Seite 3 von 5

Verfasst: 13.09.2007, 19:46
von Tomek
wuseltiger hat geschrieben:Ja das ist eigentlich richtig :lol:

Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass ich auch negative Eigentschaften habe. Ich kann ganz sicher Hass empfinden und kenne das Gefühl jemandem am liebsten an den Hals springen zu wollen. Also alles Eigenschaften die ich von Gott geerbt habe, da ich ja sein Abbild bin.

Aber um auf deine Anspielung einzugehen: Ich bin ganz uneigentlich kein Sittenstrolch ;)
Wir sind alles Menschen und machen Fehler.

Wut oder Hass kann jeder bei gewissen Situationen empfinden.

Verfasst: 13.09.2007, 19:51
von Tomek
wuseltiger hat geschrieben:
Tomek hat geschrieben:
Aber diese negativen Sachen wie Egoismus etc. die ich aufgelisitet habe sind durch Wohlstand entstanden. Denn irgendwann fängt man an zu gieren nach mehr und mehr.

Also ich lasse mal meine atheistischen Ansichten beiseite und kann dir in diesem Punkt trotzdem nicht zustimmen: Nicht der Wohlstand ist das Problem in dieser welt, sondern die Armut. dass du dir Gedanken ueber zuviel Wohlstand machst ist doch nichts weiter als ein Zeichen dafür, dass es dir zu gut geht ;)


Das was du beschreibst ist zwar richtig, aber nur ein Wohlstandsproblem. Das hat nichts mit dem Leben der Menschen in China/Afrika/... zu tun...
Wohlstand heisst nicht, dass man sich keine Gedanken mehr über das Leben machen darf.

Es gibt nunmal gewissen Input von Außen wo man gewissen Dinge hinterfragt.

Verfasst: 13.09.2007, 19:56
von Tomek
Cromson hat geschrieben:Ich habe sehr oft Gespräche mit Chinesen zu genau diesem Thema gehabt. Da ich bei meinen ersten Besuchen in China oftmals das Gefühl hatte, wieder im Ostdeutschland vor dem Fall der Mauer zu sein.

Jetzt bitte nicht falsch verstehen, ich meine die rein menschliche Ebene, die aber nur dadurch gegeben ist, weil es vielen Menschen nicht sonderlich gut geht und die Möglichkeiten beschränkt sind.

Mir wurde versichert, dass dies in China immer mehr zurück geht. Geht es einigen Menschen besser, werden diese nicht im Traum daran denken einen Rückschritt zu machen, oder mit anderen Menschen dafür zu kämpfen etwas besser zu machen. (ist doch auch überall so)

Das ist der Lauf der Dinge. Es kann nur jeder für sich entscheiden, mit welchen Leuten er sich umgibt und wie er sich selbst verhält.

Gerade in einem Land wie China, in dem kein Sozialsystem existiert ist es für mich mehr als verständlich, dass die Leute sich wünschen genügend Geld zur Verfügung zu haben, denn das bedeutet nunmal Sicherheit.

Desweiteren habe ich genug Chinesen erlebt, die nicht wahnsinnig viel Geld haben möchten, da sie der Meinung sind es verdirbt den Charakter.

Ich weiss, das Geld nicht glücklich macht... aber beruhigend ist es schon. Und für bspw. einen Deutschen ist die derzeitige Entwicklung in China schwer nachvollziehbar, da wir ein gutes soziales System im Rücken haben.
Mir ist durchaus bewusst das vieles nicht Gold ist in China was glänzt.

Aber ich will damit aufzeigen wo der typische Weg einer Wirtschaftsmacht startet und wo der endet.

Schau dir die Menschen in Deutschland an. Wegen jeder Kleinigkeit rennen die zum Arzt. Woher kommt das? Vieles ist stressbedingt.

Ist das Wert?

