Re: 1. Mal China, Shenyang/Fushun, Meet gf?
Verfasst: 30.05.2010, 19:57
Also Kommunikation ist ja wohl auch das A und O einer jeden "normalen" Beziehung. Für mich ist das die Grundlage. Allerdings kann man auch mit guten Freunden gut kommunizieren. Der Unterschied zu diesen ist allerdings, dass man mit dem Partner auch gut zusammenleben kann. Und hier macht es sehr wohl einen Unterschied aus, ob ich mit jemanden mal ein paar Stündchen am Tag chatte/maile oder mit jemandem ständig zusammen bin.ingo_001 hat geschrieben: Das Gute an Beziehungen, die anfänglich "nur" aufs Internet besieren ist, dass Beide zuerst (Not gedrungen) aufsKommunizieren beschränkt sind, d.h., "Ablenkungen" anderer Art können nicht wirklich zum Tragen kommen.
Also redet man und erfährt so mehr über die Ansichten und Vorstellungen des Anderen.
Wenns dann beim persönlichen Kennenlernen immer noch passt ... hat man zumindest eine bessere Startbasis als so manche Beziehung, die überstürzt eingegangen wird.
Zudem lernt man (wenn man es denn vorher nicht wusste) was es heisst, miteinander zu reden - etwas, was viele allzu oft nicht können/wollen/gelernt haben.
Hatte vor einiger Zeit mal gelesen (weiss leider nicht mehr wo), dass deshalb "internetbasierte" Beziehungen dauerhafter sind, als jene, die auf herkömliche Weise beginnen.
In gewisser Weise kann ich Pherp schon verstehen - wenn auch nicht in so einer extremen Art und Weise, wie er sie von sich gibt. Klar wird der Altersunterschied immer unwichtiger je älter man wird. Menschen in diesem Alter (21 und 36) befinden sich aber meistens schon in recht unterschiedlichen Lebensphasen und -situationen. Die Bedürfnisse und Wünsche sind hier normalerweise schon verschieden. Deswegen hinkt auch der Vergleich mit 80 und 95 jährigen. Das heißt natürlich NICHT, dass jemand mit 21 nicht auch die gleichen Wünsche und Vorstellungen haben kann wie jemand mit 36 und umgekehrt.
Das ist wohl eine Vorstellung die vor allem Chinesen haben, die nie in Europa/Deutschland gewesen sind oder keine eigene Perspektive bzw. keine besonders gute (Aus)Bildung haben. Erstere haben schlicht und ergreifend eine völlig falsche Vorstellung vom Leben hier und letztere auch keine andere Wahl auf ein "besseres" Leben. Aus unserem chinesischen Freundeskreis hier in Deutschland gibt es kaum welche, die wirklich lange geschweige denn immer in Deutschland bleiben wollen. Die meisten sind nur fürs Studium hergekommen und wollen vielleicht noch ein paar Jahre Berufserfahrung sammeln. Dem überwiegenden Teil ist Deutschland aber schlicht zu langweilig - eine gute Umgebung zum Studieren und für die Rente. Zudem haben viele in China bessere (finanzielle) Möglichkeiten vor allem mit einem guten Studium + Auslandsstudium. Für meine Frau wäre es bspw. nicht besonders problematisch an einer Uni in China einen Job zu bekommen - hier in Deutschland ist das unmöglich. Meine chinesische Cousine verdient bspw. nach ihrem Studium (Bachelor an der TU Beijing in Bio-Chemie und Master in London in Ernährungswissenschaften) nach zwei Jahren in Peking mittlerweile mtl. 10.000 Yuan. Bei einer Miete von 2.000 Yuan für eine drei Zimmer Wohnung bleibt ihr jeden Monat noch genug Geld zum guten Leben. Und da sind noch nicht einmal die ganzen Zuwendungen enthalten, die sie sonst noch vom Unternehmen bekommt. Jeden Tag Essen zu gehen ist da bspw. kein Problem. Davon kann ich - im Verhältnis gesehen - nach Ausbildung, Diplom Studium (BWL) und mitterweile anderthalb Jahren Berufserfahrung in Deutschland nur träumen.Haima hat geschrieben:Dass für sie nur ein Leben in Deutschland in Frage kommt, überrascht mich nun weniger. War bei meiner Frau genauso. Viele Chinesinnen sind halt auch auf Sicherheit aus. Für sie war es immer klar, dass wir hier leben sollen und nicht in China. Für sie sind ein geregeltes Einkommen, gute Schulen für die Kinder usw. wichtiger als ein Leben in China.