Hinrichtungen in China
Re: Hinrichtungen in China
Auch in China gibt es eine (fachwissenschaftliche) Diskussion über Sinn und Zweck der Todesstrafe. Dies wurde hier im Forum in einem anderen Thread vor kurzem thematisiert.
Offensichtliche Fehlurteile - meines Erachtens ein rationales Argument gegen die Todesstrafe - gaben im Übrigen dazu Anlass, die endgültige Bestätigung oder Verwerfung von Todesurteilen wieder in die Hände des obersten nationalen Gerichtshofes zu legen und der Kompetenz der regionalen Obergerichte wieder zu entziehen.
Über die neue Praxis von Live-Videovernehmungen berichtet die Pressemeldung China hears death row defence by video for first time.
Jens David,
Todesstrafengegner
Offensichtliche Fehlurteile - meines Erachtens ein rationales Argument gegen die Todesstrafe - gaben im Übrigen dazu Anlass, die endgültige Bestätigung oder Verwerfung von Todesurteilen wieder in die Hände des obersten nationalen Gerichtshofes zu legen und der Kompetenz der regionalen Obergerichte wieder zu entziehen.
Über die neue Praxis von Live-Videovernehmungen berichtet die Pressemeldung China hears death row defence by video for first time.
Jens David,
Todesstrafengegner
Re:
wuseltiger hat geschrieben:[Guter Tipp! Beschäftige dich mal damit, was Hegel und Kant ueber den Sinn des Strafrechts gesagt haben: da ging es nicht darum, die armen Täter zu beschützen, vielmehr traten sie dafür ein, dass das Strafrecht auch zu recht Strafrecht heißt und eine Bestrafung sein soll.jufru hat geschrieben: Und als kleinen denkanstoss sollte man sich vieleicht mal einige philosophische texte durchlesen. Das kann so manches licht ins dunkle bringen.
Ob das die Todesstrafe sein muss, ich denke in D nicht!
Aber in anderen Ländern ist die Todesstrafe noch das kleinste Problem, das diese Länder haben
wuseltiger hat geschrieben:Ehrlich gesagt, um mal einen Chinabezug herzustellen:
Korruption ist in China so verbreitet wie Tofu. Aber Otto-normal-Chinese hat eine Heidenangst davor die Grenze zu einem gewissen Betrag zu ueberschreiten. Weil er genau weiß, dass ihm dann übles blüht. Also das funktioniert dort recht gut. Ich will gar nicht wissen, was dort los waere, wenn die Regierung nicht richtig durchgreifen wuerde
Ob die Todesstrafe einen Massenmörder oder Kinderschänder abhält, wage ich aber auch zu bezweifeln... Man weiß es nicht...
in Hessen gibt es die Todesstrafe, sie wird nur nicht angewendet, da Bundes, Landesrecht "schlägt" und sie in der Bundesrepublik nicht angewendet wird.
meine Persönliche Meinung ist, dass sie durchaus bei gewissen Straftaten (mit genauer Aufklärung, DNA) bei Vergewaltigern und Kinderschändern angewendet werden sollte. Resozialisierbar sind solche Personen leider nicht...
ansonsten die Todesstrafe im Bezug der Staatlichen Gerichtsbarkeit, sollte und muss jeder Staat für sich selber entscheiden, welche Bestrafungsarten er in seinem Rechtssystem verwendet. Iniefern diese dann auch angewandt wird und bei welchen Verbrechen wird ebenfalls entschieden (im Falle Chinas denke ich durchaus zu oft und auch bei kleineren Verbrechen, bei denen Haft ausreichen würde)
hier kommt danach meine Persönliche Meinung nochmal zum Tragen. Die beiden beschriebenen Täter ja, alles andere reicht haftstrafe
zum zweiten, nun es würde wahrscheinlich nicht abschrecken aber man könnte verhindern dass diese Person noch weiteren Menschen schadet, wäre dies nicht im Sinne der Gesellschaft eine "Gefahr" weniger? naja, man muss aber auch zugeben dass die TS eine ziemlich kontroverse thematik ist
Rettet die Wälder ... EßT MEHR BIBER!!!!!!
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Re: Hinrichtungen in China
neeee, ob illegaler Drogenmord oder Legitimer , in Pharagraphen stehende " Mordanweisung" - Mord ist Mord, egal welcher mantel drumgelegt wird. Ich halte überhauptnichts davon Mord mit mord zu bestrafen.
