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Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 00:47
von ferrara
Grufti hat geschrieben:Wie war doch gleich noch einmal das mit dem Taihu und Wu Lihong ???

http://www.tagesschau.de/ausland/china80.html

Wenn "die Westler" wirklich helfen sollen, dann soilte man erst einmal die Einheimischen Ernst nehmen...und nicht wegsperren !

Edit:

In diesem Artikel ist erwähnt ( Wu Lihongs Frau hatte es in einem Interview ebenfalls gesagt) , daß Wu Lihong gefoltert wurde, um sein "Geständnis" zu erpressen.
Wie war das gleich noch einmal mit der Strafe dafür ?
Todesstrafe bei:
Erpressung von Geständnissen (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 247) (bei Erfüllung Tatbestand Art. 232/234)

http://www.todesstrafe.de/inhalt/gesetz ... ag_29.html
mal von der richtigkeit und der objektivität des berichtes abgesehen, wenn in china die umwelt kein thema wäre, warum wurde er zu CCTV eingeladen? ich würde meinem volk den mensch Wu Lihong nicht mal kennen lassen. in dieser bericht wurde nicht mal erwähnt, warum er verurteilt wurde, und was hat er gestanden. dass er gefoltert wurde, war wiederum eine einseitige aussage von seiner frau. wenn man ein bisschen weiter recherchieren wollte, wäre diese nachricht glaubwürdiger gewesen.
nach meinen quellen wurde er wegen erpressung verurteilt. er hat nämlich einigen unternehmen bedroht, die als umweltverschmutzer in den medien zu veröffentlichen. als gegenleistung, dass er das nicht tut, wollte er geld haben. für mich ist das eine vollständige geschichte und von daher glaubwürdiger.
gehen wir zurück zu dem thema umwelt. was in den anderen regionen chinas gescheht, weiß ich nicht. aber ich weiß, was in den letzten 10 jahren in shanghai bzw. bei der suzhou-fluss passiert. von 10 jahren stank die suzhou-fluss noch sehr, und das wasser war schwarz. jetzt ist das wasser einigermassen grün geworden und stingt nicht mehr. wenn das kein beweis für chinas umweltpolitik ist... man kann natürlich taihu-see als gegenbeispiel nennen. das werde ich auch nicht bestreiten können. aber ich möchte nur damit sagen, dass wir für die umwelt was gutes tun wollen, und das weiter tun werden. ihr habt über 10 jahre gebraucht um den rhein sauber zu kriegen, diese zeit wollen wir auch haben.

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 00:55
von Grufti
mai hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben: Es ist überflüssig, das zu loben was "gut" ist, es zeugt aber davon, daß man sich um eine Sache, um Leute , um ein Land besonders Sorgen macht, das aufzuzeigen, was nicht richtig ist ..

Auf Jubelperser , Claqueure, Schleimer und A****kriecher kann eine Sache, ein Volk oder ein Land verzichten !

was interessiert mich ein Kohleofen in Cochabamaba, der dort die Umwelt verschmutzt ?
mich bekümmert es aber,wenn in China wemauchimmer Unrecht geschieht !
da sehe ich nicht ein, Jubelperser muss nicht sein, aber dauerhaft kritisieren tut keines falls gut, ehrlich, ich weiss nicht ob du china lieb hast, obwohl du mehr oder weniger ein chinakenner bist. ich denke du bist mehr verliebt in deine anti-haltung.

für mich haben viele andere in diesem forum china mehr lieb als du.
Meine Haltung ergibt sich aus folgenden Komponenten ( eigentlich nur eine Aufzählung, die keinerlei Priorität oder Prozentangabe darstellt:

1. Aus den Lehren, die die deutsche Geschichte besonders die Jahre 1919 - 1960 mir gegeben hat.
2. der Glaube an "das Gute im Menschen"..
3. die Angst und tiefstes Mißtrauen vor "dem Bösen" eines jeden totailitären/autokratischen Systems und seiner Massenbewegungen
4. die heiße und (über 35 Jahre) lange Liebe zu einer Nation, für die ich immer und ewig nur ein Fremder sein und bleiben werde
5. Etwas mehr "Lebenserfahrung" als der Rest der Forumsmitglieder, weil ich nu mal der älteste hier bin. .
6. nein ein großer "Chinakenner" bin ich nicht, das birgt Chancen...und Fehleinschätzungen

Mehr fällt mir im Augenblick nicht ein.. :oops:

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 01:03
von Grufti
ferrara hat geschrieben:
Grufti hat geschrieben:Wie war doch gleich noch einmal das mit dem Taihu und Wu Lihong ???

http://www.tagesschau.de/ausland/china80.html

Wenn "die Westler" wirklich helfen sollen, dann soilte man erst einmal die Einheimischen Ernst nehmen...und nicht wegsperren !

Edit:

In diesem Artikel ist erwähnt ( Wu Lihongs Frau hatte es in einem Interview ebenfalls gesagt) , daß Wu Lihong gefoltert wurde, um sein "Geständnis" zu erpressen.
Wie war das gleich noch einmal mit der Strafe dafür ?
Todesstrafe bei:
Erpressung von Geständnissen (CLPRC Gewaltverbrechen Art. 247) (bei Erfüllung Tatbestand Art. 232/234)

http://www.todesstrafe.de/inhalt/gesetz ... ag_29.html
mal von der richtigkeit und der objektivität des berichtes abgesehen, wenn in china die umwelt kein thema wäre, warum wurde er zu CCTV eingeladen? ich würde meinem volk den mensch Wu Lihong nicht mal kennen lassen. in dieser bericht wurde nicht mal erwähnt, warum er verurteilt wurde, und was hat er gestanden. dass er gefoltert wurde, war wiederum eine einseitige aussage von seiner frau. wenn man ein bisschen weiter recherchieren wollte, wäre diese nachricht glaubwürdiger gewesen.
.
..und wieso hatten sich nicht sofort nach diesem Bericht im CCTV die zuständigen Provinzbehörden um diesen Fall gekümmert, und ihn unterstützt. ?? :?:
Ist denn nach seiner Verhaftung irgendetwas passiert, um die mehr oder weniger irreparable Verschmutzung des Taihu aufzuhalten ?? :?:

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 01:25
von ferrara
Grufti hat geschrieben: ..und wieso hatten sich nicht sofort nach diesem Bericht im CCTV die zuständigen Provinzbehörden um diesen Fall gekümmert, und ihn unterstützt. ?? :?:
Ist denn nach seiner Verhaftung irgendetwas passiert, um die mehr oder weniger irreparable Verschmutzung des Taihu aufzuhalten ?? :?:
naja, du weißt ja schon, wenn die korruption da einmischt,... :cry:
die umweltproblem vom taihu-see ist bisschen kompliziert. die verschmutzung ist nicht die einzige ursache. viele wasserflächen wurden weggenommen um daraus ackerland zu machen. die wasserknappheit spielt auch eine große rolle.
soweit ich weiß wird da schon was gemacht. hab leider nur chinesische quelle für dich.
http://city.finance.sina.com.cn/city/20 ... 96795.html
aber wie gesagt, dafür braucht man nun mal zeit.

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 01:31
von Grufti
Vielen Dank für die Info ! :wink:

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 06:23
von HK_Yan
Was mich an der Diskussion immer etwas verwundert, für Chinesen ist das Problem nur in der Berichterstattung. Das scheint das grosse Thema zu sein. Tibet selber scheint zur Nebensache zu werden.

Ich frage daher mal, was soll den nun in Tibet geschehen? Wie soll es weitergehen? Wie vereint man die Tibeter am besten? Was ist bisher falsch gelaufen? Wo kann man verbessern?

