de guo xiong hat geschrieben:
das ist halt das Problem, bei einer Sprache, die sich über Jahrhunderte entwickelt hat. Was nutzt Dir oder den Studenten ein Regelwerk, welches mit der Sprache in Deutschland nichts gemein hat? btw [ironie]sollen sich die deutschen Nativespeaker den "Deutschlernwilligen" anpassen?[/ironie]
vorsicht OT: Im Übrigen was soll man in China bzgl. Ausspracheregeln sagen, wo alle 5 Meter anders ausgesprochen wird?

Die Rede ist nicht von Dialekten. Das Problem mit "-ig" und "-ich" oder "-ick" ist Hochdeutsch. Und noch viele andere Probleme...was ist z.B. mit dem "ch"...klar...nach bestimmten Vokalen eine bestimmte Aussprache. Soweit die feste Regel, aber wenn es dann bereits zu dem Punkt kommt: "Ch-" am Wortanfang "hch" oder "ck"? Da kommt man im Hochdeutschen auch wieder komplett ins Schwimmen. Man sagt auf der einen Seite "Chemie" [hch] aber auf der anderen Seite "Christoph" [ck]. Es scheint dabei je nach Lust und Laune zu gehen, wann das "Ch-" am Anfang so oder so ausgesprochen wird. Es gibt dann so tolle Regeln wie:
[ck]
- in griechischen Wörtern, besonders am Wortanfang vor a, l, o, r: Charta ('karta), Chlor [klo:r], Cholera ('ko:lera), Chronik ('kro:nik)
[hch]
- vor allem in griechischen Wörtern am Wortanfang vor ä (ae), e, i, ö (oe), y, oft auch nach a, o in Zusammensetzungen mit solchen Wörtern
- in weniger häufigen griechischen Wörtern am Wortanfang vor a, o oder vor Konsonant, z. T. auch nach a, o in Zusammensetzungen mit solchen Wörtern:
Charis ['ça:ris], Choreut [çoreoit], chthonisch ['çto:nisch], Isochasme [izo'ç;asme]
Und da findet sich dann schon ein Wischi-Waschi, da obige Regel bedeutet "vor a, l, o, r = [ck] aber unten besagt "vor a, o oder Konsonanten = [hch]" (Anm: "l" oder "r" keine Konsonanten?). Warum also "Charta" aber "Charis"? Vor allem: Müssen jetzt die Studis jetzt auch noch Altgriechisch lernen, damit sie in der Lage sind zu erkennen, welche Worte im Deutschen aus dem Griechischen entlehnt sind?
Dabei hilft es dann auch nicht zu sagen: "Ja...äh...überwiegend [ck] aber manchmal auch [hch]..." Das reicht den Studis als Erklärung dann leider häufig nicht und fragen sie "Warum ist das so?". Warum also nicht hergehen und sagen: "Ch-" am Wortanfang immer wie [ck] = immer richtig? Nein...laut Duden falsch. Als wenn es aber in Deutschland irgendjemanden kratzen würde, ob nun ein chinesischer Student sagen würde: "Kemie" oder "Hchemie"
Ich selber bin aber auch mittlerweile total verwirrt, denn so habe ich z.B. gelernt, dass es auf Hochdeutsch "Hchiemsee" heißt. Im neuen Duden heißt es jetzt aber "Kiemsee"? Ja, was denn nun? Habe ich in der Schule "scheiße" gelernt, oder wie?
Warum also aus diesem Grund nicht gleich "logisch" einfach hergehen und sagen: Zwecks Simplifizierung grundsätzlich als "ck"...wird ja in Süddeutschland
per se so gesprochen...und fortan müssten sich die Studis nicht mehr damit quälen, was jetzt ein griechisches Lehnwort sei. Von daher:
"Herren von Duden? Bitte daran arbeiten und auch wirklich logisch nachvollziehbare
Standards festlegen!" Das würde viele Dinge beim Erlernen der deutschen Sprache vereinfachen.

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