Geburt in China

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Marco73
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Geburt in China

Beitrag von Marco73 » 17.08.2010, 18:52

Hallo,

wie schon ein paar von euch wissen,bekommen wie anfang november nachwuchs.
je näher der tag kommt desto nervöser werde ich irgendwie.(ist halt das erste kind für uns beide)

das grösste problem ist für mich ist das ich wohl nicht bei der geburt dabei sein kann bzw. meine frau sagt ich sollte lieber ein paar tage später kommen weil wir ja einige sachen erledigen müssen bei der botschaft und dafür das baby mitnehmen müssen.

ich hab natürlich schon etwas angst das nicht alles glatt geht.

wahrscheinlich ist es ne doofe frage aber wie ist ds in china im krankenhaus mit den geburten? werden da die werdenden mütter genauso überwacht wie in deutschland,meine frau sagte mir etwas von einem VIP status den mann bei der geburt im krankenhaus bekommen kann. (den meine frau aber garnet haben will ....)

ich mach mir wahrscheinlich mehr nen kopf darüber als meine frau...

vielleicht kann mir ja einer nen paar tipps geben was wir beachten und machen sollten.

lg Marco

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Babs
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Re: Geburt in China

Beitrag von Babs » 17.08.2010, 19:32

Hallo Marco,

eine Bekannte von mir hat vor kurzem in China ihr Kind zur Welt gebracht. Sie ist dafür extra von Shanghai zurück in ihre Heimatstadt in der Provinz gefahren, weil sie da Freunde und Verwandte hat, die wiederum Freunde oder Verwandte von guten Ärzten kennen, oder aber Beziehungen zu guten Krankenhäusern haben. Sie sagte mir, in Shanghai gäbe es zwar vielleicht die besseren Krankenhäuser, da sie aber niemanden kenne und es sich nicht leisten könne, eine angemessene Summe zu schmieren, wolle sie das Risiko nicht auf sich nehmen.

Wenn Deine Frau ein gutes Gefühl hat, kannst Du auch entspannen. Sie wird am besten wissen, wo und in welchem Krankenhaus, resp. bei welchem Arzt sie gut aufgehoben ist, mit anderen Worten, sie braucht offenbar keinen "VIP-Status", weil sie sich auf ihr Beziehungsgeflecht verlassen kann.

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Re: Geburt in China

Beitrag von 88--Guiyang--88 » 17.08.2010, 19:50

Babs hat geschrieben:es sich nicht leisten könne, eine angemessene Summe zu schmieren, wolle sie das Risiko nicht auf sich nehmen.

...

weil sie sich auf ihr Beziehungsgeflecht verlassen kann.
So ein gequirrlter Unsinn... Eine Geburt ist genau so Massenabfertigung wie eine Blinddarm Entfernung, gutes Krankenhaus kostet gutes Geld und man wird dort auch ohne Schmieren entspr. behandelt.

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Re: Geburt in China

Beitrag von incues » 17.08.2010, 21:01

88--Guiyang--88 hat geschrieben:So ein gequirrlter Unsinn... Eine Geburt ist genau so Massenabfertigung wie eine Blinddarm Entfernung, gutes Krankenhaus kostet gutes Geld und man wird dort auch ohne Schmieren entspr. behandelt.
Falls du mit "Massenabfertigung" zufällig meinst, dass die Ärzte ihr Handwerk verstehen und die Geburt bzw. der Eingriff schnell von statten geht, dann stimme ich dir zu.
Jedoch nicht(!) in dem Punkt, dass man niemanden "schmieren" muss, um kurzfristig einen Termin für eine Behandlung für andere Weh-Weh'chen in einem guten Krankenhaus zu bekommen.
Da hätte ich so einige Referenzfälle im erweiterten Kreis der Familie.
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Re: Geburt in China

Beitrag von ingo_001 » 17.08.2010, 22:04

Da es in China so gut wie keine Privat-Ärzte gibt (man rennt wg. allem ins Krankenhaus) wird also auch die Geburt im Krankenhaus statt finden.
Und dazu: Die Ärzte und Hebammen/Krankenschwestern sind dort i.d.R. auch gut ausgebildet - kein Grund zur Sorge.
Was aber (zumindest vor 2 Jahren) noch galt: Die Eltern müssen die Geburt aus eigener Tasche bezahlen, Weiss allerdings nicht wie es die bezgl. aktuell aussieht.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Geburt in China

Beitrag von incues » 17.08.2010, 22:29

ingo_001 hat geschrieben:Was aber (zumindest vor 2 Jahren) noch galt: Die Eltern müssen die Geburt aus eigener Tasche bezahlen, Weiss allerdings nicht wie es die bezgl. aktuell aussieht.
Weißt Du zufällig wie hoch die Kosten sind?
Mir schwebt da automatisch immer 5000¥ im Kopf rum, aber ich glaube dafür bekommt man schon fast eine einfache OP, oder?


