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Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:04
von BT-ProAudio
Hallo ihr,
ich habe jetzt nicht das ganze Forum durchforstet weil es einfach zuviel ist und entsprechende Antworten und Threads mit Sicherheit schwer zu finden sind. Daher schreibe ich mal drauf los. Wir sind eine dreiköpfige Familie und planen eine Auswanderung aus DE raus. Wenn ich als Grund hierfür den Arbeitsmarkt mit den darin integrierten Schimmelpilzen namens
"Personalservice" oder auch anders ausgedrückt
"Zeitarbeitsfirma" und deren Zahlungsmoral erwähne sollte das schon dicke reichen um soweit wie möglich von DE zu verschwinden. Ein Ende der legalen Arbeitnehmerabzocke ist nicht in Sicht. Im Gegenteil....Berlin unterstützt den Scheiss ja auch noch tatkräftig.
Wir haben uns bereits einige Auswanderungsmöglichkeiten angeschaut. Hierunter auch Kanada und USA. Allerdings sind die Bestimmungen ja kaum zu erfüllen. China ist kulturell ein grandioses Land. Viele Sehenswürdigkeiten, freundlichste Menschen und so weiter. Ich will hier aber jetzt nicht zu sehr ausschweifen.
Frage: Wenn ich mit meiner Frau und meinem Sohn ( 11J ) nach China einwandern möchte, welche Steine gilt es weg zu räumen? Auf der Webseite
http://www.chinaseite.de" target="_blank habe ich bereits einige Infos sammeln können. Ich habe durch geschäftliche Kontakte einen Freund in Shenzen bei der Firma Weiding. Ich möchte dort gerne arbeiten und mit meiner Familie in China den Lebensabend verbringen. Nun haben wir aber beide das Problem keine abgeschlossene Ausbildung zu haben. Bei dem einen aus gesundheitlichen, bei dem anderen aus privaten Gründen. Allerdings sind Fachkenntnisse im Handwerk vorhanden und englisch kann zumindest ich recht gut. Auffrischung natürlich von Nutzen. Beide wollen wir arbeiten, denn mit einem Gehalt wird man wahrscheinlich nur schwer zurecht kommen.
Zusätzlich betreiben wir hier in DE ein Gewerbe ( Familienbetrieb ) und würden dies gerne in China weiter führen. Welche Chancen haben wir ein unbegrenztes Visum zu bekommen? Wir möchten nicht mehr nach DE zurück. Das soll Fakt sein und auch bleiben. Eine nette 3-4 Zimmerwohnung mieten, beide einen normal bezahlten Job plus unser Gewerbe als Zusatzverdienst und irgendwann vielleicht ein kleines Haus kaufen ( wenn der Preis und der Zustand des Objektes es zulassen. ) Man soll ja grundsätzlich klein anfangen. Ich gehe jetzt mal vom günstigsten Fall aus: Mein Kontakt kann mir einen Job in der Firma wo er arbeitet verschaffen sodass zumindest ich schon mal Arbeit habe. Lässt sich hier eventuell Land sehen? Habe wir eine Chance?
Danke im Voraus
Ralf
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:17
von RoyalTramp
Wenn dir die Firma, in der dein Bekannter arbeitet, ebenfalls einen Vollzeitjob geben kann, sollte sie auch in der Lage sein, für dich eine Aufenthaltserlaubnis zu erwirken. Denn an dieser Aufenthaltserlaubnis scheitert es in vielen Fällen...
Aber mal was anderes: Was wisst ihr eigentlich über China? Wart ihr schon einmal hier und habt euch das angeschaut? Ab wann würdet ihr denn umsiedeln wollen? Und wenn es sofort sein soll, wie sieht das eigentlich dein Sohn? Denn die Schule könnte hier in China könnte ehrlich gesagt zu einem mächtigen Problem werden.
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:33
von BT-ProAudio
Unser Schritt ist nicht unüberlegt und ich lese gerade in diesem Moment einiges über die chinesischen Gepflogenheiten, die Kultur und den Wirtschafts-Status. Ist ne Menge Material, aber ich habe ja uach noch etwas Zeit um mich da durch zu wühlen.
Umsiedeln erst wenn alles passt und ich 100%ig einen Job bekommen kann. Unser Sohnemann ist da recht flexibel. Er weis das wir auswandern wollen und die Sache mit der Schule wäre auch in anderen Ländern ein Problem, das aber gelöst werden kann. Kinder haben bekanntlich die wenigsten Probleme sich ihrer neuen Umgebung anzupassen. Man muss sich eben anpassen und den europäischen Grundgedanken hinter sich lassen. Sicher, umsiedeln so schnell wie möglich aber auch so sicher wie möglich. Es nutzt mir nichts wenn ich nach 3 Monaten nach DE zurück muss weil irgend etwas nicht funktioniert. Das Risiko ist dann doch zu groß. Denn schließlich würden wir hier alles aufgeben und auch unser meistes Hab und Gut verkaufen. Wenn es dann in die Hose geht steht man in DE ziemlich leer da. Das soll es dann nicht gewesen sein.
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:38
von happyfuture
Hallo Ralf,
willkommen im Forum!
