Erdbeben in Sichuan

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Dennis (CDS)
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von Dennis (CDS) »

Eine ungewöhnliche Mondstellung an diesem Dienstag erhöht die Gefahr von Beben und Vulkanausbrüchen.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?Object ... 09DCA6FB74

Soll ich jetzt daran glauben und gibt es darüber vielleicht noch andere Quellen? Neben dem Beben vom Sonntagmorgen, das relativ gesehen sehr weit weg war, hat letzte Nacht um 1.00 Uhr meine Wohnung nämlich doch ein klein wenig heftiger als sonst gewackelt, bei einem Beben der Stärke 6.0 mit Epizentrum ungewöhnlicherweiser nur 17 km von Taipei entfernt, aber zum Glüch sehr tief (95 km) und deswegen so weit ich gehört hab, nichts passiert.
romeo
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von romeo »

Dennis (CDS) hat geschrieben:Eine ungewöhnliche Mondstellung an diesem Dienstag erhöht die Gefahr von Beben und Vulkanausbrüchen.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?Object ... 09DCA6FB74

Soll ich jetzt daran glauben und gibt es darüber vielleicht noch andere Quellen? Neben dem Beben vom Sonntagmorgen, das relativ gesehen sehr weit weg war, hat letzte Nacht um 1.00 Uhr meine Wohnung nämlich doch ein klein wenig heftiger als sonst gewackelt, bei einem Beben der Stärke 6.0 mit Epizentrum ungewöhnlicherweiser nur 17 km von Taipei entfernt, aber zum Glüch sehr tief (95 km) und deswegen so weit ich gehört hab, nichts passiert.
Die Stellung des Mondes hat nichts mit einer Erdbebenhäufung zu tun. Dies ist Mumpitz. Erdbeben entstehen meistens an den Rändern von tektonischen Platten / im Bereich von Subduktionszonen, d.h. Gebieten, wo eine Platte unter eine andere taucht. Das Erdbeben von Sichuan ist letztendlich darauf zurückzuführen, daß die indische Platte nach Norden vorrückt, so daß der Himalaja derzeit immer höher wird. Dies wirkt sich bis nach Sichuan aus.
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gonar
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von gonar »

laogai hat geschrieben:Das Kind wird sicherlich nicht unglücklich mit dem Namen, da Zhongde [中德] (Zhong = 中 = Mitte, aber auch die Kurzform für Zhongguo = 中国 = China; De = 德 = Tugend, aber auch die Kurzform für Deguo = 德国 = Deutschland) nicht notwendigerweise mit China-Deutschland "übersetzt" werden muss. Es gib einige Chinesen, die mit 'Vor'namen Zhongde heißen und deren Namen nicht aus einer Beziehung zu Deutschland zustandegekommen sind.

Überhaupt gibt es in China keine "starren" Vornamen wie z.B. in Deutschland, die Eltern können frei wählen, wie sie ihr Kind nennen möchten. Dabei hat jeder Name bedingt durch die Schriftzeichen eine direkte und auch noch aktuell gültige Bedeutung.
Die meisten der in Deutschland verwendeten Vornamen haben zwar auch eine Bedeutung, jedoch haben viele Namen einen biblisch/hebräischen bzw. einen altdeutschen Hintergrund, deren Bedeutung aber längst verloren gegangen ist. So ist zum Beispiel Gunar (Gonar konnte ich nicht finden :( ) eine nordische Variante von Günter, was wiederum aus dem Althochdeutsch kommt und Kampf und Heer bedeutet.

