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Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 30.07.2010, 17:42
von aquadraht
Mathias hat geschrieben: ..
Was wissen wir über die Geschichte?
Wir wissen darüber, dass eine linksorientierte Zeitung darüber berichtet hat, bei der Unternehmen wie das kritisierte (tiefst im CSU-Filz steckend) sich alle Finger danach ablecken würden, sie mit einer Klage wegen Rufschädigung in den Ruin zu treiben. Die Junge Welt hat nun über 20 Jahre einige solcher Versuche überlebt. Man muss ihre politische Tendenz nicht mögen, aber im Unterschied zu Stern, Spiegel, Welt etc. (von Bild reden wir garnicht erst) wurde ihr noch keine Falschmeldung nachgewiesen. Wiederholt wurden von der JW recherchierte Stories von der "seriösen Presse" Wochen später als "eigene Sensation" publiziert, nachdem unter den Teppich kehren nicht mehr angebracht schien. Wir wissen ferner, dass Juristen der IG Metall mit der Angelegenheit befasst sind. Wer solche Leute kennt (ich tue das), weiss, dass das nüchterne Leute sind (wie übrigens ihre Gegenspieler vom Arbeitgeberverband meist auch), die weder Falschmeldungen verbreiten noch zum Spass vors Arbeitsgericht ziehen.

Was wir inzwischen auch wissen, ist, dass Du krampfhaft versuchst, die Angelegenheit herunterzuspielen und abzuleugnen. Zusätzlich versuchst Du einem Zulieferer von Airbus - die auch in China fertigen - den Status eines Staatsgeheimnisträgers zu verleihen, der nach Deiner Auffassung offenbar einen rechts- und verfassungsfreien Raum schafft.

Nee sorry, so geht es nicht.

a^2

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 30.07.2010, 17:45
von Bernhard
aquadraht hat geschrieben:Zusätzlich versuchst Du einem Zulieferer von Airbus - die auch in China fertigen - den Status eines Staatsgeheimnisträgers zu verleihen, der nach Deiner Auffassung offenbar einen rechts- und verfassungsfreien Raum schafft.
na ja, wenn es militärische Geheimnisse oder zumindest militärisch relevante Daten sind, sind das wohl so etwas wie Staatsgeheimnisse (wenn auch nicht unbedingt im juristischen Sinne, dann doch hochsensibel)

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 30.07.2010, 18:34
von aquadraht
Bernhard hat geschrieben:na ja, wenn es militärische Geheimnisse oder zumindest militärisch relevante Daten sind, sind das wohl so etwas wie Staatsgeheimnisse (wenn auch nicht unbedingt im juristischen Sinne, dann doch hochsensibel)
Ja, da hast Du schon recht. Dafür gibt es dann ja auch Sicherheitsbeauftragte und dergleichen. Und es ist schon so, dass Schleudersitze und Panzerungen wohl eher nicht in China gefertigt werden (denk ich mal). Da hatte ich etwas verkürzt reagiert.

Gruss, a^2

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 31.07.2010, 02:36
von happyfuture
aquadraht hat geschrieben:Ja, da hast Du schon recht. Dafür gibt es dann ja auch Sicherheitsbeauftragte und dergleichen. Und es ist schon so, dass Schleudersitze und Panzerungen wohl eher nicht in China gefertigt werden (denk ich mal).
Nach meinem Wissen hat Chengdu Aircraft Industry Teile für den Airbus gefertigt oder tut es noch immer(siehe auch Chengdu FC-1).

Seit einiger Zeit steht fest, dass China nun auch in den Markt der Hersteller von Passagierflugzeugen eindringen wird.

Möglich, dass diese "Sensibilität" daher rührt. Wäre interessant zu wissen, ob seine CN-Frau in irgendeinem Kontakt mit der CN-Firma steht oder stand, ist jedoch spekulativ ...

Umgekehrt dürften die Chinesen weniger sensibel mit den Mitarbeitern von Chengdu Aircraft Industry vorgehen (denke ich mal) :wink:

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 31.07.2010, 03:17
von TaugeNix
Sorry, nur mal ein kurzer Einwurf:
Industriespionage ist und wird eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts sein. Der "Diebstahl" geistigen Eigentums hat Ausmaße erreicht, die kaum noch zu ertragen sind.
Nicht nur Chinesen "klauen" fremdes geistiges Eigentum, wo sie es können - Industriespionage ist ein weltweites und hochbrisantes Problem.