Des Weiteren:
Ich bin mir nicht sicher, ob diese Merkblätter euch nützlich sind, aber ich poste sie trotzdem mal.
Wer weiß, manchmal hat man ja doch nich die ein oder andere Frage, die damit beantwortet werden könnte. Und ich schätze mal, dass das Thema auch noch auf euch zukommen wird, oder?

Hier einmal die Variante Chengdu
Merkblatt

Und hier die Variante Peking
Merkblatt
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Re: Geburt in China

Beitrag von Laogai » 17.08.2010, 22:32

88--Guiyang--88 hat geschrieben:So ein gequirrlter Unsinn...
Auch du, Neuling, tätest gut daran, dir die Allgemeine Erklärung der Richtlinien des China-Forums genau durchzulesen. §3 lege ich dir besonders ans Herz.
Und sobald du das gemacht hast kommst du wieder hierher zurück und liest dir den Beitrag von Babs nochmal aufmerksam durch. Besonders den Teil, den du in deinem Zitat ausgelassen hat. Babs hat wiedergegeben, was ihr eine chinesische Bekannte mitgeteilt hat. Und diese dürfte wohl besser wissen wie es abläuft als du. Klar kostet ein gutes Krankenhaus auch mehr Geld. Aber wenn das Geld dafür nicht vorhanden ist bleibt fast nur noch 关系.

Aber zum Thema: Unser Sohn ist zwar in Deutschland geboren, aber ich hätte keine Sekunde Muffesausen gehabt, wenn die Geburt in China erfolgt wäre. Meine Erfahrung mit der ärztlichen Versorgung dort ist durchweg gut, selbst in kleineren Orten. In Großstädten sogar sehr gut.
Marco73 hat geschrieben:meine frau sagte mir etwas von einem VIP status den mann bei der geburt im krankenhaus bekommen kann. (den meine frau aber garnet haben will ....)
Recht hat sie! Es geht um die werdende Mutter, der Mann ist in dem Fall wirklich zweitrangig :wink:

Nachgereicht: Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer Geburt in Shenzhen und in Einbeck würde ich Shenzhen wohl vorziehen 8)
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Re: Geburt in China

Beitrag von ingo_001 » 17.08.2010, 23:46

incues hat geschrieben:Weißt Du zufällig wie hoch die Kosten sind?
Mir schwebt da automatisch immer 5000¥ im Kopf rum, aber ich glaube dafür bekommt man schon fast eine einfache OP, oder?
Es waren (zumindest in Nanning) sogar um die 6000 Yuan.
Kann aber durchaus sein, dass es anderswo mehr bzw. weniger kostet.

* Was verstehst Du unter ner einfachen OP?
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.

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Re: Geburt in China

Beitrag von incues » 18.08.2010, 00:01

ingo_001 hat geschrieben: * Was verstehst Du unter ner einfachen OP?
Blinddarm etc.
Also alles, was ggf. in 30 - 60 Minuten effektiver OP-Zeit abgefertigt werden kann :lol:
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Beitrag von Laogai » 18.08.2010, 00:25

So, nochmal das Ausgangsposting emotional verarbeitet.

Von Schon-Vater zu Bald-Vater:
Marco73 hat geschrieben:ich mach mir wahrscheinlich mehr nen kopf darüber als meine frau...
Kenne ich. Ging mir damals auch so :(
Marco73 hat geschrieben:vielleicht kann mir ja einer nen paar tipps geben
Mach dir weniger 'nen Kopf drüber als deine Frau! :wink:
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Re: Geburt in China

Beitrag von sanctus » 18.08.2010, 01:07

Bei chin. Krankenhaeusern mit VIP Status sollte man wirklich etwas mehr Geld parat haben.
War letztens im Auslaenderabteil des Volkskrankenhauses in Shanghai und durfte allein fuer die Anmeldung satte 500 Yuan hinblaettern.

Was mich vielleicht in chin. Krankenhaeusern noch abschreckt, ist die Buerokratie in Verbindung mit dem stanedigen hin und her laufen.

