Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

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punisher2008
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Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 10:45

Meine Frau hat eine ziemlich große Familie, mit hunderten von Geschwistern, Onkels, Tanten, Nichten, Neffen, Cousins und was sonst noch alles. Ab und zu kommt es vor, das ich/wir um etwas "Hilfe" gebeten werden. Ist ja auch verständlich, wenn man mit einem Ausländer verheiratet ist. Egal mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hat, man ist hier immer der "reiche" (und oft dumme!) Ausländer. Das ist normal, und ich habe keineswegs was dagegen, dass man hin und wieder aushilft, wenn es sich finanziell machen lässt. Meistens ist sowieso nicht viel drin. Wir haben ja unsere eigenen Probleme.
Vorletztes Jahr nahmen wir auf Wunsch meiner Frau ihren Neffen nach Vietnam mit, natürlich hauptsächlich auf meine Kosten. Wir sind ganz sicher nicht reich, und die paar tausend Yuan zusätzliche Kosten machten sich schon bemerkbar. Wäre für mich trotzdem kein so großes Problem gewesen, außer dass ich nicht ein Wort des Danks oder Anerkennung dafür zu hören bekam, weder von dem Jungen noch von den Eltern. Es wurde von allen Beteiligten einfach stillschweigend hingenommen und als Selbstverständlichkeit betrachtet :shock: Das hat mich ehrlich gesagt schon ziemlich irritiert, tut es auch heute noch. Die sind zwar arm und Bauern, aber kann man seine Dankbarkeit nicht durch ein kleines Geschenk oder paar Worte zeigen? Ich denke, das wäre nicht zu viel verlangt. Nicht dass ich sonst so Wert auf Förmlichkeiten lege, aber ein kleines bisschen Anerkennung wäre schon angebracht gewesen finde ich.
Das beste Verhältnis in meiner chinesischen Verwandtschaft habe ich in den letzten Jahren zu einer meiner Schwägerinnen und ihren Töchtern. Genau genommen sind das die einzigen, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe. Dafür helfe ich denen auch am meisten, und sie sind auch immer dankbar und höflich mir gegenüber, im Gegensatz zu den anderen Verwandten. Nicht dass ich ihnen jetzt wahnsinnig viel Bargeld gebe. Aber bei jedem Treffen paar rote Scheine, Geschenke, jeden Monat 100 Yuan auf Handyguthaben der älteren Tochter, Übernehmen aller Kosten auf gemeinsamen Reisen, Kleidung, Schulsachen, Spielzeug, Tanzkurs, neue Handys für die Kinder, oder was auch sonst immer eben gerade so gebraucht oder gewünscht wird, ist bei mir immer zu haben. Außerdem gab ich ihnen mein (vielleicht leichtsinniges) Versprechen, mich in Zukunft an den Kosten für die Ausbildung der Kinder zu beteiligen.
Soweit auch kein Problem meinerseits, ist alles freiwillig. Weder beschwere ich mich noch erwarte ich eine Gegenleistung, sondern mache das alles gern. Nur, in letzter Zeit stellte ich fest, dass je mehr Hilfe und Unterstützung von meiner Seite kommen, umso weniger Respekt und Höflichkeit von ihrer Seite. Dafür bekomme ich aber jetzt viel mehr freche Antworten als früher. Was ich mich frage ist ob das am Alter liegt oder an meinem Verhalten. Zumindest etwas muss ich falsch machen. Eine Bekannte sagt mir des öfteren, dass ich spinne (zumindest sinngemäß) und die Kinder total verderbe. Ich nahm sie nie so richtig ernst, aber vielleicht hat sie doch recht. Manchmal komme ich mir schon vor wie ein Trottel, der sich ausnutzen lässt.
Dass ich mir diese Frage überhaupt stelle liegt auch daran, dass ich in den letzten Tagen den "was will sie?" Thread verfolge, und teilweise Parallelen feststellen muss. Es fielen Worte wie "Hampelmann", "ferngesteuert" (und noch schlimmeres), und dass wenn man jemanden zu gut behandelt man u.U. mehr Schaden anrichtet. Ich weiß, die Situation lässt sich nicht vergleichen. Bei mir ist es keine "Beziehung" sondern es handelt sich um Angehörige. Gerade deshalb machte ich mir ja auch kaum Gedanken.
Trotzdem, ist es möglich, dass sich gewisse Verhaltenweisen auch auf andere menschliche Beziehungen übertragen lassen? Sollte man ganz allgemein andere niemals zu gut behandeln, wenn man nicht will, dass sie den Respekt verlieren? Sollte man grundsätzlich auf Distanz gehen wenn man merkt man wird nicht mehr richtig geschätzt? Auch ich habe das Gefühl, mich ähnlich zu verhalten wie gtvkz8. Ich bin für meine Verwandten immer da wenn sie was brauchen. Ich habe mich zwar nie als "Hampelmann" gefühlt, sondern das ganze eher positive gesehen. Aber nachdem was ich da so lese kommen mir langsam Zweifel. Bin ich jetzt der blöde Ausländer, mit dem man alles machen kann? :?
Ich habe die Antworten noch nicht gefunden, und bin mir nicht ganz sicher, wie ich mich in Zukunft meinen Verwandten gegenüber verhalten sollte/werde. Ich möchte ihnen zeigen, dass es nicht so ganz selbstverständlich ist jemanden zu haben, der einem immer und bei allem hilft, aber - und das ist für mich wichtig - ohne dass es vorwurfsvoll erscheint. Meine Absicht ist es nicht, Vorwürfe zu machen oder zu kritisieren, sondern sie indirekt bewusst werden lassen, dass Hilfe und Unterstützung nie selbstverständlich sind, auch nicht in der Verwandtschaft. Ich will es aber nur andeuten, ohne es offen auszusprechen.
Ich denke mal, ich werde - vorübergehend - mal etwas Abstand halten, und mich auch mit den monatlichen 100 Y für Handy zurückhalten. Mal sehen was dann für eine Reaktion kommt. Als "dummer Ausländer", den man jederzeit ausnutzen kann, möchte ich keinesfalls gelten, als echtes Familienmitglied, auf das man sich immer verlassen kann, schon eher. Ist aber nicht ganz leicht für mich, diesen feinen Unterschied rüberzubringen.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von HK_Yan » 25.09.2010, 11:01

