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Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 03.11.2008, 12:44
von Karosan
Also ich glaube auch nicht dass China als großer Sieger aus dieser Krise hervorgehen wird.

Ob es überhaupt einen Sieger gibt und wer es ist wird sich noch zeigen. Nun heißt es erstmal abwarten wo diese Krise noch hinführt - angefangen hat sie bei den Immobilien (und die
Immobilienbewertungen werden immer noch schlechter), dann auf Banken und die Börse übergegriffen und nun steht noch die Kredikartenkrise und eine Krise bei Privatkrediten an und man mag sich garnicht ausmalen was noch alles kommt. All das hat man in China auch gespührt - siehe hier ein Beispiel zum
Thema Aktien.
Das kann glaube ich leider momentan keiner! Trotzdem glaube ich ist es aber nicht das Beste in ein großes schwarzes Loch zu fallen und darüber zu jammern dass die Welt zugrunde geht. Was wir jetzt brauchen ist eine positive Einstellung um die Wirtschaft wieder aus der momentanen Krise zu manövrieren.

Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 03.11.2008, 13:39
von ingo_001
Karosan hat geschrieben:Was wir jetzt brauchen ist eine positive Einstellung um die Wirtschaft wieder aus der momentanen Krise zu manövrieren.

Was natürlich durch das Verhalten von Ackermann nicht gerade erleichtert wird. der nur um SEINE PERSÖNLICHEN TALER besorgt ist, und dem sämtlicher Realitätssinn für die REALWIRTSCHAFT fehlt/abhanden gekommen ist - oder es ist ihm schlicht egal
Der riskiert dadurch, dass andere Banken, die die Bügschaft der Bundesregierung durchaus brauchen würden, diese aus Scham, Stolz, "Bunkermentalität" oder was auch immer - nicht in Anspruch nehmen.
Leittragende sind die Firmen, die jetzt auf Kredite angewiesen sind, um wieter zu bestehen.
In der Beziehung ist das "chinesische system" "vorteilhafter", weil so vermieden wird, dass einzelne Profilneurotiker durch ihr Verhalten in dieser Situation noch mehr Schaden anrichten, anstatt "ihre" Banken durch verantwortungsvolles Verhalten aus dieser Krise wieder hinauszuführen.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 03.11.2008, 14:56
von bossel
ingo_001 hat geschrieben:Was natürlich durch das Verhalten von Ackermann nicht gerade erleichtert wird. der nur um SEINE PERSÖNLICHEN TALER besorgt ist, und dem sämtlicher Realitätssinn für die REALWIRTSCHAFT fehlt/abhanden gekommen ist - oder es ist ihm schlicht egal
In der Realwirtschaft sollte es immer um persönliche Taler gehen. Problematisch wird es, wenn der Staat sich übermäßig mit seinen unpersönlichen Talern einmischt.
Wenn die Banken nicht so sicher gewesen wären, daß Papa Staat im entscheidenden Moment da sein würde, um die Verluste zu verstaatlichen, hätten viele wohl etwas umsichtiger spekuliert.
Der riskiert dadurch, dass andere Banken, die die Bügschaft der Bundesregierung durchaus brauchen würden, diese aus Scham, Stolz, "Bunkermentalität" oder was auch immer - nicht in Anspruch nehmen.
Du glaubst doch nicht wirklich, daß die sich davon beeinflussen lassen? Ob oder ob nicht wird nicht entschieden, weil irgendein Heini von der Konkurrenz was geblubbert hat, sondern auf Grundlage handfester wirtschaftlicher Interessen (persönliche oder unpersönliche Taler).
& wie kommst Du darauf, daß Profilneurotiker in China weniger Einfluß haben?
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 03.11.2008, 15:16
von ingo_001
bossel hat geschrieben:ingo_001 hat geschrieben:Was natürlich durch das Verhalten von Ackermann nicht gerade erleichtert wird. der nur um SEINE PERSÖNLICHEN TALER besorgt ist, und dem sämtlicher Realitätssinn für die REALWIRTSCHAFT fehlt/abhanden gekommen ist - oder es ist ihm schlicht egal
In der Realwirtschaft sollte es immer um persönliche Taler gehen. Problematisch wird es, wenn der Staat sich übermäßig mit seinen unpersönlichen Talern einmischt.
Wenn die Banken nicht so sicher gewesen wären, daß Papa Staat im entscheidenden Moment da sein würde, um die Verluste zu verstaatlichen, hätten viele wohl etwas umsichtiger spekuliert.