Ein kleiner Denkanstoss : Es wurde mehrfach hier aufgeführt, dass Mörder wegen der nicht resozialisierbarkeit oder weil sie nicht richtig "ticken" und dadurch eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen zum Tode verurteilt werden dürften. Anders gesagt, sie sind "krank", wenn sie eine solche Tat verüben, was ein normalo nie machen würde. Dies wiederum bedeutet, dass anerkannt psychisch kranke wegen ihrer Krankheit zu Tode verurteilt würden. Dass wäre in etwa dass selbe, wenn ich einen einarmigen Menschen deshalb zu Tode verurteilen würde, weil er - mangels rechter Hand - hat einen Stein fallen lassen, wo jemand bei umkam. Um es klar aus zu drücken: Wenn festgestellt wird, dass diese menschen krank sind, sollte man sie auch wie kranke und unzurechenbare behandeln - aber nicht für ihre Krankheit töten !
Ein zweiter Aspekt wäre folgender : Warum wird immer dass " Ergebnis" als verurteilungsgrundlage ALLEINE herangezogen ? Jedem ist klar, dass, wenn ich einen Hund agressiv erziehe, und dieser irgendwann zu beisst, nicht der Hund die eigentliche Schuld trägt, sondern der Erzieher. Warum wird versucht vollendete Tatsachen durch die erbringung einer ebenso schlimmen Tat zu begegnen ? Also quasi wird sich nur um die Ergebnisse ( hier der Mord ) gekümmert und nicht um die Wurzel. Die zu schützende Gesellschaft ist nämlich in der Regel für die Beweggründe eines Mordes die Wurzel.
Um es noch einmal an einem Beispiel zu visualisieren : Jemand hat ein loch im Zahn und fiese Schmerzen. Die eine methode wäre , den Zahn an der Wurzel zu behandeln, bzw. die Wurzel zu ziehen. Die andere ( nicht angewandte methode ) wäre, dass schwarze an der Zahnoberfläche weg zu polieren. Die Schmerzen werden durch dieses wegpolieren jedoch nicht geringer ! Und so ist es auch mit der Todesstrafe : Die Mörder werden getötet auf Grund einer vollendeten Tat. Richtig wäre jedoch, die Wurzeln innnerhalb der gesellschaft zu bekämpfen, damit solche Morde erst garnicht passieren !
Des weiteren ändern sich die Todeswürdigen Gesetzesbrechungen sowieso immer, je nachdem welche Staatsform, welche Kultur uns Sitten vorherschen und wie hoch der " Machtsicherungsgrad" ist.
Mord ist mord, egal in welchem mantel, und ob schwarz , weiss , geschrieben oder gemeint !
Topas
Ein kleiner Denkanstoss : Es wurde mehrfach hier aufgeführt, dass Mörder wegen der nicht resozialisierbarkeit oder weil sie nicht richtig "ticken" und dadurch eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen zum Tode verurteilt werden dürften. Anders gesagt, sie sind "krank", wenn sie eine solche Tat verüben, was ein normalo nie machen würde. Dies wiederum bedeutet, dass anerkannt psychisch kranke wegen ihrer Krankheit zu Tode verurteilt würden. Dass wäre in etwa dass selbe, wenn ich einen einarmigen Menschen deshalb zu Tode verurteilen würde, weil er - mangels rechter Hand - hat einen Stein fallen lassen, wo jemand bei umkam. Um es klar aus zu drücken: Wenn festgestellt wird, dass diese menschen krank sind, sollte man sie auch wie kranke und unzurechenbare behandeln - aber nicht für ihre Krankheit töten !
Ein zweiter Aspekt wäre folgender : Warum wird immer dass " Ergebnis" als verurteilungsgrundlage ALLEINE herangezogen ? Jedem ist klar, dass, wenn ich einen Hund agressiv erziehe, und dieser irgendwann zu beisst, nicht der Hund die eigentliche Schuld trägt, sondern der Erzieher. Warum wird versucht vollendete Tatsachen durch die erbringung einer ebenso schlimmen Tat zu begegnen ? Also quasi wird sich nur um die Ergebnisse ( hier der Mord ) gekümmert und nicht um die Wurzel. Die zu schützende Gesellschaft ist nämlich in der Regel für die Beweggründe eines Mordes die Wurzel.