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 07:01
von Lunik
Was mich an der Diskussion immer etwas verwundert, für Chinesen ist das Problem nur in der Berichterstattung. Das scheint das grosse Thema zu sein. Tibet selber scheint zur Nebensache zu werden.
Das ist heutzutage das große Problem an Diskussionen. Man schweift vom Thema ab. Zur Berichterstattung. Es wird immer ein Pro und ein Contra geben. Man hängt sich gern an Nebensächlickeiten auf als dem Grauen in die Augen zu schauen. Vielleicht sollte man die ganze Sache etwas objektiver sehen.
Ich frage daher mal, was soll den nun in Tibet geschehen? Wie soll es weitergehen? Wie vereint man die Tibeter am besten? Was ist bisher falsch gelaufen? Wo kann man verbessern?
Menschen die sich ungerecht und unfair behandelt werden gehen nun mal irgendwann gegen diesen Faktor vor. früher oder später. Chinas Regierung sollte vielleicht mal der Wahrheit in Auge sehen. Das Wirtschaftswachstum hat die Menschen in ihrer Entwicklung ganz einfach überholt. Die wirklichen Probleme Chinas werden erst sichtbar werden wenn es nicht mehr so wächst. Alles hetzt dem hinterher. Viele bleiben auf der Strecke und es ist nun mal eher eine Mammutaufgabe als eine leichte aus einem Schwellenland eine moderne Nation zu machen. Man kann nicht alles auf einmal erreichen. Aber ich sehe für China stürmische Zeiten.
Auch die Ausmaße an Absurität was die Imagpflege vor den Olympischen Spielen angeht ist eher erschreckend als beruhigend. Der krampfhafte Versuch als moderne Nation dazustehen anstatt Fehler und Lücken zuzugeben ist nicht gerade gelungen. Die westliche Welt schaut, so glaube ich, sehr genau hin was wie passiert. Aber mit dem Denken alles zu verschweigen und unter den Teppich zu kehren kommt man nicht weit. Offenheit mit dem Thema Tibet wäre wesentlich besser.

Meiner bescheidenen Meinung nach wäre es besser für China die Provinz Tibet wie jede andere stinknormale Provinz zu behandeln. Je mehr man den Deckel drauf hält umso mehr werden die Menschen dort unzufriedener und gewaltbereiter. Vorallem wenn sie erkennen das die Welt ihenen eine Bühne bereitet. In diesem Fall ist Chinas Deckmantelpolitik echt nach hinten losgegangen. Der Mensch denkt schwarzweis. Also Tibeter gut Chinesen böse. In dem Thema wie nehm ich meinem Gegner den Wind aus den Segeln muss chinas Regierung noch jede Menge lernen.
Für mich persönlich ist es eh unverständlich wie lange das chinesische Volk auch in anderen Teilen des Landes und generell so lange nicht revoltieren konnte. Die Sache inTibet kann China helfen oder im Chaos enden. Man wird sehen.

LG Lunik

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 09:01
von derChinese
" Eine Ergänzung habe ich hierzu : Die Chinesen auf dem Tianmen Platz kämpften in erster Linie gegen die preissteigerungen,"

Nein. Die demokratische Bewegung war bereits in Dezember 1986 von dem Anspruch auf mehr Demokratie ausgeloest worden. Nur danach gab es eine(n) zwei und halb jaehrige(n) Pause(Stillstand).
Die damaligen Chinesen und die heutigen sind unterschiedlich wie zwei verschiedene Voelker