Teste doch einfach mal ob es auch anders herum funktioniert...

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von Sean » 25.09.2010, 11:29

Meine Erfahrung: Dinge, die man umsonst bekommt, schaetzt man nicht, sondern betrachtet sie nach kuerzester Zeit als selbstverstaendlich. Es waere also vielleicht besser gewesen, die Zuwendungen nicht "einfach so" zu geben, sondern nur zu speziellen Anlaessen oder wenn du selbst einen Grund hast, dankbar zu sein.

Das jetzt nachtraeglich zu aendern, koennte schwierig werden, da wie gesagt deine Hilfe (moeglicherweise) schon als "normal" empfunden wird, und wenn du sie jetzt einstellst, empfinden sie das so, als wuerdest du ihnen etwas vorenthalten, das ihnen zusteht. Ich wuerde das also vorsichtig angehen, damit du am Ende nicht als der reiche Geizhals dastehst.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 11:35

HK_Yan hat geschrieben:Teste doch einfach mal ob es auch anders herum funktioniert...

Mensch, ich hab es nicht zur Bank geschafft, könnt ihr mir mal 1000 RMB leihen.
Sowas kann ich natürlich nicht bringen. Die Familie dieser Schwägerin ist vermutlich von allen am schlechtesten dran in der Familie. Wenn ich zu denen ging um mir Geld zu leihen wäre mein Gesicht so ziemlich für immer weg, was nicht unbedingt mein Ziel ist. Ein Ausländer, der sich von einer armen chinesischen Familie Geld leihen will? Danach bräuchte ich mich in diesem Teil der Welt wohl nicht mehr blicken lassen :wink:

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 11:46

Sean hat geschrieben:Meine Erfahrung: Dinge, die man umsonst bekommt, schaetzt man nicht, sondern betrachtet sie nach kuerzester Zeit als selbstverstaendlich. Es waere also vielleicht besser gewesen, die Zuwendungen nicht "einfach so" zu geben, sondern nur zu speziellen Anlaessen oder wenn du selbst einen Grund hast, dankbar zu sein.
Ja, damit triffst du die Sache ziemlich genau auf den Punkt. Da wir uns sowieso selten sehen, waren diese "speziellen Anlässe" eben die wenigen Treffen im Jahr, sowie Geburtstage. Und da es sich hauptsächlich um Kinder handelt, kann ich kaum auf einen Grund warten, dankbar zu sein, bevor ich Hilfe anbiete. Es ist klar, dass Erwachsene eher geben, Kinder eher nehmen. Auch Eltern können ja von den eigenen Kinder schlecht eine Gegenleistung für die Fürsorge erwarten.
Das jetzt nachtraeglich zu aendern, koennte schwierig werden, da wie gesagt deine Hilfe (moeglicherweise) schon als "normal" empfunden wird, und wenn du sie jetzt einstellst, empfinden sie das so, als wuerdest du ihnen etwas vorenthalten, das ihnen zusteht. Ich wuerde das also vorsichtig angehen, damit du am Ende nicht als der reiche Geizhals dastehst.
Das genau ist das Dilemma. Wie verhalte ich mich richtig, ohne den falschen Eindruck zu geben?

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von gzs » 25.09.2010, 11:53

Das was du da schilderst ist kein typisches Problem "reicher Ausländer". Ich sehe gerade große Parallelen zu meiner Situation und meine Familie ist komplett Deutsch, es gibt keinen "reichen Ausländer". Man kümmert sich um seine Nichten und Neffen weil man sie gern hat und alles was man bekommt ist Undank oder noch schlimmer Neid.

Wobei man den Kindern keinen Vorwurf machen kann, die tun nämlich nur was sie von ihren Eltern vorgelebt bekommen.

Stellst du so etwas fest, hilft nur dass du dich zurückziehst. Machen kannst du nichts, denn wenn du weiter so handelst bist du weiter der Hampelmann - ziehst du dich zurück bist du zwar trotzdem der Depp, aber es kostet dich weniger Geld und Nerven :)

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 12:04

qpr hat geschrieben:Im Endeffekt mußt du selber entscheiden, ob du es so weiter laufen lassen willst.
Schränkst du es ein, wirst du vielleicht wieder mehr Dank bekommen, da es für deien Familie dann wieder etwas besonderes ist.
Dass ich etwas an der Situation ändern muss ist mir klar. Ich hatte sogar einige Male vor, den Kontakt ganz abzubrechen, was ich auch ihrer Familie "vorschlug". Das wollten sie aber ganz klar nicht, und ich denke, es wäre auch der falsche Weg. Eigentlich will ich ja keine "Dankbarkeit" in dem Sinn. Die Schwägerin und Töchter bedanken sich für jedes, auch kleine Geschenk. Aber das sind Äußerlichkeiten. Echte innere Dankbarkeit und Respekt mir gegenüber, wie ich sie damals bei ihnen bemerkte, sind verloren gegangen. Was ich möchte ist die Erkenntnis, dass nichts im Leben selbstverständlich ist, auch die Geschenke und Fürsorge des vermeintlich reichen Verwandten.
Letzten Monat brachte ich die Kinder mit dem Zug von ihren Großeltern in Guangxi in ihren Heimatort, einfach aus Sicherheitsgründen. Ich hatte sicher keinen Spaß dabei, den ganzen Tag im Zug und Bussen zu verbringen. Aber für die Mühe wurde ich noch angegiftet und kritisiert, und wir redeten fast die ganze Fahrt nichts. Solche Sachen sind es, die mich stören. Wenn ich helfe tue ich das nicht für mich selbst und habe nichts davon, aber es kam mir öfter vor, als wäre es ein riesen Gefallen ihrerseits, dass ich überhaupt helfen darf. Solches Verhalten finde ich nicht ganz in Ordnung.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von Hendrik » 25.09.2010, 12:13

Vorwort:
Ich bin noch nicht verheiratet

Zu den Ähnlichkeiten mit dem "was will sie?" Thread:
Nein, ich sehe da vorerst wenig Ähnlichkeiten. Wie Du bereits bemerkt hast, ist Deine Ausgangssituation anders.

