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Re: Ans Meer?

Verfasst: 02.12.2014, 13:20
von egon
Einige haben sicher negative Erfahrungen in Peking und Umgebung gemacht. Diese mit herzlichem Beileid auszudruecken, ist zwar etwas deftig, trifft aber die Situation vielleicht nicht so schlecht. Frage doch bei solchen Antworten nach, warum so Kommentare kommen, statt boese Sachen zu denken.
Versetze Dich doch mal in diejenigen, die Dir geantwortet haben. Da hat keiner Interesse, Dich persoenlich anzugreifen. Bedenke aber auch, dass fuer die, die schon lange hier leben, deine Fragen doch etwas seltsam anmuten koennen. "Hey Leute, ich bin ab Fruehling in Berlin. Wo finde ich da die naechste Skipiste?" "Wasserski auf Mueggelsee". So koennte das dann ablaufen.
Wie ich schon schrieb. Du kannst China nicht mit Europa oder Amerika vergleichen. Irgendwo mal mit dem Auto hinfahren und die Seele baumeln lassen wird schwierig. Ich will nicht sagen unmoeglich, aber schwierig.
Bitte stecke Deine Erwartungen deshalb nicht zu hoch.
Und wenn Mazzel da Staedte wie Dalian oder Hong Kong als "Meerreiseziele" von Peking aus angibt, dann kann ich das nachvollziehen. Es kann einfacher sein, sich am Freitagnachmittag in den Flieger zu setzen, nach HK zu fliegen, in ein kleines Strandhotel in einem Fischerdorf zu gehen und am Montag wieder zurueck, als sich mit dem organisiertem Massentourismus irgendwelcher chinesischen Wochenendziele herumzuaergern.

Re: Ans Meer?

Verfasst: 02.12.2014, 16:01
von Phytagoras
Einige haben sicher negative Erfahrungen in Peking und Umgebung gemacht.
Würde sagen das liegt zum Großteil am Smog. Find es immer wieder schade, wenn es eigentlich ein guter Tag ist, man die Sonne aber hinter dem ganzen Smog nur schlecht sieht. Weil wenn man mal nen Tag hat, wo der Himmel smogfrei ist, gibt es in Beijing eigentlich immer gute und schöne Orte.
Irgendwo mal mit dem Auto hinfahren und die Seele baumeln lassen wird schwierig. Ich will nicht sagen unmoeglich, aber schwierig.
Ist leider so. Dieses "Ich fahr mal eben an nen See zum Grillen, schwimmen und relaxen hab ich leider noch nicht in China erlebt. Eher "Wir fahren mal an nen Flußlauf, wo noch hundert andere Chinesen hinfahren".

Re: Ans Meer?

Verfasst: 02.12.2014, 21:14
von sweetpanda
Phytagoras hat geschrieben:
Ist leider so. Dieses "Ich fahr mal eben an nen See zum Grillen, schwimmen und relaxen hab ich leider noch nicht in China erlebt. Eher "Wir fahren mal an nen Flußlauf, wo noch hundert andere Chinesen hinfahren".
Da triffst du den Nagel auf den Kopf. Ja wenn man Geld hat und welches ausgeben will, dann ist China ein Paradies. Selbstbestimmte, individuelle, kostenlose Freizeitgestaltung ist dort für jemand wie mich "vom Lande" schwierig. Ich fühle mich in China immer eingeengt wie ein Kleinkind.
Wer Alkohol, Partys, "fremde" Frauen und besondere geschäftliche Möglichkeiten sucht, seine Karriere pushen will, ist dort kurzfristig gut aufgehoben.....sonst nicht.

Re: Ans Meer?

Verfasst: 02.12.2014, 22:18
von Laogai
sweetpanda hat geschrieben:Selbstbestimmte, individuelle, kostenlose Freizeitgestaltung ist dort für jemand wie mich "vom Lande" schwierig.
Nö, ist easy. Du musst einfach mal aufs Land fahren und nicht immer nur deine Zeit auf Partys in den Metropolen verbringen.

Re: Ans Meer?

Verfasst: 03.12.2014, 01:13
von Phytagoras
Laogai hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben:Selbstbestimmte, individuelle, kostenlose Freizeitgestaltung ist dort für jemand wie mich "vom Lande" schwierig.
Nö, ist easy. Du musst einfach mal aufs Land fahren und nicht immer nur deine Zeit auf Partys in den Metropolen verbringen.
Naja. Wenn man in ner Großstadt arbeitet, ist es schwer "mal eben" aufs Land zu fahren. Ich würde sagen die Chinesen haben ne anderes Auffassungsvermögen von Freizeitgestaltung. Ohne das positiv oder negativ zu sehen, ich persönlich vermisse eben das "Ich fahr mal eben an den See mit nen paar Kumpeln, grille und schwimm nen wenig" oder "Lass mal in den Park fahren, sich ins Gras setzen und relaxen."

Ist jedenfalls in und um Beijing herum eher schwer. Wenn man in Solingen wohnt hat man beides. Wälder zum Wandern, Großstädte rundherum zum Shoppen, Seen und Nationalparks zum Wandern und allen voran Parks, in denen man sich auch aufs Gras setzen kann.
Sowas fehlt mir persönlich in Beijing einfach.

Re: Ans Meer?

