Re: Taxigespräche...wie ich sie vermisst habe! ^^
Verfasst: 08.01.2010, 10:27
Was hast Du denn gehört???RoyalTramp hat geschrieben:Ich habe direkt auf Hitler bezogen auch noch kein gutes Wort gehört, aber auch kein schlechtes.
Forum rund um die VR China
https://forum.chinaseite.de/
Was hast Du denn gehört???RoyalTramp hat geschrieben:Ich habe direkt auf Hitler bezogen auch noch kein gutes Wort gehört, aber auch kein schlechtes.
Solche Sachen, wie z.B. dass er viel für die germanische Rasse getan habe, dass er ein Visionär gewesen sei etc.happyfuture hat geschrieben:Was hast Du denn gehört???RoyalTramp hat geschrieben:Ich habe direkt auf Hitler bezogen auch noch kein gutes Wort gehört, aber auch kein schlechtes.
Der militärische Teil der Parade selbst ist beim großen Teil der Chinesen mit Gleichgültigkeit aufgenommen worden, teilweise sogar kritisch angesichts der Geldverschwendung ob des ganzen Pomps. ABER das berührt nicht das Militär in seiner gesellschaftlichen Akzeptanz. Und da sieht es so aus, dass eine Karriere beim Militär als wirklich erstrebenswert gilt. Soldaten werden hier nicht als Mörder denunziert und jeder, der einen Soldaten in seiner Familie hat, ist stolz darauf (nicht zuletzt bedeutet es auch eine gewisse Sicherheit im Hinblick auf die Versorgung des Haushaltes). Auch in der Öffentlichkeit, wird das Militär immer als die Creme-de-la-Creme des Volkes dargestellt, dass selbst meine sonst völlig pazifistische Freundin einen gewissen Stolz nicht verbergen kann, wenn man wieder hört, wo denn das Militär nicht wieder überall für tolle Dinge geleistet hat. Sie selbst hätte sich sogar gewünscht, nach ihrem "Abitur" zum Militär gehen zu können, aber das ist nur eine kleinen "privilegierten" Gruppe vorbehalten, die man aus der schieren Masse an Eintrittsgesuchen heraus selektieren kann. Auch hier so völlig anders in Deutschland, wo man nicht selten versucht, sich vor dem Dienst an der Waffe zu drücken...hier ist es in China gerade umgekehrt...DerDirk hat geschrieben:Könntest du das näher erläutern??
Ich kann diesbezüglich China/Chinesen nicht so ganz einschätzen.
Die Parade zum 60sten war zwar sehr militärisch aber das spiegelt eventuell ja nicht die Einstellung des "Ottonormalchinesen" wieder.(Ja ich weiss mann kann nicht alle über einen Kamm scherern, aber trotzdem)
Das ist für dich neutral?RoyalTramp hat geschrieben:Solche Sachen, wie z.B. dass er viel für die germanische Rasse getan habe, dass er ein Visionär gewesen sei etc.happyfuture hat geschrieben:Was hast Du denn gehört???RoyalTramp hat geschrieben:Ich habe direkt auf Hitler bezogen auch noch kein gutes Wort gehört, aber auch kein schlechtes.
@Eva Hermann - Nach meinen Eindruck sagte sie nicht einmal das. Was sie sagte war sogar direkt Anti Nazi. Sie sagte, dass traditionelle "mütterliche Werte" in dieser Zeit von den Nazis propagandistisch mißbraucht wurden und dann von den 68ern mit den Nazis gleichgesetzt wurden.Wang hat geschrieben:Naja, ich finde, dass die Chinesen in der Hinsicht oft falsch verstanden werden, was daran liegt, dass uns Deutschen in der Beziehung grundsätzlich ein eindimensionales Bild eingetrichtert wird. Und wer sich daran nicht hält, ist sofort ein Nazi, auch wenn er noch so oft beteuert, dass er die schlimmen Sachen ja anerkennt und für grausam hält. Ich bringe nur das Beispiel Eva Herman, die nur sagen wollte, dass eben nicht ALLES im dritten Reich schlimm war. Obwohl sie noch so oft betont hat, was sie sagen wollte, wurde sie von selbstgefälligen Intelligenzbestien wie Mario Barth oder Margarethe Schreinemakers (heißt die so?) fertig gemacht und dann von Kerner aus der Sendung geworfen. Das ist auch sowas von lachhaft, da Deutsche durch diese einseitige Sicht offensichtlich die Position angenommen, jeder der das Naziregime nicht zu 100% verurteilt, ist sofort ein Nazi. 99,99999% reichen nicht aus, um ein vernünftiger Mensch zu sein.