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 20:33
von devurandom
Tomek hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben:
Tomek hat geschrieben: ...
Zerfall der Werte wie Treue und Familie
....
Eva, bist Du's?
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

nochmal
SCNR
Gruss
/dev/urandom
Ja, ich bins.. die Eva :lol:
Natürlich war das von ihr ungeschickt ausgedrückt mit den Nazis und die sollte man auch nicht als Vorbild nennen. Aber mit Werteverfall hat sie garnicht mal so unrecht. Schau dir jetzt Deutschland an. Fremdgeherei, Sextourimus, niedrige Geburtenrate, Doppelmoral etc.
dazu zitiere ich Bildblog, der wiederum aus Leserbriefen zitiert hat, die Zeitung mit dicken Balken veroeffentlicht hat:
bildblog hat geschrieben: Ingrid Böger aus Buchholz schreibt zum Beispiel:
Recht hat sie, die Frau Herman! Wie war es denn damals im Dritten Reich? Die Mütter als Garantie für heile Familien, genau so wie auch der Bauernstand. Und heute? Scheidungskinder, Schulversager und Gammelfleisch. Damals unmöglich!
Muahaha, Gemecker kommt mir irgendwie bekannt vor.
Un der Glaube an Gott ist kostenlos.
Genauso wie Herpes, ist kostenlos, steckt immunschwaechere an und macht ne Menge Aerger.... :lol:
Schau dir die Menschen in Deutschland an. Wegen jeder Kleinigkeit rennen die zum Arzt. Woher kommt das? Vieles ist stressbedingt.
und psychosomatisch, wie der Glaube an Gott
Ist das Wert?
In der "stressigen", industriell entwickelten Nationen haben die Menschen trotz Gigastress, Gammelfleisch, Umweltverschmutzung und Handystrahlen (muahaha)durchschnittlich 20 Jahre mehr Lebenserwartung als etwa Bewohner der polynesischen Insel, die gaaanz wenig Stress haben.... komisch aber auch..... Nun, ist das Wert? Ach nee, faellt mir ein, wenn man an Gooooooottt glaubt, stirbt man ja eh nicht so richtig...zumindest glaubt man das. :lol:

Gruss
/dev/urandom

Verfasst: 13.09.2007, 21:42
von no1gizmo
Boah, wenn ich hier sitze und alle 5 Minuten die F5 Taste drücke, dann scheinen alle Urlaub zu machen, aber schon ist man einmal den ganzen Tag unterwegs...

Und nun bin ich zu müde, naja.

Aber was ich mich doch noch spontan zu sagen in der Lage sehe:

besser Geburtenrückgang durch Wohlstand, als Überproduktion an Menschen duch Armut.

Es ist ein globales Phänomen (Grufti, werf mal nen Blick auf meine Worte, ich neuerdings ne Rechtsschreibschwäche), dass arme Bevölkerung sehr viele Kinder (Großfamilien) in die Welt setzen und wohhabenere Menschen nur zur rechten Zeit und unter geordneten Bedingungen Kinder -machen-, selten mehr Kinder als die beiden Erzeuger.

Daher mache ich mir schon fast nen bissel sorgen, denn "wohlhabend" kann man in der Regel mit "qualifiziert" verbinden (Ölscheichs und Lottospieler natürlich ausgenommen) und diese vermehren sich oft nichtmal ausreichend um die Erzeuger zu ersetzen (2 Elternteile -> 1 Kind).
Und qualifizierte haben widmen ihre Freizeit da schon weit intesiver dem Kindermachen, kein Wunder, kostet ja auch nichts und bringt Spaß.

Verfasst: 13.09.2007, 21:48
von no1gizmo
Tomek hat geschrieben: Schau dir die Menschen in Deutschland an. Wegen jeder Kleinigkeit rennen die zum Arzt. Woher kommt das? Vieles ist stressbedingt.

Ist das Wert?
Hä?

Chinesische Bauern und Fabrikarbeiter haben sicher nicht viel weniger Stress und Angstzustände des durchschnittlichen Stadtmenschen.

Auch der Urzeitmensch hatte doch schon ziemlich viel Stress als er früher die Hirsche erlegen musste und Angst vorm Säbelzahntiger hatte.

Für den Chinesen in China ist die Behandlung beim Arzt vielleicht nicht so vielversprechend, so nutzt er sie wohl nur, wenn er keine andere Hoffnung mehr sieht.

Wir haben hier ein gut aufgebautes Sozialsystem (das Sicher seine finanziellen Schwierigkeiten hat und früher spendabler war), dadurch ist es fast gratis sich behandeln zu lassen. Der medzinische Fortschritt kommt in Deutschland wenigstens an und ist flächendeckend erreichbar.

