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Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 05:10
von sanctus
Also, ich moechte mich von meinem Beitrag:
sanctus hat geschrieben:Ich glaube kaum, dass du eine Krankenversicherung benoetigst. Wenn du nicht gerade chron. Erkrankungen hast, mach es wie die Chinesen: Geh zum Arzt und bezahl anschliessend in Bar. Das koennte im Endeffekt guenstiger sein, als monatl. Beitraege zu zahlen.
mal noch mit knapp einjaehriger Verspaetung distanzieren.

Denn ich habe vor gut zwei Wochen dann doch die Erfahrung gemacht, wie schoen so eine Auslandskrankenversicherung sein kann. (meine Aussagen/ Wertungen bez. sich led. auf das Krankenhaus, welches unten genannt wird)

Die Story dazu:
Ich habe seit einiger Zeit mit einer Nagelbettentzuendung am Zeh zu kaempfen, die mich dann doch auf Dauer ziemlich beim Gehen behindert hatte. Ausserdem haben mich meine Schwiegereltern gedraengt, ins Krankenhaus zu fahren.

Die Aerzte wollten unbedingt eine kleine "OP" durchfuehren in Verbindung mit einem 7-taegigen Aufenthalt im Krankenhaus (3 Tage vor und 4 Tage nach Eingriff) - was ich schonmal fuer viel zu ueberzogen halte, da die "OP" nur aus Wegschneiden eines Stueck Nagels bestand.
Nach Verhandlung, konnten die Aerzte sich zu einer ambulanten OP, mit lediglich 4 h postoperativen Aufenthalt einverstanden geben. Termin waere in 3 Tagen.

Allerdings sollten die Kosten, nur fuer die "OP" gute RMB 3000,- betragen. Nach Erhalt der Rechnung fuer Anmeldung (RMB 500,-) und westl. Medizin (RMB 50,-) die wir schliesslich zahlten, stand fest: "Wir warten, bis wir wieder in DE sind."

Ein Chinese haette nur ca. 10% des o.g. Betrages zahlen muessen. Hinzu kommt, dass die Medizin ziemlich gut angeschlagen hat und sogar wieder Besserung in Sicht ist (laufen ist derzeit absolut kein Problem mehr). Natuerlich komme ich in DE um diesen Eingriff nicht drumherum.

Fazit:
Auslaender duerfen gar keine, fuer Chinesen uebliche Behandlung bekommen, da Auslaender von vornherein den VIP-Stempel aufgedrueckt bekommen und dann auch diese Kosten zahlen muessen. Ob sie VIP-Status haben wollen oder nicht.
Es wurde wohl sogar schon einmal ein Auslaender mit gut ueber 40 Grad Fieber, der sich kaum noch auf den Beinen halten konnte, weiter zum Gebaeude fuer Auslaender geschickt.

Also:
FUER CHINA UNBEDINGT EINE AUSLANDSKRANKENVERSICHERUNG ZULEGEN!!!

Sorry, dann auch noch mal an Happyfuture, fuer meinen schlechten Ratschlag damals.
Manchmal muss man selber erst schlechte Erfahrungen machen um dann auch gut beratschlagen zu koennen.

Erfahrungen wurden im 上海第一人民医院 (Shanghai First Peoples Hospital) gemacht.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 05:25
von happyfuture
sanctus hat geschrieben:Sorry, dann auch noch mal an Happyfuture, fuer meinen schlechten Ratschlag damals.
Kein Problem ... :wink:

Tolles Posting, endlich mal "Werbung" für unser Forum, wo es "menscheln" darf! :mrgreen:

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 05:37
von 88--Guiyang--88
sanctus hat geschrieben: Erfahrungen wurden im 上海第一人民医院 (Shanghai First Peoples Hospital) gemacht.
Damit hast du gerade nochmal die Kurve bekommen...
sanctus hat geschrieben:Fazit:
Auslaender duerfen gar keine, fuer Chinesen uebliche Behandlung bekommen, da Auslaender von vornherein den VIP-Stempel aufgedrueckt bekommen und dann auch diese Kosten zahlen muessen. Ob sie VIP-Status haben wollen oder nicht.
Denn solche Aussagen sind pauschal total daneben und falsch - ich nehme stark an, das ist ein lokales ShangHai Problem, in keiner anderen Stadt gibt es mehr Expats als in ShangHai und die wissen schon wie man diese entspr. ausnehmen kann.
Ich war bereits in mehreren Krankenhaeusern in Behandlung in Guiyang (Ok nicht gerade repraesentativ), Kunming, Shenzhen und Guangzhou. Naturlich habe ich mir nicht die Expat-Krankenhaeuser ausgesucht sondern die besten "normalen" lokalen (gem. den Nachforschungen meiner Frau).
Bei allen konnte ich die ganz normale Behandlung bekommen - Anmeldung 30-50 RMB. Nur in einem Fall habe ICH einmal den VIP-Arzt gewaehlt - Erstuntersuchung 300 RMB. Ansonsten waren die Preise fuer Untersuchungen, Krankentransport und Medizin laecherlich - das meisste was ich einmal fuer eine Untersuchung incl. westlicher Medikamente bezahlt habe waren 350 RMB, das enthielt ausserdem Krankenwagentrasport, EKG und Roentgenaufnahmen.
Ich wuerde deinen Letzten Satz ganz nach vorne stellen, denn Deine Erfahrung repraesentiert nicht China sondern ShangHai.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 06:49
von happyfuture
@88--Guiyang--88

Das Thema ist "Krankenversicherung in China"

Wie darf ich jetzt Deinen letzten, durchaus interessanten Beitrag verstehen?

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 07:40
von 88--Guiyang--88
happyfuture hat geschrieben:Das Thema ist "Krankenversicherung in China"

Wie darf ich jetzt Deinen letzten, durchaus interessanten Beitrag verstehen?
Verstehe ich nicht - natuerlich ist das Thema Krankenversicherung in China - ich denke es kann jeder fuer sich entscheiden ob er eine Krankenversicherung braucht oder nicht. Wenn man nicht in ShangHai oder einer anderen Stadt lebt in der aehnliche Verhaeltnisse herrschen koennte man durchaus ueberlegen ganz auf eine Krankenversicherung zu verzichten denn die Kosten halten sich wirklich im Rahmen.
Ich fuer meinen Teil habe eine Krankenversicherung mit hoher Selbstbeteiligung um im schlimmsten Fall (Krebs, schwerster Unfall etc.) abgesichert zu sein. Den Beinbruch, Blinddarm und uebliche Wehwehchen kann man durchaus selber zahlen.

Das muss jeder fuer sich selber entscheiden...

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 08:01
von Andy_yi
88--Guiyang--88 hat geschrieben: Ich fuer meinen Teil habe eine Krankenversicherung mit hoher Selbstbeteiligung um im schlimmsten Fall (Krebs, schwerster Unfall etc.) abgesichert zu sein.
Bis wieviel Euro musst du dich denn selbstbeteiligen? So eine Chemotherapie kostet ja mal schnell 30.000€ und das natürlich nur neben den Kosten die sonst noch für Medikamente, Krankenhausplatz usw. anfallen.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 08:11
von 88--Guiyang--88
Selbstbeteiligung bedeutet, dass man im Fall des Eintretens einen gewissen Teil selber zhalen muss - alles daruber ist von der Versicherung gedeckt.
Ich habe 500 Euro Selbstbeteiligung - d.h. erst wenn die Behandlung mehr als 500 Euro kostet zahlt die Versicherung etwas.
Leider gibt es diesen Tarif so nicht mehr und ich kann daher keine Empfehlung geben, ich denke aber es sollten andere Versicherer ahnliches im Angebot haben.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 08:21
von happyfuture
88--Guiyang--88 hat geschrieben:d.h. erst wenn die Behandlung mehr als 500 Euro kostet zahlt die Versicherung etwas.
Dies ist für mich ein entscheidender Punkt, dieses "etwas", und mir geht es letztlich genau um das Abwägen, AKV (+Option SB) vs. Selbstzahler.

Je mehr "Erfahrungswerte" und Tipps hier im Forum bekannt werden, um so eher kann ich meine Entscheidung treffen, subjektiv nach meiner Bereitschaft von "Risiko", welches bekanntlich für jeden individuell ist.

Ich bin nun auch schon ein paar Jahre in China unterwegs, kenne die Krankenhäuser jedoch nur als Besucher und freue mich daher über Erfahrungsberichte aus 1. Hand (so wie bei Dir) :wink:

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 29.08.2010, 14:01
von 88--Guiyang--88
happyfuture hat geschrieben:
88--Guiyang--88 hat geschrieben:d.h. erst wenn die Behandlung mehr als 500 Euro kostet zahlt die Versicherung etwas.
Dies ist für mich ein entscheidender Punkt, dieses "etwas", und mir geht es letztlich genau um das Abwägen, AKV (+Option SB) vs. Selbstzahler.
Das etwas geht bis 2 Millionen Euro pro Jahr bei meiner Versicherung - also ausreichend selbst fuer schlimmste Krankheiten.

