
Ab dort ging eigentlich alles mehr und mehr den Bach herunter. Sie fragte ständig und wieder und wieder, warum ich das nicht entfernt hätte, ob sie mir noch was bedeutet hätte, ob ich was in Erinnerung behalten will, oder wie ich sonst dazu komme, es nicht entfernt zu haben? Meine Aussage, dass ich es einfach vergessen hatte (was wirklich so war) und das Whiteboard auch seit Jahren unbenutzt nur vor sich rum gehangen hat, akzeptierte sie zu keinem Zeitpunkt. Für sie war immer klar (und ich konnte sie wahrscheinlich bis zu letzt nicht von diesem Gedanken abbringen), dass ich irgendwie noch was als Erinnerung behalten wollte, sonst hätte ich es ja entfernt.
Die Diskussion mit dem Whiteboard erstreckte sich dann ca. bis Ende letzten Jahres, immer und immer wieder wurde dieses Thema aufgekocht, obwohl es schon zig mal diskutiert wurde.
Eines Tages fand sie dann auch heraus, dass das Nummernschild meines Autos ja praktisch auch aus den Buchstaben von mir und meiner Ex bestand, sowie einem Datum. Warum ich das nicht geändert hätte, fragte sie mich bestimmt eintausend mal. Ich sagte ihr, dass ich das Nummernschild schon längere Zeit ändern wollte (hatte sogar noch eine alte Email an die Zulassungsstelle aus dem November 2010 vorliegen), aber warum ich es dann bis April/Mai 2011 noch nicht geschafft hatte, die Nummer zu ändern, war ihr unverständlich. Mein Argument, dass mir die Nummer nichts bedeutet und nur eine NUmmer sei, und ich den Vorgang des An/Abmelden eines Fahrzeugs als zu aufwendig empfand, akzeptierte sie so nicht, warf mir vor, dass ich auf ihre Gefühle keine Rücksicht nehmen würde usw. usw. Zusammen mit dem Whiteboard war mein Nummernschild das Nummer eins Thema, jede Woche, oftmals abwechselnd. Wieder und wieder musste ich mich stundenlangen Diskussionen aussetzen, wie, warum, und weshalb alles so sei.. Sie fragte mich, warum ich das Nummernschild nicht für sie geändert hätte, ob ich ihr eine Sache vorenthalten wollen würde und nur für meine Ex aufhebe, sprich einen Bereich, der unantastbar für sie selbst wäre, was ich natürlich verneinte. Für mich war das Nummernschild einfach nur unwichtig... Ich hab dann einige Zeit später das Nummernschild zu meinen und ihren Initialen geändert. Damit war sie dann aber auch nicht zufrieden... Irgendwann ließ dieses Thema dann aber nach und es kam mehr und mehr die Frage auf, warum ich denn so lange mit meiner Ex zusammen gewesen wäre, wenn ich (wie ich es ihr sagte), überhaupt nicht zufrieden gewesen sei. Ich sagte ihr mehrfach, dass ich einfach auf den richtigen Moment warten wollte, da meine Ex eine sehr gebrechliche Persönlichkeit gewesen ist und ich verhindern wollte, dass sie sich etwas antut.
Generell wurde das Thema bezüglich meiner Ex-Freundin immer "beliebter". Ich bereue es wirklich, jemals von ihr gesprochen zu haben, denn ich fühlte, je mehr ich erzählte, desto mehr fragte sie. Ich hatte einmal versucht zu sagen: "So jetzt ist Schluss, ich sag jetzt nix mehr", dann war sie komplett aufgebracht, wie ich denn sowas machen könne, ob ich sie nicht liebe usw. Innerhalb der letzten anderthalb Jahre kamen ihrerseits immer wieder fragen auf, ob ich das, was ich für sie alles machen würde, auch für meine Ex gemacht hätte, was ich stets verneinte, weil es wirklich der Fall gewesen war.
