Könnte Chinese chineisisch ohne Problem schreiben?

Übersetzungen, Computerprobleme, Chinesische Zeichen, Studium in China, Sinologie usw.
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Sonnenschein
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Beitrag von Sonnenschein »

Was bedeutet dann: Er wird angehalten, das zu trinken?

Niemand hat mich gezwungen, D zu lernen. Aber niemand hat mir gesagt, dass D so schwierig ist, als ich anfing. Und zu meiner Zeit war es an der Uni unmöglich, Studienfächer zu wechseln. Also war ich stuck mit D. Heute sage ich jungen Leuten, sich ein Fach auszuwählen ist mehr als eine Ehe einzugehen. Von einer Ehe lässt man sich scheiden. Von einem Beruf lebt oder stirbt man. Da muss man wirklich was finden, was einem Spaß macht.
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Linnea
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Beitrag von Linnea »

no1gizmo hat geschrieben:Latein hilft dir nur bei romanischen Sprachen weiter, vielleicht auch ein bissel bei germanischen und slavischen Sprachen, aber dafür eine ganze tote Sprache lernen? Lerne Spanisch, dann kannst du genauso gut andere romanische Sprachen lernen..
Latein hilft persönlich vor allem bei Engisch weiter - aber ich muss es gar nicht mehr lernen, ich habe es hinter mir.

no1gizmo hat geschrieben: Tja, blos während man beim Chinesischen auf das Erlernen der Silben angewiesen ist, können wir unsere Silben wie lauf-en wiederum in Buchstaben zerlegen.

Wie schreit man 精 ? Wenn man es vergessen hat, keine Chance. Aber da ich weiß, wie man "lauf" spricht, kann ich es mir den vier buchstaben l a u f wieder rekonstruieren. Klingelts?
Wenn ich noch weiß wie man 精 ausspricht, und auch seine Bedeutung kenne, dann kann relativ leicht darauf rückschließen, wie es geschrieben werden könnte - natürlich ist die Fehlerquote dabei höher als bei der Rekonstruktion eines deutschen Wortes, das habe ich ja auch nie bestritten, aber es macht das chinesische System noch lange nicht "unklug".
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no1gizmo
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Beitrag von no1gizmo »

Wer Englisch lernen will, der wird nicht vorher Latein lernen, nur weil man dann besser Englisch lernen kann. Wenn du Spanisch oder besser Deutsch kannst, kannst du auch besser Englisch lernen.
Linnea hat geschrieben: Wenn ich noch weiß wie man 精 ausspricht, und auch seine Bedeutung kenne, dann kann relativ leicht darauf rückschließen, wie es geschrieben werden könnte - natürlich ist die Fehlerquote dabei höher als bei der Rekonstruktion eines deutschen Wortes, das habe ich ja auch nie bestritten, aber es macht das chinesische System noch lange nicht "unklug".
Boah, mein immer noch niederschmetterndes Argument:
Viele, wenn nicht alle, Chinesen können immer wieder nicht die Worte schreiben, die sie gerne wollen, das habe ich schon bei chinesischen Freunden bemerkt und auch bei meiner Freundin.

Selbst aber ein Kind, welches gerade erst alle buchstaben in der Schule gerlenert hat, kann quasi jedes Wort schreiben, da die Rechtschreibsicherheit fehlt nocht nicht korrekt, aber ungefähr, aber das kannst du doch auch lesen, oder:

Ich bin gästern nach hause gekangen weil ich ärst esen und trincken wolte unt ich mitt einen fräund zu einen gebuhrtstack geen wolte.

denn erstens erkennst du das Abbild eines Wortes wieder (das könnte man auch im Chinesischen, wenn man die Zeichen falsch oder unvollständig zeichnet), klappt das aber nicht, liest du laut den geschriebenen Wortlaut wieder und dir geht ein Licht auf...

Oder ein anderes Beispiel: Chinesen vergessen zwar die Zeichen, nicht aber das Pinyin....
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domasla
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Beitrag von domasla »

"Er wird angehalten, das zu trinken"
Er wird von jemandem aufgefordert, das zu trinken.
Jemand erwartet von ihm, das zu trinken.
Jemand will, dass er das trinkt.

"jemanden zu ... anhalten" bedeutet: Man sagt ihm, dass man etwas ("getrunken haben") will. Man kontrolliert auch, ob es (trinken) gemacht wurde.

Benutzt wird der Ausdruck zum Beispiel in der Schule oder in der Erziehung. Wenn man von Schülern/Mitarbeitern ein bestimmtes Verhalten erreichen will.

Ich benutze diesen Begriff selten. In der Umgangssprache sagt man: A will (/möchte), dass B das trinkt. B soll das trinken, weil A es so möchte (/will) (weil A möchte, dass es geschieht). "A wird aufgefordert, das zu trinken" wäre schon wieder Schriftsprache.

