Hallo,
ist leider so, wie bereits von vielen beschrieben: Lass Dich nicht anquatschen. Besonders als Mann nicht von jungen Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du dann doch mal eine brüskierst, die wirklich nur jemanden kennenlernen wollte, ist sicherlich gegeben, liegt beim "auf der Strasse angequatscht werden (namentlich von 2 jungen Frauen)" aber bei unter 1%. Damit musst Du dann leben
Ich geh' zB gar nicht mehr alleine im Oriental Plaza shoppen, weil ich dann sicherlich 5-10 Mal erklären muss, dass ich keinen Lust auf einen Kaffee/Tee habe. Aber es gibt ja glücklicherweise auch andere Gegenden / Läden in Beijing, wo man -ohne angequatscht zu werden-, etwas shoppen gehen kann.
Hab mir übrigens den Satz "Jeg taler ikke engelsk" (Ich spreche kein Englisch) mit starkem skandinavischen Akzent angewöhnt, das klappt hervorragend
Taxifahrten:
Nun mal ein Wort zu den Taxi-Horror-Geschichten. Letztens bekam ein Bekannter aus Frankreich, der schon lange in BJ lebt, "Besuch aus der Heimat" und obwohl dem Besuch eingebläut wurde, nur zum
gut ausgeschilderten Taxistand zu gehen und dort
nur die offiziellen Taxen zu nehmen, hat er sich im Terminal anquatschen lassen und ist in ein privates Taxi gestiegen ("Es sei so schön praktisch gewesen + die hätten die Koffer getragen"). Hinterher hat er sich dann beschwert, dass unsere Angabe (ca. 80-90 RMB für die Strecke inkl. 10 RMB Maut) nicht stimme und er 390 RMB gezahlt habe!!!
Erinnert mich an einen Satz meines Philo-Lehrers bei der Rückgabe einer Arbeit:
"Es gibt auch Menschen, die stürzen sich in ein Dornengebüsch aus lauter Freude am Schmerz."
Ansonsten ist das Taxifahren in Beijing absolut ok und zu 99,9% fair. Auf meiner Strecke Wohnung <=> Arbeit zahle ich immer den gleichen Preis, und wenn einer einen kleinen Umweg fährt, sehe ich oft, dass es dafür einen Grund gibt (Strassensperre oder so). Früher (andere Strecke) gab es für mich immer die Variante "kurze Strecke + etwas länger + regelm. Staus" oder "etwas längere Strecke, aber schneller + weniger Staus":
50% sind immer die kurze Strecke gefahren
30% haben vor der Abzweigung gefragt, ob sie die etwas längere + schnellere fahren dürften
20% sind einfach so die etwas längere+schnellere Strecke gefahren, was mit meist recht war.
Außerdem stehen die Preise rechts hinten auf Chin. + Engl. auf einem Aufkleber. Da kann man relativ einfach nachvollziehen (wenn man ein Gefühl für die gefahrenen km hat), ob der Preis hinhaut.
Ein einziges Mal hatte ich ein komisches Gefühl, da ist der Taxifahrer quer durch die Stadt, im 200m Takt rechts / links / rechts, nur noch durch Gässchen und ich hatte bald die Orientierung verloren. Als wir dann ankamen (übrigens schneller als sonst), kostete es 10 RMB weniger als die "normale Strecke" über die Ringe.
Schlechte Erfahrung: Ausschliesslich mit Chinesen

(a) Chinesische Kollegin und ich wollen vom San Yuan Qiao Richtung Dawanglu, sagt er "kenn ich nicht". Meine Kollegin fragt ihn nach "Guomao/Word Hotel" => "kenn ich nicht". Aus Spass fragt sie ihn schliesslich nach Tianamen Square (alles im besten Native Beijing Chinesisch). Antwort mit Grinsen "Kenn ich nicht".
(b) Andere Kollegin (Native Beijing) und ich gehen essen. Ich seh sie noch in ein offizielles Taxi steigen. Am nächsten Tag erzählt sie, sie sei abgezockt worden. War ein Fake Taxi (täuschend echt), ist kürzeste Strecke gefahren, aber am Ende hat der Fahrer etwa doppelte Rechnung wie sonst präsentiert. Sie hat gezahlt, da sie nachts als Frau Angst hatte, Streit anzufangen.
Kurzum: Beschiss gibt es immer und überall. Augen auf gilt auch in anderen Ländern. Irgendwann wird es mit sicher auch passieren, da zitiere ich gerne aus dem guten Beitrag von RoyalTramp
RoyalTramp hat geschrieben:damit muss man nunmal als Ausländer in China umgehen. Und nicht nur in China...
Insgesamt gilt: Taxifahren in BJ ist absolut ok und fair (abgesehen von einer gewissen Hörgeschichten-Penetranz auf voller Lautstärke

)
Grüße vom Werbefuzzi