Re: Stereotypen & Vorurteile
Verfasst: 05.07.2018, 13:27
Bei der Auswanderung fand und findet zumeist eine phäno- und anzunehmenderweise auch genotypische Positivauslese statt. Es gehen und überleben die, die stark und fähig genug sind, ein neues Gebiet erfolgreich zu besiedeln (zumindest bis zum Auftauchen entsprechender "Hilfsorganisationen" war das so). Somit ist eigentlich nicht überraschend, dass neu besiedelte Gebiete die ursprünglichen oft schnell abhängen, weil deren Population insgesamt idR. leistungs- oder auch anpassungsfähiger ist.rundherum hat geschrieben:Wir sind die Nachkommen eben dieser Auswanderer.
Bei "unwirtlich" spreche ich von den Bedingungen, die Bevölkerung zu ernähren, zu erhalten, zu entwickeln. Ca. 1/3 Chinas sind Felsen und hohe Berge, dazu eine riesige Wüste und anspruchsvolle klimatische Bedingungen. Ich habe dazu einige genauere Fakten recherchiert: Bei der Ackerfläche pro Person liegt China mit 0,09 ha auf Platz 127 (von 201). Nur ca. 15% des Landes sind landwirtschaftlich nutzbar. China verfügt über knapp zehn Prozent der weltweiten Ackerflächen und sieben Prozent der globalen Süßwasservorräte, muss aber ca. 20% der Weltbevölkerung ernähren. Das Wasserproblem ist übrigens ein Grund, weshalb China Tibet nie wieder hergeben wird. Kurzum: Bei den Ausgangsbedingungen für die Landwirtschaft ist Afrika eher noch im Vorteil gegenüber China.rundherum hat geschrieben:China ist ganz und gar nicht unwirtlich. Das Land ist extrem fruchtbar und geographisch geradezu prädestiniert für die Schaffung von Herrschaftsstrukturen.
Das ist aber primär kein geographisches Problem, sondern ein soziales, ggf. auch tatsächlich ein genetisches. Wenn ein ganzer, mit Rohstoffen und fruchtbaren Böden gesegneter Kontinent es über viele Tausende Jahre nicht auf die Reihe bekommt, sich langfristig erfolgreich zu organisieren und positiv weiterzuentwickeln, muss man daher die Frage stellen dürfen, warum das so ist. Vor allem dann, wenn irgendwelche Anderen daran Schuld sein sollen.rundherum hat geschrieben:Die Schaffung von Wohlstand gelingt eben am Besten, wenn die Herrscher sich nicht einfach selbst nach Gutdünken bereichern können.