Aus persönlicher und beruflicher Erfahrung muss ich sagen, dass solche Fälle wie hier nur hilflose Versuche sind, das geistige Eigentum auf irgendeine Art und Weise zu schützen.. Es gibt mittlerweile kaum ein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Form Strategien entwickelt, um ihr Eigentum zu sichern. Auch chinesische Unternehmen, die nun Unmengen in R&D investieren, haben Schutzmechanismen entwickelt, um geistiges Eigentum zu schützen, da muss nicht einmal das schwere Geschütz "Staatsgeheimnis" aufgefahren werden.

Die Empörung hierüber resultiert leider aus mangelhafter Kommunikation des erwähnten Unternehmens - und falschen Vorstellungen der Empörten bzw. Unkenntnis der tatsächlichen Gegebenheiten.

Gruß,
TaugeNix^kennt genauso Fälle, in denen es Ehepartner aus anderen Ländern traf..

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 31.07.2010, 12:52
von ingo_001
TaugeNix hat geschrieben:Sorry, nur mal ein kurzer Einwurf:
Industriespionage ist und wird eines der wichtigsten Themen des 21. Jahrhunderts sein. Der "Diebstahl" geistigen Eigentums hat Ausmaße erreicht, die kaum noch zu ertragen sind.
Nicht nur Chinesen "klauen" fremdes geistiges Eigentum, wo sie es können - Industriespionage ist ein weltweites und hochbrisantes Problem.
Eben.
Wie ich schon sagte: Es gibt keine "guten" und "bösen" Länder.
In Bezug auf Industriespionage gibts keine Freunde, sondern nur Konkurrenten.
Das sollten sämtl. Beteiligten (in ganzer Tragweite) endlich mal realisieren und ihr "Lager"-Denken über Bord werfen.

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 31.07.2010, 16:40
von aquadraht
happyfuture hat geschrieben:..
Seit einiger Zeit steht fest, dass China nun auch in den Markt der Hersteller von Passagierflugzeugen eindringen wird.

Möglich, dass diese "Sensibilität" daher rührt. Wäre interessant zu wissen, ob seine CN-Frau in irgendeinem Kontakt mit der CN-Firma steht oder stand, ist jedoch spekulativ ...

Umgekehrt dürften die Chinesen weniger sensibel mit den Mitarbeitern von Chengdu Aircraft Industry vorgehen (denke ich mal) :wink:
Naja, aber hier bitte mal nen Punkt machen. Wenn die Frau mit irgendeiner Firma in Verbindung stand oder steht, ist das in der Tat eine Sache, die der Mitarbeiter der eigenen Sicherheitsabteilung offenzulegen hat. Wenn er das versäumt, ist das möglicherweise eine Dienstverfehlung oder ein Verstoss gegen die üblichen Verpflichtungserklärungen. Das wäre, im Unterschied zum Verheiratetsein, in der Tat ein Grund für eine Kündigung. Es gibt aber nicht den leisesten Verdacht, dass dem so war.

Im Gegenteil hat der Mann bereits als Leiharbeiter der Sicherheitsabteilung die Beziehung zu einer Chinesin und Besuche in China mitgeteilt. Das und die spätere Heirat haben die Festanstellung nicht gehindert.

Was die Chinesen machen, kann ich nicht beurteilen, allerdings kenne ich keine vergleichbaren Fälle. Ein Massstab kann das aber auf keinen Fall sein.

Gruss, a^2

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 31.07.2010, 17:18
von wudang
Menschenrechte zu westlich für China?

http://german.china.org.cn/fokus/2010-0 ... 610678.htm" target="_blank

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 05:19
von happyfuture
wudang hat geschrieben:Menschenrechte zu westlich für China?
Das ist der Diskussionsordner ... :wink:

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 05:30
von no1gizmo
Ich weiß nicht was ihr habt. Ich bin ja eher der liberale. Ein Arbeitsverhältnis ist für micht ein Geschäftsverhältnis, ich kann Geschäfte machen, mit wem ich will und so lange ich will.

Und wenn mir die Nase der Ehefrau des Onkels der Schwester meines Angestellten nicht gefällt, kündige ich ihn halt, wenn mir danach ist.

Andersrum kündige ich, wenn mir die Nase der Ehefrau des Onkels der Schwester meines Arbeitgebers nicht gefälllt.

(wenn man sonst keine Probleme hat....)