Das stelle ich ja auch nicht prinzipiell in Frage. Aber Ackermann geht es ebend NUR um seine Taler und das ist ein seiner herausragender Position
verwerflich. Immerhin haben wir das Wirtschaftssystem der "sozialen Marktwirtschaft", was ja nicht anderes impliziert, als das ein Unternehmen ebend AUCH eine soziale Verpflichtung haben sollte, verantwortungsbewusst mit seinem Kapital umzugehen.
Um so wichtiger, je größer dieses Unternehmen ist.
Sicher wird sich da ein Autohändler nicht angesprochen fühlen müssen - wohl aber der Vorstandtsvorsitzende der Deutschen Bank, der sich dessen eigentlich bewusst sein sollte.
Die Banken (ob öffentl. oder privat) sind nur von der Gier nach mehr Geld getrieben worden. Mit fragwürdigen und undurchsichtigen Finanzgeschäften wurde versucht immer mehr Geld zu machen. Das hatte mit dem eigentlichen Kerngeschäft der Banken bisweilen herzlich wenig zu tun. Und mit Wirtschaftssachverstand schan gar nichts.
Da wurden immaginärie Werte höher eingeschätzt als realwirtschaftliche Werte. Das ist das Kernproblem.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 03.11.2008, 15:39
von ingo_001
bossel hat geschrieben:& wie kommst Du darauf, daß Profilneurotiker in China weniger Einfluß haben?
Weil die chinesische Regierung schlicht FESTSETZTwas wie und wann zu gelten sprich umgesetzt werden kann.
Da sind sämtliche Bankmanager im wahrsten Sinne des Wortes an die Kette gelegt. Da mögen zwar auch Profilneurotiker bei sein. Aber sie können diese mangels Möglichkeit einfach nicht so ausleben, wie ihre westlichen Berufskollegen.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 04.11.2008, 14:24
von bossel
ingo_001 hat geschrieben:Immerhin haben wir das Wirtschaftssystem der "sozialen Marktwirtschaft", was ja nicht anderes impliziert, als das ein Unternehmen ebend AUCH eine soziale Verpflichtung haben sollte, verantwortungsbewusst mit seinem Kapital umzugehen.
Das war vor der SMW, IIRC. Die alten dt. Unternehmer haben es da noch gehalten, wie die Japaner bis vor kurzem.
Die SMW soll mW dafür sorgen, daß es eben zum Ausgleich unternehmerischer & gesellschaftlicher Interessen kommt. Will sagen: "Wenn der Unternehmer dem Staat oder dem Arbeitnehmer etwas nicht geben will, dann wird er dazu verpflichtet."
Die Banken (ob öffentl. oder privat) sind nur von der Gier nach mehr Geld getrieben worden.
Die Anleger nicht?
Da wurden immaginärie Werte höher eingeschätzt als realwirtschaftliche Werte. Das ist das Kernproblem.
Da gebe ich Dir in gewisser Weise recht (auch wenn ich
imaginäre geschrieben hätte).
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 04.11.2008, 14:30
von bossel
ingo_001 hat geschrieben:Da sind sämtliche Bankmanager im wahrsten Sinne des Wortes an die Kette gelegt. Da mögen zwar auch Profilneurotiker bei sein. Aber sie können diese mangels Möglichkeit einfach nicht so ausleben, wie ihre westlichen Berufskollegen.
Optimist.
(Oder zuviel Propaganda gelesen?)
Die KP & die Wirtschaft sind eng miteinander verflochten. Ich verweise in dem Zusammenhang auf den Faschismusordner.
Da werden noch ganz andere Sachen ausgelebt.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 04.11.2008, 14:53
von ingo_001
bossel hat geschrieben:ingo_001 hat geschrieben:Da sind sämtliche Bankmanager im wahrsten Sinne des Wortes an die Kette gelegt. Da mögen zwar auch Profilneurotiker bei sein. Aber sie können diese mangels Möglichkeit einfach nicht so ausleben, wie ihre westlichen Berufskollegen.
Optimist.
(Oder zuviel Propaganda gelesen?)
Die KP & die Wirtschaft sind eng miteinander verflochten. Ich verweise in dem Zusammenhang auf den Faschismusordner.
Da werden noch ganz andere Sachen ausgelebt.
Nee, kein Propagandaopfer, "nur" Optimist (falls man das in diesem Fall überhaupt so ausdrücken kann).
Sicher gehen da in China in anderen Bereichen noch ganz andere Sachen ab - aber bezogen auf den Bankensektor, können unsere Bankvorstände immer noch fast uneingeschränkt schalten und walten, wie sie wollen.
Im Zweifelsfall werden Ihre Kollegen in China an die politische Leine gelegt, wenn sie es zu toll treiben - und aus ist es mit der Selbstherrlichkeit.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 04.11.2008, 14:57
von ingo_001
bossel hat geschrieben:Die Banken (ob öffentl. oder privat) sind nur von der Gier nach mehr Geld getrieben worden.
