Im Grunde stimme ich fast allem zu, was Du geschrieben hast. Aber Gruppendruck auf den Individualismus zu schieben, ist einfach daneben. Gruppendruck entsteht eben daraus, zu einer Gruppe zu gehören (zu wollen). Es geht um das Anpassen, sich so zu verhalten, wie die Gruppe das erwartet. Das ist diametral entgegengesetzt zum Individualismus. Dem Individualisten ist die Gruppe weitgehend egal. Womit er übrigens schnell zum Ziel des Mobbings wird.hifi hat geschrieben:Zwar ist Mobbing ein Gruppenverhalten, aber die Motiven der einzelnen innerhalb der Gruppe ist hierbei entscheidend.
So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
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hifi
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Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Nein, ich wollte keinen Gruppendruck auf den Individualismus schieben. Bei einigen Menschen, die ein Bedürfnis haben, mit kleine Streiche und ironische Bemerkungen andere Leute zu erniedrigen damit sie selbst besser ins Rampenlicht rücken können, handeln sie nicht aus Gruppenzwang, sondern wegen der Geltungssucht. Ich kannte und kenne viele solche Leute, und zwar sowohl die Mobbingtäter als auch die Mobbingopfer. Bei den Tätern ist jedenfalls eine recht ausgeprägte egozentrische Persönlichkeit festzustellen.bossel hat geschrieben:Aber Gruppendruck auf den Individualismus zu schieben, ist einfach daneben.
Und ich? Ich gehöre sehr häufig zu der breiten Masse. Will keines falls zu den Tätern gehören, jedoch oft zu feige um entgegen zu treten, weil man Angst hat, selbst in die Schusslinie zu geraten. Das ist auch keiner Gruppenzwang, sondern eher eine Art Terror. (Ängste aus Selbsterhaltungstrieb)
Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Klang für mich so. Aber Gruppendruck ist sowieso ein komplexes Thema für sich.hifi hat geschrieben:Nein, ich wollte keinen Gruppendruck auf den Individualismus schieben.
Geltungssucht ist da auch so eine Sache. ME wird ein echter Individualist nur in geringem Maße für Geltungssucht anfällig sein, da ihn die Meinung anderer über ihn nicht wirklich interessiert. Aber da gibt es auch andere Meinungen.
Hmm? Kann man so & so sehen. Aber oft scheint es mir so zu sein, daß die Mobber auf Anerkennung durch die Gruppe aus sind. Das kann egozentrische Gründe haben, aber auch Minderwertigkeitskomplexe & was weiß ich nicht noch alles. Zu dem Thema wurden ja schon komplette Bücher geschrieben.Bei den Tätern ist jedenfalls eine recht ausgeprägte egozentrische Persönlichkeit festzustellen.
Ich gehöre zu den Individualisten. Wurde in der Schule häufiger gemobbt, weil ich mich nicht anpassen oder unterordnen wollte. Habe es natürlich auch herausgefordert, da ich Bullies nicht mag & mich ausgerechnet mit diesen immer anlegte.Und ich? Ich gehöre sehr häufig zu der breiten Masse.
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Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
OK, ich weiß was Du meinst. Solchen Individualist kenne ich auch. Leute, die unbeugsam sind und "gegen den Strom schwimmen". Aber in meinem Umfeld werden sie nur in seltensten Fällen tatsächlich gemobbt. Und wenn auch nicht erfolgreich, da sie sich wehren. Solche Leute haben genug Selbstbewusstsein und lassen sich selten unterkriegen. Sie sind auch kaum depressiv oder selbstmordgefährdet. Und die Mobber sind in der Wirklichkeit meistens nicht mal halb so toll, wie sie von sich halten. Sie vermeiden auch lieber Konflikte, wenn sie diese nicht gewinnen können. Daher suchen sie sich lieber Opfer aus, die nicht wirklich fähig sind, gegen ihre Angriffe zu stellen. Die meisten Mobbingopfer, die ich kenne, sind eher schweigsam und introvertiert. Sie haben nicht so viel Überzeugung und selbstwertgefühl um sich selbst vor den Mobbingangriffen zu schützen. Sie werden meistens auch nicht gemobbt, weil sie ihren eigenen Kopf machen, sondern wegen ganz banalen Dingen wie Sprachfehler, Dialekt, billige Kleidung, schlechtes Aussehen, zu schlecht in Sport, zu schüchtern, zu nerd... meistens Dingen, wofür sie selbst gar nicht können.