Um es noch einmal an einem Beispiel zu visualisieren : Jemand hat ein loch im Zahn und fiese Schmerzen. Die eine methode wäre , den Zahn an der Wurzel zu behandeln, bzw. die Wurzel zu ziehen. Die andere ( nicht angewandte methode ) wäre, dass schwarze an der Zahnoberfläche weg zu polieren. Die Schmerzen werden durch dieses wegpolieren jedoch nicht geringer ! Und so ist es auch mit der Todesstrafe : Die Mörder werden getötet auf Grund einer vollendeten Tat. Richtig wäre jedoch, die Wurzeln innnerhalb der gesellschaft zu bekämpfen, damit solche Morde erst garnicht passieren !
Des weiteren ändern sich die Todeswürdigen Gesetzesbrechungen sowieso immer, je nachdem welche Staatsform, welche Kultur uns Sitten vorherschen und wie hoch der " Machtsicherungsgrad" ist.
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Topas grüsst recht herzlich WHSAP
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Re: Hinrichtungen in China
Entschuldige Topas, aber das ist Naivität par excellence zu glauben, eine Gesellschaft läßt sie sich so (um-)formen, daß in ihr keine Morde mehr geschehen. Selbst wenn man davon ausgeht, gesellschaftliche Umstände wären für solche Taten (mit-)verantwortlich, Mord und Totschlag unter Menschen gab es zu allen Zeiten und wird es zu allen Zeiten geben; Menschen sind keine Maschinen, die ferngesteuert werden können! Menschen verhalten sich meist anders als es von ihnen erwartet wird. Ob bei einem Mord die Todesstrafe das Allheilmittel ist, darf selbstverständlich angezweifelt werden, allerdings soltte man es jeder Gesellschaft selbst überlassen, wie sie mit seinen Mördern umgeht.Topas hat geschrieben: Richtig wäre jedoch, die Wurzeln innnerhalb der gesellschaft zu bekämpfen, damit solche Morde erst garnicht passieren !
Wir haben jetzt gerade den Fall von Amstetten. Obwohl der Täter keinen Mord im eigentlichen Sinne begangen hat, würden es bestimmt viele gutheißen, wenn er durch seine Tat sein Leben verwirkt hat. Er hat sich mit seinem Verhalten soweit von der gesellschaftlichen Norm entfernt, daß ein wie auch immer geartetes Verständnis fehl am Platz ist. In China beispielsweise würde man mit ihm nicht viel Federlesen machen. In Österreich allerdings werden sich zahlreiche Psychiater mit ihm beschäftigen, die ihm seine Unzurechnungsfähigkeit attestieren werden und schlussendlich wird er in die Psychiatrie eingewiesen. Ins Gefängnis werden sie ihn nicht stecken können, da die berechtigte Gefahr besteht, daß er von Mithäflingen gelyncht wird.
Aber wie geht jetzt ein Staat mit seinen Mördern um? China hat sich für die Todesstrafe entschieden, Deutschland für die lebenslange Haft (wobei lebenslang nicht lebenslang ist). Ich möchte eine weitere Alternative zur Diskussion stellen: es wird die Todesstrafe ausgesprochen aber der Staat vollzieht sie nicht, stattdessen wird dem Verurteilten die Möglichkeit eingeräumt (und zwar zu jeder Zeit seiner Haft), Hand an sich selbst anzulegen. Falls er dies ablehnt, sollte er bis zu seinem Lebensende (im wahrsten Sinne des Wortes) in Haft bleiben.
Humanität ist zwar ein hohes Gut, sie darf aber nicht überstrapaziert werden.
Bernd
Re: Hinrichtungen in China
In der tollen "Spiegel TV Reportage die Postkontrolleure vom Zoll" fiel mir folgendes auf:
In Teil 04 wurde eine Sendung mit einigen Kg Kokain aus Hong Kong gezeigt. Der Kommentar des Beamten war (sinngemäß) "die Sache wird hier eingestellt, weil es dort die Todesstrafe gibt".
Das ist allerdings falsch. Zwar gibt es in China die Todesstrafe, und diese wird auch zu oft angewendet. Hong Kong gehört zu China, hat aber eine eigene, unabhängige Rechtsprechung. Die Todesstrafe wurde offiziell 1993 in Hong Kong abgeschafft, und wurde schon lange vorher nicht mehr vollstreckt. Die letzte Vollstreckung in Hong Kong war 1966.