Grundsätzlich habe ich verstanden, dass Du mit Deiner Familie Deutschland verlassen möchtest. Warum die Bedingungen für Kanada nicht zu erfüllen sind, kann ich nicht nachvollziehen. M.E. ist die Auswanderung nach Kanada nebst Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis wesentlich einfacher zu realisieren, als das für China möglich ist.
Es ist richtig, dass Du Dich bestmöglich vorbereitest und alle Kanäle nutzt, um eine Entscheidung für Euere Auswanderung zu treffen. Wie @RT schon angedeutet hat, möchte ich Dir nahe legen, das Land Eurer Wahl zu besuchen, da Ihr diese Erfahrung nur selber erleben und nicht "erlesen" könnt. Nach Kanada oder China auswandern ist ein gewaltiger Unterschied: Klar musst Du die "Regeln" abklären, was für eine Einwanderung notwendig ist.
Auswandern nach China
Auswandern nach China (inkl. Hong Kong und Macau) - Lohnt es sich?
Arbeiten in China
Querverweise hier im Forum:
Leben und Arbeiten in China
Du hast Frau und einen schulpflichtigen Sohn - in wie weit Euer Freund für Euch tätig werden kann, sollte er bei seiner Firma abklären können. Bezüglich China und Kultur, so wie es gerne als Reich der Mitte dargestellt wird, werdet ihr in Shenzhen weniger vorfinden. Insgesamt ist das Leben hier in einer Trabantenstadt mit Millionen von Einwohnern in keiner Weise mit D oder Kanada vergleichbar.
Viel Glück und gute Inspiration,
Grüße aus Wuhan
Edit: habe soeben deinen 2. Beitrag gelesen, klingt sehr gut!
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:49
von BT-ProAudio
Mit Kanada haben wir das Problem der fehlenden Berufsausbildung und der Gewerbeanmeldung. Unter 300000CAD Kapital braucht man da nicht dran zu denken. Das haben mir die Jungs im Kanada-Forum bereits mehr als deutlich gemacht. Das das Leben im "Reich der Sonne" nicht in allen Provinzen leicht und gemütlich ist wie man vielleicht aus schlechten TV-Serien kennt ist mir durchaus bewusst. Ich hatte Shenzen ja auch nur beispielhaft als Ansatz erwähnt. Letztlich ist uns die Ecke in die es uns hinziehen soll egal. Es muss dort nur Arbeit für uns geben. Das ist als erstes wichtig. Man kann, einmal in China ansäßig, ja immer noch nach anderen Gegenden ausschau halten. Wichtig ist erst mal da sein, arbeiten können und auch dürfen und zurechtkommen lernen. Der Rest wird sich schon ergeben, denke ich.
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:50
von RoyalTramp
Dann gebe ich dir den Tip und lasse mal die Lektüre über Kultur und Gepflogenheiten beiseite, denn die sind drittrangig bei Eurem Vorhaben nach China auszuwandern, sondern beschäftigt Euch intensiv mit dem hiesigen Schulwesen, damit ihr z.B. nicht von den horrenden Schulgebühren überrascht werdet, die ihr hier bezahlen werden müsst. Denn Bildung in China ist sauteuer...ganze Familien verkaufen ihre Habseligkeiten, nur um die Schulgebühren für ihre Zöglingen zu bezahlen. Dann ist die schulische Ausbildung mitunter katastrophal, mit Frontalunterricht nonstop...bis 18 Uhr...sitzen, hören, auswendig lernen und das ganze natürlich NUR auf Chinesisch.
Vorschlag: Ihr lasst Euren Sohn erst einmal zuhause, bis er wenigstens sein Abi hat, dann könnte man überlegen, ob er nicht gleich den Sprung an eine chinesische Uni machen möchte, was mitunter gar nicht schlecht sein muss.
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:57
von BT-ProAudio
Dein Gedanke ist nicht verkehrt. Ich weis um die Schulbildung bescheid und auch das es sehr teuer ist. Allerdings...wir haben hier niemanden der auf den jungen Mann aufpassen kann. Unsere Familien sind auf beiden Seiten nicht mehr existent, sprich verstorben. Deshalb hält uns auch nichts mehr in DE. Und bis der Kleine auf die Uni kann sind wir beide bereits an die 50. Dann lohnt sich das Auswandern auch nicht mehr so richtig. Was die lange Schulbankdrückerei betrifft, hier in DE ist er auch auf eine Ganztags-Schule gegangen. Und das auch bis 16:00h. Mit welchen Kosten ( in Euro ) muss denn monatlich für Schule gerechnet werden?
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 02:58
von happyfuture
RoyalTramp hat geschrieben:Vorschlag: Ihr lasst Euren Sohn erst einmal zuhause, bis er wenigstens sein Abi hat, dann könnte man überlegen, ob er nicht gleich den Sprung an eine chinesische Uni machen möchte, was mitunter gar nicht schlecht sein muss.
sorry @RT, hier wird deutlich, dass Du keine eigenen Kinder hast.
In dem Punkt stimme ich Ralf absolut zu, dass sein Sohn die wenigsten Probleme haben wird und aus meiner Sicht - in einer intakten Familie - für sich große Vorteile rausholen kann, die Du an keiner Deutschen Schule oder Universität "erlernen" kannst!

Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:02
von happyfuture
na ja, vielleicht bin ich ein Exot ...
habe auch nie in meinem Leben von "Auswandern" gesprochen: Mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohl fühle und dies ist z.Z. kaum zu glauben WUHAN.

Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:03
von BT-ProAudio
@happy:
gibt es da auch Arbeit für uns?
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:08
von BT-ProAudio
In Kanada z.B. dürften wir unser Gewerbe nur dann weiterführen wenn wir in einem Zeitraum von 3J für mindestens 12Mon einen Kanadier einstellen würden. Hallo??? Wir sind ein Familienbetrieb.

Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:12
von BT-ProAudio
happyfuture hat geschrieben:na ja, vielleicht bin ich ein Exot ...
habe auch nie in meinem Leben von "Auswandern" gesprochen: Mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohl fühle und dies ist z.Z. kaum zu glauben WUHAN.

Mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohl fühle und dies ist z.Z. kaum zu glauben - nicht mehr Deutschland
Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:13
von happyfuture
BT-ProAudio hat geschrieben:@happy:
gibt es da auch Arbeit für uns?
Ohne gute Kontakte zu Chinesischen oder Ausländischen Firmen ist ein Arbeitsplatz schwierig zu bekommen, und den brauchst Du für eine Aufenthaltsberechtigung mit Arbeitserlaubnis. Der Betrieb muss sogar dem Staat gegenüber glaubhaft machen, warum er in diesem Fall einen Ausländer gegenüber einem Chinesen vorzieht.
Ohne Vitamin B sehr, sehr schwierig, eher denen vorbehalten, die eine entsprechend hochqualifizierte Ausbildung nebst erfolgreicher Berufslaufbahn vorweisen können.
Diese und weitere Hinweise wirst Du bei Deinen Recherchen finden.
Was für eine Arbeit suchst Du denn? Was sind Deine Qualifikationen?
EDIT: Es ist weitaus einfacher, einen kanadier einzustellen!

Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:14
von happyfuture
BT-ProAudio hat geschrieben:happyfuture hat geschrieben:na ja, vielleicht bin ich ein Exot ...
habe auch nie in meinem Leben von "Auswandern" gesprochen: Mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohl fühle und dies ist z.Z. kaum zu glauben WUHAN.

Mein zu Hause ist dort, wo ich mich wohl fühle und dies ist z.Z. kaum zu glauben - nicht mehr Deutschland
sehr gut erkannt, darauf wollte ich hinaus! Bist ein guter Beobachter, das gefällt mir!
Ich bin nie irgendwohin "gewandert", um mich zu Hause zu fühlen

Re: Einwandern nach China
Verfasst: 31.08.2010, 03:16
von happyfuture
BT-ProAudio hat geschrieben:In Kanada z.B. dürften wir unser Gewerbe nur dann weiterführen wenn wir in einem Zeitraum von 3J für mindestens 12Mon einen Kanadier einstellen würden. Hallo??? Wir sind ein Familienbetrieb.

Was ist das für ein Gewerbe?
Könnt Ihr davon leben?
Selbständigkeit in China ist so eine Sache, gerne mehr per PN (falls gewünscht)