Ansonsten muss ich den anderen zustimmen, die Versorgung an sich, ist wirklich in Ordnung und entspricht westlichen Standards. Diesbezueglich braucht man sich keine Sorgen machen, immerhin haben die Chinesen, was Geburten angeht, schon ihre Erfahrungen - wo sollen sonst all die vielen Menschen herkommen...? :mrgreen:
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Re: Geburt in China

Beitrag von Rala » 18.08.2010, 04:26

Unser erstes Kind ist im August 2008 in China geboren worden. Das naechste folgt im Januar auch ich China.
Wir haben damals ca 6000RMB fuer einen Kaiserschnitt bezahlt, allerdings mit Familienzimmer, d.h. ich konnte auch dort schlafen. Versorgt wurden wir von meiner Schwiegemutter, welche meine Frau jeden Tag mit frisch gekochter Huehnersuppe (die Huehner hatte sie extra aus Guangxi mitgebracht) abgefüllt hatte, waehrend ich ganz normal bekocht wurde.
Das heisst, dass es im KH keine Verpflegung gab/gibt, auch keine allgemeine Versorgung fuers Baby, die medizinische Versorgung ist aber stets gewaehrleistet gewesen.
Jeden Tag wurden die neugeborenen eingesammelt und zum Schwimmen gebracht. Dazu bekamen sie einen Luftring um den Hals und wurden dann in einem Becken mit warmen Wasser schwimmen gelassen. Ich fand, dass sah schrecklich aus und auch mein Sohn machte nicht gerade einen glücklichen Eindruck und so habe ich dann das Schwimmen aus dem Tagesablauf genommen. Allerdings mit Protest meiner Schwiedermutter ... hehe, aber meine Frau vertraut mir Gott sei Dank mehr als ihr.
Ich haette es lieber gehabt, wenn das zweite Kind in Deutschland geboren wuerde, weil mir alleine schon die hygienischen Verhaeltnisse im unserem China-Krankenhaus ein wenig Bedenken bereiten.
Aber das ist, denke ich mal von KH zu KH unterschiedlich. Hier gibt es noch ein zweites privates KH, aber von dort konnte mir ein Bekannter mehr Negatives berichten.
China ist aber wieder die Wahl, weil meine Frau hier mehr familiaere Unterstuetzung hat. In Deutschland waer ich nur alleine fuer alle drei da, wenn ich nicht gerade arbeiten muss. Jetzt bleiben alle drei solange in China bis wir Reisepass und Ausreisegenehmigung fuer unser Neugeorenes zusammen haben.
Allerdings sind die Zeiten der Trennung echt unangenehm (um es milde auszudruecken). Naechste Woche sind wir nach knapp drei Monaten mal wieder fuer 3,5 Wochen zusammen. Dann habe ich einen 2 Wochen Trip fuer November geplant und dann wieder Januar zur Geburt. Da wir wieder auf Anraten unseres dt. Gynäkologen einen Kaiserschnitt durchführen, laesst sich das relativ gut planen.

PS: Schmiergelder fuer "bessere Behandlungen" sind durchaus an der Tagesordung und kein "gequirlter Blödsinn" , ob dadurch die medizinische Versorgung besser wird weiss ich nicht, aber man hat das Gefüehl, dass sich mehr um einen gekümmert wird.
Gruß
Rala

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Re: Geburt in China

Beitrag von 88--Guiyang--88 » 18.08.2010, 04:35

laogai hat geschrieben:Babs hat wiedergegeben, was ihr eine chinesische Bekannte mitgeteilt hat. Und diese dürfte wohl besser wissen wie es abläuft als du.
Woher willst Du bite wissen wie viele Kinder meine Frau schon zur Welt gebracht hat? Und wer mehr Erfahrung hat Babs aus Erzahlungen oder wir aus Erfahrung?
Rala hat geschrieben:PS: Schmiergelder fuer "bessere Behandlungen" sind durchaus an der Tagesordung und kein "gequirlter Blödsinn" , ob dadurch die medizinische Versorgung besser wird weiss ich nicht, aber man hat das Gefüehl, dass sich mehr um einen gekümmert wird.
Ja wir reden hier von kleinen "Aufmerksamkeiten" und nicht wie Babs es beschrieben hat um nicht unerhebliche Betraege.

Stephan1975
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Re: Geburt in China

Beitrag von Stephan1975 » 18.08.2010, 06:53

Hallo zusammen,

wir haben auch überlegt, ob unser Sohn in China geboren werden soll. Auch hier waren die familiären Strukturen in der Heimatstadt meiner Frau ein Grund der Überlegung. Jedoch haben wir im Freundeskreis immer wieder negative Berichte erhalten, die zu einer Wahl (besonders als Privatpatient) eines deutschen Krankenhauses führte.