Wie schon gesagt ist Zhongde ein eher unverfänglicher Name und das Kind wird wahrscheinlich eher mit Stolz darüber berichten, wie die Eltern damals auf diesen Namen gekommen sind.
Aber es gibt andere Beispiele. Z.B. aus dem "alten China", wo das erstgeborene Kind, unglücklicher Weise eine Tochter, "Zhaodi" (= Rufe eine kleinen Bruder) benannt wurde. Drückte sich darin nämlich die Hoffnung der Eltern aus, das nächste Kind möge endlich ein Sohn wird. Oder aus den Anfängen der zweiten chinesischen Revolution (1949 :P ), in der Eltern ihren Kinder beispielsweise "Weidong" (= Verteidigt den Osten), "Aiguo" (= Liebt das Land) oder andere patriotisch-revolutionäre Namen verpasst haben.
Danke für die Info :!:

Aber ich heiße gar nicht Gonar, sondern Gonar ist der Name der Ortschaft in Kroatien, wo ich herkomme :lol:

Macht aber nix :wink:
Dennis (CDS)
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von Dennis (CDS) »

romeo hat geschrieben:Die Stellung des Mondes hat nichts mit einer Erdbebenhäufung zu tun. Dies ist Mumpitz. Erdbeben entstehen meistens an den Rändern von tektonischen Platten / im Bereich von Subduktionszonen, d.h. Gebieten, wo eine Platte unter eine andere taucht. Das Erdbeben von Sichuan ist letztendlich darauf zurückzuführen, daß die indische Platte nach Norden vorrückt, so daß der Himalaja derzeit immer höher wird. Dies wirkt sich bis nach Sichuan aus.
Nun, dass der Mond einen gewissen Einfluss auf die Erde ausübt ist wohl unbestritten, oder? Das die Gezeitenkräfte neben dem Auslösen von Ebbe und Flut in den Ozeanen ebenfalls Auswirkungen auf den Erdmantel haben, ist ebenfalls erforscht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gezeiten#W ... r.C3.A4fte

Alleinige Auslöser sind sie natürlich nicht, aber einen gewissen Effekt könnten sie vielleicht haben. Zumindest würde ich mich nicht auf eine abschließende Aussage festlegen, wenn die Forschungen noch im Gange sind:

http://news.nationalgeographic.com/news ... des_2.html
TaugeNix

Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von TaugeNix »

Mal etwas, das einen zumindest schmunzeln lässt.
Nicht von Cola bezahlt, der gute Mann ;)

可乐男孩:叔叔,我要可乐!
http://www.tudou.com/programs/view/hnqW23KE2T4/

Gruss,
TaugeNix^würde wohl Steaks wollen :D
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HK_Yan
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von HK_Yan »

Ich lag gar nicht so falsch mit der "elektrischen Entladungs-" Theorie:

http://www.inlandnewstoday.com/story.php?s=1687

SAN JOSE--NASA scientists say they could be on the verge of a breakthrough in their efforts to forecast earthquakes.

Researchers say they have found a close link between electrical disturbances on the edge of our atmosphere and impending quakes on the ground below.....................
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bossel
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von bossel »

HK_Yan hat geschrieben:Ich lag gar nicht so falsch mit der "elektrischen Entladungs-" Theorie:

http://www.inlandnewstoday.com/story.php?s=1687
Das ist die erwähnte p-hole-Theorie Freunds.

Hier der dazugehörige Bericht der BBC:
Plan for quake 'warning system'
romeo
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von romeo »

Dennis (CDS) hat geschrieben:
romeo hat geschrieben:Die Stellung des Mondes hat nichts mit einer Erdbebenhäufung zu tun. Dies ist Mumpitz. Erdbeben entstehen meistens an den Rändern von tektonischen Platten / im Bereich von Subduktionszonen, d.h. Gebieten, wo eine Platte unter eine andere taucht. Das Erdbeben von Sichuan ist letztendlich darauf zurückzuführen, daß die indische Platte nach Norden vorrückt, so daß der Himalaja derzeit immer höher wird. Dies wirkt sich bis nach Sichuan aus.
Nun, dass der Mond einen gewissen Einfluss auf die Erde ausübt ist wohl unbestritten, oder? Das die Gezeitenkräfte neben dem Auslösen von Ebbe und Flut in den Ozeanen ebenfalls Auswirkungen auf den Erdmantel haben, ist ebenfalls erforscht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gezeiten#W ... r.C3.A4fte