Das ist Luxus den Chinesen in China nicht haben, oder?

So, Augen fallen zu, 晚安

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 22:32
von Tomek
devurandom hat geschrieben:
Tomek hat geschrieben:
devurandom hat geschrieben: Eva, bist Du's?
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

nochmal
SCNR
Gruss
/dev/urandom
Ja, ich bins.. die Eva :lol:
Natürlich war das von ihr ungeschickt ausgedrückt mit den Nazis und die sollte man auch nicht als Vorbild nennen. Aber mit Werteverfall hat sie garnicht mal so unrecht. Schau dir jetzt Deutschland an. Fremdgeherei, Sextourimus, niedrige Geburtenrate, Doppelmoral etc.
dazu zitiere ich Bildblog, der wiederum aus Leserbriefen zitiert hat, die Zeitung mit dicken Balken veroeffentlicht hat:
bildblog hat geschrieben: Ingrid Böger aus Buchholz schreibt zum Beispiel:
Recht hat sie, die Frau Herman! Wie war es denn damals im Dritten Reich? Die Mütter als Garantie für heile Familien, genau so wie auch der Bauernstand. Und heute? Scheidungskinder, Schulversager und Gammelfleisch. Damals unmöglich!
Muahaha, Gemecker kommt mir irgendwie bekannt vor.
Un der Glaube an Gott ist kostenlos.
Genauso wie Herpes, ist kostenlos, steckt immunschwaechere an und macht ne Menge Aerger.... :lol:
Schau dir die Menschen in Deutschland an. Wegen jeder Kleinigkeit rennen die zum Arzt. Woher kommt das? Vieles ist stressbedingt.
und psychosomatisch, wie der Glaube an Gott
Ist das Wert?
In der "stressigen", industriell entwickelten Nationen haben die Menschen trotz Gigastress, Gammelfleisch, Umweltverschmutzung und Handystrahlen (muahaha)durchschnittlich 20 Jahre mehr Lebenserwartung als etwa Bewohner der polynesischen Insel, die gaaanz wenig Stress haben.... komisch aber auch..... Nun, ist das Wert? Ach nee, faellt mir ein, wenn man an Gooooooottt glaubt, stirbt man ja eh nicht so richtig...zumindest glaubt man das. :lol:

Gruss
/dev/urandom
Das die Familie auch schon vor dem Dritten Reich wichtig war und ist, sollte wohl jedem klar sein. Genau das wollte sie eigentlich zum Ausdruck bringen. Familienwerte!

Klar, Frau Hermann hat eine ungünstige Zeit genannt obwohl sie wohl nicht in eine rechte Ecke zu stellen ist. Und die Familienplanung unter Hitler ist auch zu verurteilen. Denn es ging hauptsächlich um Kanonenfutter. Aber das ist typisch deutsch. Jetzt fallen alle wie die Geier über sie her. Auch viele die nicht wirklich eine Meinung zum Thema haben. Aber es ist eben leichter mit dem Strom zu schwimmen als dagegen.

Familienwerte sind wichtig. Warum gibt es hier mit die höchsten Scheidungsraten? Weil sich alle so Family - Like fühlen oder was?


Und zum Thema Lebenserwartung in einem industriellen Staat.

20 Jahre mehr oder weniger, was ist das schon? Die Zeit geht verdammt schnell rum und seine Zeit sinnvoll zu nutzen gibt es nicht. Alles wird aufegbaut und alles wird eines Tages wieder zerstört sein.

Verfasst: 13.09.2007, 22:39
von Tomek
no1gizmo hat geschrieben:
Tomek hat geschrieben: Schau dir die Menschen in Deutschland an. Wegen jeder Kleinigkeit rennen die zum Arzt. Woher kommt das? Vieles ist stressbedingt.

Ist das Wert?
Hä?

Chinesische Bauern und Fabrikarbeiter haben sicher nicht viel weniger Stress und Angstzustände des durchschnittlichen Stadtmenschen.

Auch der Urzeitmensch hatte doch schon ziemlich viel Stress als er früher die Hirsche erlegen musste und Angst vorm Säbelzahntiger hatte.