Uns wurde berichtet, dass chinesische Krankenhäuser den Kaiserschnitt bevorzugen (geht schnell und bringt mehr ein), eine Freundin bekam trotz Aufforderung keine PDA und musste mit anderen wehenden Mütter in einem Zimmer auf die Geburt warten und die Ehemänner warteten in einem kleinen, stickigen Zimmer auf eine Nachricht über die geglückte Geburt. In allem also Berichte, die unseren Vorstellungen nicht entsprachen und somit haben wir die Eltern zur Geburt nach Deutschland geholt und somit auch die traditionellen Strukturen hier in Deutschland gehabt.

Ich möchte nicht sagen, dass alle chinesischen Krankenhäuser schlecht oder chaotisch sind, wie uns dann hier und da berichtet wurde. Aber was mir von Chinesischen Freunden im Allgemeinen berichtet wurde ist, dass man den Ärzten und Krankenschwestern neben den üblichen Kosten auch einen nicht unerheblichen Betrag jeweils zusteckt. Ob dies notwendig ist, und ein Arzt gleiche Arbeit leisten würde, ist sicherliche eine Frage, die man schlecht beantworten kann. Ich würde einmal behaupten, dass viele Chinesen sich wohler fühlen, wenn sie wissen, dass der Arzt aufgrund der "Sondervergütung" auch odentliche Arbeit abliefert. Eine andere Art der Beruhigung ist sicherlich auch, wenn man aufgrund von Beziehungen Ärzte in Krankenhäusern kennt. Ich höre, dass mein Schwiegervater umsonst untersucht wird, da seine Schwiegertochter in dem Krankenhaus arbeitet.

Ich habe ein Jahr in China gelebt und habe mich unter anderem wegen der medizinischen Versorgung für ein Leben in Deutschland entschieden. Ich finde es schon sehr bedenklich, wie man in China mit Antibiotika umgeht. Hier in Deutschland weiss man ja schon seit einiger Zeit, dass 2 Infusionen mit Antibiotika nicht wirklich erfolgsversprechend sind - eher Resistenzen fördern. Die Ärzte dort sind oft auch Einnahmenorientiert. Für jede Untersuchung erhalten die Ärzte eine Prämie, somit verordnen sie gerne unnötige Untersuchungen.

Für mich ist das Chaos in einem chinesischen Krankenhaus und auch die fehlende Privatsphäre (Patienten stehen Schlange vor einem Vorhang und bekommen alles mit) auch zuwider.

P.S. Vorsicht bei der abschliessenden Rechnung. Habe bereits gehört, dass man den reichen Westlern gerne eine höhere Rechnung ausstellt.

88--Guiyang--88
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Re: Geburt in China

Beitrag von 88--Guiyang--88 » 18.08.2010, 07:39

Finde ich wirklich erschreckend wie pauschalierend hier manche Sachen von sich geben - nach einem Jahr China und vom horen sagen die Situation in Chinesischen Krankenhausern einzuschatzen zu wollen finde ich schon sehr bedenklich.
Wir leben schon etliche Jahre in China, weder haben wir bei Behandlungen grossere Schmiergelder bezahlt, noch wurden unnotige Behandlungen und uberhohte Rechnungen gestellt - im Gegenteil. Ich musste auch schon ausdrucklich darum bitten noch ein paar Zusatzliche Tests zu machen.
Bei meiner letzten ernsthaften Erkrankung wurde ich z.B. per Krankenwagen eingeliefert und der Arzt hat mir nach kurzer Untersuchung fuer 30 RMB ehrlich gesagt, dass er mich nur ungerne behandeln moechte weil sie nicht qualifiziert genug sind und mir empfohlen in ein anderes Krankenhaus zu fahren. Wenn es so wahre wie hier verallgemeinert wird hatte er ja erstmal das komplette Untersuchungsprogramm abfahren muessen...
Was das betrifft ist Deutschland ja wohl Geldverschwender Nummer 1 - manche scheinen zu vergessen, wie das Gesundheitssystem in Deutschland funktioniert. Die Arzte machen in Deutschland auch fast nur noch Arbeit die sich auszahlt, sieht man ja an den Diskussionen der letzten Jahre, wie Privat- und Kassenpatienten behandelt werden.
Das die hygienischen Verhaltnisse in Chinesischen Krankenhausern nicht die besten sind ist erstmal unbestritten was das offensichtliche angeht, was aber z.B. Operationsbesteck betrifft sollten die Leute die hier meckern evtl. mal Berichte aus Deutschland lesen. Auch die Privatsphare ist eingeschrankt, das ist nun einmal so und wer damit nicht klarkommt soll halt woanders hin zwingt einen ja niemand in China zu leben/arbeiten.

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