Die Anleger nicht?
Und die Gier der Anleger kam .... woher?
Wurde forciert ... von wem?
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 04.11.2008, 14:59
von ingo_001
bossel hat geschrieben:Da wurden immaginärie Werte höher eingeschätzt als realwirtschaftliche Werte. Das ist das Kernproblem.
Da gebe ich Dir in gewisser Weise recht (auch wenn ich
imaginäre geschrieben hätte).
Nichts geht über einen guten Lektor

Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 17.02.2009, 15:34
von Aremonus
Inwiefern sollte China von der Finanzkrise profitieren?
China ist extrem von der Exportwirtschaft abhängig und ein guter Teil seines Wachstums basierte auf der Konsumwut der Amerikaner. Jetzt konsumieren die plötzlich nichts mehr - und werden in nächster Zeit auch nimmer Konsumieren können, wenn sie ihre Schulden abbauen wollen. Die Engländer dito. Die chinesische Regierung hat mit ihren Devisonreserven bereits jetzt ziemlich viel Geld verloren, die Aktienmärkte bieten ein ähnliches Bild wie Europa (ausser an der Börse in Shanghai, da entsteht zur Zeit eine neue Blase von Stahlunternehmen, aber die platzt während des nächsten Monats).
Daher glaube ich nicht, dass China als Volkswirtschaft als Gewinner hervorgehen wird. Doch die hiesige Regierung zieht lehren aus dem Vorfall: Der Binnenkonsum soll gestärkt werden - somit könnte China langfristig eine ausgeglichenere Handelsbilanz ausweisen - und die chinesen könnten auch mehr konsumieren. Somit würde China weltweit an Gewicht gewinnen und langfristig ein stabileres Wachstum ausweisen können. Finanziell profitieren würden vorallem Japan und die Eurozone.
Zur Finanzkrise:
Sowas kann man in Zukunft wohl kaum verhindern - es sei denn man verlangt einen MindestIQ für Politiker oder so. Man kann vielleicht das Ausmass verkleinern, in dem man die Inflation beschränkt. So ist es der Notenbank nicht mehr möglich, eine aggressive Tiefzinspolitiker wie unter Greenspan zu fahren. Politiker, die Regelungen wie die Regelung, welche zur Krise geführt hat (Hypotheken auf 120% der Sicherheit aufnehmen, damit mit den extra 20% Konsumkredite zurückbezahlt werden können) verbieten sich zwar alleine schon durch den gesunden Menschenverstand - der wird aber manchmal ausgeschaltet.
Eine wichtige Lehre, die bis jetzt noch nicht aus der Krise gezogen wurde, lautet, dass eine Rating-Agentur-Aufsichtsbehörde erstellt werden muss, da die Banken und die Bankaufsichtsbehörden sich auf diese Ratings verlassen - und die manchmal gebogen werden, um einen Käufer zu finden...
Boni-Beschränkungen usw. bringen IMHO überhaupt nichts - die Banker werden weiterhin soviel wie möglich verkaufen wollen - das will jeder gute Verkäufer. Jedes Unternehmen will eben so viel Gewinn wie möglich erwirtschaften, nicht nur die Banken - das ist ja die Grundlage des Kapitalismus'...
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 17.02.2009, 16:19
von Tauril
Profiteur würde ich auch nicht sagen, immerhin haben ja viele millionen wanderarbeiter ihren job schon verloren, dass sieht für mich eher nach federn lassen wie jede andere nation auch aus.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 17.02.2009, 16:21
von chinavelo
Aremonus hat geschrieben:
Boni-Beschränkungen usw. bringen IMHO überhaupt nichts - die Banker werden weiterhin soviel wie möglich verkaufen wollen - das will jeder gute Verkäufer.
Das sind weder Banker noch Verkäufer sondern schlicht und einfach Zocker! Manchmal bedaure ich, daß die Prügelstrafe abgeschafft wurde!
Bernd
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 17.02.2009, 16:23
von Hendrik
In wessen Auftrag Zocken die? In dem Auftrag derjenigen, die ihnen das Geld anvertrauen.
Re: China - Profiteur der Weltfinanzkrise?
Verfasst: 17.02.2009, 16:59
von ingo_001
Hendrik hat geschrieben:In wessen Auftrag Zocken die? In dem Auftrag derjenigen, die ihnen das Geld anvertrauen.
Aha ...
Preisfrage: Und warum vertrau(t)en die Anleger Lehman & Co mehr als z.B. einer konservativen Kreissparkasse?
Wer die volltönensten Versprechungen machte bekam das Geld - so banal war das.
Fazit: Erst kamen die Versprechungen - darauf hin das Geld der Anleger.