Für den Chinesen in China ist die Behandlung beim Arzt vielleicht nicht so vielversprechend, so nutzt er sie wohl nur, wenn er keine andere Hoffnung mehr sieht.

Wir haben hier ein gut aufgebautes Sozialsystem (das Sicher seine finanziellen Schwierigkeiten hat und früher spendabler war), dadurch ist es fast gratis sich behandeln zu lassen. Der medzinische Fortschritt kommt in Deutschland wenigstens an und ist flächendeckend erreichbar.

Das ist Luxus den Chinesen in China nicht haben, oder?

So, Augen fallen zu, 晚安
Stress fängt im Kopf an und zeigt sich wenn es ganz übel mit körperlichen Beschwerden.

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 22:46
von Laogai
Tomek hat geschrieben:Etwa Egosimus,Materialismus,Zerfall der Werte wie Treue und Familie,stressbedingte Krankheiten,Unzufriedenheit,ständiges Streiten,Geburtenrueckgaenge, kein Zusammenhalt etc ..... ???
Diese Attribute, die du wohl den westlichen Industrienationen im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen zuordnest, lassen vermuten, dass du noch nie in China warst. Denn genau all das findest du in China vorherrschen.

Und wenn du dich ein wenig mit chinesischer Geschichte befasst hast wirst du auch wissen, dass fast alle diese Attribute nicht nur für das "moderne" China gelten, sondern auch für das "traditionelle".

Also, ab nach Asien mit dir, denn (Konfuzius sagt) einmal sehen ist besser als hundertmal hören! :wink:

Kleine Anekdote am Wegesrand: Als ich mit dem Sinologiestudium begann waren in meinem Semester einige Kommilitonen, die das Fach gewählt hatten, weil sie -wie soll ich es ausdrücken?- die asiatische Lebensweise als Therapie zu ihrer Unzufriedenheit mit dem Leben hier in Deutschland ansahen. Ich nannte sie "Glücksucher".
Die meisten dieser Kommilitonen wechselten das Fach bzw. brachen das Studium ab, nachdem sie dann das erste mal ich China waren...

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 23:04
von no1gizmo
Ich sollte ins Bett, aber dieser Thread hält mich am Leben.. (ich inkonsequentes Stk. Schei*e)
Tomek hat geschrieben: Stress fängt im Kopf an und zeigt sich wenn es ganz übel mit körperlichen Beschwerden.
Das ist korrekt, habe ja auch nichts anderes behauptet. Frage mal den Bauern von früher was der für einen Stress hatte im Leben.

Der Bauer konnte (und in China: kann nicht) aber nicht mal hier und da zum Arzt gehen ohne Angst für dem finanziellen Aus zu stehen. Denn Ärzte und Krankenhäuser/Therapieanstalten gibt es flächendeckend, die Kosten übernimmt die landiwrtschaftliche Sozialversicherung (Landwirte in Deutschland haben sogar eigene Versicherungsträger), die stellt auch Arbeitshilfen und Haushaltshilfen zur Verfügung.

Dat wär doch auch mal wad für den chin. Bauern. (eigentlich soll man heute Landwirt sagen, ich sage aber trotzdem Eskimo)

Außerdem gibt es noch viele andere Krankheitsgrundlagen, nicht nur Stress.
Tomek hat geschrieben: 20 Jahre mehr oder weniger, was ist das schon? Die Zeit geht verdammt schnell rum und seine Zeit sinnvoll zu nutzen gibt es nicht. Alles wird aufegbaut und alles wird eines Tages wieder zerstört sein.


Boah Tarkan, du hast nichts gerallt.

Früher waren die Partner enger aneinander gebunden, um nicht zu sagen: gefesselt, weil es 1) gesellschaftlich so verlangt wird (China und Deutschland früher, in China sicher gebietsweiise immer noch), 2) nach der Religion, die früher viel intensiver gelebt wurde, verboten war (war in Deutschland ganz früher der Fall) und 3) weil es wirtschaftliche Abhänigkeiten gab und noch keine Frauenpower und kein soziales Netz. Wo sollte die Frau denn hin, ohne Mann? Auch der Mann war oft von der Frau wirtschaftlich abhängig, eventuell auch indirekt (Abhängigkeit vom Vater der Frau oder so).

Also nochmal hinsetzen und überlegen was Sache is.

