Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

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happyfuture
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von happyfuture »

Mathias hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:... Den Gebrüdern Albrecht wird so schnell kein Chinese das Wasser (oder sonstiges) reichen! ...
Gebrüder Albrecht :?:
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Red Duck
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Red Duck »

aquadraht hat geschrieben:

Dadurch, dass du bundesdeutsche Behörden mit denen der DDR gleichsetzt, stellst du die beiden Staaten pauschal auf eine Stufe.
Die Terminologie "Verfassungsbruchämter" unterstellt, dass diese Ämter pauschal die Verfassung brechen.
Und das mit der Symbiose mit den Rechtsextremen... Ich will nicht bestreiten, dass die Mitarbeiter mancher Behörden tendenziell eher dem rechten Lager zuzuordnen sind, und dass die Maßnahmen daraus bisweilen zumindest "unausgewogen" sind. "Symbiose" ist jedoch ein Vorwurf, den man m.E. nicht ohne weitere Begründun in den Raum stellen darf.
Dass der Verfassungsschutz bundesdeutsche Gesetze bricht um operieren zu können, dürfte außer Zweifel stehen. Daher ist der Vergleich mit der Stasi auch nicht unbegründet. Sie arbeiten nur für unterschiedliche "Firmen".

Aber wer glaubt, dass der Verfassungsschutz die Verfassung schützt, glaubt auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen faltet.
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von aquadraht »

Red Duck hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:..
Das Zitierte habe ich nicht geschrieben.

Rest d'accord.

Aber der Thread war auch nicht mehr der jüngste :mrgreen:

a^2
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Red Duck
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Red Duck »

aquadraht hat geschrieben:
Red Duck hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:..
Das Zitierte habe ich nicht geschrieben.

Rest d'accord.

Aber der Thread war auch nicht mehr der jüngste :mrgreen:

a^2

Jo, stimmt. :mrgreen: Man kann nur drei Zitate verschachteln, da ist mir wohl beim Löschen was daneben gegangen. :(
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de guo xiong
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von de guo xiong »

Red Duck hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:...
...
.... da haben sich ja 2 gefunden .....
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Hendrik
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Hendrik »

Aus dem aktuellen Artikel Thread:
http://www.focus.de/finanzen/doenchkolu ... 63419.html" target="_blank
focus.de hat geschrieben: Die Chinesen produzieren billigen Ramsch, horten Rohstoffe, manipulieren ihre Währung
Niemand wird gezwungen bei den Chinesen zu kaufen.
focus.de hat geschrieben: Freier Wettbewerb? Schutz des geistigen Eigentums? Die Grundprinzipien der Marktwirtschaft interessieren die Machthaber nicht.
Der Wettbewerb ist in China genau so frei wie in viele noch nicht voll entwickelten Staaten. Korruption gibt es in solchen Ländern viel. Vielleicht möchte sich ja focus.de an der Finanzierung einer schlagkräftigen Anti-Korruptionsbehörde beteiligen?