Ich muss jedoch auch einräumen, dass ich zwischendurch Mist gebaut habe und sie teilweise belogen habe. So habe ich ihr zunächst nie gesagt gehabt, dass ich schonmal verlobt war, auch als sie mich dies gezielt fragte. Sie schaute des öfteren Fernsehen und fragte mich Dinge wie "Ist es normal, wenn die Leute sich gegenseitig mit "Schatz" ansprechen, was ich dummerweise verneinte und stattdessen sagte, dass sowas nur Leute sagen, die sich wirklich sehr nahe stehen und deren Beziehung sehr besonders ist"... Irgendwann überführte mich die Aussage, weil sie wusste, dass ich früher meine Ex auch Schatz genannt hatte, ich hatte mich also selbst gelinkt... Ich wollte ihr einfach das Gefühl geben und sie darin bestärken, dass sie wirklich die einzige für mich ist, für die ich alles machen würde (und ich tat wirklich alles für sie). Ich habe also selbst einiges an Vertrauen bei ihr eingebüßt durch die Aktion. Als wir dann eines Tages so wirklich Zoff hatten und eigentlich kurz vor der Trennung waren, hab ich den ganzen Mist, den ich vorher verheimlicht hatte (auch, um sie nicht zu verletzen), einfach rausgehauen, weil es mir in diesem Moment egal war. Das war wie ein Befreiungsschlag für mich, für sie nur der Anlass weitere Fragen zu stellen, wie die solche, ob die Verlobung wirklich ernst war, was die Ringe gekostet haben, ob wir eine Feier hatten und und und ... Für mich war die Verlobung nie eine wirkliche Verlobung, ich kaufte damals ein paar billige Ringe für rund 100 Euro und sagte meiner Ex damals auch, dass ich sie jetzt nicht einfach fragen kann, ob sie mich heiraten will, weil ich mich einfach nicht bereit fühlen würde.
Durch das Gebrochene Vertrauen fiel es ihr schwer, mir zu glauben, dass dies alles so seine Richtigkeit hat, ich musste wieder und wieder beteuern, dass wir nie eine Feier hatten und mir die Verlobung wirklich nichts bedeutete und und und. Trotz meiner Beteuerungen hakte sie immer wieder nach.
Es ging stimmungsmäßig bei mir immer weiter den Bach runter, da ich immer noch alles für sie tat, mir neue Dinge überlegte um sie täglich zu überraschen... jedoch immer mit zweifelnden Blicken und Fragen ihrerseits, ob ich es wirklich nur für sie machte. Dies in Kombination mit langen Diskussionen, mit sich immer wiederholenden Themen ließen mich mehr und mehr die letzten Wochen und Monate ermüden, da ich immer 200% geben musste um 50% Akzeptanz für die "süßen Dinge" zu erhalten. Das geht auf Dauer nicht gut.
Sie betonte regelmäßig, dass sie einen Mann mit einem reinem Herz haben wollte, was ich aus meiner Sicht jedoch war, da ich mein Herz nur an sie gab, nicht jedoch an meine Ex. Sie sagte, sie wünschte sich einen Mann ohne Vergangenheit, ohne Freundin. Der könnte ich ja für sie sein, wenn ich meine Vergangenheit einfach ausblenden würde. Ich sagte ihr sehr oft, dass ich das bereits getan hätte, sie ja jedoch diejenige wäre, die immer wieder auf alten Themen rumreiten würde...
Sie regte mich in der Zwischenzeit sogar so sehr auf, dass ich meinen Aufenthalt in China kurzfristig und mit vielen bösen Worten abbrach, sie in ihrer Wohnung, mich anflehend nicht zu gehen, zurückließ. Im Flieger dann das Erwachen "was hab ich da getan"... Zwischenlandung: Ich rief sie direkt an und sagte, dass es mir voll leid täte, sie in ihrer Wohnung so zurückgelassen zu haben, sie so jämmerlich zu sehen, lauthals um Hilfe gerufen zu haben, weil sie mich nicht aus der Wohnung gehen lassen wollte und mit Sachen um sich warf. Ihre Eltern waren in dieser Zeit auch sehr besorgt um sie, ihre Mutter telefonierte mit ihr stundenlang um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist und sie nicht unüberlegt handelt.
