Freddy44 hat geschrieben:im nächsten leben werde ich rechtsanwalt....oder prominenter...dann ist sowas wohl einfacher...

Bischen weniger Opfer mimen und solchen Quatsch wie "wir sind nur gute Freunde hihi" weglassen bringt mehr. Im ersten Frust sei es dir aber gegönnt.
Allerdings würde es sicher helfen wenn ihr im Anschluss dann von der "wir-sind-halt-so-naiv" Schiene runterkommst und anfangt dafür grade zu stehen, dass deine Freundin dem Schalterbeamten erstmal unfein ins Gesicht gelogen hat. Das können wir uns hier im Forum zwar noch alles recht schön reden von wegen naiv und so, die Botschaft wird's aber wenig jucken. Einziger Lichtblick: Die werden solchen Mist regelmäßig aufgetischt bekommen ("meine Ehefrau freut sich auch schon ganz dolle, hihi"), so dass die das kaum persönlich nehmen werden ... hoffe ich mal.
Wenn du dann so weit bist: Hier noch ein paar Ratschläge.
qpr hat geschrieben:Ich glaube nicht, das es etwas bringt, wenn du bei der Botschaft anrufst, schließlich wurde deiner Freundin und nicht dir das Visum verweigert.
Da hat qpr erstmal recht. Deine Freundin beantragt das Visum und warum das abgelehnt wurde geht aus Sicht der Botschaft erstmal nur deine Freundin was an.
Nur mal so als Beispiel: Stell dir mal vor du bist jetzt schon der 5te Deutsche Boyfriend über den sie nach Deutschland will. Was soll die Botschaft da machen? "Jaja, die Wang Li ... die haben wir hier oft ... wie? ... das wussten sie nicht?" Oder aber: du bist wirklich nur ein guter Freund (habt ihr ja so behauptet, oder?), was geht dich dann bitteschön an, was deine Bekannte an Unterlagen eingereicht hat? Die Chinesen nehmen es mit dem faken von Unterlagen zwar nicht so genau, das heißt aber noch lange nicht, dass sie das gerne öffentlich zugeben. Usw. usw..
Wie dem auch sei, dass die Botschaft nur direkt mit den Antragstellern kommuniziert finde ich schon verständlich.
ABER:
Du kannst dir von deiner Freundin eine Vollmacht ausstellen lassen in der sie erklärt, dass die Botschaft dir gegenüber ruhig alles offen legen kann. Wie das genau geht fragst du besser bei der Botschat direkt nach.
Freddy44 hat geschrieben:meinst du,es hat zweck,dort direkt anzurufen,bzw. ein fax zu schicken?
Njein. E-Mail ist denke ich besser.
Mit den Faxen ist das Kunden von mir am Schalter mal so erklärt worden (frei Übersetzt aus dem Chinesischen):
"Nein, Nachreichung besser NICHT per Fax, kann ich nur von abraten. Die Botschaft hat hier ein dutzend Faxgeräte und sie brauchen sich keine Hoffnung machen, dass da 24 Stunden an allen jemand sitzt und nur auf ihr Fax wartet und dann noch aus den 500 Anträgen die wir hier am Tag haben ihren raussucht. Kann trotzdem klappen, aber wir haben hier Nachmittags extra einen Schalter auf wo jemand sitzt der genau weiss, wo ihre Sachen hinkommen. Wenn sie auf Nummer sicher gehen wollen, persönlich heute Nachmittag nachreichen oder nachreichen lassen. Schönen Tag noch." Und auf die Nachfrage:
"Kann ich vielleicht doch faxen (= Entschuldigung, ich habe Wachs in den Ohren)?" gab es
"Kein Gemecker, wenn's schief geht. Klar?"
Okay - das sind nun Nachreichungen und keine Remonstrationen, aber das mit den 500 Anträgen und dass die keinen Faxbeauftragten haben, der da zuordnet fand ich schon interessant. Auch dass die jeden Nachmittag einen Schalter zum Nachreichen abstellen.
Anrufen finde ich hingegen noch schlimmer. Du hast dann nichts - wirklich gar nichts - auf das du sich später mal beziehen kannst, außer deiner Erinnerung. Und sagen wir mal so ... wenn du auch nur den leisesten Hang zum Selbstbetrug hast (sagen wir mal Lügen wie "das ist nur mein Freund" stellen sich ein paar Tage später für dich nur noch als "Rechtsanwälte und Bonzen dürfen alles" dar) dann ist deine subjektive Erinnerung vielleicht das letzte, auf das du dich verlassen solltest.
Lass die Sache lieber schriftlich laufen, alleine schon der Selbstkontrolle wegen. Damit du mit dem arbeitest, was die Botschaft euch tatsächlich mitteilt statt mit dem, was du glaubst (= dir wünschst) gehört zu haben. Bzw. was deine Freundin meint gehört zu haben und du glaubst sie dir mitgeteilt hat.
Deshalb: E-Mail schicken.
Und zwar hierhin:
http://www.peking.diplo.de/Vertretung/p ... ntakt.html
Da wählst du dann nicht "mit dem Botschafter" oder "der Kulturabteilung" oder "dem Regionalarzt" sondern (wer hätt's gedacht) "mit der Visastelle" aus und läßt alles vom Stapel, was du nun wissen möchtest. "Wie kann man remonstrieren?" "Wie erreiche ich Sie?" "Kann ich Sie mal anrufen?" oder was du auch sonst immer an Fragen hast. Hier im Forum fragen ist immer ganz nett ... was am Ende aber zählt ist, was die Botschaft schreibt. Also mjs = lustig ... Botschaft = zählt.