Ist da nun die Zugehörigkeit zu China im Wege solche Fälle an die Behörden in Hong Kong weiterzuleiten?
In Teil 04 wurde eine Sendung mit einigen Kg Kokain aus Hong Kong gezeigt. Der Kommentar des Beamten war (sinngemäß) "die Sache wird hier eingestellt, weil es dort die Todesstrafe gibt".
Das ist allerdings falsch. Zwar gibt es in China die Todesstrafe, und diese wird auch zu oft angewendet. Hong Kong gehört zu China, hat aber eine eigene, unabhängige Rechtsprechung. Die Todesstrafe wurde offiziell 1993 in Hong Kong abgeschafft, und wurde schon lange vorher nicht mehr vollstreckt. Die letzte Vollstreckung in Hong Kong war 1966.
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Re: Hinrichtungen in China
Hab ich nicht gesehen, aber ist in der Tat verwunderlich.HK_Yan hat geschrieben:In der tollen "Spiegel TV Reportage die Postkontrolleure vom Zoll" fiel mir folgendes auf: In Teil 04 wurde eine Sendung mit einigen Kg Kokain aus Hong Kong gezeigt. Der Kommentar des Beamten war (sinngemäß) "die Sache wird hier eingestellt, weil es dort die Todesstrafe gibt".
Herstellung (falls nicht aus dem Mainland) und Vertrieb von ein paar Kilo unter den erschwerten Arbeitsbedingungen in Hong Kong ist wahrlich eine Meisterleistung, seit dem Abriss von Kowloon Walled City und der Rueckgabe 1997 ist hier ja alles mit CCTV zugepflastert. Im Prinzip kannst Du noch nicht mal im Park gegen den Baum pinkeln ohne das ein Gesichtserkennungsprogramm sofort den Abgleich mit der ID Abteilung herstellt und Dir automatisch das Bussgeld ueber die 500 Piepen zustellt. Selbst wenn das Programm fehlerhaft sein sollte gibts immer noch (Achtung Freunde des Freiluftpinkels in Hong Kong: Niemals irgendwo abstuetzen!!) den Fingerabdruck zum Abgleich der Datenbank (ID fordert Iris-Scan, Passbild und Fingerabdruck).
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Re: Hinrichtungen in China
Sorry für das "Auferstehen" dieses Threads.
Aus gegebenen Anlass:
http://derstandard.at/?url=/?id=1231152640375
Wie siehts bei ZWEIFELSFREI ERWIESENER Schuld mit der Verhängung der Todestrafe aus? (primär bezogen auf das aktuelle Beispiel)
Pro und Contra.
Aus gegebenen Anlass:
http://derstandard.at/?url=/?id=1231152640375
Wie siehts bei ZWEIFELSFREI ERWIESENER Schuld mit der Verhängung der Todestrafe aus? (primär bezogen auf das aktuelle Beispiel)
Pro und Contra.
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
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Re: Hinrichtungen in China
Contraingo_001 hat geschrieben:Wie siehts bei ZWEIFELSFREI ERWIESENER Schuld mit der Verhängung der Todestrafe aus? (primär bezogen auf das aktuelle Beispiel)
Die Opfer werden davon auch nicht mehr gesund/lebendig und die abschreckende Wirkung (denn das wäre für mich der einzige "Sinn" der Todesstrafe) tendiert gegen Null.
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Konfuzius sagt: "Just smile and wave, boys. Smile and wave."
天不怕地不怕就怕洋鬼子开口说中国话!
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Re: Hinrichtungen in China
Es gibt einige beweisene Zusammenhänge, die die Gewaltbereitschaft von Menschen erhöhen und verringern, bzw ein gegebenes System akzeptieren. Hier ein paar Vorschläge (unvollständig):chinavelo hat geschrieben:Entschuldige Topas, aber das ist Naivität par excellence zu glauben, eine Gesellschaft läßt sie sich so (um-)formen, daß in ihr keine Morde mehr geschehen.Topas hat geschrieben: Richtig wäre jedoch, die Wurzeln innnerhalb der gesellschaft zu bekämpfen, damit solche Morde erst garnicht passieren !
- Bildung
- Arbeitsplätze
- keine Korruption
Chinavelo, Du hast Recht, man kann die Mordrate nicht auf null bringen, aber es gibt eine Reihe von Möglichkeiten sie drastisch zu reduzieren.
