wind hat geschrieben:Du hast recht. Ich werde meine Muttersprache meine Kinder nie aufgeben.
Ist auch richtig so, denn Eure Kinder haben sowohl dt. als auch chin. Wurzeln - und die können sie nur dann verstehen, wenn sie dazu in der Lage sind beide Sprachen zumindest zu verstehen und zu sprechen.
Das Lesen und Schreiben ist natürlich bei chin. ungleich schwerer, weils eben Schriftzeichen statt Buchstaben verwendet - aber das Sprachverstehen und auch Sprechen geht, wenn man denn eine klare Aufteilung zwischen Dt. und Chin. hat sehr gut.
Wie ich schon sagte, hat meine Frau logischerweise den Part der chin. Lehrerin und ich den des dt. Lehrers.
Mittlerweile ist es so, dass unsere Kinder meine Frau immer mal wieder auf ihre ab und an durch blitzenden Satzfehler beim Gespräch aufmerksam machen - das Gleiche machen sie bei mir, wenn ich chin. spreche.
Das Wichtige ist eben, dass konsequent BEIDE Sprachen auch tägl. gesprochen werden.
Und da Kinder nun mal Sprachen sehr viel schneller lernen als Erwachsene, haben sie da auch weniger Probleme. Da wird nach der Methode Try and Error oder Listen and Copy gelernt - funktioniert super.
So lerne ich übrigens auch chinesisch
Und da es bei uns tägl. gebrochen wird (wie dt. natürlich auch) bleibt da auch bei mir einiges hängen.
Der Unterschied ist der, dass die Kids die Vokabeln und Sätze aufsaugen wie ein Schwamm das Wasser - ich bin da wirklich neidisch.
Unsere große Tochter fängt seit einigen Wochen an nach der Bedeutung von verschiedenen Schriftzeichen zu fragen bzw. möchte sie wissen, wie dieses und Jenes in Chin. geschrieben wird.
Das ist dann der Punkt, wo auch ich zum Erstklässler werde
Zum Glück hatten wir uns kindgerechte Lernbücher, -spiele aus China mit gebracht (u.a. auch Karten, auf denen das Bild des betr. Gegenstandes zu sehen ist + das passende chin. Schriftzeichen + der engl. Übersetzung (gabs/gibts so leider nicht mit Dt.)
Ich kann Dir nur raten tägl. mit Euren Kindern chin. zu sprechen - und natürlich auch dt. mit Deinem Mann.
Ich hatte in den ersten 2-3 Wochen, als meine Frau gerade nach Berlin kam zu 80 % Englisch mit ihr gesprochen, weil ich der Meinung war, dass es nicht gut wäre, gleich komplett auf Dt. umzustellen.
Fehler meinerseits.
Meine Frau sagte, dass sie Dt. so schnell wie möglich lernen wolle, damit sie eben schnell Dt. verstehen und sprechen kann.
Also machten wir es so, dass Englisch nur dazu benutzt wurde, um die jeweilige dt. Bedeutung zu erklären.
Dazu kam noch, dass meine Familie nur noch das Schul-Englisch drauf hatten und das mehr schlecht als recht.
Da ich ja tagsüber arbeiten war, blieb meiner Frau ohnehin keine andere Möglichkeit als Dt. schnell zu lernen, weil meine Family (bis auf ein Bisschen Englisch) keine andere Sprache als Dt. spricht.
Da sich meine Frau und meine Eltern auf Anhieb sympathisch waren, und sie diese schnell mit "Mama" und "Papa" anredete, war da auch gleich ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis gegeben, was ihr das Lernen noch mehr erleichterte.
Den obligatorischen Integrationskurs Deutsch schloss sie übrigens als Klassenbeste ab, obwohl das Lernen dort (bezogen auf ihre libanesischen und türkischen Klassenkameradinnen) unnötig verlängert wurde, weil 20 % den Unterricht nur dazu nutzten, um mal von zuhause weg zu kommen -> nicht gleichbedeutend mit Dt. LERNEN - DAS wollten sie eben nicht und sagten das freimütig auch dem Dozenten und nicht nur meiner Frau und mir.
Das ist aber ein anderes Thema, was ich hier in anderen Threads schon gepostet habe.