Ich versprach ihr, dass ich mich bessern würde und sowas nicht mehr passieren würde. (Das war Ende Dezember 2011). Nach dieser Zeit erwähnte sie des öfteren mal, dass sie etwas Angst vor mir habe, was mir natürlich sehr leid tat, weil ich mich im Dezember 2011 selbst nicht wieder erkannt habe. Ich war mein ganzes Leben lang nicht so gewesen, vorallem so aufgebracht und tempramentvoll, dass ich sogar rumschreien würde. Das ließ mich selbst über mich erschrecken.
Die letzten Tage kam es nochmal zum Eklat, wir hatten beide etwas getrunken und sie fing wieder mit dem Thema "Mann ohne Vergangenheit" an, was mich wieder total ankotzte. Ich meinte einfach, dann solle sie zu ihrem Ex aus der Unizeit zurückgehen und mit ihm zusammensein, denn der hat keine Vergangenheit mit einer anderen. Es folgt wieder eine wilde Diskussion, die mir dann aber irgendwann zuviel wurde. Ich holte ihren Koffer, packte all ihren Kram rein, suchte noch einige Taschen zusammen um das meiste zu verstauen. Ich war wirklich rasend und sagte, dass sie jetzt gehen sollte, ich würde sie zu irgendeinem Hotel fahren, da ich die Schnauze vollhätte mit all dem Scheiss.
Ich fuhr sie zu einem Hotel in der nächst größeren Stadt, schmiss ein Teil ihrer Sachen auf den Gehweg (wie Koffer usw.) und wollte losfahren. Dann schaute sie kurz und fand ihren Ausweis nicht, ich also wieder nach Hause gefahren, Ausweis gesucht und nochmal zur Stadt... Während der Fahrt beruhigte ich mich wieder etwas und packte sie letztlich doch wieder ins Auto und fuhr mit ihr nach Hause. Nach einer langen Diskussion oder Aussprache, dachte ich eigentlich, dass wir nun endgültig Klarheit in die Sache gebracht hätten, sie machte mir sogar morgens noch Frühstuck und bereitete mein Mittagessen für in die Firma vor... Als ich dann aber Abends nach Hause kam, wurde ich (trotz eines netten Telefonats in der Mittagspause) mit einem schmollenden Gesicht empfangen, wo es mir dann irgendwie reichte. Ich war einfach total unglücklich inder Situation und hielt es nicht mehr aus. Nachdem ich die Küche saubergemacht hatte, kam es dann zur Aussprache, dass ich einfach nicht mehr kann. Ich habe ihr gesagt (in aller Ruhe und Gelassenheit), dass ich einfach nicht mehr so weitermachen kannn und das mit uns keine Zukunft hat, sowie dass sie bitte ihre Sachen (wieder) packen möchte und alles weitere in die Wege leiten soll, damit sie bis im Laufe des morgigen Tages alle persönlichen Dinge aus meiner Wohnung bringen konnte.
Sie ist jetzt erstmal bei einer Freundin untergekommen und ich bringe (aufgrund der Masse) morgen die letzten Sachen ihr persönlich mit dem Auto vorbei.
So, das ist meine Geschichte. Ich weiß nicht, ob ich einfach nur extremes Pech hatte oder ob ich eigentlich der Anlass dafür bin, das alles so geendet ist.
Fest steht für mich: Ich liebe sie immer noch, und sie liebt mich ebenfalls. Aber es hat einfach keine Zukunft für uns. Es wird nur schlimmer und schlimmer und wir würden uns mehr und mehr in etwas reinsteigern.
In diesem Sinne kann ich nur hoffen, dass die Zeit alle Wunden heilt.
Sie fehlt mir, ich kann nur an sie denken, aber es geht einfach nicht !!
P.S. Ich habe einen anderen Account hier im Forum, möchte dessen Identität aber nicht preis geben.