Verfasst: 03.12.2014, 01:31
von egon
Laogai hat geschrieben:
sweetpanda hat geschrieben:Selbstbestimmte, individuelle, kostenlose Freizeitgestaltung ist dort für jemand wie mich "vom Lande" schwierig.
Nö, ist easy. Du musst einfach mal aufs Land fahren und nicht immer nur deine Zeit auf Partys in den Metropolen verbringen.
Meine Erfahrungen mit "Du musst einfach mal aufs Land fahren...":

Umgebung Changzhou, was innerhalb von 2 Autostunden erreicht werden kann:

- Kein Wald
- 2 Seen, die einigermassen klares Wasser haben. Einer war "Trinkwasser" mit verkipptem Bauschutt an den Ufern. Beim anderen standen alle 20m Verbotsschilder - kein Baden, Angeln... erlaubt. Die einzige Badestelle innerhalb eines Parks mit Rundwanderweg. 15 RMB fuers Parken, 180 RMB Eintritt pro Nase.
- Fluesse und andere Gewaesser hochgradig verdreckt.
- Doerfer verdreckt
- angelegte Parks, wo man mit hunderten/tausenden seine Runden drehen kann

Umgebung Zhuhai, was mit Fahrrad oder Bus erreichbar ist:

- angelegte Parks und Inselwanderwege zum Runden drehen
- am Parkeingang volle Parkplaetze (gegen Gebuehr) und ein riesiger Busparkplatz, wo zu Tausenden die Leute rangekarrt werden.
- Strand ja, aber Wasser dreckig. Wenn man den nahe gelegenen Fischereihafen vorher gesehen hat, dann will man ohnehin keinen Kontakt mit dem Wasser mehr.
- Gefuehrte, organisierte Wanderungen auf vorgegebenen Wegen koennen gebucht werden
- drumherum verdreckte und runtergekommen Doerfer

Umgebung Zhengzhou

- Eine Kohlekraftwerk wurde in der Naehe gebaut. Fuer dieses wurden die Fluesse der Umgebung als Wasserspender umgeleitet, meist unterirdisch. Zurueckgeblieben sind die trockenen Flussbetten, z.T. mit einem stinkenden Rinnsal drin.
- Ein solches Rinnsal wurde angestaut, gab einen kleinen Stausee von ca. 300x100m. Darauf dreht ein Schnellboot mit jeweils 8 Passagieren seine Runden.
- Davor ein "Naturparkplatz" fuer Autos und ein Busparkplatz.
- Grillplatz ist vorhanden, sieht aber aus wie Muellhalde. Abfaelle wohin man blickt.
Es gibt eine Passstrasse ueber das Gebirge. Die waere eigentlich schoen. Jedoch fahren dort jetzt LKW wie auf der Perlenschnur, um die Kohle von der anderen Seite des Gebirges zum Kraftwerk zu bringen. Warum man das Kraftwerk nicht dort baut, wo die Kohleminen sind...?
An der Passstrasse entlang ist ein kleiner Fluss, auch fast trocken. Das Wasser muesste eigentlich klar sein, ist aber schwarz und oelig. Warum? An der Strasse gibt es zahlreiche "Bremsenkuehlstaende". Dort werden die Bremsen der talfahrenden LKW gegen Gebuehr mit einem Schlauch abgespritzt. Und der ganze Dreck geht 1:1 in den Fluss.
- Ein "Wandergebiet". 5 RMB fuers Parken, 30 RMB Eintritt fuer Einheimische (Wer lokalen Dialekt spricht ist Einheimischer), 90 fuer andere aus der gleichen Provinz, sonst 180 RMB.
Es wurden mehrere Hektar Wald abgeholzt, um die Infrastruktur (Kassen, Souvenirlaeden, Kopie eines Tempels...) zu bauen. Wanderwege duerfen natuerlich nicht verlassen werden.

So Laogai, nun erklaere uns doch mal bitte, wo Du in China auf dem Land etwas gefunden hast, was man mit selbstbestimmter, kostenloser Freizeitbeschaeftigung, so wie man sie in Europa praktizieren kann, vergleichbar ist. Heisst: Aufs Fahrrad oder ins Auto setzen, durch die Gegend fahren, irgendwo die Decke auf die Wiese legen, ein Nickerchen machen, an einem See anhalten, Baden gehen, durch den Wald spazieren, Pilze sammeln....
Ich habs in 2 Jahren in China nicht finden koennen.

Re: Ans Meer?

Verfasst: 28.12.2014, 07:19
von happyscorpio
Auch wenns schon vorbei ist: Ich denke das Forum hat doch geholfen. Küstenorte sind genannt worden. Und dass es ausserhalb der Saison dort ziemlich trostlos ist, kennt man aus D oder auch NL, F, genauso.

Züge fahren auch dorthin, Hafen ist mit Sicherheit besser in Dalian zu besichtigen und wie das Ganze zu organiseren ist, da braucht man schon einen lokalen Helfer. Da kann das Forum nicht weiterhelfen.

Zum Thema Visum und Zeitdruck: Es gibt auch Expressbearbeitung, kostete natürlich mehr. Aber immer noch weniger, als persönlich 2 mal die Tour zu machen. Für mich komplett unökonomisches Verhalten.

Aber so eine Denke kann wohl nur jemand in einer staatlich alimentierten NGO entwickeln.