Scipio hat geschrieben:Lieber Kusti
Eine Heirat ist immer für beide Partner mit Risiken verbunden. Ob Europäer oder Asiate, spielt keine Rolle.
Unterschiedliche kulturelle Backgrounds findest Du auch innerhalb von Europa.
Ca. jede zweite Ehe wird geschieden.
Bei einer Scheidung ist die erste Frage, ob Kinder da sind. Wenn ja, kommt die Frau, die im Normalfall die Kinder behält, finanziell besser weg, aber nur solange, bis die Kinder noch nicht volljährig sind. Wenn keine Kinder da sind und die Frau berufstätig ist, hat sie keine Chance auf Unterhaltszahlungen vom Ex-Mann.
Wenn kein Ehevertrag vorliegt, gilt in der CH der Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung. Ergo behält bei einer Scheidung jeder seinen mit in die Ehe eingebrachten Besitz plus persönliche Geschenke und Erbschaften. Geteilt wird die "Errungenschaft" der Ehe, d. h. das gemeinsam erwirtschaftete Geld und gemeinsam gekaufte Liegenschaften.
Das finde ich, ist gerecht. Wenn eine Frau Kinder hat und deswegen daheim bleibt und kein Geld verdient, leistet sie doch einen genauso wichtigen Beitrag zum Weiterkommen der Familie wie der Mann, der das Geld verdient. Eine Gütertrennung ist in einem solchen Fall ungerecht. Das weiss auch das Gericht. Ein Ehevertrag wird dann entsprechend im Ergebnis korrigiert.
Darum prüfe sich, wer sich "ewig" bindet.

Vielen Dank für deinen nun endlich konstruktiven Beitrag.
Bei einer erwarteten Erbschaft wird das dann aber wohl ganz anders aussehen, leider. Das ist und bleibt eben der springende Punkt. Und das ist bei der durchweg chinesischen Tradition der Geldverwaltung Öl in's Feuer geschüttet.
Wenn ich 10 Jahre mit einer Frau verheiratet bin, und dann einseitig und auf ungerechtfertigte Weise die Scheidung eingebe, dann bin ich für so ziemlich alles verantwortlich und haftbar machbar. Die volle Wucht des Gesetzes wird mich treffen, und zwar für den Rest des Lebens und für solange wie Kinder und Ehefrau auf dieser Welt sind.
Wenn ich 10 Jahre mit einer Frau verheiratet bin, und sie dann einseitig und auf ungerechtfertigte Weise die Scheidung eingibt, dann hänge ich wieder. Sie wird garantiert auf Unterstützung angewiesen sein, und auch dann kommt die Unterstützungspflicht zum Tragen. Diese Unterstützungspflicht ist zeitlich unbeschränkt. Deshalb kann es sein, dass man seine Ex-Ehefrau noch unterstützen muss, wenn sie sich bereits vor 30 Jahren hat von einem scheiden lassen.
Und jetzt kommt der Clou von alledem. Und das tritt selbst dann in Kraft, wenn man über die Gütertrennung geheiratet hat.
Selbst bei Gütertrennung, und selbst wenn die Ehefrau den Ehemann verstösst, ist man im Notfall zu lebenslanger Unterstützung verpflichtet.
Eben genau, drum prüfe, wer sich ewig bindet. Entweder ist 100%iges Vertrauen vorhanden, und die absolute und unumschränkte Integrität der Person vorhanden, oder aber man sollte die Hände von allem lassen, weil man sie sich sonst garantiert verbrennt, als Ehemann. Als Ehefrau wird man durch unsere schweizerischen Gesetze besser ausgezeichnet geschützt.
In meinem Fall ist das aber längst hinfällig. Der Nachweis der Integrität ist nicht mehr erbringbar. Ich habe weder zu ihren Kollegen hier in der Schweiz noch Kontakt, noch habe ich jemals die Möglichkeit gehabt, dass sie mir erlaubt hätte mit ihrer Familie oder ihren Verwandten Kontakt aufzunehmen. Für mich ist das nicht gerade ein Vertrauensbeweis. Als Schweizer funktioniere ich anders. Kommunikation wird bei mir grossgeschrieben, und entspricht Vertrauen. Und ohne Vertrauen keine Heirat, das ist doch unter den obgenannten Umständen ersichtlich.
Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass dies jemals ändern würde. Jegliche Kommunikation läuft durch ihre Hände und wird von ihr nach ihren Vorstellungen entweder durchgelassen, oder komplett abgeblockt. So wird sich niemals eine Vertrauensbasis bilden können.
Dies ist nun so weit gediehen, dass ich allgemein das Vertrauen in sowas verloren habe und nun prinzipiell die Gütertrennung verlange, ohne mir dabei etwas zu denken. Eigentlich müsste ich nicht soweit gehen und einfach nicht mehr in irgend eine Heirat einschlagen. Aber der Moment kommt sicher noch. Das geht schrittweise und stellt einen Prozess dar.
Die Gütertrennung kann auch dafür eingesetzt werden, dass die Kinder direkt von einer Erbschaft besehen werden. Dies war einer meiner Gedanken. Dass dies des weiteren nicht angekommen ist, habe ich immer damit versucht zu erklären, dass es um etwas ganz anderes ging, als um das gemeinsame aufziehen von Kindern, und dem Herausbilden einer stabilen Ehe.
Also nochmals. Es ist schon so, wenn die Vertrauensbasis nicht vorhanden ist, dann soll man zuwarten. Und wenn eben diese Vertrauensbasis nicht erschaffbar ist, auch über Kommunikation nicht, dann soll man es bleiben lassen. Ich denke das ist schon richtig, was du sagst.
Für mich war gar nie die Frage, ob ich ihr das ihr gebührende Recht zukommen lassen will. Mir geht es ja eben gerade um den Ausgleich der Rechte in einer Partnerschaft. Vor Missbrauch muss man sich in der Schweiz aber gerade in solchen Fällen nun einfach schützen. Es ist einfach ein Gesamtbild, welches mir da vermittelt wurde, was nicht stimmte. Deshalb habe ich so gehandelt. Dass es dabei zum Eklat gekommen ist, ist schade. Ich bin aber nicht mehr dazu gekommen mich zu erklären. Das ist eben genau der Punkt in der Kultur vieler Chinesen, wo 'traditionell' die Kommunikation herunterbricht. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, dann führt nichts mehr zur Kehrtwende. Genau so ist es auch bei uns geschehen.
Ich bin sogar überzeugt, dass es heute wieder genau gleich laufen würde. Wir hatten zwar 7 Monate intensiven Kontakt. Aber die Standpunkte haben sich nicht erweicht. Jeder ist immernoch auf seiner Haltung behaftet. Es steckt alles fest. Nein, halt, ich habe mal eine gewisse Zeit nachgegeben, aber nachdem mitgeteilt wurde, dass sie zurückkommen würde, wenn die Option Gütertrennung ausser Acht gelassen werde, habe ich dann instinktiv wieder dicht gemacht, weil ich nicht um eine Heirat wie mit Geld feilschen. Ja, für mich ist das Feilschen, nichts anderes. Da kann ich mir auch nicht weiterhelfen.
Tja, eine traurige Geschichte. Alles dreht dem Niedergang entgegen.
Zurzeit will ich einfach nichts mehr wissen. Habe genug von allem. Will einfach Ruhe haben und mich in irgend etwas flüchten.
Interessante Geschichte nicht? Geschichten, die das Leben schreibt halt. Tja, so kann es gehen. Ich denke nicht, dass ich wenig zu einer Bereinigung beigetragen habe, obschon ich jede Menge Fehler gemacht habe. Aber es ist ab einer bestimmten Stelle einfach nicht mehr rettbar. Da hatte ein Kollege von mir schon recht. Mit Kommunikation kann man nur herausholen, was falsch gelaufen ist. Wenn da aber prinzipiell etwas nicht gestimmt hat, dann lässt sich nichts machen. Was dieses 'Prinzipielle' ist, welches nicht stimmt, das muss ich immernoch versuchen herauszufinden. Vermutlich sind es die divergierenden Wertvorstellungen unserer beiden Kulturen.
Tja, drum prüfe, wer sich ewig bindet.