Zu Dankbarkeit:
Da ich schon seit Jahren nicht mehr bei meiner Familie wohne und diese nur sehr selten sehe, werde ich mal einen Vergleich zu meinem Freundeskreis ziehen. In meinem nächsten Freundeskreis wurde Bitte und Danke schon lange abgeschaft. Ich sage ja auch nicht Danke, wenn meine Mutter mir ein Frühstück auf den Tisch stellt. Allerdings weis ich, dass andere Menschen das anders sehen. Meine Tante verlangt von mir nach wie vor für jeden Scheiss Bitte und Danke. Ich find das baut Distanz auf.
Schau doch mal wie sich Dankbarkeit zwischen Deinen Verwandten äußert.

Dankbarkeit äußert sich bei uns anders. Vor allem äußert sie sich in Prioritäten. Wenn ich was von einem guten Freund will, dann wird er andere Aktivitäten sein lassen und für mich Zeit haben. Die Türen für gute Freunde stehen immer offen und man hilft sich gegenseitig. Nicht mit Geld, aber mit guten Ideen, ehrlichen (harten) Worten und man hört einander zu.

Wie gut ist Dein Chinesisch? Kannst Du mit denen direkt reden? Wie gut verstehst Du was die Verwandten sagen, wenn die untereinander reden. Wenn Dein Chinesisch zu schwach ist, fühlst Du Dich möglicherweise ausgegrenzt und die Verwandten wissen eigentlich nicht wer Du bist, weil Du nichts über Dich erzählen kannst. Ich weiss aus Erfahrung, dass oft die Freundin dann Übersetzer spielt, aber ich denke ein Gespräch über eine Mittelsperson ist nur ein zehntel (oder sogar nur ein hunderdstel) so viel Wert wie ein direktes Gespräch.

Finanziell ist es im Freundeskreis so, dass die Person die Geld hat, auch einmal für alle etwas zahlt. Die nicht so finanzstarken Personen nehmen die Rechnungen in den Situationen, wenn der Betrag kleiner ist.

Vorschlag:
Ich vermute mal, Deine Wohnung ist vermutlich deutlich besser als die der relativ armen Verwandten. Lade doch derren Kinder in Deine Wohnung ein für ne Woche zum wohnen. Für die Kinder ist das genau so gut wie ne Woche Vietnam, für Dich aber hundert mal billiger. Versuch auf jeden Fall mal mehr indirekte Leistungen zu geben. Vielleicht kannst Du einem Verwandten ein Jobangebot vermitteln? Vielleicht sind auch mal ehrliche Worte gut. Wenn es mal zu viel ist, dann sag es. Du kannst den Neffen nicht mitnehmen in den Urlab, da Du gerade auf ein Auto, Haus, .... sparst. Du hoffst, dass es im folgenden Jahr wieder geht, aber als Alternative bietetst Du was kleineres an, wie zb. ein Wochenendausflug in der Gegend.
.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 12:25

gzs hat geschrieben: Stellst du so etwas fest, hilft nur dass du dich zurückziehst. Machen kannst du nichts, denn wenn du weiter so handelst bist du weiter der Hampelmann - ziehst du dich zurück bist du zwar trotzdem der Depp, aber es kostet dich weniger Geld und Nerven :)

Gerhard
Und wie erfolgreich war dein Rückzug bei deinen Nichten und Neffen? Bei Kindern ist es eben immer problematischer als bei Erwachsenen. Wenn man da eine Weile keinen Kontakt mehr hat, ist man ziemlich schnell weg vom Fenster. Daher mache ich mir auch Sorgen, ob es soweit kommt, wenn ich den Kontakt abbreche. Es könnte zwar sein, dass sie dann wieder eher auf mich zugehen. Oder aber es ist ganz Schluss. Das ist schwer vorhersehbar.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von gtvkz8 » 25.09.2010, 12:37