Übrigens sind Menschen mit Sicherheit glücklicher im Leben, wenn sie die Möglichkeit haben, der Ehe ein Ende zu setzen und neu anzufangen, als sich mit dem misratenen Ehepartner ein Leben lang abzuquälen, weil es anders nicht geht.

Verfasst: 13.09.2007, 23:08
von Tomek
Hallo!

Ja, ich war noch nie in China aber in anderen asiatischen Länder.
Ich bin seit einiger Zeit interessiert an diesem Land und deren Kultur.
Aufmerskam bin ich durch chinesische Freunde geworden.

Das Verhalten und wie sie die Traditionen leben finde ich persönlich toll und faszinierend. Nicht wie hier, wo es sowas nicht mehr gibt. So scheint es mir.

Was mich stört ist, dass alles was gut ist hier in Deutschland verteufelt wird.

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 23:09
von Laogai
Tomek hat geschrieben:Warum gibt es hier mit die höchsten Scheidungsraten? Weil sich alle so Family - Like fühlen oder was?
Nein. Du solltest dich ein wenig mit Geschichte befassen. Die Scheidungsrate ist in Deutschland (oder neuerdings in China) nicht deshalb so hoch, weil es jetzt mehr unzufriedene Ehepartner gibt, sondern weil die Möglichkeit zu einer Scheidung nun einfacher geworden ist.

Traditionell wurden in China Kinder (!) von deren Familien miteinander verheiratet. Dabei standen meist harte wirtschaftliche Gründe hinter einer solchen Vermählung, mit Liebe oder Zuneigung hatte das nicht im Geringsten zu tun. Und wenn die Ehe nicht harmonisch verlief: Pech für den Ehemann, so er nicht genug Geld (!) für eine oder mehrere Nebenfrauen hatte. Pech für die Frau ohnehin, denn Scheidung war nicht möglich, einen "Nebenmann" zu nehmen schon gar nicht.

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 23:14
von Tomek
laogai hat geschrieben:
Tomek hat geschrieben:Warum gibt es hier mit die höchsten Scheidungsraten? Weil sich alle so Family - Like fühlen oder was?
Nein. Du solltest dich ein wenig mit Geschichte befassen. Die Scheidungsrate ist in Deutschland (oder neuerdings in China) nicht deshalb so hoch, weil es jetzt mehr unzufriedene Ehepartner gibt, sondern weil die Möglichkeit zu einer Scheidung nun einfacher geworden ist.

Traditionell wurden in China Kinder (!) von deren Familien miteinander verheiratet. Dabei standen meist harte wirtschaftliche Gründe hinter einer solchen Vermählung, mit Liebe oder Zuneigung hatte das nicht im Geringsten zu tun. Und wenn die Ehe nicht harmonisch verlief: Pech für den Ehemann, so er nicht genug Geld (!) für eine oder mehrere Nebenfrauen hatte. Pech für die Frau ohnehin, denn Scheidung war nicht möglich, einen "Nebenmann" zu nehmen schon gar nicht.
Ja, aber wenn Partnrschaften oder Ehen mit an sich zufrieden und im reinen sind dann würden trotz allem ob es nun leichter ist scheiden zu lassen nicht dazu kommen. Schau dir andere Beispiele an wo Werte wie Familie noch was gelten. Auch wo die Frau unabänhig vom Partner ist.

Dort lässt man sich nicht wegen jeder Kleinigkeit gleich scheiden.

Aber wir leben ja im Lifestyle Deutschland. Ja, ist klar.
Man hat verlernt miteinander Probleme in einer Ehe aus der Welt zu schaffen weil man unfähig ist. Stattdessen lässt man sich eben scheiden weil es ja so einfach ist. Totaler der falsche Ansatz. Woher kommen denn die hohen Scheidungskinder?

Das ist nicht gut.

Verfasst: 13.09.2007, 23:17
von Grufti
Kleine Anekdote am Wegesrand: Als ich mit dem Sinologiestudium begann waren in meinem Semester einige Kommilitonen, die das Fach gewählt hatten, weil sie -wie soll ich es ausdrücken?- die asiatische Lebensweise als Therapie zu ihrer Unzufriedenheit mit dem Leben hier in Deutschland ansahen. Ich nannte sie "Glücksucher".
Die meisten dieser Kommilitonen wechselten das Fach bzw. brachen das Studium ab, nachdem sie dann das erste mal ich China waren...


