Willst du die Siedler im 19. Jahrhundert mit "nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer" ernsthaft mit den Han oder Hui vergleichen?
Mit genau so einen Vergleich verlierst du Han oder Hui Leser auf der Stelle und genau das, sollte ja nicht das Ziel sein.
@Waffen
1. Es steht ausser Zweifel, dass sich die Han oder Hui nach den Lhasa Ausschreitungen "Waffen" zugelegt haben. War sogar damals (2008) auf CCTV ein Interview mit einem Restaurantbesitzer der seine neue "Eisenstange" hergezeigt hat.
Hier gehts aber hier explizit um die Schusswaffenaussage und welches Bild hier damit suggeriert wird.
Es hat schon einen Grund warum der Dalai Lama so explizit von Schusswaffen spricht. Das David gegen Goliath Bild soll weiterhin aufrechterhalten werden.
Die mit Schusswaffen bewaffneten chinesischen Siedlern und die nur mit Stecken ausgerüsteten Tibeter in der Minderheit.
In Wahrheit sind die Chinesen nicht besser bewaffnet und in der Mehrheit sind sie auch nicht (man soll sich nicht von Lhasa Zentrum täuschen lassen).
Eine weitere Möglichkeit warum er gerade von Schusswaffen spricht, gibt es auch noch. Aber warten wir mal ab, was passiert.
2. u. 3. ist eigentlich wie 1.
@Artikel unten - was ich weiß, hatte der Verrückte eine selbstgebaute Feuerwaffe
Was aber an sich egal ist - will hier nicht i tüpfel reiten. Natürlich gibt es auch vereinzelt Privatpersonen mit Gewehren. Aber wie du selber sagst, dominieren eindeutig die von dir in 2. beschriebenen Hieb- oder Stichwaffen.
4. @nicht DL Unterstützende Gruppen - die hat es schon immer gegeben. Der Dalai Lama ist das Oberhaupt der Gelbmützen (die zwar stärkste, aber nicht einzige Sekte) und sogar innerhalb der Gelbmützen gibt/gab es starke Machtkämpfe und unterschiedliche Auffassungen. Von den weniger Gläubigen die z.B. der Aristokratie gehören, rede ich hier gar nicht.
Es ist ein weitverbreitetes Missverständnis, dass der DL der eindeutige Führer aller Tibeter ist.
Im Exil wurde er aber zur "Vereinenden" Repräsentationsfigur gemacht.
Was uns auch zum Einfluss des Dalai Lamas innerhalb der exiltibetischen Regierung (Gemeinde) führt. Hier ist es in der Tat schwer zu sagen, wer dominiert. Hat der DL die Stricke in der Hand - was bedeuten würde, er zieht eine reine Show bei uns ab. (Einerseits Friedenspredigt - anderseits radikale gewaltbereite Hardliner)
Oder kann er sich nicht durchsetzen? - was bedeuten würde, er meint es ernst mit seinen "Friedensappellen" und "Autonomie - statt Unabhängigkeit" steht damit aber immer mehr alleine da.
Was aber an sich noch schwerer fällt, ist ein Punkt den man oft beobachtet. Viele Anhänger des DL (vor allem auch hier bei seinen westlichen Anhängern) agieren mit der Einstellung: "Der Dalai Lama wünscht es sich so, aber er darf es nicht so laut sagen. Also machen wir es für ihn"
Ein konkretes Beispiel wären hier "Free Tibet" Rufe - die Anhänger fordern Unabhängigkeit und glauben damit den Wunsch des Dalai Lamas zu folgen. Eine Art "vorauseilender" Gehorsam, welches der Dalai Lama zumindest toleriert, wenn nicht sogar fordert.
Wie du richtig sagst, ist die Stimmung sehr angespannt in Tibet. Aber der DL (oder die Exilregierung) macht auch Aktionen die die Stimmung verschärfen. z.B. Aufruf das tibetische Neujahr nicht zu feiern sondern den getöteten Tibetern zu gedenken.
Das sind natürlich keine direkten Gewaltaufrufe - die Wirkung ist aber ähnlich.