Im Grund genommen, denke ich, hast Du ein Problem, dass ich hier das Wort Individualismus verwendet habe. Da reden wir auch etwas aneinander vorbei. Wie Du in meinem elendig langen Text vorne bereits lesen konntest, meine ich nicht das Individualismus, was Du darunter verstehst, sondern diese Egoistische Denkweise, dass man immer sich selbst inszenieren muss und dass man sein eigenes Ego immer in dem Vordergrund stellen muss. Großes Vorbild wie Dieter Bohlen & Co. haben wir ja genug für solchen Typen. Früher war es vulgär andere Menschen öffentlich zu demütigen, heute gilt das jedoch als schick und coolnis. Das Problem ist aber, wenn solche Typen als Gewinner gelten, dann gibt es auch immer Verlierer, die das ganze ausbaden müssen. Für sie gibt es kein Mitleid in der Gesellschaft und natürlich auch keinen Respekt, denn in unserer Gesellschaft zählt es, dass jeder selbst für sein Schicksal verantworten kann und muss. Wenn man ein Verlierer ist, dann ist er selbst daran schuld. So denken wir über die Penner und Arbeitslosen, und so ist es auch in der Schule. Für manchen bleibt dann nur noch der Hass gegenüber die Welt, wo sie leben.
Im Grund genommen, denke ich, hast Du ein Problem, dass ich hier das Wort Individualismus verwendet habe. Da reden wir auch etwas aneinander vorbei. Wie Du in meinem elendig langen Text vorne bereits lesen konntest, meine ich nicht das Individualismus, was Du darunter verstehst, sondern diese Egoistische Denkweise, dass man immer sich selbst inszenieren muss und dass man sein eigenes Ego immer in dem Vordergrund stellen muss. Großes Vorbild wie Dieter Bohlen & Co. haben wir ja genug für solchen Typen. Früher war es vulgär andere Menschen öffentlich zu demütigen, heute gilt das jedoch als schick und coolnis. Das Problem ist aber, wenn solche Typen als Gewinner gelten, dann gibt es auch immer Verlierer, die das ganze ausbaden müssen. Für sie gibt es kein Mitleid in der Gesellschaft und natürlich auch keinen Respekt, denn in unserer Gesellschaft zählt es, dass jeder selbst für sein Schicksal verantworten kann und muss. Wenn man ein Verlierer ist, dann ist er selbst daran schuld. So denken wir über die Penner und Arbeitslosen, und so ist es auch in der Schule. Für manchen bleibt dann nur noch der Hass gegenüber die Welt, wo sie leben.
Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Das ist wohl grundsätzlich so, da wirklich intelligente Leute keine derartigen Arschlöcher sind.hifi hat geschrieben:Und die Mobber sind in der Wirklichkeit meistens nicht mal halb so toll, wie sie von sich halten.
Introvertiert ist mein 2. Name. Heißt aber nicht, daß man sich alles gefallen läßt.Die meisten Mobbingopfer, die ich kenne, sind eher schweigsam und introvertiert.
Exakt. Wie gesagt, so ziemlich allem anderen, was Du oben schriebst, kann ich zustimmen.Im Grund genommen, denke ich, hast Du ein Problem, dass ich hier das Wort Individualismus verwendet habe.
Unglücklicherweise hat sich die dt. Gesellschaft in dieser Hinsicht amerikanisiert. In den USA ist Mobbing ja schon länger aggressiver & v.a. deutlich stärker akzeptiert wird. Mobbing gab & gibt es überall, aber die Tatsache ist halt, daß es mE heutzutage auch in D eher akzeptiert. So nach dem Motto "Wer gemobbt wird, ist selber schuld."Wenn man ein Verlierer ist, dann ist er selbst daran schuld. So denken wir über die Penner und Arbeitslosen, und so ist es auch in der Schule. Für manchen bleibt dann nur noch der Hass gegenüber die Welt, wo sie leben.
Das aber liegt nicht am Individualismus, sondern am Konformismus. Daß bei Mobbern dann oft auch noch Geltungs- & Selbstsucht mitspielen, OK. Übrigens sehe ich da noch einen gewaltigen Unterschied zw. Egoismus & Selbstsucht. Aber das wäre eine Art Grundsatzdiskussion, die hier wohl zu weit führen würde.
Übrigens ist Mobbing auch in China zu finden (weiß nicht, meine mich zu erinnern, jemand habe da Unterschiede zw. D & VRC erwähnt). Mir ist letzte Nacht eine Episode aus meinem letzten Job an einer Grundschule eingefallen.