Alles begann Ende Oktober 2010. Wir lernten uns auf einer Sprachplattform zum Finden von Tandempartnern kennen. Da sie nicht weit von mir weg wohnte wollten wir den persönlichen Sprachaustausch wahrnehmen. Vorher trafen wir uns jedoch, einfach um uns ein bisschen kennenzulernen. Ich zeigte ihr in diesem Zusammenhang dann auch gleich die Stadt in der sie eine Wohnung gemietet hatte. Als ich sie das erste mal sah und mit einem "ni hao" begrüßte (weil sie mich sonst fast in der Menschenmenge übersehen hätte), war es um mich geschehen. Ihre Ausstrahlung hatte mich einfach umgehauen. Sie, eine bildhübsche Chinesin, damals 25 Jahre alt, aus gut situierten Familie aus einer größeren Stadt in Hunan und studierte Juristin.
Von unseren ausgiebigeren Gesprächen in QQ wusste ich bereits, dass sie anders ist als all die anderen Chinesinnen, die mal eben nur schnell englisch lernen wollen und vielleicht nebenbei noch unverzüglich nach Einkommen, Wohnung und/oder Haus fragen. (Anmerkung: Dies bestätigte sich auch weiterhin die folgenden anderthalb Jahre, ich wurde also dahergehend nicht von ihr enttäuscht oder getäuscht).
Naja, nach einigen Treffen passierte es dann, es knisterte zwischen uns. Und war bewusst, dass es nicht einfach werden würde, da unterschiedliche Sprache, nur englisch als Austauschsprache, unterschiedliche Kulturen, Denkweisen, Auffassungen... Aber wir beschlossen, diese Herausforderung anzunehmen.
Zu dem Zeitpunkt als wir uns kennenlernten war sie nur noch für ca. eine Woche in Deutschland, weil sie zwischenzeitig noch was in China zu erledigen hatte, das Rückflugticket für Deutschland war aber schon gebucht für Anfang Dezember. Wir waren also direkt auf die Probe gestellt, für ca. einen Monat getrennt zu sein.
Wir entschlossen uns, einen Blog zu schreiben, damit wir aufgrund des Zeitunterschieds trotzdem in Kontakt stehen konnten, außerdem installierte ich QQ auf meinen Firmen-PC, damit wir tagsüber schreiben konnten.
Die Zeit verging nur sehr langsam, doch irgendwann waren die 28 Tage Trennung dann vorbei und wir konnten wieder zusammen sein. Ich war noch nie in meinem Leben so glücklich wie in dem Moment, als ich sie vom Flughafen abholen konnte und wir zu mir fuhren, wo ich alles superschön für sie mit Kerzen, Rosen usw. vorbereitet hatte.
Wir waren wirklich so glücklich in dieser Zeit. Ganz zu Beginn als wir zusammenkamen hatte sie mich gebeten, nichts über meine Vergangenheit zu erzählen, weil sie es nicht wissen mochte, sie möchte einfach nur mich ab dem Zeitpunkt unseres ersten Treffens kennen. Hier machte ich meinen ersten Fehler. Da ich ihr während ihrer Zeit in China klarmachen wollte, dass ich ein "guter" bin, sagte ich, dass ich vor ihr nur eine einzige Beziehung hatte und diese 7 Jahre lang hielt (was wirklich so ist).
Dass mir die Aussage später noch viele Nerven kosten würde wusste ich nicht, zu dem damaligen Zeitpunkt schien sie aber etwas beruhigt, wenn auch traurig, dass ich ihr es gesagt hatte, obwohl sie es nicht wissen wollte.
Die Zeit verging wie im Flug bis sie plötzlich eines Tages eine Entdeckung machte, die bei mir völlig in Vergessenheit geraten war: Mein altes Whiteboard, welches komplett mit Papieren und Rechnungen der letzten Jahre zugehangen war. Sie wollte ein bisschen saubermachen und fand dann plötzlich ein paar Buchstaben. Aus Neugier entfernte sie dann alle Blätter und was sah dort den Namen von mir und meiner Ex, in einem Herzen stehen, zusammen mit ein paar anderen süßen Worten. Sie war in dem Moment so außer sich, dass sie schon halb auf dem Weg zurück nach China war, ich sie aber noch halbwegs beruhigen konnte.
