Chinareise in der Gruppe
Verfasst: 06.01.2011, 11:39
Von China lernen heißt siegen lernen. Dieses Plagiat kam uns manchmal in den Sinn, als uns auf unserer 20tägigen China-Rundreise die aufstrebenden Städte Shanghai, Peking oder Xian von unserer Reiseleitung nahe gebracht wurden. Ein ausgeschlafener Riese ist wach geworden und wird wohl im Laufe der Zeit so manch angeschlagenen und müde gewordenen Goliat auf unserem Globus das Fürchten lernen. Allerdings hatten wir den Eindruck, dass dieser Riese augenblicklich auch viel im eigenen Land zertrampelt.
Wir hatten diese Reise zufällig in einem Angebotsblatt vom Discounter Lidl gefunden, der im Auftrag von Bavaria-Rundreisen mit akzeptablen Preisen warb. Unsere Entscheidung, diese schon lange geplante Reise geführt in einer Gruppe zu absolvieren, war rückblickend wegen der Sprachprobleme auch sinnvoll, obwohl wir sonst eher dazu neigen, uns unsere Mitreisenden im Rahmen von Individualreisen selbst auswählen zu dürfen.
Wir hatten mit unserer Reiseleiterin Frau Li Hui eine kluge und erfahrene Frau an der Spitze, die auch problematische Situationen, wie Krankheiten oder Orientierungsstörungen Einzelner geduldig und gut zu meistern wusste. Auch die ortskundigen Reiseleiterinnen und Reiseleiter in den besuchten Städten und auf dem Yangtse-Schiff waren gut qualifiziert und konnten uns ebenfalls einen lebendigen Einblick in die Gepflogenheiten ihres Landes vermitteln. Hiermit möchten wir ihnen dafür Dank sagen(falls sie zufällig hier lesen).
Wie ich schon andeutete, war dies für uns nach sehr langer Zeit wieder eine Reise in einer Gruppe (ca.40 Personen). Nun hatten wir diese Reise nicht angetreten, um Gruppenverhalten zu studieren, sondern um unser Weltbild zu erweitern. Es blieb allerdings nicht aus, dass man gezwungenermaßen darauf gestoßen wurde, auch sehr unangenehme Randbedingungen einer solchen Reise zu erleben und verkraften zu müssen.
Unsere Reisegruppe bestand überwiegend aus Familien und Einzelpersonen aus Österreich und Süddeutschland, einem bayerisch sprechenden Türkenehepaar und einer Dame aus Berlin mit indischer Herkunft.
Es gab mehrere Anlässe, die uns in den drei Wochen des „Beisammenseins in der Gruppe“ zunehmend nervten aber wahrscheinlich bei Gruppenreisen dieser Art nicht ungewöhnlich sind.
Dazu nur einige Beispiele:
Einige Mitreisende lieferten sich ständig Wettbewerbe um die besten (vordern) Plätze im Bus oder beim Einchecken auf dem Flughafen. Trotz relativ hohen Alters mancher Teilnehmer zogen diese an uns keuchend und schwitzend vorbei, um nur ja einen guten Platz zu ergattern. Selbst im Flughafengelände hinderten enge Treppen ganz Eifrige nicht am „Fortkommen“. So erzählte uns z.B. die Dame mit indischer Herkunft, dass Sie ein Herr aus unserer Gruppe mit seinem Koffer die Treppe hinuntergestoßen habe ohne danach auch nur ein Wort der Entschuldigung zu finden. Als dieser Herr zufällig am nächsten Tag bei einem „Bussanlaufwettbewerb“ wieder keuchend an uns vorbeizog, konnte ich das Frotzeln nicht unterdrücken und sagte laut zu meiner Frau: „Eigentlich wollten doch wir heute die Sieger sein“. Diese „Frechheit“ sollte ich beim Frühstück am nächsten Tag büßen, indem mich dieser Kämpfertyp als Strafe nicht an den Toaster lassen wollte(wofür ich ihn natürlich herzhaft auslachte).