Es gibt eine ahnliche Versicherung wie ich sie habe z.B. hier : https://www.expatplus.com" target="_blank da kann man die SB nicht sehr hoch setzen.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 30.08.2010, 05:17
von happyfuture
88--Guiyang--88 hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:
88--Guiyang--88 hat geschrieben:d.h. erst wenn die Behandlung mehr als 500 Euro kostet zahlt die Versicherung etwas.
Dies ist für mich ein entscheidender Punkt, dieses "etwas", und mir geht es letztlich genau um das Abwägen, AKV (+Option SB) vs. Selbstzahler.
Das etwas geht bis 2 Millionen Euro pro Jahr bei meiner Versicherung - also ausreichend selbst fuer schlimmste Krankheiten.

Es gibt eine ahnliche Versicherung wie ich sie habe z.B. hier : https://www.expatplus.com" target="_blank da kann man die SB nicht sehr hoch setzen.
Danke für den Link, jedoch bleibe ich dann bei meiner € 59/Mon.-Lösung ohne SB, wo die "Härtefälle" zu 100% abgedeckt sind und vor allem die AGBs sowie Versicherungsbedingungen und -Ausschlüsse recht übersichtlich sind.

Jeder Jeck ist anders!

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 30.08.2010, 05:50
von 88--Guiyang--88
happyfuture hat geschrieben:Danke für den Link, jedoch bleibe ich dann bei meiner € 59/Mon.-Lösung ohne SB, wo die "Härtefälle" zu 100% abgedeckt sind und vor allem die AGBs sowie Versicherungsbedingungen und -Ausschlüsse recht übersichtlich sind.
Diese Versicherungen sind aber soweit ich weiss zeitlich begrenzt oder?

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 30.08.2010, 05:55
von happyfuture
88--Guiyang--88 hat geschrieben:
happyfuture hat geschrieben:Danke für den Link, jedoch bleibe ich dann bei meiner € 59/Mon.-Lösung ohne SB, wo die "Härtefälle" zu 100% abgedeckt sind und vor allem die AGBs sowie Versicherungsbedingungen und -Ausschlüsse recht übersichtlich sind.
Diese Versicherungen sind aber soweit ich weiss zeitlich begrenzt oder?
5 Jahre, Option max. weitere 5 Jahre

Bei mir passt das!

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 30.08.2010, 06:29
von 88--Guiyang--88
happyfuture hat geschrieben:5 Jahre, Option max. weitere 5 Jahre
Bei mir passt das!
Bei mir leider nicht :cry:
Aber ich zahle auch nur 80 Euro im Monat (pro Person - meine Frau ist auch so versichert) allerdings mit 500 SB, dafur ohne Zeitbegrenzung.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 02.12.2011, 07:32
von cookie2008
Postet Ihr mal bitte die Links zu den KVs? 59 Euro hoert sich gut an. Ich habe viele Leute, die mich nach KV fragen.

Ich selbst habe meine PKV behalten. Sie bietet hat einen weltweiten Schutz und bei schwerer Krankheit kann ich entscheiden, "nach Hause" zu gehen und die Versicherung gilt weiterhin und unbegrenzt.

Re: Krankenversicherung in China

Verfasst: 18.12.2011, 14:52
von tanzhou
Taete mich auch sehr interessieren, das sind eines der Dinge die ich hier in D waehrend meines Heimataufenhaltes erledigen muss, ich moechte quasi versuchen, meine Frau mitzuversichern. Muss dazu auch naechste Woche mit meiner KV sprechen (da ich nun groesstenteiks in China lebe) greift meine normale KV sowieso nicht. Ich brauche soetwas wie eine AKV fuer mich und meine Frau (Chinesin) zusammen, vllt gibt es so eine Familien Auslands KV? Oder ich muss eine KV in China abschliessen und zahle hier in D nur meine Pflegeversicherung, aber auch da haette ich meine Frau gerne dabei (Wohnsitz ist wegen meiner Gesellschaft nachwievor in D). Wie auch immer, muss dieses Thema kommende Woche angehen ... Mal sehen, was da noch alles auf mich zukommt, vor allem, wenn es um Unterlagen geht ...