Schön. Ich finde, hier wäre Zeit, einen Gang runterzuschalten und nachzudenken. Das etwas Niederschmetternde ist, dass eigentlich alle Teilnehmer an der Debatte richtige Einsichten ("Wahrheiten") haben. Anstatt diese miteinander zu kombinieren und sich höchstens Gedanken über Bruchlinien und Widersprüche zu machen, ziehen sie sich die gegenseitig über den Kopf.wuseltiger hat geschrieben:tarkan hat geschrieben: was ist mit armenien? verteidige ich etwa den genozid an armeniern? habe ich behauptet unter den türken gibt's keinen rassisten?Ich gebe zu, dass mich das jetzt überrascht
Erstmal: der Umgang mit Tieren in weiten Teilen des ländlichen China ist in der Tat für Europäer wie zunehmend auch für urbanisierte Chinesen schockierend und abstossend. In China werden praktisch wöchentlich Gesetze und Vorschriften erlassen, die Tierquälereien begrenzen oder verbieten (z.B. das lebendige Kochen oder Braten und andere abstossende traditionelle Zubereitungsmethoden).
Das ist nichts speziell Chinesisches, das findet man mehr oder minder ausgeprägt (in Einzelfällen extremer) auch in Südostasien, Indien, Pakistan, Indonesien und den Philippinen. Und auch in Süd- und Südosteuropa ist der traditionelle Umgang mit Tieren kein Fest für den Tierschutzverein.
Es ist allerdings blöd, wenn jeder seine Vorurteile pflegt. Beowulf: was die "Gutmenschen" angeht, das ist mittlerweile rechtes bis rechtsextremes Vokabular, und die Standardattacke gegen Goldner ist unehrlich. Seine Empörung wegen der brutalen Tötung des Affen zielte auf die Doppelmoral, nicht darauf, dass Buddhisten oder Mönche "Bösmenschen" wären. Und seine Kritik zielt mehr auf westliche Hippies und Grüne, die das sektenmäßig aufsaugen als auf die Widersprüche, die Religionen notwendig haben.
Wenn man gegen Chinesen, Türken oder sonstwen als Tierquäler, Mörder, Gutmenschen oder sonstwas vom Leder zieht, sollte man nie vergessen, dass man aus dem Glashaus mit Steinen schmeisst. Die grössere Sensitivität des städtisch-industriellen Bürgertums als Klasse gegenüber Grausamkeit halte ich für eine der echten Errungenschaften der bürgerlichen Klasse in der Entwicklung der Menschheit. In der frühen Neuzeit hatte sich geradezu eine "Kultur" des öffentlichen Sadismus mit Folter, Hexenjagd und öffentlicher Hinrichtung/Auspeitschung etc. als Volksbelustigung und Event entwickelt, das war das RTL und die Bildzeitung des 17. und 18. Jahrhunderts. Nagut, heute haben wir DSDS (einer der Gründe, weswegen ich nicht fernsehe).
Was diese Peta-Leute angeht, ich denke auch, dass die ein Rad ab haben. Ist aber bloss eine Sekte mehr. Gegen Dauerwelle oder Sarrazin sind die harmlos.
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