Nicht nur, dass sich manche im Bus unbedingt vorn ihre Plätze sicherten, sie besetzten dann auch gleich zwei gegenüberliegende Fensterplätze, sodass der Rest sich mit den hinteren Plätzen begnügen musste. Auch die Vorgabe einer Busfahrtunverträglichkeit wurde zur Sichtverbesserung im Bus genutzt, obwohl man vorher eine 11stündige Flugreise schadlos überstanden hatte.
Verblüfft war ich auch einmal beim Einchecken, als die Koffer eines Mitreisenden plötzlich auf dem Kofferband standen, obwohl nach langem Anstehen eigentlich wir dran waren. Es sind alles so kleine „Eigenheiten“ von Mitreisenden, die einen mit der (langen) Zeit aber doch ganz schön auf den Kranz gehen.
Auf dem Rückflug hatten wir dann noch ein besonderes „Erlebnis“. Als wir nach dem Essen im Flugzeug unseren Sitz zum Schlafen in Ruheposition stellen wollten, wollte uns dies unser Hintermann (aus unserer Reisegruppe) verbieten, da er doch nicht schlafen könne und deshalb am Laptop arbeite. Als ich ihn – es war der bayrisch sprechende Türke- darauf hinwies, dass es doch üblich ist, bei einer so langen Reise die Sitze zum Schlafen nach hinten zu stellen, trat er mit voller Wucht gegen meinen Sitz und schimpfte Deitscher Idiot, Dummkuopf. Erst als ich ihm androhte, dass er es mit diesen Beleidigungen mit meinen Rechtsanwalt zu tun bekommen könnte, wurde er ruhiger und wir kamen zum Schlafen.
Fazit: Es war eine anstrengende, vom Veranstalter gut organisierte Reise mit einem hohen Erkenntniswert in vieler Hinsicht. China könnten wir nun auch ohne Gruppe bereisen.
Bei Indien, Japan oder Vietnam werden wir wohl leider wieder eine Gruppe mit in Kauf nehmen müssen. Aber ich denke, es gibt nicht nur Wettläufer und Egoisten auf dieser Welt.
Wie sind die Erfahrungen anderer Gruppenreisenden?
Wir hatten diese Reise zufällig in einem Angebotsblatt vom Discounter Lidl gefunden, der im Auftrag von Bavaria-Rundreisen mit akzeptablen Preisen warb. Unsere Entscheidung, diese schon lange geplante Reise geführt in einer Gruppe zu absolvieren, war rückblickend wegen der Sprachprobleme auch sinnvoll, obwohl wir sonst eher dazu neigen, uns unsere Mitreisenden im Rahmen von Individualreisen selbst auswählen zu dürfen.
Wir hatten mit unserer Reiseleiterin Frau Li Hui eine kluge und erfahrene Frau an der Spitze, die auch problematische Situationen, wie Krankheiten oder Orientierungsstörungen Einzelner geduldig und gut zu meistern wusste. Auch die ortskundigen Reiseleiterinnen und Reiseleiter in den besuchten Städten und auf dem Yangtse-Schiff waren gut qualifiziert und konnten uns ebenfalls einen lebendigen Einblick in die Gepflogenheiten ihres Landes vermitteln. Hiermit möchten wir ihnen dafür Dank sagen(falls sie zufällig hier lesen).
Wie ich schon andeutete, war dies für uns nach sehr langer Zeit wieder eine Reise in einer Gruppe (ca.40 Personen). Nun hatten wir diese Reise nicht angetreten, um Gruppenverhalten zu studieren, sondern um unser Weltbild zu erweitern. Es blieb allerdings nicht aus, dass man gezwungenermaßen darauf gestoßen wurde, auch sehr unangenehme Randbedingungen einer solchen Reise zu erleben und verkraften zu müssen.
