Grufti hat geschrieben:Ist ja alles gut und sehr schön, aber ist es nicht die Aufgabe eines Staates , darauf zu sehen und zu achten, daß alle Bürger es schaffen , sich aus den Randgruppen heraus arbeiten können, und letztendlich nicht als Lebensziel "Hartz IV"- Empfänger haben brauchen. "Multi-Kulti" mag zwar ein sehr schönes Ziel sein, aber in der Realität mit allen Konsequenzen ohne eine minimale "Zwangsakzeptanz" von "Werten" der Kultur, in der der einzelne Immigrant lebt, ist das nicht durchführbar.
An "Multi-Kulti" habe ich selber auch nie geglaubt. Trotzdem sollte ein gewisses Maß an gegenseitiger Toleranz vorhanden sein, damit diejenigen Immigranten, die sich nicht so gerne assimilieren lassen wollen, auf halbem Wege aus Deutschland heraus (aus finanziell-beruflichen Gründen) gestoppt werden. Wenn die Eingewanderten es in Schule und Beruf schwer haben, wird man sie erfahrungsgemäß leider nicht los, wie es scheint. Das sollte jetzt kein Vorwurf sein (in dem Fall wären praktisch alle im Kollektiv "schuldig"), sondern nur die Darstellung einer nicht-deutschen Perspektive.
Wenn junge Leute mit Migrationshintergrund merken, dass ihre Perspektiven eher düster sind, könnten sie sich mit Gleichgesinnten und gebildeten Respektspersonen zusammentun. Dann könnten sie sich friedfertige und produktive Perspektiven zusammen erarbeiten. Das Problem ist dabei häufig, dass es an gebildeten Respektspersonen in bestimmten Milieus mangelt. Allein, ohne die Anweisungen Älterer, bringen es jungen Menschen meiner Erfahrung nach zu nichts. Aber vielleicht wird sich das bessern, sobald sich die jungen Leute mehr Informationen beschaffen können. Die Medien haben ja bereits das Informationszeitalter eingeläutet.
Oder wie sollen Immigranten ( nicht nur die Kinder !) überhaupt jemals überhaupt eine Arbeit finden, wenn sie die Sprache des betreffenden Landes nicht erlernt haben, in dem sie leben?
Die Beherrschung der einheimischen Hochsprache ist auch meiner Meinung nach sehr wichtig. Gerade in Deutschland, wo es ziemlich viel wissenschaftliche Literatur gibt, sollte man die Chance wahrnehmen sich weiterzubilden. Aber auch die Sprache der Eltern sollte zu einem Mindestmaß gepflegt werden. Schade ist, dass hier die zweite und dritte Generation der Immigranten überall scheinbar immer noch nur entweder "einheimisch" oder "fremd" reflektiert. Dadurch erhöht sich die Gefahr, dass Fehler in der Integration sich in jeder Generation wiederholen. Als Migrant sollte man heutzutage die Möglichkeit bekommen, sich schnell und effizient interkulturelle Kompetenz zu erarbeiten. Und Migranten sind heute viele Leute, nicht nur diejenigen, die nach Deutschland gekommen sind. Auch Deutsche wollen auswandern.
Wie stehst Du zu den sogennanten "Ehrenmorden", wenn Mädchen aus der Türkei oder einem anderen muslimischen Land hier sich der deutschen ( oder allgemein: "westlichen" ) Realität soweit anpaßen, daß sie sich anziehen, wie sie es wollen, und mit Leute "-welchen Umgang auch immer" haben, wie sie es wollen ...und deswegen von ihren eigenen Familien umgebracht werden...
nach Deinem Posting billigst Du dieses Verhalten der Verwandten...
Da muss man abwägen, denke ich. Aber in der Regel stimme ich den harten Urteilen von euch Deutschen schon zu, wenn auch aus nicht-deutschen Gründen. Ich meine, dass auch Immigranten sich so innig um ihre Kinder kümmern sollten, dass die Kinder freiwillig die Tradition fortführen. Schaffen die Eltern das nicht, dann sollten sie es akzeptieren, dass die Kinder sich distanzieren.
Wenn es unter dem Vorwand von Traditionen zum Mord kommt, liegt das wohl daran, dass die Leute nicht gelernt haben, effizienter mit ihren Aggressionen umzugehen. Ich glaube, dass hier auch Deutsche noch dazu lernen können, nicht nur gewisse Einwanderer aus Westasien.
In der Kultur meiner Familie, die wahrscheinlich eine Art Ableger der Han-Kultur ist, werden Aggressionen als etwas natürliches betrachtet. Sie werden an sich nicht verurteilt. Uns halten andere Wertvorstellungen davon ab, etwas unüberlegtes zu tun, als das bei Deutschen und Türken der Fall ist. Deswegen können wir nicht unbedingt zwischen euch und den Türken vermitteln.