CNY gewinnt im Vergleich zum € an Wert

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Aremonus
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Re: CNY gewinnt im Vergleich zum € an Wert

Beitrag von Aremonus »

aquadraht hat geschrieben:
Der Unterschied ist, dass die chinesische Wirtschaft letztes Jahr bei fast 20% Exportrückgang um 8,7% gewachsen ist, die deutsche bei 15% Exportrückgang um 5% geschrumpft ist
Gemessen in der jeweiligen Landeswährung, das ist korrekt. Der Euro hat jedoch stark an Wert zugelegt, während der an Dollar gekoppelte Yuan stark verloren hat. Betrachtet man das Wachstum in Währungsparitäten, ist der Unterschied 2009 wegen der Währungsschwankung von 7 Prozent weniger krass, aber China hatte eindeutig noch immer die bessere Performance.

Wobei die chinesische Regierung ja die Geldschleussen Weeeeeeeit geöffnet hat und ein Konjunkturpaket von 500 Milliarden Euro in die Wirtschaft pumpte. Hinzu kommt noch ein extremes, eine Billion Euro schweres Kreditwachstum. Und 2010 soll sich die chinesische Volkswirtschaft um noch 'mal 700 bis 800 Milliarden Euro verschulden. Wenn die chinesische Wirtschaft dieses Jahr also um 10% wächst, hat sich das Land um 15% seines BIPs zusätzlich verschuldet.
Die Verschuldung ist jedoch nicht unbedingt schlecht, da die VR ja 'nen riesen Exportüberschuss hat. Sie führt jedoch zu einer Blasenbildung und einer immer stärkeren Inflationsgefahr, und das ist beängstigend. Durch die steigenden Preise verliert das Volk und wenn die Immobilien- und Kreditblase platzt, dann Dubai.

Also ob der chinesische Weg soviel besser ist als der Deutsche, wage ich zu bezweifeln. Aber in den nächsten paar Jahren dürfte er noch ganz gut funktionieren :)
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aquadraht
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Re: CNY gewinnt im Vergleich zum € an Wert

Beitrag von aquadraht »

Aremonus hat geschrieben:
aquadraht hat geschrieben:
Der Unterschied ist, dass die chinesische Wirtschaft letztes Jahr bei fast 20% Exportrückgang um 8,7% gewachsen ist, die deutsche bei 15% Exportrückgang um 5% geschrumpft ist
Gemessen in der jeweiligen Landeswährung, das ist korrekt. Der Euro hat jedoch stark an Wert zugelegt, während der an Dollar gekoppelte Yuan stark verloren hat.
Das kommt darauf an. Der Euro stand Mitte 2008 gegenüber dem RMB (und dem Dollar) ziemlich hoch, um dann erstmal stark wegzurutschen, nahm dann wieder zu, um jetzt wieder abzurutschen. Verglichen mit 2004 steht der RMB im Schnitt 2009 immerhin über 20% höher gegenüber dem Euro. Abgesehen von der Schwäche des Dollar ist der Euro eine instabile Korbwährung aus Staaten mit stark divergenter Wirtschafts- und Finanzpolitik, während der RMB eine Landeswährung ist.
Betrachtet man das Wachstum in Währungsparitäten, ist der Unterschied 2009 wegen der Währungsschwankung von 7 Prozent weniger krass, aber China hatte eindeutig noch immer die bessere Performance.
Ich sehe den Einfluss der Eurokursachterbahn nicht so eindeutig. Genaueres wissen wir, wenn die Weltbank konsolidierte Werte für 2009 publiziert, das dauert afaik noch ein paar Monate. Auf jeden Fall kann man die Schrumpfung der deutschen Wirtschaft damit nicht wegdiskutieren und auch das chinesische Wachstum schlecht kleinreden
Wobei die chinesische Regierung ja die Geldschleussen Weeeeeeeit geöffnet hat und ein Konjunkturpaket von 500 Milliarden Euro in die Wirtschaft pumpte.
Wo sie besser aufgehoben sind als die 130 Mrd.€, die zur Rettung der Bilanz der Deutschen Bank von deren Staatssekretär Asmussen in die HRE gepumpt wurden.
Hinzu kommt noch ein extremes, eine Billion Euro schweres Kreditwachstum. Und 2010 soll sich die chinesische Volkswirtschaft um noch 'mal 700 bis 800 Milliarden Euro verschulden. Wenn die chinesische Wirtschaft dieses Jahr also um 10% wächst, hat sich das Land um 15% seines BIPs zusätzlich verschuldet.

