Hier mal wieder ein bisschen was interessantes ausserirdisches:
"Hubble" erspäht Kandidaten für fernste Galaxie:
http://web.de/magazine/wissen/weltraum/ ... laxie.html
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Kosmisches Schwergewicht: [von astronomie.de]
Von: Dr. Roland Kayser
Das Schwarze Loch im Zentrum der 50 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie M87 ist mit 6,6 Milliarden Sonnenmassen doppelt so schwer wie bislang angenommen. Das zeigen Messungen, die amerikanische Astronomen diese Woche auf einer Fachtagung in Seattle präsentieren. Damit ist das Schwarze Loch von M87 das massereichste Objekt in unserer kosmischen Nachbarschaft. Die Masse des Objekts wurde bislang unterschätzt, weil der Einfluss der Dunklen Materie nicht ausreichend berücksichtigt wurde, so die Forscher.
Karl Gebhardt von der University of Texas und seine Kollegen haben jetzt erstmals sowohl die Bewegung der Sterne in der Zentralregion von M87 mit hoher Genauigkeit vermessen, als auch die Verteilung der Dunklen Materie in den Außenbereichen des Sternsystems bestimmt. "Das ist besonders schwierig, denn dort draußen ist das Sternenlicht sehr schwach", erklärt Gebhardt. Die Forscher haben deshalb ein Spezialgerät verwendet, das Licht aus einem großen Bereich sammelt. Es addiert also die Strahlung vieler Sterne und liefert so sehr genaue Daten.
Das Schwarze Loch von M87 ist so groß, dass sein Ereignishorizont - der Bereich, aus dem nicht einmal Licht und andere Strahlung entkommen kann - dreimal so groß ist wie die Bahn des Zwergplaneten Pluto um die Sonne. Damit bietet das Objekt eine realistische Chance, dass mit der nächsten Generation von Großteleskopen der Ereignishorizont direkt beobachtet werden kann. Wie Gebhardt betont, wäre das dann der erste direkte Beweis für die Existenz Schwarzer Löcher - alle bisherigen Indizien sind indirekter Natur: Für die extreme Konzentration von Materie auf engstem Raum fehlt eine andere plausible Erklärung.
Mit 6,6 Milliarden Sonnenmassen hält das Schwarze Loch von M87 zwar einen Rekord in unserer kosmischen Nachbarschaft. Das massereichste Objekt im ganzen Universum - wie derzeit in vielen Schlagzeilen zu lesen - ist es deshalb aber wohl nicht. So deuten Beobachtungen des Quasars OJ 287 darauf hin, dass dieses 3,5 Milliarden Lichtjahre entfernte Objekt ein Schwarzes Loch mit der 18-milliardenfachen Masse der Sonne enthält. Das Schwarze Loch von M87 ist allerdings bislang das schwerste Objekt, bei dem die Masse mit einer direkten Methode gemessen wurde.
Quellen:
http://xxx.uni-augsburg.de/abs/1101.1957;
http://xxx.uni-augsburg.de/abs/1101.1954
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Planeten, die es nicht geben dürfte: [von astronomie.de]
Von: Dr. Rainer Kayser
Die Entdeckung und Beobachtung von Planeten bei anderen Sternen ist heute Routine - über 500 solcher Exoplaneten kennen die Astronomen bereits - und daher kaum mehr eine Meldung wert. Doch die Riesenplaneten der beiden Sterne HR 8799 und WASP-12, über die zwei Forscherteams jetzt in der Online-Ausgabe des Fachblatts "Nature" berichten, haben es in sich: Sie stehen im Widerspruch zu Theorien der Planetenentstehung und des Aufbaus von Planetenatmosphären.
Christian Marols vom kanadischen Herzberg Institute of Astrophysics und seine Kollegen haben bei HR 8799 einen vierten Planeten aufgespürt. HR 8799 ist der einzige bekannte Stern, den mehrere Riesenplaneten - alle besitzen etwa die zehnfache Jupitermasse - auf weit außen liegenden Bahnen umkreisen. Mehr noch: Die Planeten wurden nicht - wie zumeist üblich - indirekt entdeckt, sondern sind direkt beobachtbar.
Der neu entdeckte Planet wirft nun das Problem auf, dass sich das System insgesamt mit keinem der theoretischen Entstehungsmodelle in Einklang bringen lässt. Für einen gravitativen Kollaps eines Teils der Gas- und Staubscheibe um den jungen Stern kreist der neue Planet zu weit innen, für ein langsames Wachstum zunächst kleiner Planetenkerne durch das Aufsaugen des Gases aus der Umgebung kreisen die anderen drei Planeten zu weit außen. Und auch eine weitere Erklärung, dass nämlich die Planeten weiter innen oder weiter außen entstanden und dann erst an ihre heutigen Positionen gewandert sind, scheidet aus: Die Planeten sind zu massereich, um eine so weite Wanderung in der verfügbaren Zeit zu ermöglichen.
Für ein Rätsel ganz anderer Art sorgt der 2008 entdeckte Planet WASP-12b, ein "heißer Jupiter", der seinen Stern auf einer extrem engen Bahn umrundet. Wie Nikku Madhusudhan vom Massachusetts Institute of Technology und seine Kollegen berichten, enthält die Atmosphäre von WASP-12b erheblich mehr Kohlenmonoxid und Methan, dafür aber weniger Wasser als theoretische Modelle für einen Planeten dieser Temperatur vorhersagen. Die Daten sprechen dafür, dass das Innere des Planeten nicht von Silikaten, sondern von kohlenstoffhaltigen Karbiden dominiert wird. Für einen derart hohen Kohlenstoffanteil haben die Astronomen jedoch keine Erklärung, da der Zentralstern nach bisherigen Erkenntnissen eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie unsere Sonne aufweist. Kopfzerbrechen bereitet den Forschern auch, dass die Atmosphäre von WASP-12b keine so genannte thermische Inversion - also eine Umkehrung der Temperaturschichtung - zeigt, wie sie von theoretischen Modellen für heiße Jupiter vorhergesagt wird. Sowohl in der Theorie der Planetenentstehung als auch in den Modellen des Planetenaufbaus scheint es also noch einige Lücken zu geben.
Quellen:
http://www.nature.com/nature/journal/va ... 09684.html
http://www.nature.com/nature/journal/va ... 09602.html