"Ein Menschenleben ist in China nunmal nicht viel wert!"
Verfasst: 22.07.2010, 12:34
Dass das Individuum in China keine große Rolle einnimmt dürfte jedem klar sein, jedoch scheint das Menschenleben an sich eine ebenfalls geringe Rolle eingenommen zu haben. Was mich dazu bringt das zu behaupten? Nun, ich habe es zwar schon mehrfach in chin. literarischen Werken gelesen, in letzter Zeit, sind mir diese Einstellungen zum menschlichen Leben aber auch vermehrt in den chin. Medien (TV, Internet) drastisch aufgezeigt worden. Dazu 3 Beispiele:
1. Beispiel – Die Darstellung toter Menschen in den Medien
Vor allem in den Nachrichten von CCTV werden vermehrt und völlig unverfremdet Tote in Großaufnahme gezeigt. Das erste Mal habe ich das bei der Berichterstattung der Unruhen in der Provinz Xinjiang gesehen. Damals fuhren Reporter durch ein Gebiet, in dem kurz zuvor Uiguren gewütet hatten. Tote Frauen und Kinder wurden, im Straßengraben liegend und mit aufgerissenen Augen, gezeigt. Vor allem Tote mit gut sichtbaren Kopfverletztungen (mit Gehirnmassenaustritt) wurden minutenlang und in allen möglichen Perspektiven gefilmt.
Ebenfalls erschütternd fand ich die Bilder vom inneren des Busses, der vor einigen Jahren in Guangzhou mit dessen Insassen völlig ausbrannte. Die verkohlten Leichen wurden ebenfalls in Großaufnahme gezeigt und kommentiert.
2. Beispiel – Lynchmorde
Die Meisten werden die Lynchmorde zur Zeit der Unruhen in der Provinz Xinjiang damit verbinden, aber leider kommt das in den Provinzen noch recht häufig vor. Im Internet sah ich letztens ein Video in dem 2 vermeintliche Diebe von der männlichen Dorfgemeinschaft gestellt wurden. Man machte sich dann den „Spaß“ daraus die beiden abwechselnd mit Fußtritten blutig zu schlagen. Letztlich nahm man sich dann basketballgroße Steine zu Hilfe und schlug erst auf deren Gliedmaßen ein und schlussendlich dann solange auf deren Köpfe, bis diese verstarben. Das ganze Spektakel wurde von unzähligen Menschen beobachtet, die eine großen Kreis um die Opfer bildeten. Einige filmten das auch mit ihren Handys und amüsierten sich über die Schmerzensschreie der Beiden. Leider keine Einzelfälle, denn von solchen Aktionen höre ich immer wieder mal und viele Chinesen halten so was für absolut legitim.
3. Beispiel – Der Umgang mit Toten
Das habe ich erst vor kurzem mal wieder im Internet gesehen. Die Hintergründe kenne ich nicht genau, aber die Bilder sprachen für sich. Eine schwangere Frau hatte einen Autounfall, in dem sie aus dem Auto geschleudert wurde und sofort verstarb. Irgendwie muss dadurch auch das Kind aus der Gebärmutter gepresst worden sein. Jedenfalls lag die Frau ohne Kleidung und mit totem Kind an ihrer Seite auf der Straße. Die Polizei kam und trug die Frau, an der das Kind mit der Nabelschnurr darunter hang davon und legten sie auf die Ladefläche ihreres Pick-ups und fuhren ohne die Frau abzudecken davon. Natürlich wurde das Ganze wieder mal von den Massen genaustens beobachtet und mit Handys gefilmt oder fotografiert.
Ich erspar euch die Links zu den Videos oder Bildern der o.g. Beispiele, denn die will ich euch auf keinen Fall antun. Ich habe eine Weile im Rettungsdienst gearbeitet und da auch viele üble Sachen gesehen, aber diese Videos und Bilder sind da um einiges schärfer und absolut nichts für sanfte Gemüter. Außerdem werde ich solche Medien in keinster Weise unterstützen.
Das sind natürlich von mir jetzt nur geschilderte Einzelfälle, ich weiß aber das die o.g. Beispiele vermehrt in China vorkommen. (bei 1,3 Mrd. Menschen natürlich wenig verwunderlich) Erschreckend finde ich diese Einstellung zum Menschenleben, das anscheinend gar nicht repektiert wird. Mir ist durchaus bewusst, dass in Süd- und Mittelamerika und vor allem in Afrika das auch keine Seltenheit ist, aber ich hätte von der so großen und alten chin. Kultur da etwas mehr Ethik erwartet, denn weder der Daoismus noch der Konfuzianismus rechtfertigen das, vom Buddhismus mal ganz abgesehen. Ist es das so viel besprochene moralische Vakuum? Oder das Erbe der Hungerskatastrophe und der Kulturrevolution, die auch eine gewisse Mitleidsresistenz mit sich brachten und den Tod sowie Tote alltäglich machten?