.
Re: Hinrichtungen in China
Ich war mal eindeutig für die Todesstrafe, weil ich einfach meinte, dass jemand, der jemand anderem das Leben nimmt, nichts anderes verdient hätte. Da war ich aber 14
Mittlerweile finde ich die Todesstrafe zu 90% stumpfsinnig. Einerseits bin ich zwar immer noch der Meinung, dass ein Schwein wie ein Kindervergewaltiger nichts anderes als den Tod verdient hat (alleine schon um andere Kinder zu schützen, da lebenslang ja nicht unbedingt lebenslang heißt und die wieder nach ein paar Jahren rauskommen
), andererseits ist die Gefahr einfach zu groß, einen Unschuldigen zu ermorden.
Außerdem gibt es noch das Argument, dass der Staat ja selbst zum Mörder wird, was ich aber noch eher zweitrangig finde.
Ausschlaggebend ist für mich, neben der Möglichkeit einer Unschuld des Täters, einfach, dass der Tod des Täters das Opfer auch nicht wieder lebendig macht. Die Angehörigen mögen vielleicht etwas zufrieden gestellt sein, wirklich weiter bringt sie das aber auch nicht.
Um mal auf die USA zu kommen: Ich nehme mal an, dass die USA so ziemlich das Land sein werden, in dem die Todesstrafe am "gerechtesten" vollstreckt wird: Damit meine ich, dass es zumidnest Prozesse gibt, was in Afrika teilweise bestimmt nicht immer gegeben ist. Und trotz dieser, meiner Meinung nach wahrscheinlichen, relativ "korrekten" Handhabung gibt es immer noch zu viele Irrtümer:
Da wären z.B:
- Verurteilung wegen der Hautfarbe: es gab schon Täter, die in einem reinen Indizienprozess zum Tode verurteilt wurden, weil sie von einem weißen Zeugen identifiziert wurden, und das sehr zweifelhaft: in einem Fall gab ein Zeuge an, er habe den Täter (ohne Bart) nachts an einer Tankstelle gesehen, aus ca. 20 Metern bei völliger Dunkelheit. 1. kann man bei völliger Dunkelheit kaum jemanden aus dieser Entfernung erkennen, 2. ist es erwiesen, dass Weiße farbige Leute nicht so gut unterscheiden können, wie andere Weiße (das Gleiche gilt für andere ethnische Gruppen), 3. zeigte der Zeuge später auf einen Mann, der bei der Verhaftung wenige Minuten später einen Bart trug. Vorher gab er also eindeutig an, der Täter habe keinen Bart getragen, obwohl er später ausgerechnet den Mann aussuchte, der eben einen Bart trug. Da liegt die Unschuld doch auf der Hand, was aber dieses Land nicht daran hindert, jemanden zu töten. Teilweise spielt auch Rassismus durchaus eine Rolle.
- idiotische Politiker: manche Gouverneure, so auch George W. Bush, der als Gouverneur von Texas grundsätzlich jedes Gnadengesuch ablehnte, egal ob ein Zweifel an der Schuld bestand oder nicht.
Diese Punkte haben mich dazu gebracht, gegen die Todesstrafe zu sein, auch wenn man es vielleicht teilweise doch gerechter finden würde, wenn manche Leute hingerichtet würden.
Aber wie gesagt, die Opfer werden durch die Todesstrafe nicht wieder lebendig.
Selbst wenn einer der über tausend Hingerichteten in den USA unschuldig war, ist das ein Skandal. Es wird aber in der Regel von teilweise bis zu 300 Unschuldigen gesprochen).
Aber abschließend noch ein Beispiel, wo ich die Todesstrafe doch schon wieder angebracht fand (man sieht: eindeutig kann ich mich auch nicht festlegen, es kommt noch immer auf die Fälle und die Eindeutigkeit der Schuld an, letzteres war ja für mich wie gesagt ausschlaggebend): Dieser Timothy McVeigh,der 1995 das Bombenattentat in Oklahoma City verübt hat und danach keinerlei Reue zeigte für die hunderten von Toten (und die Tat gestand).
Um jetzt auf China zu kommen: Ich denke, dort ist das Ganze noch etwas problematischer, weil dort selbst auf einige Kapitalverbrechen die Todesstrafe steht (z.B. Steuerhinterziehung??? oder ist das schon veraltet?). In dem Melamin-Skandal finde ich es auch übertrieben, die Leute müssen eindeutig bestraft werden, aber nicht mit dem Tod.