Ich bin auch ein "Glückssucher",....und hatte Sinologie aus haarscharf genau den gleichen Motiven studiert...nur......ich bin nach meinen 2 jährigem Taiwan-Aufenthalt 77 - 79 hier in Deutschland unglücklicher als je zuvor...





ach ja... Taiwan gehört ja nicht zu China ....

Re: Der Westen sollte kein Vorbild für China sein

Verfasst: 13.09.2007, 23:35
von Tomek
no1gizmo hat geschrieben:Ich sollte ins Bett, aber dieser Thread hält mich am Leben.. (ich inkonsequentes Stk. Schei*e)
Tomek hat geschrieben: Stress fängt im Kopf an und zeigt sich wenn es ganz übel mit körperlichen Beschwerden.
Das ist korrekt, habe ja auch nichts anderes behauptet. Frage mal den Bauern von früher was der für einen Stress hatte im Leben.

Der Bauer konnte (und in China: kann nicht) aber nicht mal hier und da zum Arzt gehen ohne Angst für dem finanziellen Aus zu stehen. Denn Ärzte und Krankenhäuser/Therapieanstalten gibt es flächendeckend, die Kosten übernimmt die landiwrtschaftliche Sozialversicherung (Landwirte in Deutschland haben sogar eigene Versicherungsträger), die stellt auch Arbeitshilfen und Haushaltshilfen zur Verfügung.

Dat wär doch auch mal wad für den chin. Bauern. (eigentlich soll man heute Landwirt sagen, ich sage aber trotzdem Eskimo)

Außerdem gibt es noch viele andere Krankheitsgrundlagen, nicht nur Stress.
Tomek hat geschrieben: 20 Jahre mehr oder weniger, was ist das schon? Die Zeit geht verdammt schnell rum und seine Zeit sinnvoll zu nutzen gibt es nicht. Alles wird aufegbaut und alles wird eines Tages wieder zerstört sein.


Boah Tarkan, du hast nichts gerallt.

Früher waren die Partner enger aneinander gebunden, um nicht zu sagen: gefesselt, weil es 1) gesellschaftlich so verlangt wird (China und Deutschland früher, in China sicher gebietsweiise immer noch), 2) nach der Religion, die früher viel intensiver gelebt wurde, verboten war (war in Deutschland ganz früher der Fall) und 3) weil es wirtschaftliche Abhänigkeiten gab und noch keine Frauenpower und kein soziales Netz. Wo sollte die Frau denn hin, ohne Mann? Auch der Mann war oft von der Frau wirtschaftlich abhängig, eventuell auch indirekt (Abhängigkeit vom Vater der Frau oder so).

Also nochmal hinsetzen und überlegen was Sache is.

Übrigens sind Menschen mit Sicherheit glücklicher im Leben, wenn sie die Möglichkeit haben, der Ehe ein Ende zu setzen und neu anzufangen, als sich mit dem misratenen Ehepartner ein Leben lang abzuquälen, weil es anders nicht geht.
Da bin ich anderer Meinung.

Menschen sind nicht glücklich wenn sie für den Rest des Lebens alleine leben müssen. Warum laufen Kontaktanzeigen in Print-,TV sowie Internet so verdammt gut? Weil die Menschen lieber Singles sein wollen? Zur Unterhaltung auch nur ein kleiner Teil. Insgeheim will doch keiner alt und alleine vereinsamen.

Wenn man ständig Partnerschaften beendet weil irgendwas wieder nicht passt, wird man keindauherhaftens Glück finden.

Und mit dem Ernährer stimmt auch nicht mehr ganz. Das ist keine Ausrede. Meint du das alle Frauen zwanghaft an dem Partner gebunden sind? Vielleicht haben einige Leute den Sinn einer Partnerschaft verstanden. Eine Beziehung ist ein geben und nehmen. Es gibt viele Frauen die ihr eigenes Geld verdienen und trotzdem nicht auf ein Familienleben verzichten wollen. Geld und Karriere ist eben nicht alles.

Nur für Geld zu leben ist ein sinnloses Leben.