Alleinige Auslöser sind sie natürlich nicht, aber einen gewissen Effekt könnten sie vielleicht haben. Zumindest würde ich mich nicht auf eine abschließende Aussage festlegen, wenn die Forschungen noch im Gange sind:

http://news.nationalgeographic.com/news ... des_2.html
Natürlich beeinflussen sich Mond und Erde. Nur haben die Mondphasen und die "Stellung" des Mondes nichts nennenswertes mit Erdbeben zu tun. Die Hauptursache von Erdbeben ist die Plattentektonik, d.h. die meisten Erdbeben entstehen an den Rändern von tekton. Platten.
Dennis (CDS)
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von Dennis (CDS) »

romeo hat geschrieben:Natürlich beeinflussen sich Mond und Erde. Nur haben die Mondphasen und die "Stellung" des Mondes nichts nennenswertes mit Erdbeben zu tun. Die Hauptursache von Erdbeben ist die Plattentektonik, d.h. die meisten Erdbeben entstehen an den Rändern von tekton. Platten.
Ich hatte es auch schon bei der Erwähnung zuvor verstanden. :wink: Nichts für ungut trotz alledem.

Dennis, der selbst an den Rändern der philippinischen und der eurasischen Platte wohnt und deren Reibung im Jahr häufiger zu spüren bekommt und gerade deswegen jede noch so vage Theorie, die dabei helfen kann solche Ereignisse auch nur irgendwie besser vorhersagbarer zu machen, für erforschenswert hält.

In diesem Zusammenhang sei auf den letzten Absatz im National Geographic Artikel verwiesen:

"We're looking at how [earthquakes] correlate with diurnal, or daily, tides. But all we're really saying is that if earthquakes are gong to occur anyway, [high tides] may be adding a little extra force. So we might [someday] be able to say that a quake could be more likely during a morning tidal period, for example, but not be able to know which specific morning."

http://news.nationalgeographic.com/news ... des_2.html

Im Zusammenspiel mit anderen Methoden der Erdbebenvorhersage wäre das immerhin schon ein kleiner Fortschritt.
pollok
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von pollok »

Tag1: Ein Schwindelgefuehl, dann, da es nicht das erste Beben war, das ich mitgemacht habe, schnell auf den Boden. Metall- und Mauerstuecke sausten rings herum auf den Boden. Erste Reaktion war ein Reiz zum Lachen, weil das alles gar nicht sein konnte. Das Beben der Erde dauerte empfindungsgemaess lange und war stark genug, um einem die Sinne schwinden zu lassen mit dem Gefuehl es ist gleich alles vorbei. Noch ein zweites starkes Nachbeben. Suche nach meiner Freundin. Schreiende blutende Menschen auf den Strassen, einige nackt. Regionen, in denen schwarzblau geschwollene Tote auf der Strasse liegen. Riesige Haeuserblocks sind zusammengestuerzt, auch ein neu erbautes Bankgebaeude. Der Staub ist dicht, man kann nur schlecht sehen, umgestuerzte Motorraeder und aufeinandergefahrene Autos. Tausende kommen mir entgegen, tausende gehen mit mir, viele wohl ohne Ziel. Ich sehe meine Freundin auf der Strasse, mit blutendem Bein und Kopf, ohne Schuhe. Wir laufen aus der Stadt. An der Strasse verkaufen Haendler bis zu 50fach ueberteuerte Kekse, Chips, Snacks und Getraenke - nein, lieber nicht, obwohl der Durst unertraeglich ist. Ploetzliche Kaelte, ein Sturm kommt auf, trocken zunaechst mit heftigen Staub- und Sandboeen. Dann starke Regenfaelle. Eine Nacht unter Plastikplanen, ein Ei und eine halbe Banane, Leute, die wir nicht kennen. Ein Auto nimmt uns mit, kostenlos, wohl weil meine Freundin verletzt ist. Das erste Krankenhaus ist ueberfuellt, eine Frau ohne Zehen. Im zweiten Krankenhaus war eine Behandlung moeglich, Tetanus erst am naechten Tag. Eine weitere Nacht im Freien. Handy funktioniert schon lange nicht mehr, nach einigen Stunden kommt hin- und wieder eine Nachricht durch.