punisher2008 hat geschrieben:Letzten Monat brachte ich die Kinder mit dem Zug von ihren Großeltern in Guangxi in ihren Heimatort, einfach aus Sicherheitsgründen. Ich hatte sicher keinen Spaß dabei, den ganzen Tag im Zug und Bussen zu verbringen. Aber für die Mühe wurde ich noch angegiftet und kritisiert, und wir redeten fast die ganze Fahrt nichts.
Da muss du aber auch sehen, dass es Kinder sind. Ich weiß nicht in welchem Alter sie sind aber ich hab als Kind sicherlich auch mal mehr oder weniger grundlos andere Leute angegiftet weil ich irgendwas nicht wollte. Vielleicht wollten die Kinder einfach nicht zu den Großeltern und du kriegst dann eben deren "Dank" ab weil sie das bei ihren Eltern so nicht rauslassen können!?

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von lamlok » 25.09.2010, 12:39

punisher2008 hat geschrieben:Meine Frau hat eine ziemlich große Familie, mit hunderten von Geschwistern, Onkels, Tanten, Nichten, Neffen, Cousins und was sonst noch alles. Ab und zu kommt es vor, das ich/wir um etwas "Hilfe" gebeten werden. Ist ja auch verständlich, wenn man mit einem Ausländer verheiratet ist. Egal mit welchen Schwierigkeiten man zu kämpfen hat, man ist hier immer der "reiche" (und oft dumme!) Ausländer. Das ist normal, und ich habe keineswegs was dagegen, dass man hin und wieder aushilft, wenn es sich finanziell machen lässt. Meistens ist sowieso nicht viel drin. Wir haben ja unsere eigenen Probleme.
Vorletztes Jahr nahmen wir auf Wunsch meiner Frau ihren Neffen nach Vietnam mit, natürlich hauptsächlich auf meine Kosten. Wir sind ganz sicher nicht reich, und die paar tausend Yuan zusätzliche Kosten machten sich schon bemerkbar.......usw usf

*Umfall* :shock:

Ich vermute, solch eine Beziehung wäre für mich ein Beziehungskiller...ok, ich bin ja auch weiblich und deutsch noch dazu....
Nichts gegen helfen, da würde ich mich sicher sehr einbringen, aber sicher nicht in Form von (regelmässigen) Geldzuwendungen, meine Neffen mit in den Urlaub nach Vietnam zu nehmen, u.ä.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 12:57

Hendrik hat geschrieben:Wie gut ist Dein Chinesisch? Kannst Du mit denen direkt reden? Wie gut verstehst Du was die Verwandten sagen, wenn die untereinander reden.
Mit diesem Teil der Verwandtschaft rede ich Kantonesisch. Meines ist alles andere als perfekt aber ich denke die Kommunikation klappt recht gut. Untereinander sprechen sie eine Art Hakka, von dem ich wenn ich Glück habe nur so die Hälfte verstehe. Sprache ist bei uns aber nicht so das Problem.
Vorschlag:
Ich vermute mal, Deine Wohnung ist vermutlich deutlich besser als die der relativ armen Verwandten. Lade doch derren Kinder in Deine Wohnung ein für ne Woche zum wohnen. Für die Kinder ist das genau so gut wie ne Woche Vietnam, für Dich aber hundert mal billiger.
Schon längst geschehen. Seit den Winterferien 2009 verbringen sie (bis jetzt) alle großen Ferien bei mir, das waren zusammengerechnet sicher über 2 Monate insgesamt. Und nach Vietnam wollten sie eigentlich nie. Das war der Urlaubsplan meiner Familie in dem Jahr, und meine Frau hatte von sich aus das Hirngespinst, ihren Neffen mitzunehmen.
Nur, "billiger" als Vietnam waren die Besuche meiner Nichten nicht unbedingt. Wir gingen ja öfter essen, einkaufen, Friseur, schwimmen, Spielautomaten etc. Da kamen wir in 2 Wochen auch locker auf über 5000 Y, trotz eigener Wohnung.
An dieser Stelle muss ich aber meine Nichten mal verteidigen. Sie sind durchaus dankbar, bescheiden, höflich, und stellen an mich nie irgendwelche Forderungen. Sie sind Lichtjahre besser als der Neffe, der mit uns nach Vietnam kam. Aber in letzter Zeit sind aus den höflichen bescheidenen Kindern teilweise launische undankbare Teenager geworden. Was auch der Grund für ihr verändertes Verhalten sein kann. Aber man weiß es eben nicht.
Du kannst den Neffen nicht mitnehmen in den Urlab, da Du gerade auf ein Auto, Haus, .... sparst. Du hoffst, dass es im folgenden Jahr wieder geht, aber als Alternative bietetst Du was kleineres an, wie zb. ein Wochenendausflug in der Gegend.
Auch das ist gelöst. Der Neffe kommt mir nirgends mehr mit, soviel ist klar :lol: . Nach seinem Verhalten damals kann er froh sein wenn er bei Familienessen überhaupt noch bei mir am Tisch sitzen darf.