Mittlerweile finde ich die Todesstrafe zu 90% stumpfsinnig. Einerseits bin ich zwar immer noch der Meinung, dass ein Schwein wie ein Kindervergewaltiger nichts anderes als den Tod verdient hat (alleine schon um andere Kinder zu schützen, da lebenslang ja nicht unbedingt lebenslang heißt und die wieder nach ein paar Jahren rauskommen
Außerdem gibt es noch das Argument, dass der Staat ja selbst zum Mörder wird, was ich aber noch eher zweitrangig finde.
Ausschlaggebend ist für mich, neben der Möglichkeit einer Unschuld des Täters, einfach, dass der Tod des Täters das Opfer auch nicht wieder lebendig macht. Die Angehörigen mögen vielleicht etwas zufrieden gestellt sein, wirklich weiter bringt sie das aber auch nicht.
Um mal auf die USA zu kommen: Ich nehme mal an, dass die USA so ziemlich das Land sein werden, in dem die Todesstrafe am "gerechtesten" vollstreckt wird: Damit meine ich, dass es zumidnest Prozesse gibt, was in Afrika teilweise bestimmt nicht immer gegeben ist. Und trotz dieser, meiner Meinung nach wahrscheinlichen, relativ "korrekten" Handhabung gibt es immer noch zu viele Irrtümer:
Da wären z.B:
- Verurteilung wegen der Hautfarbe: es gab schon Täter, die in einem reinen Indizienprozess zum Tode verurteilt wurden, weil sie von einem weißen Zeugen identifiziert wurden, und das sehr zweifelhaft: in einem Fall gab ein Zeuge an, er habe den Täter (ohne Bart) nachts an einer Tankstelle gesehen, aus ca. 20 Metern bei völliger Dunkelheit. 1. kann man bei völliger Dunkelheit kaum jemanden aus dieser Entfernung erkennen, 2. ist es erwiesen, dass Weiße farbige Leute nicht so gut unterscheiden können, wie andere Weiße (das Gleiche gilt für andere ethnische Gruppen), 3. zeigte der Zeuge später auf einen Mann, der bei der Verhaftung wenige Minuten später einen Bart trug. Vorher gab er also eindeutig an, der Täter habe keinen Bart getragen, obwohl er später ausgerechnet den Mann aussuchte, der eben einen Bart trug. Da liegt die Unschuld doch auf der Hand, was aber dieses Land nicht daran hindert, jemanden zu töten. Teilweise spielt auch Rassismus durchaus eine Rolle.
- idiotische Politiker: manche Gouverneure, so auch George W. Bush, der als Gouverneur von Texas grundsätzlich jedes Gnadengesuch ablehnte, egal ob ein Zweifel an der Schuld bestand oder nicht.
Diese Punkte haben mich dazu gebracht, gegen die Todesstrafe zu sein, auch wenn man es vielleicht teilweise doch gerechter finden würde, wenn manche Leute hingerichtet würden.
Aber wie gesagt, die Opfer werden durch die Todesstrafe nicht wieder lebendig.
Selbst wenn einer der über tausend Hingerichteten in den USA unschuldig war, ist das ein Skandal. Es wird aber in der Regel von teilweise bis zu 300 Unschuldigen gesprochen).
Aber abschließend noch ein Beispiel, wo ich die Todesstrafe doch schon wieder angebracht fand (man sieht: eindeutig kann ich mich auch nicht festlegen, es kommt noch immer auf die Fälle und die Eindeutigkeit der Schuld an, letzteres war ja für mich wie gesagt ausschlaggebend): Dieser Timothy McVeigh,der 1995 das Bombenattentat in Oklahoma City verübt hat und danach keinerlei Reue zeigte für die hunderten von Toten (und die Tat gestand).
Um jetzt auf China zu kommen: Ich denke, dort ist das Ganze noch etwas problematischer, weil dort selbst auf einige Kapitalverbrechen die Todesstrafe steht (z.B. Steuerhinterziehung??? oder ist das schon veraltet?). In dem Melamin-Skandal finde ich es auch übertrieben, die Leute müssen eindeutig bestraft werden, aber nicht mit dem Tod.