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 06:47
von happyfuture
no1gizmo hat geschrieben:Ein Arbeitsverhältnis ist für micht ein Geschäftsverhältnis, ich kann Geschäfte machen, mit wem ich will und so lange ich will.
Dazu gibt es Arbeits- und Geschäftsverträge, die je nach Land und Situation bestimmten Regeln (Gesetzen & Verordnungen) unterliegen - nur unter Berücksichtigung dieser "Regeln" kannst Du bestimmen, mit wem und wie lange!

"Mit wem ich will und so lange ich will" scheint mir hier in China uneingeschränkter realisierbar als im gesetzestreuen Deutschland, wo für jeden "Pfurz" ein Anwalt eingeschaltet wird! :wink:

Dieser Fall hier zeigt doch deutlich wieder mal den "Fingerzeig" des Deutschen Liberalismus, den es in Wirklichkeit gar nicht gibt! Wie viele "Arbeiter" werden heutzutage von D Firmen mit fadenscheinigen Argumenten und mit "Anwalts-Power" auf die Straße gesetzt, nur um Kosten zu sparen? Lächerlich, dass hier ein Einzelfall gut genug für die Presse als Bashing dient! :wink:

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 07:21
von no1gizmo
Man bekommt jeden Mitarbeiter raus, irgendwie (und wenns halt die gestohlene Büroklammer wieder tun muss).

In Deutschland würde ich auch niemanden einstellen. Da versinkt man in Bürokratie und Kosten. Da fahr ich als Einzelunternehmer, der mit Subunternehmern bzw. freien Mitarbeitern wesentlich besser.

In China wäre das vielleicht eine Option.

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 13:14
von aquadraht
no1gizmo hat geschrieben:Man bekommt jeden Mitarbeiter raus, irgendwie (und wenns halt die gestohlene Büroklammer wieder tun muss).
In Deutschland würde ich auch niemanden einstellen. Da versinkt man in Bürokratie und Kosten. Da fahr ich als Einzelunternehmer, der mit Subunternehmern bzw. freien Mitarbeitern wesentlich besser.
In China wäre das vielleicht eine Option.
Naja, viel Unsinn in wenigen Sätzen.

Man bekommt zwar jeden Mitarbeiter raus, schlimmstenfalls mit dicken Abfindungen oder durch Betriebsschließung. Es kann halt so teuer werden, dass man es vernünftigerweise lässt, wenn kein vernünftiger Grund vorliegt. Und nach der neueren Rechtsprechung von BAG und BGH ist die Bagatell-Verdachtskündigung tot. Da hat das in den Menschenrechten begründete Verhältnismässigkeitsprinzip endlich über das Unternehmerinteresse gesiegt (Grund war wohl der massive gesellschaftliche Druck).

Wer "in Deutschland niemanden einstellen" würde, hat entweder ein Gewerbe, das Festanstellungen unwirtschaftlich erscheinen lässt (in dem Falle nicht den Rand aufreissen über Wirtschaftsunternehmen, von denen man keine Ahnung hat), oder leidet unter massiver Ignoranz des Arbeitsrechts und obendrein noch Rechenschwäche. Ich arbeite selbst als Freiberufler und lasse mir den Unterschied zur Festanstellung recht ordentlich vergüten.

Die meisten, die über Bürokratie im deutschen Arbeitsrecht jammern, haben schlicht keine Ahnung. Der Rest lügt böswillig bzw. betreibt Propaganda. Das deutsche Arbeitsrecht ist in keiner Weise extrem und erlaubt die Auflösung von Arbeitsverhältnissen aus allen vernünftigen und vertretbaren Gründen ohne grosse Probleme.

Das "hire and fire" ist der feuchte Machtgeilheitstraum unfähiger Manager und Unternehmer. In China wird denen auch schon mal der Schädel eingeschlagen. Die chinesische Regierung wusste schon, warum sie als Vorlage für die Arbeitsrechtsreform das deutsche Arbeitsrecht genommen hat und nicht das der USA.

a^2

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 13:27
von happyfuture
aquadraht hat geschrieben:Die meisten, die über Bürokratie im deutschen Arbeitsrecht jammern, haben schlicht keine Ahnung. Der Rest lügt böswillig bzw. betreibt Propaganda. Das deutsche Arbeitsrecht ist in keiner Weise extrem und erlaubt die Auflösung von Arbeitsverhältnissen aus allen vernünftigen und vertretbaren Gründen ohne grosse Probleme.
Guter Hinweis - daher auch die seit mehreren Jahren andauernde Flucht großer Betriebe, mit der Produktion ins östliche Ausland zu gehen, was sich der Kleinunternehmer bzw. Mittelständler nicht leisten kann ... :wink:

Re: Diskussionsordner zum "Interessante Artikel"-Thread

Verfasst: 01.08.2010, 13:39
von no1gizmo
aquadraht hat geschrieben: Naja, viel Unsinn in wenigen Sätzen.
So viel zu deinem Post, ich gehe da nochmal näher drauf ein.
aquadraht hat geschrieben: Man bekommt zwar jeden Mitarbeiter raus, schlimmstenfalls mit dicken Abfindungen oder durch Betriebsschließung. Es kann halt so teuer werden, dass man es vernünftigerweise lässt, wenn kein vernünftiger Grund vorliegt. Und nach der neueren Rechtsprechung von BAG und BGH ist die Bagatell-Verdachtskündigung tot. Da hat das in den Menschenrechten begründete Verhältnismässigkeitsprinzip endlich über das Unternehmerinteresse gesiegt (Grund war wohl der massive gesellschaftliche Druck).
Geht immer, glaub mir, auch ohne Abfindung. Aber selbst mit Abfindung lohnt es sich ggf.

"Menschenrechte" scheinen ja ein tolles "Gutmenschen"-Argument zu sein, ist aber totaler Quatsch auf diese Weise zu argumentieren.

Geschäft ist Geschäft, wir sind hier nicht bei "Wünsch dir was".
aquadraht hat geschrieben: Wer "in Deutschland niemanden einstellen" würde, hat entweder ein Gewerbe, das Festanstellungen unwirtschaftlich erscheinen lässt (in dem Falle nicht den Rand aufreissen über Wirtschaftsunternehmen, von denen man keine Ahnung hat)
Da ich auch im Moment wieder bei einem solchen großen Wirtschaftsunternehmen arbeite, würde ich nicht behaupten, dass ich davon keine Ahnung hätte.
aquadraht hat geschrieben: oder leidet unter massiver Ignoranz des Arbeitsrechts und obendrein noch Rechenschwäche.
So ein Quark, obwohl das mit der Ignoranz.... ich lasse mir ungerne vorschreiben, mit wem ich wie lange Geschäfte mache, selbst als Arbeitnehmer (wobei ich mich an das, was im Arbeitsvertrag vereinbart wurde, halten werde, sonst hätte ich den Arbeitsvertrag ja nicht angenommen oder ggf. anders verhandelt).
aquadraht hat geschrieben: Ich arbeite selbst als Freiberufler und lasse mir den Unterschied zur Festanstellung recht ordentlich vergüten.
Ja, dafür muss der AG ja auch für dich keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen und kann dir ohne zu zögern "tschüss" sagen (ohne sich Gedanken machen muss, wir er das jetzt am besten angeht).

Die meisten Freiberufler verdienen soooo viel mehr nun auch nicht, abgesehen von den echten Experten, die man sich aber so wie jeden Freiberufler und freien Mitarbeiter (nicht dasgleiche) nur für genau so lange gönnt, wie man den brauch.
aquadraht hat geschrieben: Die meisten, die über Bürokratie im deutschen Arbeitsrecht jammern, haben schlicht keine Ahnung. Der Rest lügt böswillig bzw. betreibt Propaganda. Das deutsche Arbeitsrecht ist in keiner Weise extrem und erlaubt die Auflösung von Arbeitsverhältnissen aus allen vernünftigen und vertretbaren Gründen ohne grosse Probleme.
Haha! Ich lach mich schlapp. Deswegen sind die Unternehmen ja auch so locker beim Einstellen von neuen Mitarbeitern und versuchen auch überhaupt nicht ihre Standorte ins Ausland zu verlagern..... neeeeeeinnnn.. Wer hier wohl keine Ahnung hat (oder vielleicht einfach nur eine rosa rote Brille trägt?)
aquadraht hat geschrieben: Das "hire and fire" ist der feuchte Machtgeilheitstraum unfähiger Manager und Unternehmer. In China wird denen auch schon mal der Schädel eingeschlagen. Die chinesische Regierung wusste schon, warum sie als Vorlage für die Arbeitsrechtsreform das deutsche Arbeitsrecht genommen hat und nicht das der USA.
Der Kapitalistenhasser lässt seinen Gedanken freien Lauf, rock´n roll!