Chinesen haben halt eine etwas differenzierte Sicht. Ich hab auch schon des öfteren dieses Thema angesprochen und meinte, dass es mich etwas wundert, wenn manche Chinesen Hitler noch "bewundern". Darauf kam dann meistens auch, dass man ihn größtenteils nicht bewundert (die gibt's natürlich auch, aber nicht nur in China, sondern überall auf der Welt), sondern einfach sagt, dass jeder Mensch gute und schlechte Seiten hat. Selbst jemand wie Hitler. Es kam mir noch kein Chinese, der wirklich etwas Positives über Hitler sagte. Nur: dass er eben nicht zu 100% schlecht war, sondern zu 99% oder 99,9%. Trotz aller schlechten Taten, war er aber auch nur ein Mensch und hatte auch mehr oder weniger positive Seiten. Wobei man sich dann meistens auf die Verringerung der Arbeitslosigkeit bezieht usw.
Deswegen sollte man diese Äußerungen auch nicht zu ernst nehmen und diejenigen Chinesen für Hitlerunterstützer halten, sondern einfach mal von seinem typisch deutschen, starren Denken absehen und die andere Seite verstehen.
Außerdem noch etwas: Eine Chinesin sagte mir vor kurzem, dass Hitler irgendwie mal, als er jung war, bei einem Chinesen wohnte oder so. Daher sei er Chinesen gegenüber recht gut eingestellt gewesen und hätte keinen Hass auf diese gehabt.
Ich bezweifle diese Story aber irgendwie und hab das noch nie gehört. Habt ihr da schonmal etwas von läuten hören?
Nee, hast Du mißverstanden. Das bedeutet wohl "Armee, die das Volk für Zielübungen mit realer Munition braucht." Siehe 1989.RoyalTramp hat geschrieben:(daher ja auch "Volksarmee" -> "Armee des Volkes" "Armee für das Volk")
Ist das Volk nicht der Staat?In Deutschland wird das Militär geradezu förmlich in eine antagonistische Rolle gepresst (alleine schon der Bezeichnung nach: "Bundeswehr"..."Bund" hier nicht als "Volk" sondern "Staat", also eben keine "Armee für das Volk").
In der Praxis sieht das manchmal in China durchaus anders aus.bossel hat geschrieben:Nee, hast Du mißverstanden. Das bedeutet wohl "Armee, die das Volk für Zielübungen mit realer Munition braucht." Siehe 1989.
Mein Eindruck: Unter Staat versteht man in Deutschland mittlerweile den bürokratischen Apparat zu dem das "Volk" nur ein Anhängsel darstellt. Und wurde nicht gerade auch z.B. zur Einführung von HartzIV auf den Straßen der Städte skandiert: "Wir sind das Volk"? Wie annodazumal 1989 im Osten? Es scheint also irgendwie ein Bedarf zu bestehen, in D darauf hinzuweisen, dass doch Volk und Staat das gleiche sein sollten...was wiederum heißt, dass es wohl in D nicht so zu sein scheint, wenn man sich gedrängt sieht, darauf hinweisen zu müssen...Ist das Volk nicht der Staat?