Auf jeden Fall mal wieder entäuschend, aber so weiss ich mal wieder, dass man bei der Moral viele Abstriche machen muss wenn man sich in China gut integrieren will.
„Sie waren wie wilde Tiere – Ein Menschleben ist in China nunmal nicht viel wert!“
aus Zhu Wen, I love Dollars und andere Geschichten aus China
1. Beispiel – Die Darstellung toter Menschen in den Medien
Vor allem in den Nachrichten von CCTV werden vermehrt und völlig unverfremdet Tote in Großaufnahme gezeigt. Das erste Mal habe ich das bei der Berichterstattung der Unruhen in der Provinz Xinjiang gesehen. Damals fuhren Reporter durch ein Gebiet, in dem kurz zuvor Uiguren gewütet hatten. Tote Frauen und Kinder wurden, im Straßengraben liegend und mit aufgerissenen Augen, gezeigt. Vor allem Tote mit gut sichtbaren Kopfverletztungen (mit Gehirnmassenaustritt) wurden minutenlang und in allen möglichen Perspektiven gefilmt.
Ebenfalls erschütternd fand ich die Bilder vom inneren des Busses, der vor einigen Jahren in Guangzhou mit dessen Insassen völlig ausbrannte. Die verkohlten Leichen wurden ebenfalls in Großaufnahme gezeigt und kommentiert.
2. Beispiel – Lynchmorde
Die Meisten werden die Lynchmorde zur Zeit der Unruhen in der Provinz Xinjiang damit verbinden, aber leider kommt das in den Provinzen noch recht häufig vor. Im Internet sah ich letztens ein Video in dem 2 vermeintliche Diebe von der männlichen Dorfgemeinschaft gestellt wurden. Man machte sich dann den „Spaß“ daraus die beiden abwechselnd mit Fußtritten blutig zu schlagen. Letztlich nahm man sich dann basketballgroße Steine zu Hilfe und schlug erst auf deren Gliedmaßen ein und schlussendlich dann solange auf deren Köpfe, bis diese verstarben. Das ganze Spektakel wurde von unzähligen Menschen beobachtet, die eine großen Kreis um die Opfer bildeten. Einige filmten das auch mit ihren Handys und amüsierten sich über die Schmerzensschreie der Beiden. Leider keine Einzelfälle, denn von solchen Aktionen höre ich immer wieder mal und viele Chinesen halten so was für absolut legitim.
3. Beispiel – Der Umgang mit Toten
Das habe ich erst vor kurzem mal wieder im Internet gesehen. Die Hintergründe kenne ich nicht genau, aber die Bilder sprachen für sich. Eine schwangere Frau hatte einen Autounfall, in dem sie aus dem Auto geschleudert wurde und sofort verstarb. Irgendwie muss dadurch auch das Kind aus der Gebärmutter gepresst worden sein. Jedenfalls lag die Frau ohne Kleidung und mit totem Kind an ihrer Seite auf der Straße. Die Polizei kam und trug die Frau, an der das Kind mit der Nabelschnurr darunter hang davon und legten sie auf die Ladefläche ihreres Pick-ups und fuhren ohne die Frau abzudecken davon. Natürlich wurde das Ganze wieder mal von den Massen genaustens beobachtet und mit Handys gefilmt oder fotografiert.
Ich erspar euch die Links zu den Videos oder Bildern der o.g. Beispiele, denn die will ich euch auf keinen Fall antun. Ich habe eine Weile im Rettungsdienst gearbeitet und da auch viele üble Sachen gesehen, aber diese Videos und Bilder sind da um einiges schärfer und absolut nichts für sanfte Gemüter. Außerdem werde ich solche Medien in keinster Weise unterstützen.
Das sind natürlich von mir jetzt nur geschilderte Einzelfälle, ich weiß aber das die o.g. Beispiele vermehrt in China vorkommen. (bei 1,3 Mrd. Menschen natürlich wenig verwunderlich) Erschreckend finde ich diese Einstellung zum Menschenleben, das anscheinend gar nicht repektiert wird. Mir ist durchaus bewusst, dass in Süd- und Mittelamerika und vor allem in Afrika das auch keine Seltenheit ist, aber ich hätte von der so großen und alten chin. Kultur da etwas mehr Ethik erwartet, denn weder der Daoismus noch der Konfuzianismus rechtfertigen das, vom Buddhismus mal ganz abgesehen. Ist es das so viel besprochene moralische Vakuum? Oder das Erbe der Hungerskatastrophe und der Kulturrevolution, die auch eine gewisse Mitleidsresistenz mit sich brachten und den Tod sowie Tote alltäglich machten?
Auf jeden Fall mal wieder entäuschend, aber so weiss ich mal wieder, dass man bei der Moral viele Abstriche machen muss wenn man sich in China gut integrieren will.
„Sie waren wie wilde Tiere – Ein Menschleben ist in China nunmal nicht viel wert!“
aus Zhu Wen, I love Dollars und andere Geschichten aus China