Ab dort ging eigentlich alles mehr und mehr den Bach herunter. Sie fragte ständig und wieder und wieder, warum ich das nicht entfernt hätte, ob sie mir noch was bedeutet hätte, ob ich was in Erinnerung behalten will, oder wie ich sonst dazu komme, es nicht entfernt zu haben? Meine Aussage, dass ich es einfach vergessen hatte (was wirklich so war) und das Whiteboard auch seit Jahren unbenutzt nur vor sich rum gehangen hat, akzeptierte sie zu keinem Zeitpunkt. Für sie war immer klar (und ich konnte sie wahrscheinlich bis zu letzt nicht von diesem Gedanken abbringen), dass ich irgendwie noch was als Erinnerung behalten wollte, sonst hätte ich es ja entfernt.
Die Diskussion mit dem Whiteboard erstreckte sich dann ca. bis Ende letzten Jahres, immer und immer wieder wurde dieses Thema aufgekocht, obwohl es schon zig mal diskutiert wurde.
Eines Tages fand sie dann auch heraus, dass das Nummernschild meines Autos ja praktisch auch aus den Buchstaben von mir und meiner Ex bestand, sowie einem Datum. Warum ich das nicht geändert hätte, fragte sie mich bestimmt eintausend mal. Ich sagte ihr, dass ich das Nummernschild schon längere Zeit ändern wollte (hatte sogar noch eine alte Email an die Zulassungsstelle aus dem November 2010 vorliegen), aber warum ich es dann bis April/Mai 2011 noch nicht geschafft hatte, die Nummer zu ändern, war ihr unverständlich. Mein Argument, dass mir die Nummer nichts bedeutet und nur eine NUmmer sei, und ich den Vorgang des An/Abmelden eines Fahrzeugs als zu aufwendig empfand, akzeptierte sie so nicht, warf mir vor, dass ich auf ihre Gefühle keine Rücksicht nehmen würde usw. usw. Zusammen mit dem Whiteboard war mein Nummernschild das Nummer eins Thema, jede Woche, oftmals abwechselnd. Wieder und wieder musste ich mich stundenlangen Diskussionen aussetzen, wie, warum, und weshalb alles so sei.. Sie fragte mich, warum ich das Nummernschild nicht für sie geändert hätte, ob ich ihr eine Sache vorenthalten wollen würde und nur für meine Ex aufhebe, sprich einen Bereich, der unantastbar für sie selbst wäre, was ich natürlich verneinte. Für mich war das Nummernschild einfach nur unwichtig... Ich hab dann einige Zeit später das Nummernschild zu meinen und ihren Initialen geändert. Damit war sie dann aber auch nicht zufrieden... Irgendwann ließ dieses Thema dann aber nach und es kam mehr und mehr die Frage auf, warum ich denn so lange mit meiner Ex zusammen gewesen wäre, wenn ich (wie ich es ihr sagte), überhaupt nicht zufrieden gewesen sei. Ich sagte ihr mehrfach, dass ich einfach auf den richtigen Moment warten wollte, da meine Ex eine sehr gebrechliche Persönlichkeit gewesen ist und ich verhindern wollte, dass sie sich etwas antut.
Generell wurde das Thema bezüglich meiner Ex-Freundin immer "beliebter". Ich bereue es wirklich, jemals von ihr gesprochen zu haben, denn ich fühlte, je mehr ich erzählte, desto mehr fragte sie. Ich hatte einmal versucht zu sagen: "So jetzt ist Schluss, ich sag jetzt nix mehr", dann war sie komplett aufgebracht, wie ich denn sowas machen könne, ob ich sie nicht liebe usw. Innerhalb der letzten anderthalb Jahre kamen ihrerseits immer wieder fragen auf, ob ich das, was ich für sie alles machen würde, auch für meine Ex gemacht hätte, was ich stets verneinte, weil es wirklich der Fall gewesen war.
