Aremonus hat geschrieben:
Also bitte... von Dir, Punisher, erwarte ich eigentlich eine bessere Argumentation.
1. sind im Westen die Medien frei - die können schreiben, was sie wollen. Dass dies dann natürlich nicht allen passt, ist klar. Aber wenn man findet, dass die westlichen Medien zu einseitig berichten, kann man selber eine eigene Zeitung gründen. Dank des Internets braucht das nicht einmal Kapital.
Ich habe die westlichen Medien weder kritisiert noch verteidigt. Wie du selbst schreibst, was immer die Medien, in China oder im Westen, schreiben, wird nicht jedem gefallen. Aber alle westlichen Medien auf "China bashing" zu reduzieren, und ausgerechnet chinesische Medien als gutes Beispiel zu nehmen, halte ich für sehr übertrieben. Ich habe keineswegs festgestellt, dass im Westen China nur negativ dargestellt wird.
Ist die überwiegende Mehrheit der China Daily Artikel mehr als nur "Propagandadreck" - in China Daily hab' ich erst selten klare Propagandatexte gesehen. Für direkte Propaganda ist die Global Times zuständig (und die sagen von sich selbst ja, dass sie das Sprachrohr der Regierung sind).
OK, ich drückte mich unklar aus. Was ich an China Daily hauptsächlich kritisierte, war das Forum, nicht die Artikel. Was da scheinbar ohne jegliche Kontrolle durch Moderatoren an Hass gegen den Westen (weniger politisch, eher rassistisch) geschrieben wird, fand ich teilweise erschreckend. In letzter Zeit habe ich da allerdings nicht mehr gelesen. Wenn sich chinesische Medien tatsächlich so gebessert haben wie du schreibst, dann ist das ja positiv. Da kann ich nur hoffen, dass das ein langfristiger Trend ist.
Ich wollte in meinem Beitrag auch nicht unbedingt chinesische Medien angreifen, sondern mal eine Gegenmeinung zu der ganzen Opfer-Mentalität bringen, die manche Chinesen durch die "bösen" westlichen Medien zu haben scheinen, und mit der xyz sich anscheinend identifiziert. Ich wollte sagen, wenn Chinesen sich immer gleich beleidigt fühlen, wenn der Westen etwas negatives über China berichtet, können wir als Westler das ganz genau so. Der Westen wird in China keineswegs als positiv dargestellt. Ich höre aber nicht, dass man sich im Westen dadurch persönlich beleidigt fühlt. Jeder sollte mit Kritik ein bisschen toleranter und erwachsener umgehen können. Wir Ausländer müssen uns in China auch so manches an Diskriminierung und Intoleranz gefallen lassen. Warum dürfen nur Chinesen jammern, wenn sie "ungerecht" behandelt werden? Es sind diese unterschiedlichen Maßstäbe, die mich stören, nicht dass Meinungen oder Kritik geäußert werden.
Der Junge hat bestimmt keine politischen Vorgaben, sondern einfach nur eine 360°-rundum-frustration über sein Leben. Die chinesische Regierung ist smarter und setzt mit ihrer Informationspolitik hauptsächlich auf harmonisierung und soft power, nicht auf Eskalation.
Ich weiß schon. Ich wollte einfach nur den Spieß umdrehen und xyz etwas deutlicher machen, wie lächerlich seine "Argumente" sind. Wenn auch deutsche Medien oft einseitig und oberflächlich über China berichten, glaube ich trotzdem kaum, dass sie Hetze betreiben oder politische Motive haben.
Zitat:
Da werden viele dieser Verhaltensweisen kritisiert. Ich fand es sehr aufschlussreich.
Warum aufschlussreich?
Ich finde es eigentlich immer ganz aufschlussreich, wenn Kritik von Angehörigen der eigenen Gruppe kommt. Dass ein Chinese ein Buch veröffentlicht, in dem er so offen chinesische Kultur und Gewohnheiten anklagt, halte ich für bemerkenswert, schon allein weil es so selten vorkommt. Es ist immer leichter, eine andere Kultur oder ein anderes Land zu kritisieren als die eigene. Daher finde ich jeden Versuch in diese Richtung positiv. Bo Yang spricht Dinge an, die andere Chinesen so niemals erkennen würden. Es wird sogar einiges kritisiert, was ich persönlich als positiv empfinde, wie z.B. dass Chinesen meistens bei Besuchen die Straßenschuhe an der Tür ausziehen. Jeder Chinese kann einem erzählen wie toll ihre 5000 Jahre alte Kultur ist, das ist keine Kunst. Auch mal die negativen Seiten anzusprechen, das ist schon schwerer, und es gibt wenige die das können. Ich finde, es kann keinem schaden, sich auch etwas mit Kritik an der eigenen Kultur auseinanderzusetzen, auch den Deutschen nicht.