Tag 2: Der Busbahnhof ist ueberfuellt. Es gibt Schlaegereien und unglaubliche Szenen, um herauszukommen. In der Nacht hat es wieder ein heftiges, wenn auch kurzes Nachbeben gegeben.
Nach mehreren Stunden Wartezeit sitzen wir im Bus. Es geht durch steinschlaggefaehrdete Gebiete, trotzdem bleibt alles ruhig. Es treffen sms und Anrufe ein. Ein Freund ist ums Leben gekommen, erschlagen von den Truemmern seines Hauses. Anderen geht es gut. Alle sind auf der Flucht, einige sind obdachlos geworden. Zuhause, auch hier hat es Probleme gegeben. Wir schlafen im Freien, noch zwei bis drei Wochen lang.

Tag 3: Telefon funktioniert wieder einigermassen. Es sollen ca. 70000 Tote sein. 5 Millionenen auf der Strasse. Hin und wieder bebt es wieder.

Tag 4. Versuch zurueckzukehren und einige Sachen aus dem Buero zu retten. An einer Polizeisperre ist Schluss. Die anderen duerfen weiterfahren, als Auslaender wird mir das erst ab 20 Uhr erlaubt, nur nach Vorlage spezieller Papiere. Zwilichtige Gestalten stehen am Strassenrand. Die Polizisten sind freundlich und geben mir Wasser und Kekse. - Das Sperrgebiet sieht zum Kotzen aus. Haeuser jeglicher Art sind eingestuerzt, Neu- und Altbauten, Einstoeckiges oder Mehrstoeckiges, Holzbauten. Die Bruecken haben gefaehrliche Risse, etwa handbreit. Es leben kaum noch Menschen hier, trotzdem sind die Strassen verstopft, jeder versucht noch zu retten, was er kann, manchmal durch Spezialunternemen zu Extrempreisen. Das Auto des BBC Reporters, neben mir der einizige Auslaender. Es gibt nichts zu kaufen, nirgendwo, nur in den Aussenbezirken sind noch Kleinigkeiten erhaeltlich. Begruessung eines befreundeten Militaers. Alles muss schnell gehen. Dann der Weg zurueck, viele Orte und Gebaeude der Erinnerung gibt es nicht mehr. Viele Nummern sind nicht mehr erreichbar, die Handys wohl zurueckgelassen.
pollok
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von pollok »

In den naechsten Tagen nehmen wir ein paar Fluechtlinge bei uns auf, die Familie einer Bekannten - Grossmutter und Enkelsohn, der Grossvater will nicht aus dem Haus, ueber den Rest der Familie ist nur unklares zu hoeren. Von der Regierung gibt es Kekse, Gemuesekekse und Suesskekse und Nudelgerichte zum kochen, 0.25 l Wasser pro Person - tibetisch, immerhin. Andere erhalten auch Geldzuwendungen. Ein Kurzwellenempfaenger haelt mich auf dem laufenden. Wir muessen nachts noch oefters aufstehen, Taschenlampen, Regenkleidung, Messer, kleiner Rucksack mit Proviant, Helm, Mundschutz, Arznei, wichtige Unterlagen tragen wir staendig bei uns. Manchmal sind es wirklich Beben, es soll an die 2000 gegeben haben, manchmal nur ein schlechter Traum. Andere male sind es Stuerme, die Stromkabel abreissen und Daecher abdecken. Wieder kein Telefon, Internet oder Strom. Polizei und Militaer raet mir ab, noch einmal in die gefaehrdete Region zu fahren. Trotzdem riskiere ich es noch zweimal, nur einmal mit Erfolg. Es gibt Schweigeminuten auf der Strasse, bis zu einer halben Stunde lang. Stehenbleiben muss man schon, auch ungewollt. Die meisten Geschaefte haben geschlossen. Zur Mittagszeit gibt es in Restaurants keine Wartezeit. Fuer Angst hat man keine Zeit, eher ist man zu muede oder denkt an Wasser. Im Fersehen gibt es grausame Berichte. Zwei Muetter rufen in einen Schacht. Die Kamera schwenkt nach oben. Aus den Betontruemmern ragen die Beine eines Maedchen, weissrote Socken, schwarze Lackschuhe.
pollok
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von pollok »