Ich muss jedoch auch einräumen, dass ich zwischendurch Mist gebaut habe und sie teilweise belogen habe. So habe ich ihr zunächst nie gesagt gehabt, dass ich schonmal verlobt war, auch als sie mich dies gezielt fragte. Sie schaute des öfteren Fernsehen und fragte mich Dinge wie "Ist es normal, wenn die Leute sich gegenseitig mit "Schatz" ansprechen, was ich dummerweise verneinte und stattdessen sagte, dass sowas nur Leute sagen, die sich wirklich sehr nahe stehen und deren Beziehung sehr besonders ist"... Irgendwann überführte mich die Aussage, weil sie wusste, dass ich früher meine Ex auch Schatz genannt hatte, ich hatte mich also selbst gelinkt... Ich wollte ihr einfach das Gefühl geben und sie darin bestärken, dass sie wirklich die einzige für mich ist, für die ich alles machen würde (und ich tat wirklich alles für sie). Ich habe also selbst einiges an Vertrauen bei ihr eingebüßt durch die Aktion. Als wir dann eines Tages so wirklich Zoff hatten und eigentlich kurz vor der Trennung waren, hab ich den ganzen Mist, den ich vorher verheimlicht hatte (auch, um sie nicht zu verletzen), einfach rausgehauen, weil es mir in diesem Moment egal war. Das war wie ein Befreiungsschlag für mich, für sie nur der Anlass weitere Fragen zu stellen, wie die solche, ob die Verlobung wirklich ernst war, was die Ringe gekostet haben, ob wir eine Feier hatten und und und ... Für mich war die Verlobung nie eine wirkliche Verlobung, ich kaufte damals ein paar billige Ringe für rund 100 Euro und sagte meiner Ex damals auch, dass ich sie jetzt nicht einfach fragen kann, ob sie mich heiraten will, weil ich mich einfach nicht bereit fühlen würde.
Durch das Gebrochene Vertrauen fiel es ihr schwer, mir zu glauben, dass dies alles so seine Richtigkeit hat, ich musste wieder und wieder beteuern, dass wir nie eine Feier hatten und mir die Verlobung wirklich nichts bedeutete und und und. Trotz meiner Beteuerungen hakte sie immer wieder nach.
Es ging stimmungsmäßig bei mir immer weiter den Bach runter, da ich immer noch alles für sie tat, mir neue Dinge überlegte um sie täglich zu überraschen... jedoch immer mit zweifelnden Blicken und Fragen ihrerseits, ob ich es wirklich nur für sie machte. Dies in Kombination mit langen Diskussionen, mit sich immer wiederholenden Themen ließen mich mehr und mehr die letzten Wochen und Monate ermüden, da ich immer 200% geben musste um 50% Akzeptanz für die "süßen Dinge" zu erhalten. Das geht auf Dauer nicht gut.
Sie betonte regelmäßig, dass sie einen Mann mit einem reinem Herz haben wollte, was ich aus meiner Sicht jedoch war, da ich mein Herz nur an sie gab, nicht jedoch an meine Ex. Sie sagte, sie wünschte sich einen Mann ohne Vergangenheit, ohne Freundin. Der könnte ich ja für sie sein, wenn ich meine Vergangenheit einfach ausblenden würde. Ich sagte ihr sehr oft, dass ich das bereits getan hätte, sie ja jedoch diejenige wäre, die immer wieder auf alten Themen rumreiten würde...
Sie regte mich in der Zwischenzeit sogar so sehr auf, dass ich meinen Aufenthalt in China kurzfristig und mit vielen bösen Worten abbrach, sie in ihrer Wohnung, mich anflehend nicht zu gehen, zurückließ. Im Flieger dann das Erwachen "was hab ich da getan"... Zwischenlandung: Ich rief sie direkt an und sagte, dass es mir voll leid täte, sie in ihrer Wohnung so zurückgelassen zu haben, sie so jämmerlich zu sehen, lauthals um Hilfe gerufen zu haben, weil sie mich nicht aus der Wohnung gehen lassen wollte und mit Sachen um sich warf. Ihre Eltern waren in dieser Zeit auch sehr besorgt um sie, ihre Mutter telefonierte mit ihr stundenlang um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist und sie nicht unüberlegt handelt.