Dass zurückgebliebene Länder gerne bei den Fortgeschrittenen abschauen ist keine Erfindung der Neuzeit. Aber der Autor hat schon recht, man sollte nicht klauen, auch keine Ideen. Dies ist übrigens der einzige Punkt, dem ich voll zustimme.
focus.de hat geschrieben: China wächst dank zentraler Lenkung, staatlicher Dominanz – aber auch durch unfair erworbene Handelsvorteile
(...)
Die USA attackieren die künstlich verbilligte Währung des Landes (Renminbi): Nur so könne das Land weiterhin so günstig exportieren.
Niemand ist gezwungen mit den Chinesen zu handeln. Die USA sollten lieber mal bei Apple die Dinge gerade biegen. Die Apple Produkte sind alle unfair und hoffnungslos überteuert. Man kann ja mal versuchen in einen Apple-Store zu gehen und den Preise eines iPhones mit dem Verkäufer auszuhandeln.
focus.de hat geschrieben:...weiß die Welt, unter welchen Bedingungen die Beschäftigten arbeiten müssen...
Nein, toll ist das wirklich nicht. Aber es errinnert mich an meinen Geschichtsunterricht und an das, was meine Geschichtslehrer mir über die Zeit der industriellen Revolution erzählt haben.
focus.de hat geschrieben:Wie China aber die wichtigen Dinge hortet, die das Land schon besitzt, zeigt sich beim Thema Rohstoffe. Genauer: bei den so genannten „Seltenen Erden“
Im Moment ist das unschön für den Westen, aber ich denke da sind bereits jetzt ein paar Forscher dran, um andere gut erhältliche Rohstoffe zu nutzen. Technischen Fortschritt gibt es oft dort, wo er notwendig ist.
focus.de hat geschrieben:China ist nicht halb so mächtig, wie es derzeit erscheint.
China ist das Land mit der größten Anzahl an Gehirnen weltweit. Und ich mir sicher, die Zahl der Köpfe ist ein entscheidender Machtfaktor.
focus.de hat geschrieben:Die Volksrepublik muss erst noch all das lernen, was die reifen Industrienationen längst erkannt haben.
Es scheint ja fast so, als kennt der Focus sogar eine Abkürzung, dass man die harte Zeit der Industrialisierung komplett überspringen kann.

Es gibt vieles in China, das nicht so toll ist. Aber ich denke, es ist ein notwendiger Prozess, der eben durchlaufen werden muss auf dem Weg in die Zukunft.
.
beowulf
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

Die Volksrepublik muss erst noch all das lernen, was die reifen Industrienationen längst erkannt haben.
Muss bei solchen naiv dümmlichen Phrasen auch immer herzlich lachen. Stell mir da immer vor wie der Autor in einem afrikanischen Dorf steht und die Frage stellt, warum der Stamm nicht einfach ins internationale Bankengeschäft oder in die Softwareentwicklung einsteigt, statt in der örtlichen illegalen Kupfermine die eigene Gesundheit und Umwelt zu ruinieren.
Mathias
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Mathias »

FOCUS-Online-Administrationsteam hat geschrieben:Hallo Mathias,

Ihr Beitrag:

"Die Welt hasst China?
Ich bin, höflich ausgedrückt, erstaunt. "Durchblick im Dschungel der Desinformation(en)", so überschreibt der Autor seine Kolumnen. Man mag zugute halten, daß eine Kolumne ein Meinungsbeitrag sei. Warum nimmt Herr Dönch dann aber gleich die ganze Welt für seine Sinophobie in Anspruch? Ich lese den FOCUS eher selten, diese "kleine Hunnenrede" hat meine Meinung über das journalistische Niveau des FOCUS leider nicht gerade positiv beeinflusst."

wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.

Ihr FOCUS-Online-Administrationsteam
Ich hätte wohl besser nicht erwähnen sollen, daß ich den FOCUS nicht gerade aboniert habe :mrgreen:
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Skorpid
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von Skorpid »

So einen hasstriefenden, hetzerischen, polemischen, mit Vulgärausdrücken und unsachlichen Wörtern gespickten Kommentar hätte ich auch nicht veröffentlicht..... ...willkommen in der deutschen Meinungsfreiheit.
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incues
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von incues »

Skorpid hat geschrieben:So einen hasstriefenden, hetzerischen, polemischen, mit Vulgärausdrücken und unsachlichen Wörtern gespickten Kommentar hätte ich auch nicht veröffentlicht..... ...willkommen in der deutschen Meinungsfreiheit.
Nein, das grenzt schon an Meinungs-Manipulation. Man versucht nicht einmal irgendwelche haltlosen Thesen zu belegen. Frei nach dem Motto: Der Dumme Leser wird's schon glauben.
Schade, Deutschland hat leider überhaupt keinen guten Journalismus mehr.
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beowulf
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