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 09:50
von ferrara
HK_Yan hat geschrieben: Was mich an der Diskussion immer etwas verwundert, für Chinesen ist das Problem nur in der Berichterstattung. Das scheint das grosse Thema zu sein. Tibet selber scheint zur Nebensache zu werden.
ich sehe das anderes. weil:
was die information von tibet bekommet ihr zum großen teil von den medien, sei es ein TV-sender, sei es eine internet-quelle. jetzt stellt man fest, dass die informationen nicht glaubwürdig sind. muss man erst gedanken darüber machen, ob man von den falschen informationen beeinflußt wurde und darüberhinaus wie bekommt man die objektiven informationen? wenn man so weiter macht, wird man nicht schlauer werden.
HK_Yan hat geschrieben:Ich frage daher mal, was soll den nun in Tibet geschehen? Wie soll es weitergehen? Wie vereint man die Tibeter am besten? Was ist bisher falsch gelaufen? Wo kann man verbessern?
falsch gelaufen sind viele.
von seite der KPCh aus ist z.b. die vernachlässigung des glaubes vieler tibeter. sie ist davon ausgegangen nach dem motto: geldbeute gut gefüllt, alles gut gelaufen. das hat in weiten teil chinas gut durchgesetzt. viele tibeter glauben aber an "das zweite leben". sie sind der meinung, wenn der DL das ja wort nicht gebe, bekomme man auch kein zweites leben. der glaube an sich ist nicht das problem. das wird aber gnadenlos ausgenutzt zum zweck erpressung der KPCh.
wenn der DL seine anhänger besser unter kontrolle gehabt hätte, würde auch keine ausschreitung geben.
natürlich müssen der DL und die chinesische regierung zusammensetzen, und das problem lösen. aber ein paar dinge muss vorher klar sein: tibet gehört zu china, und das ziel "autonomie großflächiges tibet" muss weg. (zum thema "großflächiger tibet" habe ich bereits im thread "Ich warte auf Brainwash vom Spiegel" erwähnt, bitte erst durchlesen, dann fragen stellen.)

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 31.03.2008, 17:44
von Yingxiong
Lunik hat geschrieben:Für mich persönlich ist es eh unverständlich wie lange das chinesische Volk auch in anderen Teilen des Landes und generell so lange nicht revoltieren konnte.
Für mich nicht. Denn man muss eines sehen: noch nie ging es der chinesischen Bevölkerung so gut wie heute. Noch nie hatten sie so viel Freiheiten wie heute.

Das ist es, worauf die Chinesen stolz sind! Sie haben einen Lebensstandard, den sie nie zuvor hatten.
Nur die Leute aus dem Westen können nicht verstehen, dass die Chinesen auf ihr Erreichtes stolz sein können!
Wenn man Chinesen aus ärmeren Regionen mit Menschen aus ärmeren Regionen in Afrika vergleicht, leben sie sogar fast im Wohlstand. Wenn sie selber die Menschen in Afrika sehen könnten, wären sie noch stolzer auf ihren Lebensstandard.
Lunik hat geschrieben: Offenheit mit dem Thema Tibet wäre wesentlich besser.
So eine Offenheit hat die SPD 1990 um den Wahlsieg gebracht. Oskar hat damals schon gesagt, dass die Wiedervereinigung nicht einfach würde, dass man viel Zeit brauche, bis sich die beiden Staaten einander angenähert haben und das der Lebensstandard sich nicht so schnell angleichen würde.
Helmut hat natürlich "Blühende Landschaften" versprochen, das es allen gut gehe, ...
Und was ist heute? Viele Arbeitslose, viele Probleme im Osten und viele sehnen die alte Zeiten zurück. Die Jugendkriminalität ist im Osten grösser als im Westen und auch rechtsradikale Parteien haben stärkeren Zulauf. Nicht ohne Grund ist die Linke im Osten an mehreren Landesregierungen beteiligt und in manchen Regionen sogar die stärkste Partei.

Wenn man den Begriff "Offenheit" so interpretiert, dass man sagt: in den nächsten 5 Jahren wollen wir versuchen, die Verkehrswege auszubauen, um der Region mehr Entwicklungsmöglichkeit zu geben, dann ist es ok. Und dies geschieht auch in China.

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 01.04.2008, 07:32
von belrain
Yingxiong hat geschrieben:
Lunik hat geschrieben:Für mich persönlich ist es eh unverständlich wie lange das chinesische Volk auch in anderen Teilen des Landes und generell so lange nicht revoltieren konnte.
Für mich nicht. Denn man muss eines sehen: noch nie ging es der chinesischen Bevölkerung so gut wie heute. Noch nie hatten sie so viel Freiheiten wie heute.
Das sehe ich genauso. Nicht alle Chinesen fühlen sich unwohl, bloss weil wir Westler glauben, dass deren Lebensumstände Katastrophal seien - und verglichen mit uns ist es teilweise so. Aber, und auch das ist interessant, wenn man mit den Leuten spricht bekommt man häufig zu hören das es früher noch viel schlimmer war - was wir uns teilweise garnicht vorstellen können.