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Re: Hinrichtungen in China
Kurze Info: Kapitalverbrechen sind Straftaten, bei denen die Todesstrafe angewendet wird.Wang hat geschrieben:Um jetzt auf China zu kommen: Ich denke, dort ist das Ganze noch etwas problematischer, weil dort selbst auf einige Kapitalverbrechen die Todesstrafe steht
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Re: Hinrichtungen in China
Ups, der Alkohollaogai hat geschrieben:Kurze Info: Kapitalverbrechen sind Straftaten, bei denen die Todesstrafe angewendet wird.Wang hat geschrieben:Um jetzt auf China zu kommen: Ich denke, dort ist das Ganze noch etwas problematischer, weil dort selbst auf einige Kapitalverbrechen die Todesstrafe steht
Re: Hinrichtungen in China
Die Oklahoma Tat war politisch motiviert, anders als der Melaminskandal in China, in dem es um persöhnliche Bereicherung gibt. Persönliche Bereicherung ist ein sehr niedriger Beweggrund und sollte auf jeden Fall schwerer bestraft werden.Wang hat geschrieben: Aber abschließend noch ein Beispiel, wo ich die Todesstrafe doch schon wieder angebracht fand ... Dieser Timothy McVeigh,der 1995 das Bombenattentat in Oklahoma City verübt hat
Wen sollte man härter bestrafen?
Jemand der Krieg führt, um an die Rohstoffe eines Landes zu kommen (Irak, persöhnliche Bereicherung), oder jemanden der Krieg führt, um die Bewohner von einer schlimmen Terrorherrschaft zu befreien (Afghanistan, politisch).
Ich bin aber trotzdem absolut gegen die Todesstrafe. Führen durch Beispiel.
.
Re: Hinrichtungen in China
Hmm, für mich spielt es keine Rolle, wie eine Tat motiviert war. Es kommt darauf an, was getan wurde, nicht warum (Ausnahme natürlich Notwehr, da kommt es schon auf den Grund an).Hendrik hat geschrieben:Die Oklahoma Tat war politisch motiviert, anders als der Melaminskandal in China, in dem es um persöhnliche Bereicherung gibt. Persönliche Bereicherung ist ein sehr niedriger Beweggrund und sollte auf jeden Fall schwerer bestraft werden.Wang hat geschrieben: Aber abschließend noch ein Beispiel, wo ich die Todesstrafe doch schon wieder angebracht fand ... Dieser Timothy McVeigh,der 1995 das Bombenattentat in Oklahoma City verübt hat
Wen sollte man härter bestrafen?
Jemand der Krieg führt, um an die Rohstoffe eines Landes zu kommen (Irak, persöhnliche Bereicherung), oder jemanden der Krieg führt, um die Bewohner von einer schlimmen Terrorherrschaft zu befreien (Afghanistan, politisch).
Ich bin aber trotzdem absolut gegen die Todesstrafe. Führen durch Beispiel.
Ich finde aber eher, dass ein Bombenattentäter, der so viele Menschen wie möglich töten will, härter bestraft werden muss als jemand, der durch seine Profitgier Menschen auf dem Gewissen hat. Das letzte will ich keinesfalls verharmlosen, aber das ist für mich einerseits Vorsatz, zu töten und einmal Fahrlässigkeit und Dummheit, die natürlich auch bestraft werden muss.
Re: Hinrichtungen in China
wenn schon missbräuchlich mit Moralbegriffen jongliert wird :ingo_001 hat geschrieben: Wie siehts bei ZWEIFELSFREI ERWIESENER Schuld mit der Verhängung der Todestrafe aus? (primär bezogen auf das aktuelle Beispiel)
Pro und Contra.
warum , bitte schön, sollte es eine geringere Schuld sein, wenn der Staat einen Mord ( Todesstrafe ) begeht ??
Der Mörder handeln aus niedrigen Motiven.
Die Staatsgewalt hingegen, die zum Mörder wird, tut dies nach , ihrem archaischen Moralverständnis folgend, reiflicher Überlegung und Abwägung, die zum Todesurteil führt.
Also kalkuliert, nicht aus einer Persönlichkeitsstörung heraus.
Wer von den beiden ist demfolgend der Verwerflicherere ???
mistervac, der denkt, dass die Kapitalverbrechensrate in den USA mit deshalb so hoch ist, weil der Staat seiner Bevölkerung schlussendlich zeigt, dass Mord ja gar nicht so schlimm ist.
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