Nachspann:
Es erwacht in mir ein unheimlich starkes Gefuehl, mich irgendwie freiwillig zu melden. Jetzt reichts! Auf eine solche Gelegenheit loszuschlagen, habe ich immer schon gewartet. Ich weiss, dass die Chinesen mich brauchen. Wenn ich doch wenigstens Mitglied des Roten Kreuz werden koennte, bitte, bitte! Blutspenden sind nur am Morgen moeglich. Ich fuehl mich jetzt irgendwie zerknirscht. Sicher koennte ich es am naechsten Tag wieder versuchen, nee, aber jetzt nicht mehr. Jetzt bau ich selber was auf, irgendein Schreiben aufsetzen 'Hey, Leute....' Na, endlich! Jetzt kommts ja im Fernsehen. Ich will spaeter ein paar Freunde einladen und hole ein paar Bier, so jetzt Licht aus, Socken auf den Tisch und mich erstmal warmsaufen. Ach, da sind sie ja schon, haben auch Bier mitgebracht. Nochmal die schoensten Szenen: die liebe tote Lehrerin, der Lehrer, der noch mal zurueck ist und zwei Schueler gerettet hat und dann gefunden wurde, tot, die beiden Schueler im Arm (leider kein Foto, vom Lehrer schon, aber nicht von der Szene). Dann Feuerwehrmaenner, oh je, die haben gearbeitet. Willste noch 'nen Bier? Koennen auch zwei sein. Die Mutter des Feuerwehrmanns, die Silvestersaengerin, die mit dem Song so ruehrte. Der Feuerwehrmann ist noch jung und natuerlich haesslich, ich hab solches Mitleid. Die dicke Heike faengt ploetzlich an zu weinen - schon raffiniert, lautlos zunaechst, damit keiner was merkt. Jetzt aber nehmen der Jochen und die Petra die Heike doch in den Arm. Lebt ja schon lang allein und irgendwas war da auch auf der Arbeit. Jetzt aber Jugendtreffen, zu Herzen geformte Kerzen, manchmal paarweise abgestellt. Dunkelheit. Weisse T-shirts werden mit Renzohaftem Laecheln und zwei Wasserflaeschchen verteilt: I love China. Ich weiss nicht was danach noch kommt, war schon ziemlich blau und hab mit Jochen geredet. Hier hast Du das auch gehoert? Die Kroeten sollen ja das Beben vorrausgesagt haben. Es hat ueberall massenhaft Kroeten gegeben. Die Schlangen koennen das auch, schnupfte Heike. Was? Ich sagte: Die Schlangen koennen das auch. Heike war sauer. Ich hatte auch keine Lust mehr, mich um sie zu kuemmern, ich hab sie noch nie leiden koennen.
Dennis (CDS)
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von Dennis (CDS) »

Wird wohl viel Arbeit für unsere neuen Mods. :|
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Cromson
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von Cromson »

@Pollock:

Jetzt mal ganz unverbluemt... du hast sicher eine Auslandskrankenversicherung, oder?
Suche doch bitte so schnell als moeglich einen Neurochirurgen auf, bevor es noch schlimmer wird.
Mit diesen Symptomen bist du in Deutschland auf den besten Weg in die geschlossene Anstalt! :roll:

PS.: Wann kommt die Geschichte ueber deine Hinrichtung?
pollok
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Re: Erdbeben in Sichuan

Beitrag von pollok »

Stichpunktartiges zum Beben (klingt jetzt irgendwie besser als Erdbeben, genauso wie quake im Englischen).