Yingxiong hat geschrieben:
Das ist es, worauf die Chinesen stolz sind! Sie haben einen Lebensstandard, den sie nie zuvor hatten.
Nur die Leute aus dem Westen können nicht verstehen, dass die Chinesen auf ihr Erreichtes stolz sein können!
Doch, wir können es verstehen.
Aber: es gibt immer wieder Extreme. Eines ist die Angst des Westens, China könne zu stark werden und wir werden ärmer oder gar zum Spielzeug der Chinesen (ist bewusst überspitzt :wink: ). Was aber zu wenige erkennen, wir sind es bereits :wink: Unsere Wirtschaft ist enorm abhängig von China - und es wird noch viel schlimmer werden.
Ein weiteres Extrem ist der übertriebene, fast schon fanatische Nationalstolz vieler Chinesen. Den haben wir in den letzten Wochen schon häufig hier lesen dürfen :wink: , wobei sich manch ein Westler von dieser Fanatik hat mitreissen lassen.
Die Chinesen können mir Recht stolz sein auf die wirtschaftliche Entwicklung - allerdings muss in China jeder begreifen, dass sie weder der Nabel der Welt noch das einzig wahre Volk sind. :wink:
Yingxiong hat geschrieben:
Wenn man Chinesen aus ärmeren Regionen mit Menschen aus ärmeren Regionen in Afrika vergleicht, leben sie sogar fast im Wohlstand. Wenn sie selber die Menschen in Afrika sehen könnten, wären sie noch stolzer auf ihren Lebensstandard.
Glaube ich gerne. Allerdings, siehe oben, dürfen sie ihren Stolz nicht in falsche Bahnen lenken.
Yingxiong hat geschrieben:
Lunik hat geschrieben: Offenheit mit dem Thema Tibet wäre wesentlich besser.
So eine Offenheit hat die SPD 1990 um den Wahlsieg gebracht. Oskar hat damals schon gesagt, dass die Wiedervereinigung nicht einfach würde, dass man viel Zeit brauche, bis sich die beiden Staaten einander angenähert haben und das der Lebensstandard sich nicht so schnell angleichen würde.
Wobei man in China keine Wahl hat :wink:
Nichts desto trotz stellt sich immer wieder die Frage, wieviel Offenheit ist gut für ein Land, vor Allem für solch ein grosses Land?
Nicht das ich den Menschen ihre eigene Meinung streitig machen will, aber wenn ich mir manch jugendliche in Deutschland ansehe frage ich mich, wäre es nicht besser gewesen sie "zentral gelenkt erziehen zu lassen"? Nicht jeder Mensch ist in der Lage, sich oder seinen Nachwuchs den "Tugenden" entsprechend zu erziehen - wobei natürlich schwer definierbar ist, was richtig und was falsch ist. Kommt eben immer auf die Betrachtungsweise an.
Auf der anderen Seite muss man teilweise sagen, die KP versucht ihr Volk möglichst "dumm" zu halten, was ihr natürlich mit mehr technologischem Fortschritt immer schwerer fällt. Trotzdem konnten sie den Tibet-Konflikt zumindest einige Tage im eigenen Land "verheimlichen". Was sicherlich auch für mehr Ruhe im eigenen Land gesorgt hat. Ob es "menschlich richtig" ist, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber es sorgt dafür, dass die Regierung mehr Zeit hat auf solche Dinge zu reagieren.
In Deutschland stürzt sich die Presse immer gleich auf alles - und dramatisiert es kräftig. Die Folge ist das viele Menschen ängstlich bis hysterisch werden. Und die Regierung ist gezwungen schnellstmöglich zu handeln, was manchmal schön ist aber leider oft überstürzt. Oder aber, egal was gemacht wird, jeder befragte Bürger hätte es anders, besser oder sonstwie gemacht, womit man wenigstens wieder was hat um auf die Politiker einzuprügeln. Angst verkauft sich eben besser als Friede Freude Eierkuchen.
Was aber besser ist ........ bestimmt eher ein Mittelweg. Der ist aber schwer zu definieren. :wink:

Yingxiong hat geschrieben: Helmut hat natürlich "Blühende Landschaften" versprochen, das es allen gut gehe, ...
Tja, er war eben auch nur ein armer, kleiner Politiker der gerne an der Macht bleiben wollte :wink:
Zum Dank durfte er auch ungestraft viele Millionen unterschlagen :wink:
Yingxiong hat geschrieben: Und was ist heute? Viele Arbeitslose, viele Probleme im Osten und viele sehnen die alte Zeiten zurück.
Ja, das waren noch Zeiten :wink: Kein Sol-Zuschlag........ Ansonsten hat sich mein Leben dadurch eigentlich nicht verändert. Aber wenn sie die Mauer wieder haben wollen ....... Ich spende auch nen Sack Zement :wink:
Yingxiong hat geschrieben: Die Jugendkriminalität ist im Osten grösser als im Westen und auch rechtsradikale Parteien haben stärkeren Zulauf. Nicht ohne Grund ist die Linke im Osten an mehreren Landesregierungen beteiligt und in manchen Regionen sogar die stärkste Partei.
Was nicht unbedingt oder nur auf den Mauerfall zurückzuführen ist. Wir haben in Deutschland eine unglaublich besch..... Ausländerpolitik :evil:

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 01.04.2008, 08:04
von derChinese
Yingxiong hat geschrieben:
Lunik hat geschrieben:Für mich persönlich ist es eh unverständlich wie lange das chinesische Volk auch in anderen Teilen des Landes und generell so lange nicht revoltieren konnte.
"Für mich nicht. Denn man muss eines sehen: noch nie ging es der chinesischen Bevölkerung so gut wie heute. Noch nie hatten sie so viel Freiheiten wie heute."

Wenn du,Yingxiong, nur von Wirtschaft redst dann haettst du Recht. Wirtschaftlich ist China eins der freisten kapitalistischen Laender. Von politisch gesehen ist Momentan hingegen eine der schlechtsten Zeiten. Nur in Maos Zeit hatte man noch weniger Freiheit. Aber immerhin war China unter Mao sozialistisch, nicht so koruppt wie heutiges China

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 01.04.2008, 08:13
von TaugeNix
derChinese hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:
Lunik hat geschrieben:Für mich persönlich ist es eh unverständlich wie lange das chinesische Volk auch in anderen Teilen des Landes und generell so lange nicht revoltieren konnte.
"Für mich nicht. Denn man muss eines sehen: noch nie ging es der chinesischen Bevölkerung so gut wie heute. Noch nie hatten sie so viel Freiheiten wie heute."

Wenn du,Yingxiong, nur von Wirtschaft redst dann haettst du Recht. Wirtschaftlich ist China eins der freisten kapitalistischen Laender. Von politisch gesehen ist Momentan hingegen eine der schlechtsten Zeiten. Nur in Maos Zeit hatte man noch weniger Freiheit. Aber immerhin war China unter Mao sozialistisch, nicht so koruppt wie heutiges China
Naja - die Korruption war gerade zu Maos Zeiten sehr hoch.
Leider hat sich bis heute wenig daran geändert, trotz drohender (und verhängter) Todesstrafen.
Auf allen Ebenen.

Nur, dass heute "mehr" zu verteilen ist..