incues hat geschrieben:
Skorpid hat geschrieben:So einen hasstriefenden, hetzerischen, polemischen, mit Vulgärausdrücken und unsachlichen Wörtern gespickten Kommentar hätte ich auch nicht veröffentlicht..... ...willkommen in der deutschen Meinungsfreiheit.
Nein, das grenzt schon an Meinungs-Manipulation. Man versucht nicht einmal irgendwelche haltlosen Thesen zu belegen. Frei nach dem Motto: Der Dumme Leser wird's schon glauben.
Schade, Deutschland hat leider überhaupt keinen guten Journalismus mehr.
Das ist auch ein Kommentar - wenn es gesellschaftlich toleriert wird, kann man in Deutschland schreiben was man will. Mich stört vielmehr, dass in Artikel Meinungen und Falschinformationen verbreitet werden. (Aussendungen der Presseagenturen)
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

@Taugenix - Mit Mark Siemons bin ich nicht oft einer Meinung aber ab und zu bringt er auch gute Artikel heraus - z.B. hier einen älteren Artikel:

China und der Westen
Wie man einen Feind erzeugt:

http://www.faz.net/s/Rub99B474173E514ED ... ntent.html" target="_blank

und dann stürzt er ideologisch bedingt wieder vollkommen ab, wie z.B. bei Artikel über Liu Xiaobao, wo er ihn fälschlicherweise als Reformer darstellt, der "Feindschaft und Hass zwischen Regierung und Regierten zu überwinden; statt den Sturz der Kommunistischen Partei anzustreben, solle die Gesellschaft Druck auf deren Selbstdemokratisierung ausüben." will.

Hat Siemons überhaupt die Charta 08 oder die Texte von Liu gelesen? Das sind durch und durch agressive Anklageschriften und seine "Reform"vorschläge in der Charta 08 sind in Wahrheit nichts anderes, als das er fordert, dass China den Weg der Sowjetunion einschlägt. Politisch als auch wirtschaftlich.

Oder hier -

http://www.faz.net/s/Rub68A2FB838B0C423 ... ntent.html" target="_blank

Siemons rennt hier wieder in die gleiche Falle hinein, sich vollkommen auf die Rechten unter den chinesischen "Intellektuellen" zu stützen. In irgendeinem Nebensatz handelt er dann Kritiker ab, die jetzt vollkommen geschockt wären, wegen der Strafe und impliziert, dass sie Liu genauso wahrnehmen wie der Autor selbst.


Was ein vollkommener Blödsinn ist. Die Kritiker von Liu Xiaobo sind gerade jetzt stark aktiv. Die Kritiker aus dem rechten Lager oder gar Falun Gong, werfen ihm vor zu weich zu sein. Was meiner Meinung nach ein Schmarrn ist - in Wahrheit geht es eher um Neid und Missgunst. Wer sich ein wenig da eingelesen hat, weiß was für eine Schlangengrube die Dissidentenszene wirklich ist. Die Kritiker aus dem linken Lager, verstehen ihn nach wie vor als einen mai guo, der blindlings dem westlichen Imperalismus nacheifert.

Mark Siemons kann im Gegensatz zu vielen anderen Journalisten gut schreiben und benützt sein Hirn. Er ist aber ein politischer Mensch - nona - und seine ideologische Orientierung schimmert stark beim Schreiben durch. Ist aber auch in Ordnung - besonders bei einem Kommentar. Weiters hat er ein gewisses Feingefühl und ist kein dumpfer Propagandist ala Bork. Daher reihe ich ihn auch nach Blume, Sieren als dritten von mir gern gelesenen Autoren ein. Christian Y. Schmidt nehme ich jetzt heraus, da er nicht wirklich ein klassischer Journalist ist, sondern mehr ein Buchautor. Wirklich anheben tut er das Niveau gesamt gesehen aber leider nicht. Ist ähnlich wie bei Peter Foster von Telegraph. Kann man lesen, hat ab und zu gute Infos, seine Analysen greifen aber zu kurz.
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happyfuture
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von happyfuture »