Ne, gemeint war das als interessanter Verweis alleine auf Ebene der Bezeichnung: "Volksarmee" vs. "Bundeswehr" und damit einhergehend mögliche Implikation. Ich will nicht sagen, dass diese Implikationen auch wirklich beabsichtigt sind, sondern halte es einfach für einen witzigen Zufall, dass man auf dieser Ebene schon irgendwie auch auf das Verhältnis Gesellschaft - Militär schließen kann.Ernsthaft: dieser "Antagonismus" hat nichts mit der Bezeichnung zu tun. Übrigens argumentieren die Befürworter der Wehrpflicht ja geradezu damit, daß dies erst eine Armee des Volkes (oder volksverbundene Armee) ausmache.
Hitler war früher zuweit Weg und das Land hatte mit eigenen Probleme und Schrecken zu kämpfen. Daher wird er glaub ich als starker Kriegsherr angesehen aber die Folgen seiner Politik anders betrachtet. Heute ist die Zeit in Europa den meisten einfach egal. Die Geschichte ist eine Randnote und die Zahl nur Nummern mit vielen Nullen. Wissen zur damaligen Zeit kommt mehr aus Spielen und Filmen als aus Büchern. Da bleibt von dem deutschen Schrecken meist wenig übrig und mehr die anfängliche militärische Stärke liegt im Vordergrund.RoyalTramp hat geschrieben:Abgesehen von der Frage, ob ihr diese Gespräche auch manchmal vermisst, wie sieht das bei Euch aus? Wie verhaltet ihr Euch in solchen Situationen? Lasst ihr euch dann auf ein solches Gespräch dann ein? Oder steigt ihr z.B. stumpf aus und nehmt das nächste Taxi? Wie reagiert ihr? Me: Ich habe eher ein unverkrampftes Verhältnis zur neueren deutschen Geschichte und lasse mich immer gerne auf solche Gespräche ein, in denen ich die Euphorie des Gegenübers ein wenig bremsen kann... (ich olle Spassbremse) ^^
Wie meinst du das? Hitler wird heutzutage von den Deutschen fast einhellig negativ gesehen, und die Deutschen sind sich des Unrechts sehr wohl bewusst, das von ihren Vorfahren begangen wurde.Chen8 hat geschrieben: Achja gut wenn man die Deutschen mit solchen Gesprächen quält. Dann versteht ihr vielleicht wie es den Chinesen geht wenn man sie über Mao, Regierung, usw. fragt
Verstehst du das nicht? Den durchschnittlichen Chinesen berührt Mao wenig bis gar nichts. Der stellt eine historische Figur dar, zwar eine sehr wichtige aber das war es schon. Die Chinesen laufen schon lange nicht mehr in "Mao-Anzügen" (wie sie im Westen genannt werden) herum und zitieren aus dem kleinen roten Büchlein. Das Mao Bild der Chinesen ist selbstverständlich ein anderes. Während er bei uns als extrem überzeichnete Dr. Fu Manchu Karikatur behandelt wird, gilt er in China als eine Art Landesvater oder vielleicht besser als 1. Kaiser der kommunisischen DynastieBernhard hat geschrieben:Wie meinst du das? Hitler wird heutzutage von den Deutschen fast einhellig negativ gesehen, und die Deutschen sind sich des Unrechts sehr wohl bewusst, das von ihren Vorfahren begangen wurde.Chen8 hat geschrieben: Achja gut wenn man die Deutschen mit solchen Gesprächen quält. Dann versteht ihr vielleicht wie es den Chinesen geht wenn man sie über Mao, Regierung, usw. fragt
In China ist das mit Mao oft ein bisschen anders...
Das Schockierende ist ja nicht, dass sie ihn erwähnen; das Schockierende ist, dass sie sich des Unrechts gar nicht bewusst sind, das er getan hat. Gerade weil Deutsche sich dessen eben sehr bewusst sind.beowulf hat geschrieben: Zum Thema Hitler und Chinesen noch etwas. Wenn Taxifahrer Hitler ins Gespräch finden, dann weil ihnen nichts besseres einfällt und über Geschichte reden. Sie bringen ihn nicht ins Spiel um Deutsche zu schockieren.