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von gege » 25.09.2010, 12:58

Was sagt denn Deine Frau dazu? Ist sie der Meinung Du machst alles Richtig? Ich meine, ihr seid ja verheiratet. Da gehören finanzielle Entscheidungen auch durch 2 geteilt. Wenn ich in so eine Situation kommen würde, hätte meine Frau da ganz schnell einen Riegel vorgeschoben :shock:

Du hast wahrscheinlich ein sehr ausgeprägtes Helfersyndrom. Ist ja ansisch auch eine positive Sache, aber wenn man eine gewisse Undankbarkeit dafür zurückbekommt, würde mir da auch ganz schnell die Lust vergehen.

Ich kann als Beispiel meine Neffen in Deutschland nehmen. Die sind durch ihre Oma total verwöhnt wurden. Wenn wir sie mal besucht haben, kam dann irgendwann anstelle von eine Begrüßung: "Hast Du uns was mitgebracht?" :evil: Irgendwann hab ich denen dann überhaupt keine Geschenke mehr gemacht.
Nach einiger Zeit vergingen dann auch die Nachfragen. Jetzt freuen sie sich wieder darüber, wenn ich mal was mitbringe.
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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von punisher2008 » 25.09.2010, 13:18

gtvkz8 hat geschrieben:Da muss du aber auch sehen, dass es Kinder sind. Ich weiß nicht in welchem Alter sie sind aber ich hab als Kind sicherlich auch mal mehr oder weniger grundlos andere Leute angegiftet weil ich irgendwas nicht wollte. Vielleicht wollten die Kinder einfach nicht zu den Großeltern und du kriegst dann eben deren "Dank" ab weil sie das bei ihren Eltern so nicht rauslassen können!?
Du hast ja recht! Ich bin ja eigentlich auch schon sehr nachsichtig im großen und ganzen. Im Grunde dürfen die alles bei mir, und wenn sie mich besuchen gibt es grundsätzlich keine Regeln. Sie dürfen die ganze Nacht fernsehen, meine Einrichtung zerlegen, Tag und Nacht an meinem Laptop ins Internet usw. Nur, ich bin auch nur ein Mensch, und auch meine Geduld hat manchmal Grenzen. Nicht bei solchen Sachen, da hab ich überhaupt keine Probleme mit. Aber wenn man sich bemüht und keine Kosten scheut nur damit sie sicher nach Hause kommen, und ich dafür einen ganzen Tag lang angefeindet werde, am Abend nach langer Bahnfahrt sie dann nicht mal Zeit haben mit mir abendzuessen, dann bin ich darüber halt nicht so wahnsinnig glücklich. Sie sind übrigens 13 und 14, also keine kleinen Kinder mehr.
Auf die ganzen Hintergründe kann ich hier auch nicht eingehen. Dazu startete ich vor einem Jahr einen extra Thread:
http://forum.chinaseite.de/ftopic9543.html

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Re: Werde ich von meinen chinesischen Verwandten ausgenutzt?

Beitrag von gtvkz8 » 25.09.2010, 13:30

punisher2008 hat geschrieben:Sie sind übrigens 13 und 14, also keine kleinen Kinder mehr.
Dann ist das schon die Erklärung, Stichwort Pubertät :D

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