D., dem 10 Jahre nach seinem letzten Französisch-Unterricht plötzlich Wörter eingefallen sind, die er sich in der Schule nicht merken konnte.
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devurandom
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Beitrag von devurandom »

Sonnenschein hat geschrieben:Was bedeutet dann: Er wird angehalten, das zu trinken?

Niemand hat mich gezwungen, D zu lernen. Aber niemand hat mir gesagt, dass D so schwierig ist, als ich anfing. Und zu meiner Zeit war es an der Uni unmöglich, Studienfächer zu wechseln. Also war ich stuck mit D. Heute sage ich jungen Leuten, sich ein Fach auszuwählen ist mehr als eine Ehe einzugehen. Von einer Ehe lässt man sich scheiden. Von einem Beruf lebt oder stirbt man. Da muss man wirklich was finden, was einem Spaß macht.
Dazu moechte ich mal den promitentesten Deutschhasser Marc Twain zitieren:

Never knew before what eternity was made for. It is to give some of us a chance to learn German.

(irgendwas mit dass er nen Traum erklaeren wollte, krieg's nicht mehr ganz zusammen)...and was doing it in the German tongue, because I didn't want to be too explicit.

In early times some sufferer had to sit up with a toothache, and he put in the time inventing the German language.
:-D
oder meine Lieblingszitat:
Whenever the literary German dives into a sentence, that is the last you are going to see of him till he emerges on the other side of his lake with his verb in his mouth.

Gruss
/dev/urandom, der weder Chinesisch noch Deutsch, Englisch oder Franzoesisch "schwer" findet. *stolz sein* ;-)
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OldChina
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Beitrag von OldChina »

domasla hat geschrieben:D., dem 10 Jahre nach seinem letzten Französisch-Unterricht plötzlich Wörter eingefallen sind, die er sich in der Schule nicht merken konnte.
Ja, alles was wir wahrnehmen wird eigentlich im Unterbewusstsein bis ins kleinste Detail gespeichert. Das blöde ist nun mal (aber meistens ist es auch gut), dass man nicht einfach darauf zurückgreifen kann. Sonst hätte ja kein Mensch Probleme etwas zu lernen, einmal durchlesen und das wars (Es gibt ja auch welche, die das können).
Ich konnte als Kleinkind auch fließend rumänisch und ungarisch sprechen, leider kann ich heute kein bisschen mehr. Aber irgendwo in meinem Unterbewusstsein wirds wohl noch sein. Durch Hypnose oder sowas solls ja möglich sein ins Unterbewusstsein zu schauen...die Polizei verwendet das ja auch manchmal bei Zeugen, damit sie sich z.B. an Details wie Nummerschilder usw. erinnern können.
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Beitrag von chinavelo »

Aus dem Thread Übersetzung bitte:P übernommen
Linnea hat geschrieben:Träume zu leben bedeutet nicht nur zu träumen (schlafen), sondern seine Wünsche in die Tat umzusetzen und die Wunschvorstellungen so zur Realität zu machen.
"Träume (zu) leben" ist ein Widerspruch in sich. Es ist ein Bespiel für die mitunter Ungenauigkeit der deutschen Sprache. Wie Linnea richtig bemerkt, steht dieser Ausdruck für die Umsetzung eines Wunsches in die Tat. Wenn ich den Traum zur Wirklichkeit werden lasse, ist es kein Traum mehr; spätestens wenn ich meinen "Traum lebe" bin ich in der Realität gelandet (andere würden sagen: es hat sich ausgeträumt). Träume kann man haben aber nicht leben!

Bernd
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Beitrag von Linnea »

chinavelo hat geschrieben:"Träume (zu) leben" ist ein Widerspruch in sich. Es ist ein Bespiel für die mitunter Ungenauigkeit der deutschen Sprache. Wie Linnea richtig bemerkt, steht dieser Ausdruck für die Umsetzung eines Wunsches in die Tat. Wenn ich den Traum zur Wirklichkeit werden lasse, ist es kein Traum mehr; spätestens wenn ich meinen "Traum lebe" bin ich in der Realität gelandet (andere würden sagen: es hat sich ausgeträumt). Träume kann man haben aber nicht leben!
Mit dem Widerspruch hast du vollkommen Recht, mit der Ungenauigkeit nur bedingt. Die Ungenauigkeit liegt beim Sprecher, der diese Phrase benutzt, weniger in der Sprache. Denn mit dem Deutsche ist man ja in der Lage genau auszudrücken, dass man einen Wunsch in die Realität umsetzen will. Wo das Deutsche in diesem Zusammenhang eine große Ungenauigkeit hat, ist vielmehr im Wort "Traum". Denn es gibt im Deutschen keinen Unterschied zwischen dem Wort für nachts schlafend träumen, und sich tagsüber im wachen Zusatand Wunschvorstellungen ausmalen. (Anders als beispielsweise im Russischen). Wir müssen und dann mit Umschreibungen wie dem Tagtraum, der oftmals negativ besetzt ist, oder ähnlichem bedienen.
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