Ich versprach ihr, dass ich mich bessern würde und sowas nicht mehr passieren würde. (Das war Ende Dezember 2011). Nach dieser Zeit erwähnte sie des öfteren mal, dass sie etwas Angst vor mir habe, was mir natürlich sehr leid tat, weil ich mich im Dezember 2011 selbst nicht wieder erkannt habe. Ich war mein ganzes Leben lang nicht so gewesen, vorallem so aufgebracht und tempramentvoll, dass ich sogar rumschreien würde. Das ließ mich selbst über mich erschrecken.
Die letzten Tage kam es nochmal zum Eklat, wir hatten beide etwas getrunken und sie fing wieder mit dem Thema "Mann ohne Vergangenheit" an, was mich wieder total ankotzte. Ich meinte einfach, dann solle sie zu ihrem Ex aus der Unizeit zurückgehen und mit ihm zusammensein, denn der hat keine Vergangenheit mit einer anderen. Es folgt wieder eine wilde Diskussion, die mir dann aber irgendwann zuviel wurde. Ich holte ihren Koffer, packte all ihren Kram rein, suchte noch einige Taschen zusammen um das meiste zu verstauen. Ich war wirklich rasend und sagte, dass sie jetzt gehen sollte, ich würde sie zu irgendeinem Hotel fahren, da ich die Schnauze vollhätte mit all dem Scheiss.
Ich fuhr sie zu einem Hotel in der nächst größeren Stadt, schmiss ein Teil ihrer Sachen auf den Gehweg (wie Koffer usw.) und wollte losfahren. Dann schaute sie kurz und fand ihren Ausweis nicht, ich also wieder nach Hause gefahren, Ausweis gesucht und nochmal zur Stadt... Während der Fahrt beruhigte ich mich wieder etwas und packte sie letztlich doch wieder ins Auto und fuhr mit ihr nach Hause. Nach einer langen Diskussion oder Aussprache, dachte ich eigentlich, dass wir nun endgültig Klarheit in die Sache gebracht hätten, sie machte mir sogar morgens noch Frühstuck und bereitete mein Mittagessen für in die Firma vor... Als ich dann aber Abends nach Hause kam, wurde ich (trotz eines netten Telefonats in der Mittagspause) mit einem schmollenden Gesicht empfangen, wo es mir dann irgendwie reichte. Ich war einfach total unglücklich inder Situation und hielt es nicht mehr aus. Nachdem ich die Küche saubergemacht hatte, kam es dann zur Aussprache, dass ich einfach nicht mehr kann. Ich habe ihr gesagt (in aller Ruhe und Gelassenheit), dass ich einfach nicht mehr so weitermachen kannn und das mit uns keine Zukunft hat, sowie dass sie bitte ihre Sachen (wieder) packen möchte und alles weitere in die Wege leiten soll, damit sie bis im Laufe des morgigen Tages alle persönlichen Dinge aus meiner Wohnung bringen konnte.
Sie ist jetzt erstmal bei einer Freundin untergekommen und ich bringe (aufgrund der Masse) morgen die letzten Sachen ihr persönlich mit dem Auto vorbei.
So, das ist meine Geschichte. Ich weiß nicht, ob ich einfach nur extremes Pech hatte oder ob ich eigentlich der Anlass dafür bin, das alles so geendet ist.
Fest steht für mich: Ich liebe sie immer noch, und sie liebt mich ebenfalls. Aber es hat einfach keine Zukunft für uns. Es wird nur schlimmer und schlimmer und wir würden uns mehr und mehr in etwas reinsteigern.
In diesem Sinne kann ich nur hoffen, dass die Zeit alle Wunden heilt.
Sie fehlt mir, ich kann nur an sie denken, aber es geht einfach nicht !!
P.S. Ich habe einen anderen Account hier im Forum, möchte dessen Identität aber nicht preis geben.