1. Ich kann den Wunsch vieler verstehen, zu kommen, zu schauen und einfach mal zelten zu gehen. Grundsaetzlich kann man sagen: Kommt! Es gibt viel zu sehen, viel zu schauen, und ihr koennt tolle Menschen kennenlernen. Es ist durchaus moeglich, in die von Polizei und Militaer abgesperrten Sperrzonen zu kommen, ansonsten ist Zelten zumindest in den Aussenbezirken moeglich, und man hat die Chance tagsueber von irgendjemand mitgenommen und bei Daemmerung zurueckgebracht zu werden.

2. Man kann in fast alle Haeuser rein. Zweimal hatte ich auch mal kurz das Gefuehl, als Pluenderer irgendwo einzudringen, die grossen Warenhaeuser etwa. Ich war da fuer einen Moment echt wuetend! Ich hatte auch kurz mal an den Schalterraum der Bank gedacht, ich weiss nicht, warum ich das dann aufgegeben habe, man konnte ja nichts sehen, alles war menschenleer und kaputt. In den Warenhaeusern war das nicht so. An Wohnungen habe ich nicht so sehr gedacht. Der andere Geruch, irgendwelche Vorstellungen oder Bilder von den Familien, die dort mal gelebt haben mochten. Nee, das konnte ich nicht. Der Platz vor den Warenhaeusern war dann zu hell und weitlaeufig, und ich wusste auch nicht, ob da nicht noch jemand war. Dann auch, was ich da gedacht hatte, und dann war das Auto schon weitergefahren. Ich habe aber wirklich Pluenderer gesehen. Die haemisch lachenden Gesichter mit der Einladung, sich mitzufreuen, der Seitenblick. Ganz sicher waren das welche.

3. Ob neue gelbe Gummistiefel oder ein wunderschoener leicht abgeknickter Zeigefinger. Waere es nicht ohne hochrangige Vertreter nur halb so schoen gewesen? Ich habe wirklich an den wunderschoenen leicht abgeknickten Zeigefinger geglaubt.

4. Ob bei Schreinemakers oder Erdbebenabschiedsfeiern, ich habe auch wirklich fast geweint. Und war stolz, wirklich stolz, als ich die amerkanischen neubaptistischen Freiwilligen sah, als Deutscher war ich da auch etwas beschaemt. Das war Oliver North, das waren Southeast and Middlewestwuetende Hereford, toll!

5. Ich weiss nicht, ob es Euch auch so geht. Ich hab bei den Erdbebenabschiedsfeiern nachher immer so 'ne Art Sonnenblinzelgefuehl und weiss dann 'ne ganze ZEiT lang nichts mehr mit mir anzufangen. Ich kann vom Erdbeben nichts mehr erzaehlen und von anderen Sachen auch nichts. Zu irgendjemand 'Na' oder 'Naa' sagen, okay, dann vielleicht in 'ner Bedienungsanleitung von irgendetwas rumlesen, nee, jetzt hab ich es: Eine zeitlang und ernsthaft http://www.tvqoo.com/lianxuju/meiju/o7121555309335%F7/ schauen, das geht.

6. Ich hab auch Beinahebekannte gehabt. Mensch, die habn's mir aber gegeben. Im leisen, etwas kirchlichen Ton: 'Ich waer fast umgekommen. Das Nachbarhaus ist eingestuerzt' oder hier 'Ich bin fast buchstaeblich aus dem Haus gefallen' Beim letzteren bin ich mir noch nicht so im klaren, stell mir das aber eher horizontal, vielleicht mit dem Bett rausgerutscht und das letzte Stueck auf einen Truemmerhuegel gefallen, vor.

7. Trotzdem, ein spaetabendliches Gefuehl der Wehmut bleibt, und das behalte ich fuer mich.
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