Mathias hat geschrieben:Ein Wunder ist geschehen, plötzlich und unerwartet ist der A380 nicht mehr zu groß für den Flughafen in Beijing! Ob die Tickets nun günstiger werden?
Emirates fliegt schon länger PEK mit dem "Großraum-Bild-Dildo" an, scheinen von daher eher "politische" Machtkämpfe zu sein 8)
TaugeNix

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von TaugeNix »

beowulf hat geschrieben:@Taugenix - Mit Mark Siemons bin ich nicht oft einer Meinung aber ab und zu bringt er auch gute Artikel heraus - z.B. hier einen älteren Artikel:

China und der Westen
Wie man einen Feind erzeugt:

http://www.faz.net/s/Rub99B474173E514ED ... ntent.html" target="_blank

und dann stürzt er ideologisch bedingt wieder vollkommen ab,
Hmm, es sollte jedem Leser bewusst sein, dass verschiedene Blätter verschieden politische Ideale vertreten, die FAZ natürlich nicht ausgenommen. Die Ideologie, die hier durchscheint, ist nicht die meine, aber ich will ja nicht nur Blätter lesen, die meine Ansicht bestätigen.

Mark Siemons kann im Gegensatz zu vielen anderen Journalisten gut schreiben und benützt sein Hirn. Er ist aber ein politischer Mensch - nona - und seine ideologische Orientierung schimmert stark beim Schreiben durch. Ist aber auch in Ordnung - besonders bei einem Kommentar.
Eben. Und er hat durchaus ein tieferes Verständnis für Zusammenhänge als viele anderen Schreiberlinge.
Weiters hat er ein gewisses Feingefühl und ist kein dumpfer Propagandist ala Bork. Daher reihe ich ihn auch nach Blume, Sieren als dritten von mir gern gelesenen Autoren ein.

Okay, aber warum kanzelst du die FAZ dann als banal und stumpf ab?!
Ist ähnlich wie bei Peter Foster von Telegraph. Kann man lesen, hat ab und zu gute Infos, seine Analysen greifen aber zu kurz.
Aber er zeigt mit seinen Recherchen, dass er gewillt ist, nicht bei "China = böse" stehen zu bleiben. Ich will ihn hier nicht 100%ig in Schutz nehmen (deine Argumente überzeugen), aber ich wollte klarmachen, dass man gerade solche Journalisten nicht verdammen sollte: ich empfinde die Artikel Siemmons immer wieder überraschend tiefgründig, wenn auch von einer Ideologie geprägt, die mir nicht behagt - und trotz einiger "Fehler" empfinde ich das Label "banal, stumpf" als falsch ;)

Gruß,
TaugeNix^sagt auch Danke an Laogai für die Link-Korrektur :)
beowulf
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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Beitrag von beowulf »

dass verschiedene Blätter verschieden politische Ideale vertreten, die FAZ natürlich nicht ausgenommen.
Wirklich? Mal abgesehen von vereinzelten Gastkommentaren und ein paar Journalisten die immer wieder versuchen gegen die Wellen anzuschwimmen, haben wir vor allem was die Auslandsberichterstattung betrifft, einen ziemlich gleich geschalteten Mainstream. Liegt natürlich zu einem gewissen Grade an der Natur des Menschen. Die eigene Gruppe (EU, USA) wird differenzierter betrachtet, die andere (Rest der Welt) undifferenziert und stark stereotypisierend. Hinzu kommt noch ein sehr geringes Wissen über diesen Rest der Welt, vor allem leider auch bei Journalisten, Editoren und Redakteuren, und ein nicht in Frage gestellter Ethnozentrismus. Weiters haltet sich eine Marktorientierte Presse natürlich gerne an leichten Formeln (am besten s/w) und starker Orientierung nach wir (die guten) und die anderen (die bösen, skurillen oder exotisch ansprechenden). Je qualitativ hochwertiger eine Zeitung ist, desto mehr geht das zugunsten einer differenzierteren Reportage zurück. Daher auch ein Unterschied zwischen Yellow Press und Qualitätsmedien. Leider gilt diese Formel aber nicht uneingeschränkt. Je weiter das Thema oder das Land, vom hiesigen Alltag entfernt ist, desto stärker nimmt dieser Unterschied ab. Gerade bei der China Berichterstattung gibt es zwar noch einen bemerkbaren, aber doch eher geringeren Unterschied zwischen Quality und Yellow Press.