Hier müssten eigentlich die ganzen Wiwis und BWLer im Forum laut Aua schreien. Du kannst doch nicht die Summe aller in einem Jahr ausgereichten Kredite stumpf zusammenzählen und dann behaupten, das sei die Gesamtverschuldung. Das wäre so, als wenn Du die Summe Deiner Kontoüberziehungen jedes Tages im Jahr aufaddieren würdest, je nachdem, wie Du wirtschaftest, könnte da ein Betrag herauskommen, der Dein Jahreseinkommen mehrfach überschreitet.

Tatsächlich dürfte der grösste Teil der 973 Mrd.€ an ausgereichten Krediten im gleichen Jahr getilgt worden sein, und ohnehin verschuldet sich der Schuldner, nicht die Volkswirtschaft. Immerhin ist der Anteil der notleidenden Kredite der Banken an allen Krediten auf einem historischen Minimum seit den neunzigern, trotz des sehr hohen Kreditvolumens. Und die chinesischen Banken sind exzellent kapitalisiert, dazu zwingt sie schon die Bankenaufsicht.
Die Verschuldung ist jedoch nicht unbedingt schlecht, da die VR ja 'nen riesen Exportüberschuss hat.
Der hilft da wenig. Das ist nicht Dagoberts Geldspeicher. Das Geld gehört Firmen und Einzelpersonen, und nur zum geringeren Teil dem Staat oder der Bank.
Sie führt jedoch zu einer Blasenbildung und einer immer stärkeren Inflationsgefahr, und das ist beängstigend. Durch die steigenden Preise verliert das Volk und wenn die Immobilien- und Kreditblase platzt, dann Dubai.
Die Inflation hat 2009 nicht stattgefunden, sie meldet sich erst seit Dezember zurück. Bei den Immobilien hat es ab Q2 heftige Preissteigerungen gegeben, mit Dubai hat das aber nichts zu tun. In China muss man im Wohnungsbereich für die spekulationsrelevante 2. Wohnung 40% des Kaufpreises bar aufbringen, nur der Rest darf kreditfinanziert werden. Solange die Immobilienpreise nicht um über 40% einbrechen, verlieren nur die Käufer. Und wenn sie so tief fallen, gibt es Millionen, die die Objekte dafür jedem Käufer aus den Händen reissen. Deshalb gibt es auch auf dem Wohnungsmarkt keine Kreditblase.

Tatsächlich wäre ein kräftige Abkühlung für den chinesischen Immobilienmarkt nicht verkehrt. Denn die derzeitigen Preise in den Ballungszentren sind in der Tat nicht nachhaltig, nicht gemessen an den Einkommen, und auch nicht an den Mieten.
Also ob der chinesische Weg soviel besser ist als der Deutsche, wage ich zu bezweifeln. Aber in den nächsten paar Jahren dürfte er noch ganz gut funktionieren :)
Also in China steigen die Lohn- und Gehaltseinkommen seit Jahren um ca. 15% im Jahr. Die chinesische Mittelklasse hat ihre Zahl seit 2000 mehr als verzehnfacht. Nun sind natürlich die Verhältnisse in China und Deutschland, China und USA, China und Australien, China und Schweden etc. nicht so platt vergleichbar. Selbst wenn Deutschland eine vernünftige Wirtschaftspolitik machen würde, könnten die Lohn- und Gehaltseinkommen nicht um 15% steigen, und das Jahre hintereinander. Aber dass sie seit Jahrzehnten stagnieren, die Lohnquote und die Mittelklasse schrumpft und bei einer ultraniedrigen Geburtenrate fast ein Drittel eines Jahrgangs keinen ordentlichen Abschluss kriegt usw. und D im Vergleich ähnlich strukturierter Staaten in allen Fragen von Bildung, Sozialem etc. das Schlusslicht spielt, dafür bei Langzeitarbeitslosigkeit und Exporten führt, das muss nicht sein.

Gruss, a^2
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