Gruss,
TaugeNix^hat nen Seminar über die Korruption(sbekämpfung) in der VR geschrieben.. *seufz*

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 01.04.2008, 08:32
von HK_Yan
ferrara hat geschrieben:
HK_Yan hat geschrieben:Ich frage daher mal, was soll den nun in Tibet geschehen? Wie soll es weitergehen? Wie vereint man die Tibeter am besten? Was ist bisher falsch gelaufen? Wo kann man verbessern?
falsch gelaufen sind viele.
von seite der KPCh aus ist z.b. die vernachlässigung des glaubes vieler tibeter. sie ist davon ausgegangen nach dem motto: geldbeute gut gefüllt, alles gut gelaufen. das hat in weiten teil chinas gut durchgesetzt. viele tibeter glauben aber an "das zweite leben". sie sind der meinung, wenn der DL das ja wort nicht gebe, bekomme man auch kein zweites leben. der glaube an sich ist nicht das problem. das wird aber gnadenlos ausgenutzt zum zweck erpressung der KPCh.
wenn der DL seine anhänger besser unter kontrolle gehabt hätte, würde auch keine ausschreitung geben. natürlich müssen der DL und die chinesische regierung zusammensetzen, und das problem lösen. aber ein paar dinge muss vorher klar sein: tibet gehört zu china, und das ziel "autonomie großflächiges tibet" muss weg.
Das ist doch mal eine Diskussionsbasis mit der man weiter reden kann. Dazu möchte ich mal folgende Punkte zusteuern:

Der Dalai Lama ist die höchste Figur für religiöse Tibeter. Das kann die KP nicht einfach ignorieren, das ist Blasphemie für die Tibeter.

Der Dalai Lama hat mit Sicherheit nicht alles unter Kontrolle. Die Ausschreitungen in Lhasa kamen ja nicht von Mönchen sondern von Jugendlichen Raufbolden. Die halte ich für unkontrollierbar. Das schaft Dynamo Dresden auch nicht bei seinen Mitgliedern. Die KP hat sich da auch widersprochen, auf der einen Seite soll es vom Dalai Lama organisiert gewesen sein, auf der anderen Seite schreiben sie das es "Hooligans" waren. Ein klassischer Widerspruch.

Ich verstehe nicht warum ""Autonomie" ein Problem sein soll? Tibet heißt doch offiziell TAR, wobei das "A" für autonom steht. Es ist leider nur eine falsche Autonomie und Augenwischerei. Tibeter selber spielen politisch keine Rolle in Tibet.

Warum nicht ein System wie in Hong Kong? Allerdings ohne Grenze. In Hong Kong sind in der Regierung nur Lokale Menschen, keine einzige Person aus Beijing. Das ist ein Autonomie von der die Tibeter nur träumen können, leider.

Wenn du das politische System in Deutschland kennst dann könnte auch das System Landesregierung/Bundesregierung gut passen. Bayern wird ja auch aus München regiert und nicht aus Berlin.

Re: Tibet - Was ist da los?

Verfasst: 01.04.2008, 08:46
von jd
belrain hat geschrieben:
Yingxiong hat geschrieben:Die Jugendkriminalität ist im Osten grösser als im Westen und auch rechtsradikale Parteien haben stärkeren Zulauf. Nicht ohne Grund ist die Linke im Osten an mehreren Landesregierungen beteiligt und in manchen Regionen sogar die stärkste Partei.
Was nicht unbedingt oder nur auf den Mauerfall zurückzuführen ist. Wir haben in Deutschland eine unglaublich besch..... Ausländerpolitik :evil:
Gehört zwar nicht in den Tibet-Thread, sondern eher in den Deutschland-Ordner. Aber da mir bei dieser Anmerkung zum Zitat der Zusammenhang nicht ersichtlich ist, frage ich nach: Welchen Zusammenhang siehst Du zwischen Jugendkriminalität sowie Regierungsbeteiligung der Linken im Osten Deutschlands und der gesamtdeutschen Ausländerpolitik?

Falls die Antwort länger ausfällt, sollte man dies möglicherweise aus dem Tibet-Thread auslagern... :roll:

Jens David,
der durch seine Erfahrungen als Rechtsanwalt ganz eigene Einblicke in die Realität der Ausländerpolitik gewonnen hat...