Ein Mädel wurde offenbar ohne Grund von einem Jungen, der hinter ihr saß, geschlagen. Also habe ich der Monitorin (Klassensprecherin möchte ich das nicht nennen) gesagt, sie solle eine Verwarnung eintragen. Die war baff, denn das geschlagene Mädel war offenbar eine Aussätzige, mit der man machen konnte, was man wollte.
Da mußte ich tatsächlich mit der Klasse darüber diskutieren, daß so ein Verhalten inakzeptabel ist, selbst wenn jemand "schmutzig" ist oder sich nicht richtig verhält oder einfach nur anders ist. Die Monitorin meinte auch, daß die chin. Lehrer nicht eingreifen würden, um dem Mädel zu helfen. Weiß nicht, ob das so stimmt (& ob ich alles richtig verstanden habe, da deren Englisch wie mein Chinesisch eher bruchstückhaft vorhanden war), aber aus dem, was ich so miterlebt habe, ist das nicht auszuschließen.
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Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Dazu kann ich eine aktuelle kleine Annekdote bringen:bossel hat geschrieben:Da mußte ich tatsächlich mit der Klasse darüber diskutieren, daß so ein Verhalten inakzeptabel ist, selbst wenn jemand "schmutzig" ist oder sich nicht richtig verhält oder einfach nur anders ist. Die Monitorin meinte auch, daß die chin. Lehrer nicht eingreifen würden, um dem Mädel zu helfen. Weiß nicht, ob das so stimmt (& ob ich alles richtig verstanden habe, da deren Englisch wie mein Chinesisch eher bruchstückhaft vorhanden war), aber aus dem, was ich so miterlebt habe, ist das nicht auszuschließen.
Da sich voraussichtlich für Mitte Juni unsere Tochter als Familiennachwuchs einstellen wird, hatte sich meine Frau eine Unmenge an DVDs, Büchern, Kinder-Lernspielzeug etc. schicken lassen. Als wir mal in eine DVD reingehört/geschaut hatten, fühlte ich mich unwillkürlich an "South Park" erinnert.
Da wurde zu lieblichen Kindersingstimmen Folgendes gezeigt: Ein Mädchen, welches zu spät in die Schule kam, wurde kurzerhand von ihren pünktlichen Klassenkammeraden verkloppt
Sinngemäss war der Inhalt des "erzieherischen" Kinderliedes: Wenn Du immer pünktlich zur Schule kommst und fleissig lernst, wirst Du auch von Deinen Mitschülern geachtet werden - wenn nicht ... hast Du Dir die Konsequenzen selbst zuzuschreiben.
Die Lehrerin in dem Animations-Clip griff schliesslich doch noch ein - natürlich nicht ohne der Geprügelten zu verdeutlichen, das dass nicht passiert wäre, wenn sie pünktlich zur Schule gekommen wäre
Nachdem sie versprochen hatte von jetzt an immer pünktlich zu sein, herrschte wieder Friede, Freude, Eierkuchen ...
Nochmal: Das ist kein Witz, sondern - nach Aussage meiner Frau - eine normale Kinder DVD. Einige Songs später kommt der ABC-Song - und noch später auch die chinesische Version von "Old McDonald" ... nur um mal zu zeigen, dass also schon Kleinkinder zu lernen haben, was ein der Schule ein absolutes "NO" sein wird.
Mobbing wird - zumindest auf der Ebene - in China nicht als Solches begriffen, sondern vielmehr als "Erziehung durch den Gruppendruck" verstanden - und auch gefördert.
Anders kann ich mir das jedenfalls nicht erklären ...
Wer Geist hat, hat sicher auch das rechte Wort, aber wer Worte hat, hat darum noch nicht notwendig Geist.
Die Logik ist Deine Freundin - Wünsch-Dir-Was und Untergangs-Propheten sind falsche Freunde.
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Re: So, das war's... so lösen wir die Probleme.
Jetzt, wo Du es sagst, IIRC war das auch einer der Vorwürfe der Monitorin. Die Angegriffene sei keine gute Schülerin, sie sei faul ...ingo_001 hat geschrieben:Sinngemäss war der Inhalt des "erzieherischen" Kinderliedes: Wenn Du immer pünktlich zur Schule kommst und fleissig lernst, wirst Du auch von Deinen Mitschülern geachtet werden - wenn nicht ... hast Du Dir die Konsequenzen selbst zuzuschreiben.
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