Unsere Reisegruppe bestand überwiegend aus Familien und Einzelpersonen aus Österreich und Süddeutschland, einem bayerisch sprechenden Türkenehepaar und einer Dame aus Berlin mit indischer Herkunft.
Es gab mehrere Anlässe, die uns in den drei Wochen des „Beisammenseins in der Gruppe“ zunehmend nervten aber wahrscheinlich bei Gruppenreisen dieser Art nicht ungewöhnlich sind.
Dazu nur einige Beispiele:
Einige Mitreisende lieferten sich ständig Wettbewerbe um die besten (vordern) Plätze im Bus oder beim Einchecken auf dem Flughafen. Trotz relativ hohen Alters mancher Teilnehmer zogen diese an uns keuchend und schwitzend vorbei, um nur ja einen guten Platz zu ergattern. Selbst im Flughafengelände hinderten enge Treppen ganz Eifrige nicht am „Fortkommen“. So erzählte uns z.B. die Dame mit indischer Herkunft, dass Sie ein Herr aus unserer Gruppe mit seinem Koffer die Treppe hinuntergestoßen habe ohne danach auch nur ein Wort der Entschuldigung zu finden. Als dieser Herr zufällig am nächsten Tag bei einem „Bussanlaufwettbewerb“ wieder keuchend an uns vorbeizog, konnte ich das Frotzeln nicht unterdrücken und sagte laut zu meiner Frau: „Eigentlich wollten doch wir heute die Sieger sein“. Diese „Frechheit“ sollte ich beim Frühstück am nächsten Tag büßen, indem mich dieser Kämpfertyp als Strafe nicht an den Toaster lassen wollte(wofür ich ihn natürlich herzhaft auslachte).
Nicht nur, dass sich manche im Bus unbedingt vorn ihre Plätze sicherten, sie besetzten dann auch gleich zwei gegenüberliegende Fensterplätze, sodass der Rest sich mit den hinteren Plätzen begnügen musste. Auch die Vorgabe einer Busfahrtunverträglichkeit wurde zur Sichtverbesserung im Bus genutzt, obwohl man vorher eine 11stündige Flugreise schadlos überstanden hatte.
Verblüfft war ich auch einmal beim Einchecken, als die Koffer eines Mitreisenden plötzlich auf dem Kofferband standen, obwohl nach langem Anstehen eigentlich wir dran waren. Es sind alles so kleine „Eigenheiten“ von Mitreisenden, die einen mit der (langen) Zeit aber doch ganz schön auf den Kranz gehen.
Auf dem Rückflug hatten wir dann noch ein besonderes „Erlebnis“. Als wir nach dem Essen im Flugzeug unseren Sitz zum Schlafen in Ruheposition stellen wollten, wollte uns dies unser Hintermann (aus unserer Reisegruppe) verbieten, da er doch nicht schlafen könne und deshalb am Laptop arbeite. Als ich ihn – es war der bayrisch sprechende Türke- darauf hinwies, dass es doch üblich ist, bei einer so langen Reise die Sitze zum Schlafen nach hinten zu stellen, trat er mit voller Wucht gegen meinen Sitz und schimpfte Deitscher Idiot, Dummkuopf. Erst als ich ihm androhte, dass er es mit diesen Beleidigungen mit meinen Rechtsanwalt zu tun bekommen könnte, wurde er ruhiger und wir kamen zum Schlafen.
Fazit: Es war eine anstrengende, vom Veranstalter gut organisierte Reise mit einem hohen Erkenntniswert in vieler Hinsicht. China könnten wir nun auch ohne Gruppe bereisen.
Bei Indien, Japan oder Vietnam werden wir wohl leider wieder eine Gruppe mit in Kauf nehmen müssen. Aber ich denke, es gibt nicht nur Wettläufer und Egoisten auf dieser Welt.
Wie sind die Erfahrungen anderer Gruppenreisenden?