Re: Grausamkeit gegenüber Tieren
Verfasst: 25.12.2007, 16:20
"Erkenntnis- und Existenzfrage", "Menschenbewusstsein". Du sprichst den "Gesunden Menschenverstand" an. Ich verwende lieber "Common Sense", weil es sonst auch einen "Kranken Menschenverstand" geben müsste und diese Verallgemeinerung könnte ich nicht akzeptieren.
Warum werden Bäume abgeholzt? Einzelne Bäume, eine bestimmte Baumsorte, Bäume einer bestimmten Größe oder eines bestimmten Alters oder ganze Wälder. Um ein Haus zu bauen. Um einen Sarg aus einer besonderen Holzart zu zimmern. Um Platz für eine neue Autobahn zu schaffen. Weil sich das Holz teuer verkaufen lässt.
Ja?/Nein?/Vielleicht? - Wer legt fest, welche Nutzung des Waldes richtig ist? Im Winter 1945/46 wurde der Große Tiergarten in Berlin wegen des Brennstoffmangels abgeholzt, dort Gemüse gepflanzt und 1949 wieder aufgeforstet. Eine böse Tat? Wälder mit Tannen, Fichten und Kiefern werden extra eng angepflanzt, um jedes Jahr viele Weihnachtsbäume zu "ernten". Schön ist das nicht (sage ich). Im Vietnamkrieg wurden Wälder entlaubt, um eine bessere Sicht zu bekommen. Neben den Vietnamesen fanden das auch Amerikaner nicht gut. Zuerst, weil die Maßnahme wirkungslos war und später wegen der Folgen für die Umwelt. Es hat sich ein schlechtes Gewissen entwickelt. Weil wir (= ihr und ihr, ich eigentlich nicht, und wie ist es mit euch?) Tropenholz so schön fanden wurden im Regenwaldgürtel jahrzehntelang viele Bäume gefällt. Inzwischen ist diese Nachfrage zurückgegangen. Weil sich das Bewusstsein bei vielen Verbrauchern geändert hat. Ökologische Erkenntnisse haben sich verbreitet.
Trotzdem gibt es immer noch eine grosse Bandbreite, wie "Common Sense" bei der Waldnutzung ausgelegt werden kann. Was darf man mit Holz tun und was nicht? In welchen Situationen sind Ausnahmen erlaubt? Und: Stört es jemanden in Uganda wenn ich in Deutschland dagegen bin, dass ein Baum für Zierleisten in britischen Autos gefällt wird?
D., dem der folgende Erklärungsversuch zu unserem Thema am besten gefällt: Die Einwohner von Neustadt bei Coburg werden häufig als "Hundsfrasser" (= Hunde-Esser) bezeichnet. - Nein, sagen sie. Das stimmt nicht. Sie hätten keine Hunde gegessen. Aber sie haben im Dreißigjährigen Krieg welche geschlachtet und den Coburgern verkauft. - Wobei "sie" mit "wir" niemanden meinen, der vor 1648 geboren wurde und heute noch leben würde. Bilder und Namen bleiben eben.
Warum werden Bäume abgeholzt? Einzelne Bäume, eine bestimmte Baumsorte, Bäume einer bestimmten Größe oder eines bestimmten Alters oder ganze Wälder. Um ein Haus zu bauen. Um einen Sarg aus einer besonderen Holzart zu zimmern. Um Platz für eine neue Autobahn zu schaffen. Weil sich das Holz teuer verkaufen lässt.
Ja?/Nein?/Vielleicht? - Wer legt fest, welche Nutzung des Waldes richtig ist? Im Winter 1945/46 wurde der Große Tiergarten in Berlin wegen des Brennstoffmangels abgeholzt, dort Gemüse gepflanzt und 1949 wieder aufgeforstet. Eine böse Tat? Wälder mit Tannen, Fichten und Kiefern werden extra eng angepflanzt, um jedes Jahr viele Weihnachtsbäume zu "ernten". Schön ist das nicht (sage ich). Im Vietnamkrieg wurden Wälder entlaubt, um eine bessere Sicht zu bekommen. Neben den Vietnamesen fanden das auch Amerikaner nicht gut. Zuerst, weil die Maßnahme wirkungslos war und später wegen der Folgen für die Umwelt. Es hat sich ein schlechtes Gewissen entwickelt. Weil wir (= ihr und ihr, ich eigentlich nicht, und wie ist es mit euch?) Tropenholz so schön fanden wurden im Regenwaldgürtel jahrzehntelang viele Bäume gefällt. Inzwischen ist diese Nachfrage zurückgegangen. Weil sich das Bewusstsein bei vielen Verbrauchern geändert hat. Ökologische Erkenntnisse haben sich verbreitet.
Trotzdem gibt es immer noch eine grosse Bandbreite, wie "Common Sense" bei der Waldnutzung ausgelegt werden kann. Was darf man mit Holz tun und was nicht? In welchen Situationen sind Ausnahmen erlaubt? Und: Stört es jemanden in Uganda wenn ich in Deutschland dagegen bin, dass ein Baum für Zierleisten in britischen Autos gefällt wird?
D., dem der folgende Erklärungsversuch zu unserem Thema am besten gefällt: Die Einwohner von Neustadt bei Coburg werden häufig als "Hundsfrasser" (= Hunde-Esser) bezeichnet. - Nein, sagen sie. Das stimmt nicht. Sie hätten keine Hunde gegessen. Aber sie haben im Dreißigjährigen Krieg welche geschlachtet und den Coburgern verkauft. - Wobei "sie" mit "wir" niemanden meinen, der vor 1648 geboren wurde und heute noch leben würde. Bilder und Namen bleiben eben.