Aber das sind jetzt keine rein westspezifischen Eigenheiten. Was aber bei der westlichen Berichterstattung noch hinzukommt sind zwei Faktoren. 1. Eine extreme Dominanz der paar Nachrichtenagenturen. Bei einem großteil der China Artikel ist es ziemlich egal ob man den Standard (österreichische "Qualitätszeitung"), FAZ oder Bild liest. Sind sowieso alle DPA oder Reuters. 2. ist unsere Presse noch vom kalten Krieg her stark ideologisch ausgeprägt. Gut - hier gibt es auch Überschneidungen mit dem Ethnozentrismus, aber die ständig wiederholten Phrasen und Argumente klingen schon wie aus einer Propagandavorschrift aus der Parteizentrale.

Der Weg raus und zu einer differenzierteren Berichterstattung wäre, mehr eigenen Journalismus zu betreiben und sich nicht mehr zu 90% auf die Nachrichtenagenturen zu verlassen und zweitens endlich einmal aus der ideologischen Ecke herauszukommen. Wird aber nicht passieren, da unsere Medien Marktorientiert sind.

Ok - ist ein wenig OT alles. Zurück zu Siemons. Bei Siemons kritisiere ich nicht das er einer Ideologie anhängt - Journalisten sind oft sehr politisch engagierte Menschen - sondern, dass er es zulässt das seine Ideologie den Blick auf die Realität verstellt. Er versucht es zu kontrollieren, aber manchmal gehen ihm die Pferde durch und wie bei dem Artikel über Liu Xiaobo, lässt er sich dann dazu hinreissen, nur das auf seinen Radar wahrzunehmen, was zu seiner Überzeugung passt. Wenn er zumindest die Kritiker von Liu Xiaobo kritisieren würde - aber nein, er nimmt sie nicht einmal wahr. Anders gesagt, er trägt auch ideologische Scheuklappen.

Blume hingegen ist auch ein politisch Denkender Mensch und ergo auch im gewissen Grad ein Ideologe, aber er ist einer der wenigen "Vollblutjournalisten". Von Blume hatte ich immer das Gefühl das er neugierig ist und ich merke auch die Begeisterung in seinen Artikeln. Er lässt sich also von seinen ideologischen Scheuklappen nicht einschränken. Was ihn natürlich nicht davon abhält, auch Blödsinn zu schreiben, aber man kann über die Jahre hinweg erkennen, wie er wächst und ein differenzierteres Wissen bekommen hat. Bei Siemons vermisse ich diesen Elan. Er hat ein tiefgründiges Verständnis und etwas in der Birne, aber irgendwie ist er stehen geblieben.

@FAZ

Als ich die FAZ angeführt habe, habe ich nicht explizit an Siemons gedacht. Ich hätte aber genausogut auch die Zeit oder die TAZ anführen können, obwohl Blume für diese schreibt. Warum? Weil sowohl Blume als auch Siemons nicht die einzigen Journalisten sind die für diese Zeitungen über China schreiben. Gerade bei derZeit war es leider so, dass ein Blume Artikel eher die Ausnahme als die Regel war. Bei der FAZ ist Siemons etwas stärker präsent, aber leider auch eher im reinen Kommentarbereich.
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