Früher habe ich auch mal gedacht, Fax ist am besten und E-Mail landet doch nur im Spam Ordner. Habe mich da aber eines besseren belehren lassen.
Freddy44 hat geschrieben:das der finanzielle aspekt der absicherung (krankenversicherung,hin und rückflug gebucht und eben die verplichtungserklärung, nach der keine kosten dem staat entstehen....) doch schon ein großes stück ausmacht....
Falsch. Rückkehrbereitschaft ist das A und O.
Oder glaubst du wirklich, dass die jemanden ein Besuchsvisum erteilen, wenn sie nicht glauben er kommt zurück, solange das ganze nur "kostenneutral" ist? Also quasi "alles egal, hauptsache jemand in Deutschland knallt nur genug Euronen auf den Tisch, dann läuft die Sache schon." Muss ich mich doch sehr wundern, nachdem wir hier von dir lesen konnten "Buhu ... Bonzen dürfen alles!"
Erstmal muss klar sein, dass das Besuchsvisum nur zum Besuch und nicht zum Bleiben benutzt werden soll und wenn das nicht klar ist, dann kannst du finanzieren so viel du willst. Und "Flugticket ist schon bezahlt" ist das allerletzte was bei der Botschaft zieht. Die Botschaft will viel vorgelegt bekommen, aber wenn sie was nicht wollen, dann bezahlte Flugtickets. Versuche ich meinen Messekunden immer wieder klar zu machen (kannst ja mal bei Geschäftsvisa schauen, was Messebesucher alles vorlegen dürfen), manche kapieren es sogar.
Und wie beweist man nun Rückkehrbereitschaft? Gar nicht, weil das nicht geht. Ob deine Freundin nur zu Besuch kommt und dann wieder heim fährt liegt ja erst noch in der Zukunft und da kann man schlicht nichts 'beweisen'. Das bedeutet: Hilfsweise müssen die auf der Botschaft abschätzen und eine Prognose machen aus dem, was bereits vorliegt. Also Arbeitsplatz zum Beispiel, ideal nicht nur vom Arbeitgeber gefälligerweise "belegt" sondern auch von unabhängigen Dritten (Bank, Steuerbehörde etc.). Das habt ihr aber nur so mehr schlecht als recht machen können. Und dann kam da auch noch dieser ungewöhnlich lange Urlaubszeitraum vom 72 Tagen ins Spiel, der irgendwie erklärt werden muss. Und da wird die Luft dann irgendwann ziemlich dünn.
Allerdings: Du hast das ganze mit dem Arbeitgeber und den langen Ferien hier im Forum ganz gut erklären können (wobei mir immer noch nicht ganz klar ist: fliegt deine Freundin eigentlich bei ihrem Hauptarbeitgeber raus, wenn sie das Visum bekommen hätte?).
Das Problem ist nur: Alles was wir hier haben ist dein Wort dazu, genauer - das deiner Freundin. Und mehr als euer Wort könnt ihr der Botschaft da wahrscheinlich auch nicht anbieten.
Und jetzt denke ich wird auch dir langsam klar, welche Tragweite eure - nennen wir's beim Namen - kreuzdämliche Lüge gleich mal zu Beginn hatte. Beweisen dass deine Freundin nur zu Besuch kommt könnt ihr nicht (das kann keiner), Belege vom Hauptarbeitgeber habt ihr nicht vorlegen können (ärgerlich für euch) den langen Urlaubszeitraum habt ihr in Folge auch nicht so gut belegen könne (noch ärgerlicher) und das einzige was die Botschaft jetzt noch hat wenn sie irgendwas für euch machen möchte ist euer Wort, dass ihr trotzdem schon keinen Ärger machen und euch an alle Regeln halten werdet.
Euer Wort, oder genauer - das deiner Freundin. Du erinnerst dich, dass war die, die im offiziellen Interview gleich mal behauptet hat, zwischen euch läuft nix. Korrekt? Ernst gemeinte Frage: Was sollen die auf der Botschaft deiner Meinung nach da nun machen?
Es gibt da dieses Englische Sprichwort: "There is no second chance for a first impression" und den ersten Eindruck habt ihr nun mal verbockt. Und du weißt schon ganz gut, warum. Ab jetzt heißt es stromaufwärts schwimmen. Vergiss es, dir die Sache schön zu reden, es wird euch nicht weiter bringen.
Freddy44 hat geschrieben:mir ist durchaus bewußt ... und das sollten studierte leute wie den botschaftsangehörigen eigentlich auch sein ... das wir nicht bewußt lügen oder täuschen wollen.
Junge, ich bitt' dich. Hör' auf dir was vorzumachen. "Nicht bewußt lügen oder täuschen ... also so quasi unbewußt und aus versehen ... habe mich verspruchen ... ups, versprochen ... der Freund / ein Freund ... kann doch mal passieren". Zu blöde nur dass auf Chinesisch Penyou und Nanpengyou schon ziemlich klar abgegrenzt sind.
Statt den Botschaftsmitarbeitern nun die Qualifikation abzusprechen, weil ihr's mit der Wahrheit erstmal nicht so genau nehmen wolltet wäre es sicher besser nochmal grundlegend eure Einstellung zu der Sache zu überholen und dann schauen, on man in der Remonstration noch was reparieren kann.
Wird nicht leicht fürchte ich, aber versuchen kann man es immer mal.